HaBEs Antwort auf den Kommentar von Dr. Nathan Warszawski zum Brief an Wladimir Putin

Ukraine-Skandal im ZDF – Verbietet „Die Anstalt“!

Drängt die Pro-Russen aus dem ZDF! Ein dramatischer Appell unserer Kanzlerin,

den alle Deutschen als Erstes sich anschauen sollten !!!!

Um SPENDEN bitte ich aus zwei Gründen unter den Kennworten SODOM und ABSolution auf mein Konto-Nr. 1140086 VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG  BLZ 506 616 39 

Man/frau darf mich aber auch zu bezahlten Lesungen einladen, was mir noch lieber wäre. Der Buchhändler meines Vertrauens meinte zwar „Politische Lyriker und Belletristen verkaufen sich nicht!“,  doch da bin ich anderer Meinung: Mich kann man für einen Lesungsabend kaufen für schlappe 350 € plus Fahrgeld, Kost & Logi- logisch ! Sonst benefizze ich in der Regel, doch die Ausnahmen bestätigen das. Drum geht’s jetzt ums Geld.

Wer die Selbsthilfe-Organisation Der Opfer von Missbrauch in den evangelischen Landeskirchen Kur-Hessen-Waldeck und Hessen-Nassau sowie in der badischen Landeskirche , SODOM unterstützen will, kann Spende unter dem Stichwort “SODOM“  auf mein Konto einzahlen (oder mich zu einer SODOM-Lesung einladen)

Wer meine journalistisch-künstlerische Arbeit unterstützen und mir bei der Bewältigung von Abmahn-Tzunamies helfen möchte, kann das unter dem Stichwort

ABSolution, weil nach vielen Abmahnungen von Mark Seibert, dem LINKEn Bundesschatzmeister-Assistenten und Ex BAK-Shalom-Promi die jüngste wegen meiner Recherchen zu Herrmann-Josef Abs mich teuer zu stehen kam.

 Herrmann-Josef Abs mich teuer zu stehen kam.

Dr. Nathan Warszawski gehört in die Reihe der von Thomas-Immanuel Steinberg so ausführlich dokumentierten jüdischen Kriegstreiber .

Die entsprechenden “Kriegsjuden”-Texte aus der SteinbergRecherche habe ich dort rauskopiert und hier an das Ende gestellt.

 

Dr. Nathan Warszawski hatte den Offenen Brief an Putin wie folgt hier im HaBE-Portal so kommentiert:

“Für Ihre jetzige, und hoffentlich auch die nächste Amtsperiode wünschen wir Ihnen Kraft, Stehvermögen, Klugheit und Geschick.”

Toll!

HaBE-Zusatzkommentar: ich muss gestehen, dass ich eine Zeile wegzensiert hatte: der agile Mitzerstörer des Aachener  Friedenspreises, Dr. Nathan Warszawski – hatte geschrieben, sinn gemäß, er habe erst beim  Lesen dieses Satzes bemerkt, dass es sich um ein Satire handele. – Nun gut wertes Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Das war echt unterste Schublade!. Ich an Ihrer Stelle hätte jetzt Herrn Putin ganz listig gratuliert, weil der doch mit einer über zwei-drei-vier Jahrhunderte systematisch durchgeführten ethnischen Säuberung / Gentrification , völkerrechtswidrigem russischem Siedlungs- und Stützpunktbau auf der Krim und in der gesamten Region der Ukraine West- wie Ost- die islamischen Tataren verdrängt, in Minderheitenpositiopn gebracht und so sich zusammen mit der Zarin Katherina dieses Land angeeignet hat.
Dazu waren weder Golda Meir, noch Ben Gurion und seine Nachfolger bis hin zu Nethanjahuh fähig, obwohl sie es ziemlich weit geschafft haben.  Wenn die gezielte illegale,  gegen die UN-Charta und zahlreiche UN-Beschlüsse/Resolutionen verstoßende Landraub- & Siedlungspolitik so weitergeht, sind die Palestinenser auf der Westbank in der Minderheit und dann kann Israel auch dort “demokratisch” abstimmen lassen… Und GAZA ? das hält man sich als Open-Air-Gefängnis, bombardiert es regelmäßig und/oder läßt die Salafiten mit Unterstützung des Mossad ans Ruder…

Herr Doktor, das wär doch Mal was gewesen ! Und nicht so ne Schwachsinnsbemerkung. Die nützt doch Israel nix !!!

Dr. Nathan Warszawski, Aachen

“Dr. Nathan Warszawski, Aachen, jüdischer Vorsitzender der Gesellschaft für Jüdisch-Christliche Zusammenarbeit (1), Mitglied der Jüdischen Gemeinde Aachen und Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen” [Selbstbezeichnung, T:I:S] , wendet sich am 3. Mai 2011 mit folgendem nationalistischen Gesudel an eine lebende Kontrahentin:

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Deutsche, die für die Nakba verantwortlich sind (Täter der Täter), sich nonchalante [sic, T:I:S] einmischen dürfen. Täter, die die Lawine des Unrechts losgetreten haben, haben keine Rechte!

Newsletter von Honestly Concerned vom 4. Mai 2011. T:I:S, 10. Mai 2011

Anmerkung

(1) Die Gesellschaft, der der Mann vorsitzt, heißt vielleicht Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen. Dort ist er zwar als Vorsitzender nicht aufgeführt (siehe http://www.cjz-aachen.org/ , erst “Wir”, dann “Vorstand” anklicken), dafür aber sechs andere Personen: zwei evangelische, zwei jüdische und zwei katholische Vorsitzende. Davon weiß eine vielleicht, wie die Gesellschaft heißt, der er vorzusitzen meint.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Warszawski

Und hier weitere Kriegstreiber:

Nit mööglich!

Israelische Kriegsjuden bezeichnen israelische Friedensjuden als Schwule

You are cross-dressers. You’re the Gay Pride March, that’s, what you are… You are bisexuals, prostitutes, cross-dressers!

Video, ab Minute 5:42. T:I:S, 20. November 2012

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Nit  

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Arno Lustiger

Arno Lustiger, gestorben am 15. Mai 2012, nannte antisemitisch, was ihm vor die pro-kapitalistische Flinte kam, unterstützte die Kriegslügen-Initiative “Stop the bomb”, verwechselte Selbstkritik mit Selbsthaß,  leugnete die besorgniserregenden Ähnlichkeiten zwischen Israel und NS-Deutschland und forderte “Empathie für die Tausende von Opfern des islamistischen Terrors” ein, als von ihm ein Fünkchen Empathie für die Hunderttausende von Opfern des zionistischen Terrors erhofft wurde.

Aufschlußreich, wer ihm da jetzt so alles eine Träne nachweint, auf einem Viertel einer FAZ-Seite.

T:I:S, Ende Mai 2012 

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Thomas Immanuel Steinberg

Klassenkampf unter Juden in Frankreich

Ex-Vorsitzender Théo Klein bricht mit Vertreterrat

“Vielleicht ist Ihre Politik grandios, doch ich fürchte, sie ist tödlich”, schreibt der einundneunzigjährige frühere Vorsitzende des Vertreterrats der jüdischen Einrichtungen in Frankreich  (Crif), der Rechtsanwalt Théo Klein, mit Datum vom 8. März 2012 an den jetzigen Vorsitzenden, den Hard-Core-NeoCon Richard Prasquier.

Anlaß ist eine Verleumdungskampagne des Crif (Conseil Représentatif des Institutions juives de France) gegen den in Frankreich hoch angesehenen französisch-israelischen Fernsehjournalisten Charles Enderlin. Enderlin hatte vor über 11 Jahren für den Sender France 2 vom Tod des zwölfjährigen Palästinensers Mohamed al-Dura im Gaza-Streifen zu Beginn der Zweiten Intifada berichtet. Seine Darstellung des Hergangs war mehrere Jahre lang nicht einmal von israelischer Seite bezweifelt worden, doch 2004 behauptete Philippe Karsenty, ein jüdischer Parteigänger der israelischen Staats- und Regierungspolitik, der Zwölfjährige sei wohl gar nicht getötet worden, und das Ganze eine Inszenierung mit Enderlins Rückendeckung gewesen. (1)

Philippe Karsenty, politisch im Pariser Nobelvorort Neuilly-sur-Seine mit einem hohen Anteil jüdischer Kapitalisten herangewachsen (2), wurde im Mai 2008 vom Vorwurf strafbarer Diffamierung Enderlins vorerst freigesprochen: Zwar habe er Enderlin tatsächlich verunglimpft, dies jedoch in gutem Glauben getan. Die Entscheidung der Berufungsinstanz steht aus. Seitdem wiederholt Karsenty allerdings seine Diffamierung, und der jetzige Vorsitzende des Crif, Richard Prasquier, pflichtet ihm bei, zuletzt am 2. März 2012.

Théo Klein, der Ex-Vorsitzende des Crif, sieht unter Verweis auf das Urteil vom Mai 2008 “guten Glauben” bei Richard Prasquier nicht mehr gegeben und beschuldigt nunmehr ihn der strafbaren Diffamierung des angesehenen Journalisten.

Schon als Klein noch Vorsitzender war (1983-1989), hatte er eine distanzierte Haltung zur israelischen Staats- und Regierungspolitik eingenommen. Unter einem seiner Nachfolger, dem NeoCon Roger Cukierman (2001-2007), schwenkte der Crif um auf hemmungslose Auschwitzkeulen-Schwingerei und Kriegshetze, ähnlich dem US-amerikanischen AIPAC. (3) 2004 schied das Consistoire central israélite de France, die religiöse Vertretung der französischen Juden, aus dem NeoCon-Vertreterrat aus.

Die Union juive française pour la paix (UJFP), scharfe Gegnerin der israelischen Staats- und Regierungspolitik, war ohnehin nie Mitglied des Crif. Sie rekrutiert ihre Mitglieder aus wenig begüterten jüdischen Kreisen.

Michel Warschawski, israelischer Friedensjude französischer Herkunft, meint, der Crif repräsentiere mit seiner bedingungslosen Unterstützung der israelischen Staats- und Regierungspolitik nur 15 bis 20 Prozent der französischen Juden. (4)

Freilich sitzt die Macht im Crif, und nicht bei den 80 Prozent.

T:I:S, 12. März 2012. Charles Enderlin zum Fall am 11. März 2012 unter La vindicte de Richard Prasquier, etwa: An Richard Prasquiers Pranger (5)

Anmerkungen

(1) Claude Askolovitch: Théo Klein rompt avec le Crif. L’ancien président du Conseil a adressé une lettre à son successeur, Richard Prasquier. Le Point.fr, 11. März 2012. Dutzende prominenter, großenteils jüdischer Franzosen und Hunderte besorgter Normalbürger haben sich 2008 hinter den vom Crif und seinen Akolyten diffamierten Charles Enderlin gestellt, so auch damals schon Théo Klein (unter “Personnalités”), siehe Le Nouvel Observateur, 27. Mai 2008

(2) Neuilly-sur-Seine ist auch politischer Heimathafen des französischen Präsidentendarstellers und NeoCons Nicolas Sarkozy.

(3) “[Roger] Cukierman… was the CEO of the Rothschild Group in France, and chairman of the Rothschild Bank in Israel.” Elka Looks: French businessman rebrands Israel with ‘Economic Zionism’. Ha’aretz, 24. Oktober 2011.

Man sagt uns: “Ihr macht uns verantwortlich, weil das Vichy-Regime schreckliche Sachen gemacht hat, aber schaut, was ihr mit den Palästinensern macht.” Als Scharon hier [in Frankreich] war, habe ich ihm gesagt, daß er unbedingt ein Propagandaministerium schaffen müsse, wie Goebbels. Geld muß reingesteckt werden, und Journalisten müssen in feine Hotels eingeladen werden. So hat das König Hassan [von Marokko] gemacht – er hatte eine fürchterliche Reputation, und er wollte diesen Eindruck korrigieren.

(4) Michael Warschawski, Alternative Information Center (AIC): Solidarity with Palestinians and Anti-Semitism. 12 June 2011:

Roger Cukierman, leader of France’s Jewish community at the beginning of the 21st century, proudly related to the Israeli newspaper Haaretz how he recommended to Ariel Sharon that Israel quell the harsh international criticism of its October 2000 massacre by opening a new front: the front of anti-Semitism. This was after the world was shocked by the France Channel 2 photos of the murder of the child Muhammad al-Dura in the arms of his father. The government of Israel had no response to the horrific photos of the murder of tens of unarmed children and young people by snipers. Cukierman told Ariel Sharon that “instead of attempting to come up with unconvincing excuses, we would attack on a new front: anti-Semitism.” Everyone who opened his mouth against the crimes of Israel would be accused of anti-Semitism, and this strategy succeeded beyond expectations: journalists and intellectuals were quiet lest they be accused of anti-Semitism, and one who dared express himself was forced to conduct a war – including in courts of law – in order to prove that he is not anti-Semitic, a terrible accusation in Europe, fifty years after Auschwitz.

(5) Der Crif-Vorsitzende ist weiter am Antisemiten-Entlarven. Richard Presquier (sic, gemeint: Prasquier): Jews to face new challenges in post-elections France. For French Jews, one of the key issues is how willing each candidate is to fight the new anti-Semitism that has developed under the mask of anti-Zionism. Ha’aretz, 25. April 2012. Crif-Vor-Vorgänger Roger Cukierman war vor zehn Jahren in Sachen Hexenjagd auf Zionistenfeinde in den Ring gestiegen, gegen den Briefträger Olivier Besancenot, und K.O. gegangen. Video, 17 Minuten, sehenswert. Dank für den Hinweis nach Washington D.C. T:I:S, 25. April 2012

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Alles offen

Andrew B. Adler meint in seiner Atlanta Jewish Times, die israelische Regierung habe drei Möglichkeiten: einen Schlag mit viel Kollateralschaden gegen Hamas und Hisbollah durchführen; die iranischen Nuklearanlagen, koste-was-wolle, zerstören; Barack Obama per Mossad beseitigen. 

Adlers Höhenflug vom 13. Januar 2012 als .pdf-Datei

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Kriegsjude Stephan J. Kramer

Stephan J. Kramer: Einladung an die Feinde. Warum ein Rückzug Israels auf die Grenzen von 1967 keine Friedensoption sein kann. Jüdische Allgemeine, 10. Juni 2011

T:I:S, 26. Juni 2011. Siehe dazu Friedensjuden

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Dr. Nathan Warszawski, Aachen

“Dr. Nathan Warszawski, Aachen, jüdischer Vorsitzender der Gesellschaft für Jüdisch-Christliche Zusammenarbeit (1), Mitglied der Jüdischen Gemeinde Aachen und Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Aachen” [Selbstbezeichnung, T:I:S] , wendet sich am 3. Mai 2011 mit folgendem nationalistischen Gesudel an eine lebende Kontrahentin:

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich Deutsche, die für die Nakba verantwortlich sind (Täter der Täter), sich nonchalante [sic, T:I:S] einmischen dürfen. Täter, die die Lawine des Unrechts losgetreten haben, haben keine Rechte!

Newsletter von Honestly Concerned vom 4. Mai 2011. T:I:S, 10. Mai 2011

Anmerkung

(1) Die Gesellschaft, der der Mann vorsitzt, heißt vielleicht Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Aachen. Dort ist er zwar als Vorsitzender nicht aufgeführt (siehe http://www.cjz-aachen.org/ , erst “Wir”, dann “Vorstand” anklicken), dafür aber sechs andere Personen: zwei evangelische, zwei jüdische und zwei katholische Vorsitzende. Davon weiß eine vielleicht, wie die Gesellschaft heißt, der er vorzusitzen meint.

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Bernard-Henri Lévy schwingt die Auschwitzkeule gegen Merkel und Westerwelle für den Krieg

Vom Spiegel zu seinem ererbten Reichtum befragt, antwortet Bernard-Henri Lévy, als wäre er judäophob, Jude sein, das heiße für ihn, mehr Pflichten zu haben als Rechte.

Über das Abstimmverhalten Deutschlands im Weltsicherheitsrat zum Kolonialkrieg gegen Libyen sagt er:

Angela Merkel hat alle Grundlagen der deutschen Außenpolitik seit Kriegsende über den Haufen geworfen: Es gab das Prinzip, dass so etwas wie der Nationalsozialismus nie wieder geschehen dürfe. Nie wieder Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Merkel und Westerwelle haben diesen Pakt gebrochen, das ist ein schwerwiegender Vorgang, keine Kleinigkeit.

Der Spiegel 13/2011, Seite 85, nicht im Netz

T:I:S, 29. März 2011. Mehr über Bernard-Henri Lévy unter Teigbatzen

Ergänzung

French Fraud Behind Libya War Drive. Fake ‘intellectual’ with delusions of grandeur: Bernard-Henri Lévy. Justin Raimondo verweist in seinem Beitrag unter anderm auf Doug Irelands vernichtende Zusammenstellung der Zitierfehler und frechen Lügen Lévys und schließt mit einem lustigen Link zur Sunday Times.

T:I:S, 11. April 2011

Zweite Ergänzung

Bernard-Henri Lévy wirbt in der FAZ vom 15. Januar 2013 für den Kolonialkrieg Frankreichs in Mali:

Warum wir die Pflicht haben, Mali zu schützen. Der Einsatz für Demokratie darf nicht dort enden, wo der Terror beginnt. Auch jenseits der Grenzen Malis sind die bestens organisierten islamistischen Kämpfer eine Bedrohung.

T:I:S, 15. Januar 2013. Zu Bernard-Henri Lévy siehe auch Zynisch und verlogen

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Liberals gegen pseudo-orthodoxe Juden

Jüngere US-Juden aus der Ecke der Liberals ( in etwa: Sozialdemokraten) haben mit der israelischen Staats- und Regierungspolitik nicht viel am Hut. Doch die Rassisten mit religiösem Gehabe, die sich selbst fälschlich als jüdisch-orthodox bezeichnen, haben Zulauf und vor allem großen Zuwachs, ebenso wie ihre äußerst fruchtbaren israelischen Geschwister im mörderischen Geiste. AIPAC, die US-jüdische Lobby-Organisation für die israelisch-US-amerikanische Rüstungs- und Aufstandsbekämpfungsindustrie, komme bei den jüngeren Liberals mit ihrer Hetze schlecht an. New York Review of Books.

Telepolis / heise referiert Teile des  Artikels und läßt die von George Soros und einigen Democrats lancierte Konkurrenz-Organisation zu AIPAC namens J Street friedenswillig erscheinen. Tatsächlich ist J Street die weniger rabiat tönende, aber ebenfalls eine zionistische Organisation. J Street gilt bei US-Linken, siehe Richard Silverstein, inzwischen als das trojanische Pferd, das AIPAC, America’s Pro-Israel Lobby, den US-“liberals” durchs Stadttor geschoben hat. Das ist vielleicht zu konspirativ gedacht. Jedenfalls aber hat es sich mit J Street so ergeben.

T:I:S, 14. August 2010. Siehe auch Geleimt

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Kindliche Kieselsteinwürfe gegen Kinder von Kriegstreibern

Kinder haben am 19. Juni 2010 in Hannover-Sahlkamp Kinder der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover mit Kieselsteinen beworfen.

In ihrer Funktion als Vorsitzende der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hannover e. V. hatte Ingrid Wettberg am 26. November 2008 die kriegstreiberische Petition der NeoCon-Gruppe „Stop the Bomb“ gegen Iran unterzeichnet.

T:I:S, im Juni 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Geleimt

Jcall, die europäische Schwester von J Street, täuscht Friedenswillen vor. Tausende jüdische Vögelchen kleben schon an der Rute

Anfang Mai 2010 veröffenlichte eine Gruppe europäischer Juden Jcall, einen Appell an die Vernunft. (1) Besatzung und Auf- und Ausbau der Siedlungen im Westjordanland und in den arabischen Vierteln Ost-Jerusalems seien “ein moralischer Fehler und ein politischer Irrtum”. Beide führten unter Anderem “zu dem inakzeptablen Vorgang der Delegitimierung Israels als Staat”. EU und USA sollten Druck auf beide Konfliktparteien ausüben, damit nun Frieden werde.

Die systematische Identifizierung mit der Politik der israelischen Regierung ist gefährlich, weil sie im Gegensatz zu den echten Interessen des Staates Israel stehen kann,

mahnt der Appell. Und weiter:

Wir möchten eine europäische Bewegung gründen, die die Stimme der Vernunft zum Ausdruck bringt. Diese Bewegung möchte über den traditionellen Meinungsverschiedenheiten stehen und setzt sich die Zukunft Israels und seine Koexistenz mit einem souveränen und lebensfähigen palästinensischen Staat zum Ziel.

Hieße es, Besatzung und jüdische Siedlungen seien Terror und Landraub, kurz: Verbrechen – man schöpfte Hoffnung. Stattdessen erkennen die Autoren auf einen moralischen Fehler, was immer das heißen soll, und politischen Irrtum. Doch Besatzung und Besiedlung währen seit 1967. Nicht die jetzige halbfaschistische Regierung  geht also fehl oder irrt sich, wenn überhaupt, sondern der israelische Staat, egal unter welcher Regierung, und das seit dreiundvierzig Jahren. Und er irrt auch nur in einem sehr weit hergeholten Sinne. Hat er doch mit seinem Dauerverbrechen genau den Erfolg, den er seit mindestens dreiundvierzig Jahren anstrebt: Gebietsausweitung.

Nicht Terror und Landraub des israelischen Staates stören, sondern das Marketing der jetzigen Regierung. Von der Form solle man sich distanzieren, nicht vom Ziel, und die “traditionellen Meinungsverschiedenheiten” endlich begraben. Der Appell läßt schon eingangs keinen Zweifel aufkommen:

Was immer auch unsere persönliche Agenda sein mag, ist die Verbindung mit dem Staat Israel Teil unserer Identität. Die Zukunft und Sicherheit dieses Staates, mit dem wir unverbrüchlich verbunden sind, besorgt uns sehr.

Zu Politikerjargon (“unverbrüchlich”), Seelenkunde (“Identität”) und schlechtem Deutsch greifen die Autoren, und sorgen sich sehr. So redet man im Zeitalter der Teigbatzen (Ringsgwandl). Prominente fanzösische Autoren des Appels sind Bernard-Henri Levy, Alain Finkielkraut und Daniel Cohn-Bendit.

Teigbatzen Bernard-Henri Lévy

Lévy ist NeoCon, Freimarktler, Pro-US-Imperialist – und Multimillionär (Presse). Weil er das Reden und Schreiben an sogenannten Eliteschulen geübt hat, gilt er in seinen eigenen und befreundeten französischen Presseorganen als Intellektueller, was jenseits des Rheins ein Lob ist. Da die Presse in Frankreich praktischerweise in zwei Konzernen, und zwar Konzernen mit dem Schwerpunkt Rüstung konzentriert ist, steht fast die gesamte veröffentlichte Meinung hinter ihm. Weil Intellektuelle oft links sind, wird er von Unbedarften für links gehalten.

1985 verfaßt Bernard-Henri Lévy mit Anderen eine Petition, in der er den US-Präsidenten Ronald Reagan dazu ermuntert, die massenmordenden Contras in Nicaragua weiter zu unterstützen.

Von 1995 bis 1997 leitet Lévy die Firma Becob und läßt durch seinen Freund, den Rüstungsmagnaten und Pressezar Arnaud Lagardère  verhindern, daß ein kritischer Zeitungsbericht über die Praktiken der Firma erscheint. Im Juni 2000 deckt eine britische NGO auf, daß beim Becob-Nachkonzessionär Société de la Haute Mondah in Gabun Halb-Sklaverei herrscht. 

2008 behauptet Lévy im Corriere della Sera, in El Mundo, im Expressen, in der Huffington Post und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, er sei während des Kriegs um Südossetien in der zeitweilig russisch besetzten georgischen Stadt Gori gewesen. Er habe die Stadt brennen gesehen. Rue 89 entlarvt seine Behauptung als Lüge und seinen Bericht als Greuelpropaganda.

Am 8. Januar 2009 billigt Lévy in Le Point das Gaza-Massaker.

Teigbatzen Alain Finkielkraut

Zwei Zitate sollen für viele stehen:

[In der Schule] wird nicht mehr gelehrt, daß das [französische] Kolonialprojekt auch erziehen wollte, den Wilden die Zivilisation bringen.

On n’enseigne plus que le projet colonial voulait aussi éduquer, apporter la civilisation aux sauvages.

Ich fürchte, das Kreolentum könnte auch dazu dienen, außer dem Haß auf das koloniale Frankreich den Haß auf Israel zu nähren, wenn Sie so wollen ein jüdischer Staat, daß heißt, ein nicht kreolischer, ein nicht gemischt-rassischer.

J’ai peur néanmoins que la créolité puisse aussi servir à entretenir, outre la haine de la France coloniale, la haine d’Israël, Etat juif si vous voulez, c’est-à-dire Etat non créole, non métissé.

Mehr vom und über den wilden Rassisten Finkielkraut unter Rudolf Bkouche

Teigbatzen Daniel Cohn-Bendit

Daniel Cohn-Bendit war für den Krieg gegen die Jugoslawen und für deutsche Geheimkämpfer in Afghanistan. Er hat den US-Steitkräften den Weg in den Irak geebnet. Den Bau des Eurofighters, ein Milliardenprojekt, trägt er mit. Mehr über diesen Krieger unter Daniel Cohn-Bendit.

Die Spitze abbrechen

Den Dreien und manch andern Prominenten sind inzwischen 4387 europäische Juden auf den Leim gekrochen. Dabei ist doch klar: Die Hasbara, die zionistische Propaganda, kommt gegen die Tatsache nicht an, daß die israelischen Streitkräfte in Gaza nicht gekämpft, sondern ein Massaker angerichtet haben. Der Goldstone-Bericht und die Vorgeschichte des Massakers, siehe Vernichtungskrieg, zeigen, was Norman Finkelstein mit seinem Buchtitel auf den Punkt bringt: This time, we went to far – diesmal sind wir zu weit gegangen.

Die BDS-Kampagne ( Boykott, Desinvestment, Sanktionen) nimmt Fahrt auf, und an der Spitze der Kampagne stehen – wie schon gegen die Rassentrennung in den USA, gegen den Vietnam-Krieg und gegen die südafrikanische Apartheid: Juden. Dieser Bewegung gilt es, die Spitze abzubrechen, damit der israelische Staat seine Annexionspolitik vollenden kann. Also holen die Teigbatzen einen Friedenswimpel vom Dachboden, unterschlagen in ihrem Appell den Massenmord an den Gaza-Bewohnern und den von 2006 an den Libanesen und appelieren: an Merkel zum Beispiel, deren Vernunft Räson heißt, Staatsräson, unverbrüchliche Solidarität mit dem Massakerstaat.

Boykott? Abzug der Investitionen aus Israel? Sanktionen? Teufelszeug.

Jcall-Mitbegründer David Chemla, der sich von der US-amerikanischen Initiative J Street (2) hat inspirieren lassen, in Ha’aretz vom 3. Mai 2010:

First of all, we are all Zionists. Second, we are against the government actions on settlements. And third, we are against delegitimization and boycotts [of Israel].

Also erstens sind wir alle Zionisten. Zweitens sind wir gegen die Regierungsmaßnahmen bezüglich der Siedlungen. Und drittens sind wir gegen Delegitimierung und Boykott Israels.

Das ist geschickt. Und durchschaubar. Aber 4406 europäische Juden sind den Teigbatzen schon auf den Leim gekrochen. Warum? Aus dem gleichen Grund, aus dem 1999 fast alle Deutschen – mit Schröder, Fischer und Scharping vorneweg – in den Angriffskrieg gegen die Jugoslawen gezogen sind. Ob Jud’, ob Christ, ob Atheist: Sie lassen sich alle gern reinlegen, immer wieder.

T:I:S, 4. Mai 2010. Ergänzend Michèle Sibony, Union juive française pour la paix, in französischem Englisch über Jcall, die jüdisch-französische NeoCon-Initiative, die den Bau israelischer Siedlungen im Westjordanland kritisiert. Alternative Information Center Jerusalem, Video, neun Minuten. T:I:S, 8. Mai 2010

Anmerkung

(1) Zu Jcall siehe Pierre Stambul, UJFP, vom 3. Mai 2010: Jcall – jüdisch und vernünftig? unter Friedensjuden. Im Namen der UJFP hat, in gleichem Sinne wie Stambul, auch Rudolf Bkouche zu Jcall Stellung genommen, auf Englisch hier.

(2) J Street gilt bei US-Linken, siehe Richard Silverstein, inzwischen als das trojanische Pferd, das AIPAC, America’s Pro-Israel Lobby, den US-“liberals” durchs Stadttor geschoben hat. Das ist vielleicht zu konspirativ gedacht. Jedenfalls aber hat es sich mit J Street so ergeben.

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Sabine Schiffer

Ein „Diskussionsabend“ im Centrum Judaicum

Der Originaltext auf hintergrund.de wird zur Zeit schlecht lesbar wiedergegeben. Daher hier gespiegelt, .doc-Datei. T:I:S, 30 April 2010

Nachtrag

Kanalratten-Broders Achse des Guten hat Hooligans im Centrum Judaicum entdeckt. Alle Täter stammen aus Israel und sind für Frieden mit den Palästinensern, diese Antisemiten. Die deutsche Polizei mußte einschreiten. Video, viereinhalb Minuten. Zum Schluß sagt Lala Süsskind, die Massakerbotschafterin in der Berliner Jüdischen Gemeinde, keine Antisemitin, wie es wirklich war. T:I:S, 4. Mai 2010

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Einen Zacken schärfer als Lala Süsskind von der Jüdische Gemeine zu Berlin

Am 25. April 2010 demonstrierten 1500 Unterstützer der israelischen Regierung im Zentrum von Manhattan, New York, für den Anschluß der Westbank und des Gazastreifens an Israel und die Besiedlung ganz Palästinas mit Juden. Siehe Feeling the Hate in New York. Video von Max Blumenthal, sieben Minuten.

Lala Süsskind dagegen hat nur zum israelischen Massaker in Gaza applaudiert.

T:I:S, 30. April 2010

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Defamation – der Film im Netz

SteinbergRecherche verweist nochmals auf die Rezension von Christl Grunwald-Merz, weil der Film Defamation, Video, Englisch, 91 Minuten, zu einem ähnlichen Schluß führt, wie ihn Iris Hefets in ihrem taz-Aufsatz gezogen hat: Das Gedenken an den Holocaust in Israel unter Anleitung der zionistischen US-Anti-Defamation League stachelt zum Haß auf. Das heute in Israel und den USA praktizierte Holocaust-Gedenken treibt zum Krieg.

Genau deshalb überschütten Kriegstreiber wie Lala Süsskind von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, wie Honestly Concerned und Broders Achse des Guten die taz-Autorin Iris Hefetz, die Chefredakteurin der taz, Ines Pohl und die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost mit Unflat.

Es geht um Palästinenser und Juden, generell aber darum, ob die NeoCons sich durchsetzen mit ihren Massenmorden, vom Irak bis Afghanistan; oder die Mehrheit der Menschen, die Frieden wollen. Daß die meisten Juden in Deutschland hinter Lala Süsskind und Henryk M. Broder stehen, ist traurig. Doch zum Glück kämpft eine Minderheit der Juden in Deutschland auf der richtigen Seite. In der scheinbar innerjüdische Auseinandersetzung geht es somit in Wahrheit um Haß oder Zusammenleben, um Krieg oder Frieden zwischen allen Menschen. Wer das leugnet, wie Süsskind und Broder es tun, der fördert den Judenhaß. (1)

T:I:S, 29. April 2010. Der Film Defamation (2009) von Yoav Shamir, 91 Minuten, Englisch, kann hier angeschaut werden. Siehe auch defamation-thefilm.com

Anmerkung

(1) Vielleicht bringen Zionisten Juden bewußt ins Zwielicht, mutmaßt ein Leser, um sie endlich zur Auswanderung nach Israel zu bewegen.

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Boycott Israël – Israël assassin – Delanoë complice !

Aktion gegen die Einweihung der Ben-Gurion-Esplanade durch den Bürgermeister von Paris, Bernard Delanoë und den israelischen Präsidenten Schimon Peres in Paris am 15. April 2010. Umsetzung: Gruppe “Palestine Vivra”. Video, vier Minuten

Ein Beispiel aus dem Leben des Kriegsjuden David Ben Gurion:

… am 25. März [1955, T:I:S] – weniger als einen Monat nach dem Überfall auf Gaza – schlug er [Gurion, damals Verteidigungsminister, T:I:S] dem Kabinett vor, daß Israel den Gaza-Streifen besetzen solle: diesmal auf immer. Die Diskussion dauerte fünf Tage und endete mit der Spaltung der Minister in die Gegner des Vorschlags – von Sharett angeführt – und die Unterstützer um Ben Gurion. Mit fünf Stimmen dafür, neun Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde der Plan verworfen – oder vielleicht nur verschoben.

Livia Rokach: Israels heiliger Terror. Eine Studie auf der Basis von Moshe Sharetts Persönlichem Tagebuch und anderen Dokumenten seiner Zeit. Mit einer Einführung von Noam Chomsky. Aus dem Amerikanischen von Gerd Albartus. Minotaurus Projekt 1982, S. 77 

T:I:S, 16. April 2010

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Thomas Immanuel Steinberg

Lanzmanns Israel, 35 Linke und der anti-linke Mainstream

„Warum Israel“ in der Hamburger B5, Internationales Zentrum

Am 9. Dezember 2009 zeigte die Sozialistische Linke Hamburg im B5 in der Brigittenstraße Claude Lanzmanns Dokumentarfilm „Warum Israel“ von 1972, vier Tage vor der erneut angesetzen Vorführung durch die Gruppe Kritikmaximierung im angrenzenden kleinen B-Movie.

Etwa 35 Zuschauer hörten sich drei Stunden lang an, wie jüdische Israelis ihr Land und ihre Jüdischkeit fünf Jahre nach dem Sechstagekrieg verstanden haben. Lanzmanns Film-Crew hatte die Gedenkstätte Yad Vashem besucht, jüdische Rekruten bei der Vereidigung und jüdische Hafenarbeiter aus Nordafrika bei der Arbeit gefilmt, einen jüdischen Israeli deutsche Arbeiterlieder singen lassen, israelische deutschsprachige Mittelschichtler befragt, ebenso jüdische Siedler in Hebron, Kibbutzniks, Polizistinnen, eine Grenzpatrouille und Juden im Gefängnis. Ein arabisch gekleideter, Arabisch sprechender Mann kam gegen Ende zu Wort, doch was er sagte, wurde nicht übersetzt.

Identität

Ein großer Teil des Films kreist um den Fragenberg, was denn jüdisch sei, wie der jeweils Befragte seine Jüdischkeit verstehe, warum er Israeli geworden sei – um die Identität als Jude also und die Identifikation mit Israel. Der Identitätsberg kreißte und gebar, wie auch sonstwo, eine Maus: Ich bin hier, weil ich Jude bin; ich bin glücklich, in Israel zu sein; ich bin Jüdin, das sagt alles; schon die Bibel; jeder Jude ist ein guter Jude; ich bin stolz – so lauteten die dürren Aussagen. Eine Antwort hob sich ab: Jude ist, wer von seiner Umwelt als Jude verfolgt wird. Also: wer, weil Jude, Opfer ist im Sinne von victim / victime.

Opferstaats-Identität

1972 aber waren die israelischen Juden durch den Staatsverband geschütze, überdies privilegierte Staatsbürger geworden. Ihre je individuelle Identität als Opfer trat hinter dem nun gelebten Alltag zurück. Damals schon, so der Film, scheint sich die Suche nach Identität vom individuellen Schicksal auf den Staat der Juden verschoben zu haben: der imperialistische Feldzug an englischer und französischer Seite gegen Ägypten 1956, der sechstägige Präventivkrieg 1967 mit der Besetzung des Sinai, des Gazastreifens, der Westbank und der Golanhöhen, die Sicherung der neuen Grenzen und die Rüstung für den nächsten Krieg (1973) – all das geriet zu Maßnahmen gegen die Peiniger, nicht mehr der einzelnen Juden, sondern nun des Judenstaates, dem übergeordneten Opfer.

Amalgam aus Juden und Israelis

Lanzmanns Film, je nach Geschmack meandernd oder verwirrend aufgebaut, zielt auf Identifikation mit Israel als Opfer seiner Umwelt, und mehr noch auf Identifikation der Juden in der Welt mit Israel als Opfer der Nachbarn und der ausgegrenzten Palästinenser. Nicht einmal ansatzweise wird unterschieden zwischen Juden und jüdischen Israelis; die Benachteiligung israelischer Palästinenser, Drusen und kleinerer Minderheiten hat keine Bedeutung, die ethnische Säuberung 1948 nicht und nicht der Landraub ab 1967. Kein Opponent kommt im Film zu Wort, obwohl die 1962 zusammengekommenen, nach 1967 aufstrebenden Linken um die Zeitschrift Matzpen 1972 in Israel durchaus als grundsätzliche Opposition galten und ähnlich diskriminiert wurden wie die Kommunisten zu gleicher Zeit in der Bundesrepublik.

Ein Propagandafilm

Lanzmann hat einen Propagandafilm gedreht. So sahen es auch die Zuschauer im Hamburger Internationalen Zentrum B5: Fortwährend sei vom Volk die Rede, vom Raum, dem Boden, der Erde, den Wurzeln; immer wieder Soldaten im Bild; vor den Toren die Angreifer, die den Juden an die Wäsche wollen; alle, alle Juden stehen zum Land und seinem Staat, auch die, die man mit falschen Versprechungen nach Israel gelockt und hereingelegt hat.

Gegen linke Grundsätze gehandelt

Ein Zuschauer gab sich naiv und fragte nach dem Grund für diese prozionistische Propagandavorstellung in antizionistischer Umgebung. Die Frage löste bei Veranstaltern und Sympathisanten des Zentrums die Zunge. Nahezu Einverständnis entwickelte sich darüber, daß die Verhinderung der Filmvorführung im B-Movie am 25. Oktober 2009 ein Fehler gewesen sei; und nicht nur das: die Verhinderung habe linken Grundsätzen widersprochen. Ein Teilnehmer erinnerte jedoch an die Vorgeschichte: Das B5 war bereits einmal von Anti-Linken besudelt worden, das Team brauchte Stunden für die Aufräum- und Putzarbeiten. Ein anderer Teilnehmer berichtete, die B-Movie-Betreiber hätten signalisiert, sie wollten mit der geplanten und dann blockierten Vorführung ihr Haus auf Dauer für die anti-linken antideutschen Gruppen öffnen.

Ein richtiger Schritt

Die nunmehrige Vorführung wurde einmütig als richtiger Schritt bewertet. Das B5 bekämpfe den Antisemitismus ebenso wie die Islamophobie und andere Formen von Rassismus. Nicht nur seien am 25. Oktober bei der Inszenierung eines israelischen Checkpoints vor dem Kinoeingang keine judäophoben Invektiven gefallen; auch habe sich niemand einen Davidstern auf Klopapier angeheftet, wie Antideutsche verbreiten.

Verkleidete Rechte

Die sogenannten Antideutschen, darunter die Veranstalter vom 25. Oktober namens Kritikmaximierung, seien Teil des anti-linken Mainstreams, der bis zu CDU reiche. Ihre Stoßrichtung sei pro-imperialistisch und stehe im Einklang mit der Staats- und Regierungspolitik Israels, der USA und Deutschlands. Mit ihrem Philosemitismus, genauer, ihrer Zuneigung zu bellizistischen Israelis und Juden seien die Antideutschen verkappte Antisemiten und Parteigänger des rechten Mainstreams. Der Philosemitismus bei Antideutschen und im übrigen Mainstream könne leicht in offenen Antisemitismus umschlagen, so eine Teilnehmerin. Diese Gefahr sei ablesbar an der von Antideutschen geförderten strukturell verwandten Islamophobie.

Die Hamburger Linke ist klein. Die Veranstalter, das B5-Team und sein Umfeld gehören dazu. Es gilt, das Internationale Zentrum B5 vor Diffamierung und Angriffen zu schützen.

T:I:S, 10. Dezember 2009. Siehe auch Mehrwertlehre einschließlich Anmerkung und Die Anti-Linken

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#WarumIsrael 

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Thomas Immanuel Steinberg

Mehrwertlehre

Zum taz-Interview mit Claude Lanzmann vom 19. Juni 2009 (1)

Propagiert der Iran, Israel zu vernichten? Nein, die Behauptung stützt sich auf die Fälschung einer Ahmadinedschad-Rede. Hat die Hamas vor dem israelischen Massaker in Gaza Israel mit Raketen beschossen? Nein, so der israelische Regierungssprecher Marc Regev: Während der Waffenruhe von Juni bis November 2008 hat die Hamas keine einzige Rakete und keine einzige Mörsergranate auf Israel abgeschossen, siehe Vernichtungskrieg. Regevs Erklärung ist bis heute als Video im Internet zugänglich.

Dennoch verbreitet die israelische Regierung beide Lügen, und ihr Anhänger Claude Lanzmann wiederholt sie in einem taz-Interview vom 19. Juni 2009. Lanzmann bettet sie ein in seine Rechtfertigung für den permanenten Kriegsalarm und die Vernichtungsfeldzüge des israelischen Staates in Kolonien und Nachbarländer. Aus der Vernichtung der europäischen Juden von 1933 bis 1945 leitet er ab: Juden sind mehr wert als andere Menschen.

Die Zahl der jüdischen Todesopfer in Kriegen und bei Anschlägen muss [..] um jeden Preis – und das meine ich wortwörtlich, egal wie hoch dieser sein mag – so niedrig wie möglich gehalten werden. […] Die Logik des Krieges lautet: töten, um nicht getötet zu werden.

Die taz fragt daraufhin: Und die Logik des Friedens? Lanzmanns Antwort:

Alle reden immer nur vom Frieden! Gebracht hat das alles bis heute nichts.

Claude Lanzmanns Film „Warum Israel“ konnte am 25. Oktober 2009 im Hamburger Kino B-Movie nicht gezeigt werden. Linke hatten den Eingang blockiert, siehe Die Anti-Linken.

Die Hamburger anti-linke Gruppe Kritikmaximierung und das B-Movie bieten den Film des Mannes, der sich und seinesgleichen für mehr wert hält als andere Menschen, nun am 13. Dezember 2009 erneut an. Um 13.30 Uhr werden sie mit Gleichgesinnten von der Roten Flora durchs Schanzenviertel zum Kino ziehen. Sie wollen am Mehrwert ein wenig teilhaben.

T:I:S, 21. November 2009 (2)

Anmerkung

(1) Hauptgegenstand des Interviews ist der fünfstündige Film “Tsahal” von Claude Lanzmann von 1994 über die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. In Le Monde diplomatique vom August 2006, Seiten 40 bis 43, hat Amnon Kapeliouk ihn unter dem Titel « Tsahal », défense et illustration de l’armée israélienne, rezensiert. Der Rezension zufolge handelt es sich um einen rassistischen, militaristischen und überdies außerordentlich schlecht gemachten Propagandaschinken. Eine Kurzrezension von Amnon Kapeliouk in englischer Sprache findet sich in Palestine-Israel, Journal of Politics, Economics and Culture, Vol.2 No.1 1995 / Oslo

Über “Tsahal” und über “Pourquoi Israël” schreibt Alain Gresh von Le Monde diplomatique: Gefragt, warum er in “Pourquoi Israël” die Araber nicht erwähne, habe Lanzmann geantwortet, es sei ihre Sache, das zu tun.  “Lanzmann a commis un film pitoyable et apologétique sur l’armée israélienne. C’est son droit, nous sommes dans un pays libre. Il en a réalisé un autre, marquant, sur le génocide des juifs. I1 en a tourné un troisième intitulé Pourquoi Israël ? À aucun moment il n’y évoque les Arabes. Interrogé sur le pourquoi de cette absence, il répond, dans une tribune du Monde (7 février 2001) : « C’est à eux de le faire. » Arrête-toi une minute sur l’aberration de ce propos. Les Noirs devraient écrire sur les Noirs, les Arabes sur les Arabes, les juifs sur les juifs… Logique ethnique, tribale, logique de guerre, éloignée de tout idéal humaniste.”

(2) Claude Lanzmann ganz im Ernst über Israel. “Ich bin Jude, ich kann nicht für die Araber und nicht für die Palästinenser sprechen. Ich spreche in meinem Film über das Erstaunen, das eintritt, wenn man realisiert, dass jeder in diesem Land jüdisch ist.” Der Freitag wiederum behauptet ganz im Ernst: Wurden die Besucher vorm B-Movie nicht auch als „Schwuchteln“ beschimpft? “So wird es übereinstimmend berichtet. Das Wort ‘Nazischweine’ fiel wohl ebenfalls.” Der Freitag sollte sich in Schwarzer Freitag umbenennen. T:I:S, 10. Dezmeber 2009  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Lanzmann 

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Integraler Bestandteil der Bourgeoisie

Insgesamt sind bis heute bei Auslandseinsätzen 82 Bundeswehrangehörige gestorben, allein 35 von ihnen in Afghanistan. Am heutigen Tage gedenken wir auch ihrer in Dankbarkeit und Respekt.

Stephan J. Kramer, Generalsekretär der Kriegsjuden in Deutschland zum Volkstrauertag am 15. November 2009 in der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg

T:I:S, 15. November 2009

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Zionisten erobern die Herzen der Honduraner

Nach einem Bericht der honduranischen Tageszeitung La Tribuna, die dem Putschistenregime politisch nahe steht, handelt es sich bei der in den vergangenen Tagen eingesetzte LRAD-Kanone um ein “Geschenk der israelischen Armee”.

Das Blatt berichtet begeistert über den Effekt bei dem Einsatz vor der brasilianischen Botschaft:

“Die Demonstranten schleuderten Steine und Stöcke, als ein weißes Fahrzeug in Begleitung von zwei Polizisten und der gleichen Zahl Soldaten vorfuhr. Die Autos waren mit unbekannten Geräten bestückt, die an moderne Lautsprecher erinnerten. Wenige Sekunden später erschallte ein Ton, der die Luft durchschnitt. Die aufständische Menge geriet in Panik, die Menschen hielten sich die Ohren zu und krümmten sich vor Schmerzen.”

Telepolis / heise, T:I:S, 25. September 2009

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Thomas Immanuel Steinberg

Die Angst vor der Keule

SteinbergRecherche verwendet seit einiger Zeit den Begriff „Kriegsjuden“, zum Beispiel für den Zentralrat der Juden in Deutschland.

Ein Leser von SteinbergRecherche nahm Anstoß an dem Begriff “Kriegsjuden”. Auf den Gegenbegriff „Friedensjuden“ verwiesen, also auf das Kürzel

für die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
für die jüdischen Erstunterzeichnerinnen von Rolf Verlegers Online-Petition “Schalom 5767”
 für Evelyn Hecht-Galinski
für Shraga Elam
und darüber hinaus für alle Jüdinnen und Juden, die sich den jüdisch-israelischen Kriegern und ihren zionistischen Claqueuren entgegenstellen

–  auf diesen Gegenbegriff verwiesen, verharrte der Leser dennoch in Unbehagen.

Nun gibt es friedensliebende Muslime und kriegerische; friedliche Albanerinnen und albanische Gangsterbräute; Friedens-Christen und zionistische Evangelikale. Niemand nähme Anstoß an den entsprechenden Kürzeln. Warum aber an den „Kriegsjuden“?

Der besagte Leser lieferte einen Link zur Antwort. Vor ein paar Tagen hielt er einen beachtlichen Vortrag über weltweite Klassenkämpfe. Doch die Erörterung der umfangreichen jüdisch-israelischen Lieferung von Waffen zur Aufstandsverhinderung und -bekämpfung in alle Welt wehrte er ab mit dem Verdikt: Das möchte ich hier nicht erörtern. Nein wirklich nicht, das möchte ich nicht.

Nicht nur der eine Leser, nicht nur Deutsche oder Angehörige einst überaus hilfswilliger Völker Europas bei der NS-Vernichtung der europäischen Juden scheuen davor zurück, diejenigen Juden Kriegsjuden zu nennen, die Krieg führen oder Krieg wünschen. Juden werden westweltweit sonderbehandelt, doch unter ihnen nur die Kriegsjuden.

Der Grund ist die Keule. Wer Kriegsjuden bekämpft, wird von Kriegsjuden zum Judenhasser gestempelt. Wer dagegen Friedensjuden bekämpft – und derer, wie ihrer Feinde – sind viele, wurde noch nie irgendwo des Judenhasses bezichtigt. Den wahrlich judäophoben Multimillionär Silvio Berlusconi zum Beispiel ehrte die US-amerikanische Anti-Defamation League, angeblich Kämpferin gegen Judenhaß, 2003 als Staatsmann des Jahres: Berlusconi habe sich für Israel und den US-Überfall auf den Irak stark gemacht. Für seine judäophoben Entgleisungen habe er sich inzwischen ordentlich entschuldigt.

Die da die Judenhaßkeule schwingen, sind die gleichen, die Krieg führen oder bejubeln. Sie bezeichnen als judäophob, wer nicht Juden, sondern Kriegsjuden fürchtet. Der Kriegsjude Arno Hamburger, der kürzlich seine Bundeskreuze zurückgab, weil auch die Friedensjüdin Felicia Langer eins bekommen hatte, ermunterte 2004 in der Bildzeitung alle Deutschen zur Unterstützung des US-Überfalls auf den Irak und zu weiteren Angriffskriegen. Der Wiener Kriegsjude Ariel Muzicant fantasiert eine iranische Atombombe herbei und fuchtelt mit der israelischen. Stellt sich ihnen jemand entgegen, kriegt er eins mit der Judenhaßkeule übergebraten. Und Friedensjuden werden als Selbsthasser markiert. Kriegsjuden und ihre nicht-jüdischen Mitstreiter bedenken längst auch die mit Keulenschlägen, die die Kriege der US-Regierung, der Schutzmacht Tel Avivs, verurteilen. David Frum, ein Bushist, verkündete neulich im US-Fernsehen, das Abstreiten der Bush-Version über den 11. September 2001 käme der Holocaust-Leugnung gleich, siehe Video, CNN, sechs Minuten.

Mit ihrer Keule verbreiten die Kriegsjuden Angst. Opportunisten aller Lager beugen das Knie vor dem zionistischen Massaker-Regime in Tel Aviv; konfliktscheue Blogger schleichen um die Rüstungsgewinner und Serienmörder in Tel Aviv herum wie die Katze um den heißen Brei; und viele gutwillige Friedensfreunde stammeln, ob judäophob oder judäophil gestimmt, jedoch die Juden als Juden abermals markierend: Das mit den Juden, das sei etwas anderes.

Woraus besteht die Keule, die gegen den Frieden in der Welt geschwungen wird? Die Keule ist aus Altpapier-Brei gefertigt, und zwar aus dem geradezu klassisch judäophoben Stereotyp, alle Juden seien dies oder das, aber auf jeden Fall anders als andere Menschen. Jahrtausende alter Präventivkriegs-Kleister wurde hinzugerührt. Der Brei hat abgebunden, die Hasbara, die zionistische Propaganda bildet nun eine erstarrte Masse, die Keule eben. Die Keule kriegen unterschiedslos sogenannte Islamisten zu spüren, Muslime, Hugo Chávez, Desmond Tutu, Felicia Langer, Fidel Castro, Judith Butler, Norman Finkelstein und Abertausende andere.

Die Keule tut denen weh, die etwas zu verlieren haben, die um ihr Ansehen bei der Herrschaftselite und ihren Presse-Lakaien fürchten müssen, die Schreib- oder Forschungsaufträge aufs Spiel setzen würden, vielleicht ihren Posten oder bloß ihre Ruhe los wären. So schwingen im deutschsprachigen Raum Broders Achse des Guten, Politically Incorrect und Honestly Concerned in letzter Zeit vornehmlich gegen Personen und Einrichtungen die Keule, die von Regierung, Kapital und veröffentlichter Meinung abhängen: gegen den Tübinger Bürgermeister Boris Palmer, gegen den Angestellten der Bundeszentrale für politische Bildung, Ludwig Watzal, gegen den Leiter des Instituts für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Wolfgang Benz, gegen die Friedenskämpfer in der Partei Die Linke, und so fort.

Andere, halbwegs unabhängige Einrichtungen wie die junge Welt, das Neue Deutschland oder die Internetseite Hintergrund dienen den Kriegsjuden und ihren nicht-jüdischen Kameraden nur als Referenzpunkte. Weder ein Knut Mellenthin, noch eine Susann Witt-Stahl oder eine Regine Naeckel haben sich existenziell vom Ruf bei den Herrschenden abhängig gemacht.  Auch SteinbergRecherche wird seit langem von den Keulenschwingern ignoriert. Keiner der in letzter Zeit Verschonten hatte sich nach all den Test-Angriffen vom Friedensfleck gerührt.

Fazit: Die Judenhaßkeule, selbst aus Judäophobie und Kriegslüsternheit zusammengerührt, versagt bei halbweg Unabhängigen. Dort erweist sie sich als Pappmaché. (1)

Eine stahlharte Keule von ganz anderem Gewicht freilich bedroht uns alle, nämlich die jüdisch-israelische Rüstung, vor allem aber die jüdisch-israelische sogenannte Sicherheitsindustrie. Naomi Klein, Friedensjüdin, hat die Produkte der Firma Elbit Systems und der übrigen israelischen Sperranlagen- und Aufstandsbekämpfungsindustrie beschrieben, die in Israel entwickelt, im Libanon, in Gaza und im Westjordanland auf ihre Wirkung an Menschen getestet und anschließend den Herrschenden der Welt verkauft werden. Auch das deutsche Kapital, auch die deutsche Regierung ist beteiligt, als Lieferant und Abnehmer. Die norwegische Regierung dagegen hat Elbit Systems aus ihrem staatlichen Rentenfonds getilgt, eine Desinvestitionsmaßnahme, die mehr bewirkt, als auf Blutorangen aus den besetzten Gebieten zu verzichten. Die norwegischen Entscheidungsträger werden nun selbstredend als judäophob diffamiert.

Der Fall zeigt: Der ökonomisch-strategische Kampf wird zwischen Imperialisten und Antiimperialisten ausgefochten. Die Pappmaché-Kameraden sollen uns nur den Blick verkleistern. Wer aber meint, die jüdisch-israelische Rüstungs- und Aufstandsbekämpfungskeule beiseite schieben zu können, der bekommt sie eines Tages auf den Kopf gehauen. Das wird weh tun.

T:I:S, 9. September 2009. Korrigiert am 30. September 2009

Anmerkung

(1) Weniger ausdrucksstarke Friedensfreunde werden freilich von den Kriegsschreibern mit ungegönnter Wonne verhohnepiepelt. Sie sollten ihre Beiträge vor der Veröffentlichung redigieren lassen.

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Keule     

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Thomas Immanuel Steinberg. Siehe auch Nachtrag

Wer hat Angst vor Finkelstein?

Die Rüstungs- und Kriegslobby.

Warum?

Norman Finkelstein sollte am 27. Mai 2009 in der Wiener Universität einen Vortrag halten unter dem Titel

Israel – Palestine
„Roots of Conflict, Prospect for Peace”.

Doch am 7. Mai 2009 schrieb Ruth Contreras, Akademikerin  „für Frieden im Nahen Osten Sektion Austria (SPME Austria)“ einen Brief an Georg Winckler, den Rektor der Universität, und bat ihn, die 

Verfügungstellung (sic!) einer Räumlichkeit auf Universitätsgelände für diesen „jüdischen David Irving“ zu bedenken.

Die Akademiker für Frieden im Nahen Osten Sektion Austria (SPME Austria) kooperieren eng mit der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft  Auch die Israelitische Kultusgemeinde Wien intervenierte gegen Finkelsteins Auftritt. Daraufhin sperrte die Universität Wien dem Holocaust-Industrie-Forscher Norman Finkelstein den bereits gemieteten und bezahlten Hörsaal. Der Vortrag findet nun statt 

am 27. Mai 2009, wohl um 19 Uhr, im Eventhotel Modul in Wien-Döbling, wie die Austria Presse Agentur  meldet. Hier die Anschrift: Peter-Jordan-Straße 78, 1190 Wien, Nähe Universität für Bodenkultur.

Finkelstein wird voraussichtlich aufgreifen, was er bereits am 9. Dezember 2008 dargelegt hat unter 

Israel and Palestine. Roots of Conflict, Prospects for Peace.  Recorded in the Ford Auditorium on December 11th, 2008 at Case Western Reserve University. Sponsored by The Hallinan Project for Peace and Social Justice. Video, 1:52:51, ab 0:9:40:00

Die österreichischen Interventen vertreten die politischen Positionen der israelischen Herrschaftselite. Sie stehen der US-amerikanischen Rüstungs- und Kriegslobby mit jüdischem Mäntelchen, AIPAC, zur Seite. 

Warum die Angst vor Finkelstein?

Der da von der Universität Wien mir nichts, dir nichts wieder ausgeladen wurde, ist einer der profundesten Kenner des Palästina-Israel-Konflikts. In seinen Vorträgen zeigt er, daß der Konflikt keineswegs kompliziert, sondern schlicht gebaut ist: Der Staat Israel hält seit 1967 den Gazastreifen und das Westjordanland besetzt. Das ist illegal. Der Staat Israel quält und vertreibt deren Bewohner, zerstört die Lebensgrundlagen der Verbliebenen und ermordet, wen ihm beliebt. Das ist illegal.

Der Konflikt, so zeigt Finkelstein, ist lösbar. Der Staat Israel muß nur die Besatzung, Vertreibung und Ermordung beenden und die Vertriebenen zurückkehren lassen. Der Konflikt ist ganz einfach lösbar.

Auch legt Finkelstein seine Ansicht verständlich dar. Er spricht langsam, etwas schleppend, so daß auch Zuhörer anderer Muttersprache leicht folgen können. Und er wirkt sympathisch.

All das sichert Finkelstein volle Säle, wo immer er auftritt.

Wäre Finkelstein der, zu dem sie ihn erklärt – ein akademischer Versager, ein Holocaust-Leugner, ein Judenhasser –, dann würde die Rüstungs- und Kriegslobby mit jüdischem Mäntelchen gelassen reagieren.

Doch Finkelstein ist brillant. Er ist ganz einfach brillant.

T:I:S, 16. Mai 2009. Beiträge von und über Finkelstein. Finkelsteins Homepage

Nachtrag

Im Namen der Veranstalter des Vortrags von Norman Finkelstein in Wien dankte Manuel Arispe, peruanische  Professor für Philosophie, Psychologie und vergleichende Religionswissenschaften SteinbergRecherche für obige Klarstellung. Seine Reaktion auf den Brief von Ruth Contreras an den Rektor Wiener Universität findet sich hier, .doc-Datei.  

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Contreras     

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Yakov M Rabkin*

Gaza

Die Juden sind gespalten

Der israelische Angriff auf die Palästinenser in Gaza hat den Graben zwischen den Juden, was Israel und den Zionismus anlangt, vertieft. Viele Juden versuchen, die Widersprüche anzugehen zwischen bekundetem Judentum einerseits und zionistischer Ideologie, die sich ihrer bemächtigt hat, andererseits. Und das jetzt, da tiefe Sorge darüber, was der Staat Israel tut, den Zorn der Völker der Welt heraufbeschwört. Unter ihnen sind kaum zwei Tausendstel Juden.

Daran zu erinnern ist wichtig angesichts der Größe des Problems, das das Verhalten des Staates Israel darstellt, des Staates, der im Namen aller Juden zu handeln vorgibt.  Der Anspruch ist umso gefährlicher, als die Medien weltweit diesen Staat automatisch mit den Juden verbinden, indem sie ihn als „jüdischen Staat“ oder als „hebräischen Staat“ bezeichnen. Die Juden verschiedener Länder fühlen sich daher wie Geiseln eines fremden Staates, über den sie keinerlei Kontrolle haben.

Bestimmte Juden fragen jetzt öffentlich, ob der ethnische Nationalstaat, die Quelle unablässiger Gewalt im Nahen Osten, denn „gut für die Juden“ sei. Viele stört, daß der militante Zionismus die jüdischen moralischen Werte zerstört und die Juden in Israel und anderswo gefährdet. Diese Debatte wird auch auf dem Felde der volkstümlichen Kultur ausgefochten: der jüngste israelische Film „Walzer mit Bashir“ stellt auf die moralischen Kosten für Israel ab, die der ständige Einsatz von Gewalt nach sich zieht.

Zudem haben bestimmte Juden in Israel wie anderswo seit langem ihre moralischen Werte durch einen zügellosen Nationalismus ersetzt. Sie sind es, die sich als „die“ Vertreter „der“ jüdischen Gemeinde platzieren. Tatsächlich handeln sie als Vertreter des Staates Israel und gefährden damit die Juden, die sie zu vertreten vorgeben.

Die an der Meinung der Nationalisten in der israelischen Rechten ausgerichtete Israel-Lobby verunglimpft jede Israelkritik. Dazu sind in den letzten Jahren mehrere Bücher erschienen – Prophets Outcast, Wrestling With Zion, The Question of Zion, The Myths of Zionism –  alle von Juden geschrieben, die eben wegen dieses Konflikts zwischen Zionismus und jüdischen Werten besorgt sind. Die Israel-Lobby prangert jeden Juden, der protestiert, als „Verräter“ an oder als „sich selbst hassenden Juden“. Doch der Protest wächst. Er deckt ein ganzes Spektrum von Juden ab, von chassidischen Rabbinern auf der einen Seite, über den ehemaligen Präsidenten der Knesset, bis zu den israelischen Anarchisten auf der anderen Seite.

In London hat vor einigen Tagen der Rabbiner Avraham Greenberg, bärtig und mit schwarzem Hut, vor einer gegen den israelischen Angriff demonstrierenden Menge seinen israelischen Paß verbrannt. In einer Unterredung nach der Demonstration erklärt er, daß nach jüdischer Tradition geboten ist, öffentlich zu sprechen, wenn das Ansehen des Judentums geschändet wird. Er liefert keine politische Analyse der Lage im Nahen Osten sondern betont, daß die Idee eines den Juden vorbehaltenen Staates selbst, und der menschliche und moralische Preis, der dafür zu zahlen ist, allem entgegen steht, was das Judentum lehrt, insbesondere den Grundwerten Demut, Mitgefühl und Güte. Und schließt, der Staat Israel sei „die größte Gefahr für die Juden“.

In Israel selbst stellen sich viele entschlossen dagegen, Gaza anzugreifen. Der alte Hase der Presse und der israelischen Politik, Uri Avnery, vergleicht  den Angriff mit der Belagerung von Leningrad und der Bombardierung von London durch die Nazi-Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Diese Art von Vergleich – den nur wenige westliche Zeitungen zu veröffentlichen gewagt hätten aus Furcht davor, des „Antisemitismus“ geziehen zu werden – sie ist in Israel an der Tagesordnung. Tatsächlich stammen die heftigsten Verurteilungen von israelischen Juden, die ebenso gespalten sind wie ihre Glaubensgeschwister anderswo.

In Montreal bezieht der örtliche Zweig der internationalen unabhängigen jüdischen Stimmen Posten vor eine Synagoge, die als zionistischer Versammlungsort dient und ohne aufzumucken die Taten Israels unterstützt. Sie tragen ein Schild „Juden für Gaza“ und betonen, daß „dieser Schurkenstaat“ nicht in ihrem Namen handelt.

Mehr als sechshundert Juden haben einen Appell an die israelischen Soldaten gerichtet, den Befehl zu verweigern und zu desertieren. Dieser Appell wurde außerdem von einem ganzen Schwung jüdischer Organisationen unterzeichnet, allesamt Gegner dessen, was der Staat Israel tut oder sogar dessen, was er ist. Denn der jüngste israelische Angriff unterstreicht erneut eine wichtige, aber oft verschleierte Tatsache: die zionistische Vision des Staates Israel von einer uneingeschränkten Ethnokratie, der Wurzel der Gewalttaten, die das Heilige Land seit sechs Jahrzehnten erschüttern. Während in aller Welt, vom Iran bis Kanada, die Juden friedlich mit andern Gruppen zusammen leben, haben sie sich in Israel in einem bewaffneten Ghetto abgesondert, das ihnen keineswegs Sicherheit verschafft und alle andern drumherum bedroht.

Bleibt abzuwarten, ob der Riß zwischen denen, die auf die jüdische Moraltradition vertrauen und denen, die zum jüdischen Nationalismus konvertiert sind, eines Tages verkleinert werden kann. All die, die die automatische Verbindung zwischen den Juden und dem Staat Israel fortbestehen lassen, machen nicht nur einen schweren Fehler – sie tragen damit zur zionistischen Sache bei.

*Yakov M Rabkin ist Professor für Geschichte an der Université de Montréal und Autor von Au nom de la Torah: une histoire de l’opposition juive au sionisme. In englischer Übersetzung: A Threat from Within: A Century of Jewish Opposition to Zionism von Yakov M. Rabkin und Fred A. Reed von Zed Books Ltd, gebundene Ausgabe 2006, Paperback 2007. Dank an Günter Schenk 

Quelle: Bande de Gaza: les juifs sont déchirés, Commission arabe des droits humains, 22. Februar 2009

T:I:S, Übersetzung, 12. März 2009. Merci à Jean Claude Meyer

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Thomas Immanuel Steinberg

Vorposten in ganz Frankreich

Diese Flugblatt lag während der israelischen Massaker an den Gazabewohnern mindestens zwei Wochen lang im Gemeindezentrum der Straßburger Jüdischen Gemeinde aus. Es wirbt für einen Ausflug zu den Metzgern: Tsahal ist der hebräische Name für die israelischen Verteidigungsstreitkräfte. Text:

Sie können Tsahal helfen! Zehntausende haben es bereits getan. Warum nicht Sie? Egal welchen Alters: Seien Sie Freiwilliger in einem Stützpunkt.

Packen von Marschgepäck, Essensrationen, Überlebensausrüstung usw. Dabei entlasten Sie Reservisten, die für diese Aufgaben mobilisiert wurden.

Für 15 oder 19 Tage. Sie werden unvergeßliche Augenblicke erleben!

Kostenbeitrag nur 90 Euro ohne Flug

Zwei Abfahrten im Monat, das ganze Jahr durch, siehe Rückseite
Im Sommer Abfahrt jeden Sonntag
Verschiedene Programme

Vorposten in ganz Frankreich

La feuille de chou, T:I:S, 12. Februar 2009. Sar-El auf Englisch; Abfahrten für Frankophone

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Rechtfertigung einer Grausamkeit durch eine andere

Jean-Moïse Braitberg fordert angesichts des israelischen Massakers in Gaza die Streichung des Namens seines Großvaters aus der Liste derer, derer in Yad Vashem, Israel, gedacht wird:

Sehr geehrter Herr Präsident des Staates Israel, … bitte streichen Sie den Namen meines Großvaters aus der Gedenkstätte, die der an Juden begangenen Grausamkeit gewidmet ist, damit er nicht mehr die an den Palästinensern begangene rechtfertigt.

 Le Monde, T:I:S, 11. Februar 2009. Mehr zu Jean-Moïse Braitberg

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Nationalbüro der jüdisch-französischen Vereinigung für den Frieden, UJFP*  

Die Maske ist gefallen, es reicht!

Offener Brief an die Damen und Herren Leiter des Vertreterrats der jüdischen Organisationen von Frankreich, CRIF**

 

Sie haben absolut kein Recht, in unserem Namen zu sprechen, noch im Namen all der Unseren, die in die Ghettos gepackt, bei Pogromen ermordet, in den Todeslagern vernichtet wurden, die aber auch in allen Kämpfen dabei waren, von der Internationale für eine bessere Welt bis zur Résistance gegen die Nazi-Eroberer, gegen den Kolonialismus und für Freiheit, Recht, Würde und Gleichheit .

Sie haben den Verbrechen der israelischen Armee applaudiert und sie dazu ermutigt, mit Bomben die Bevölkerung dessen zu zermalmen, was Sie eine „feindliche Einheit“ nennen; deren Häuser in Schutt zu legen; was sie angebaut haben, zu verwüsten; Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Krankenwagen und sogar einen Friedhof zu beschießen… Somit haben Sie sich ins Lager der Verfechter der Apartheid begeben, der Unterdrücker und neuen Barbaren, und das Blut ihrer Opfer besudelt auch Sie.

Zugleich haben Sie alles menschliche Gefühl verloren, alles Mitgefühl angesichts der Not, und Sie haben uns beleidigt und beschmutzt, indem Sie alle Juden mit den Unterstützern einer Kriegsverbrecherbande gleichgesetzt haben; auch haben Sie das Andenken an Rachi, Edmond Fleg, Emmanuel Lévinas und so viele andere entehrt und an alles, was das französische Judentum an menschlichem Reichtum, an Intelligenz und Aufklärung enthielt.

Sie haben aus einem kolonialen und geopolitischen Konflikt einen Gruppenkonflikt machen wollen, indem Sie behauptet haben, „95% der französischen Juden befürworten die israelische Intervention“. Sie schüren den Antisemitismus, dessen Wiederaufkeimen Sie zu befürchten vorgeben, ganz wie pyromane Feuerwehrleute.

Nein, meine Damen und Herren Leiter des sich so nennenden „Vertreter-“Rats der jüdischen Einrichtungen von Frankreich, für uns verteten Sie nichts.

Sie verteten die Eiferer für eine verabscheuungswürdige Metzelei.

*Die Union juive française pour la paix, UJFP, ist, wie die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost, Mitglied der European Jews for a Just Peace, EJJP, Amsterdam
**Der Conseil représentativ des institutions juives de France, CRIF, entspricht dem Zentralrat der Juden in Deutschland 

T:I:S, Übersetzung, 9. Februar 2009. Original des Offenen Briefs vom 8. Februar 2009 bei der UJFP

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#UJFP  

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Thomas Immanuel Steinberg

Israel-Boykott und Judenhaß

Naomi Klein hat zum Boykott, zur Desinvestition und zu Sanktionen gegen Israel aufgerufen. Der berühmten Kanadierin zur Seite stehen die israelischen Kriegsdienstverweigerer, Michel Warschawskis Alternative Information Center in Jerusalem, die European Jews for a Just Peace mit der deutschen Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost und der Union juive française pour la paix (UJFP) sowie viele große und kleine jüdische Organisationen außerhalb des zionistisch-neokonservativen Mainstreams in anderen Ländern, vor allem in den USA.

Schüren die Jüdin Naomi Klein und ihre jüdischen Mitstreiter in Israel und aller Welt den Judenhaß? Sind Klein und ihre Friedensjuden selbst für den Antisemitismus mitverantwortlich? So sonderbar die Frage, so selbstgewiß die deutschen Publizisten, die genau das behaupten. Martin Altmeyer zum Beispiel schreibt in der taz:

Israel benutze, so Naomi Klein in ihrem verstiegenen Essay (1), “den Status eines befestigten Landes, das von wütenden Feinden umgeben ist, als eine Art rund um die Uhr geöffneten Ausstellungsraum – als lebendiges Beispiel für den Genuss relativer Sicherheit mitten im Dauerkrieg”. Das dämonisierte Israelbild, das sie hier entwirft, enthält die ganze Palette antisemitischer Klischees, nur dass diese nicht den Juden, sondern dem Staat Israel angeheftet werden: die Geschäftstüchtigkeit und Habgier der Juden; ihre Gerissenheit und Hinterhältigkeit; der heimliche Einfluss, den sie in aller Welt ausüben, bis zur Wahnvorstellung von jüdischer Allmacht; das “Gerücht über die Juden” (Adorno), dem Anspielungen genügen, um zu wissen, wer hinter der großen Weltverschwörung steckt; und schließlich der Vorwurf, die Juden seien selbst für den Antisemitismus verantwortlich.

Der Autor verwirft den judäophoben Vorwurf, die Juden seien selbst für Judenhaß, Verfolgung und Vernichtung verantwortlich; er engt ihn auf eine bestimmte Jüdin ein – und zwar ausgerechnet auf die Friedensjüdin Naomi Klein. Nicht die israelische Regierung und die Zionisten, also die Kriegsjuden, wohl aber Klein trüge Schuld am Judenhaß.

Schuld am Protestantenhaß?

Was da im Journalistenkopf abläuft, läßt sich anhand des Falles Nordirland erläutern. Der inzwischen halbwegs beigelegte Konflikt zwischen Unionisten, (pro-britisch, Ober- und Mittelschicht) und Republikanern (pro-irisch, Mittel- und Unterschicht) wurde wieder und wieder von beiden Kriegsparteien und von außen als Religionskonflikt mißverstanden: zwischen (unionistischen) Protestanten und (republikanischen) Katholiken. Protestanten haßten „Katholiken“, Katholiken haßten „Protestanten“. Durch Missetaten schürten Unionisten den Haß von Republikanern auf „die Protestanten“; durch ähnlichen Missetaten schürten Republikaner den Haß von Unionisten auf „die Katholiken“.

Beide Seiten schrieben die Missetaten nicht den (haßerfüllten) Kämpfern für eine bestimmte Ausgestaltung Nordirlands zu, sondern jeweils „den Katholiken“ oder „den Protestanten“. Die Frage, ob die Protestanten am Protestentantenhaß selber schuld waren, oder die Katholiken am Katholikenhaß, klingt angesichts der Fakten nicht nur sonderbar, sondern schlicht blöd.

Denn am Haß gegen ein Kollektiv ist schuld, wer

Missetaten einzelner Mitglieder eines Kollektivs diesem Kollektiv zuschreibt; oder 
Missetaten einzelner Mitglieder des eigenen Kollektivs im Namen des Kollektivs billigt. 

Nur wenn wirklich das ganze Kollektiv eine Missetat begeht oder zumindest billigt, liegt Kollektivschuld vor.

Die Juden um Naomi Klein mißbilligen die Missetaten der Kriegsjuden. Sie fordern zu Boykott, Desinvestition und Sanktionen des Staats auf, der von den Kriegsjuden beherrscht wird. Eine Friedensjüdin des Judenhasses zu bezichtigen, ist ebenso blöd, wie einen protestantischen irischen Friedenskämpfer des Protestantenhasses zu beschuldigen, weil er sich gegen protestantische Krieger stellt.

Der Alleinvertretungsanspruch der Kriegsjuden

Kriegsjuden unterscheiden sich, und zwar wegen ihrer Haltung zu Herstellung und Einsatz von Waffen, in einem zentralen Punkt von Naomi Klein: Sie beanspruchen, für alle Juden zu sprechen. Ihre Schuld an den israelischen Missetaten in Gaza, sei es durch eigenhändigen Mord, sei es durch dessen Anordnung oder Billigung, wollen sie allen Juden zugeschrieben sehen.

Die Kriegsjuden von Olmert bis Knobloch schüren tatsächlich den Haß auf das ganze jüdische Kollektiv, sie schüren Judenhaß. Und mit dem rechtfertigen sie die Herstellung und den Einsatz von Waffen.

Boykott

Naomi Klein beansprucht nicht, für alle Juden zu sprechen oder überhaupt nur für Juden. Sie hat nichts von Herstellung oder Einsatz von Waffen, sie hat nichts vom Haß. Sie fordert: Boykottiert die Kriegsjuden!

Tun wir’s.

T:I:S, 6. Februar 2009. Zahlreiche Boykott-Aufrufe unter Kritik an Israel

Anmerkung

(1) Naomi Klein: Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus. Fischer Verlag, Frankfurt a.M. 2007, ISBN 3-10-039611-1. Dazu siehe Naomi Klein

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Judenhass 

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Thomas Immanuel Steinberg

Geschlossene Veranstaltung unter freiem Himmel

400 Kriegsjuden, Antideutsche und bibeltreue Christen trotzten der Welt auf dem Hamburger Gerhart-Hauptmann-Platz


Foto: Michael Sommer

Die jüdischen Gemeinden Hamburgs (ca. 3 500 Mitglieder), die Hamburger Antideutschen vom LAK Shalom in der Linksjugend [‘solid] / Partei Die Linke (ca. zwei Mitglieder) und die Gaststätte Karo Ecke (mehrere Zapfhähne) riefen zur Baustelle auf dem Ida-Ehre-Platz. Etwa 400 Personen folgten dem Aufruf: wohlsituierte Bürgerinnen, Baseball-Kappenträger und bibeltreue Christen, siehe Religion. Die gemeinte Veranstaltung indes fand gegenüber statt: hinter Polizeisperren auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz. Zutritt hatte, wer auch so aussah.

Foto: Michael Sommer 

Anders als beim israelischen Abschlachten der Gaza-Bewohner, das es nun durch Fähnchenwedeln zu fördern galt, durfte Presse dabei sein. Zunächst versagten die Lautsprecher. Dann reklamierte Michael Neumann, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Hamburger Bürgerschaft, für Israel, den Staat ohne Grenzen, ohne Verfassung und ohne gültig definierte Staatsbürgerschaft ein Existenzrecht; Fraktionsvorsitzender der gleichen Partei, die die Existenz der DDR und Jugoslawiens vernichten und den Mafia-Staat Kosova errichten half.

Gegen die inexistente iranische Atombombe stieg der Hamburger Kindergärtner und Konkret-Autor Lars Christian Ehlers alias Lars Quadfasel (1) in die Bütt, siehe Ariel Muzicant zur zionistischen Hetzkampagne “Stop the bomb”. Er beklagte die Belieferung des Iran mit deutschen Komponenten zur Verflüssigung von Erdgas, unerläßlich für den Export des Brennstoffs per Tanker. Der Kräuselkopf klang dabei so antideutsch, als wollte er auf der Stelle zusammen mit den massaker-bewährten israelischen Verteidigungsstreitkräften in die Schlacht gegen Deutschland ziehen.

Zum Niedermetzeln der Kinder im Gaza-Streifen seien die israelischen Verteidigungsstreitkräfte gezwungen gewesen, siehe Selbstgerechtigkeit.

In der Bütt. Dieser Mann, der nicht Lars Quadfasel, sondern Lars Christian Ehlers heißt, trägt einen blonden Zopf. Wenn man ihn daran zupft, während er eine linke Veranstaltung stört, dann steht hier, “Protestierende” hätten “Schläge ins Gesicht” bekommen. Wenn man ihn beim Stören von linken Veranstaltungen fotografiert, regrediert er und strampelt.

Hinrich Kaasmann vom Freundeskreis von Yad Vashem Jerusalem in Deutschland e.V. bedauerte anschließend, daß die ermordeten Gaza-Zivilisten in der Presse nicht, wie die von deutschen und anderen Nato-Truppen 1999 ermordeten jugoslawischen, als Kollateralschaden durchgehen. Eine überirdische Internetseite weiß per .pdf-Datei zu berichten:

Hinrich Kaasmann ist 1993 von Gott in den Dienst an den Juden gerufen worden. Seit 2004 steht er im Vollzeitlichen Dienst des Ebenezer Hilfsfonds Deutschland e.V., als Vorstandsmitglied der Freunde Yad Vashem in Deutschland e.V.

Die Ebenezer, denen Kaasmann in Deutschland vorsteht, betreiben die Operation Exodus. Sie wirbt bei Juden um Auswanderung nach Israel und unterstützt sie dabei finanziell, denn im Ebenezer Glaubensbekenntnis heißt es halbwegs auf Deutsch:

Wir glauben, dass die Wiederherstellung des jüdischen Volkes zurück im Lande Israel, die Erfüllung prophetischer Bibelaussagen ist. Die wiederhergestellte Nation Israel spielt eine Vorrangs-Rolle in den Endabsichten Gottes mit den Nationen (Jes. 43,1-7, Hesek. 36,22-23, Röm. 11,15).

Am Schluß der Veranstaltung gab ein Rabbi seinen Segen “für die israelischen Soldaten und die getöteten Israelis” in und außerhalb von Gaza.

Von Ferne tönten Gegendemonstranten, die Reste einer überwiegend türkisch-islamischen Kundgebung auf dem Hamburger Gänsemarkt, mit schätzungsweise 6000 Teilnehmerinnen.

T:I:S, 18. Januar 2009. Ergänzt am 19. Januar 2009, T:I:S. Siehe auch Selbstgerechtigkeit

Nachtrag

Lars Quadfasel, der nicht so, sondern Lars Christian Ehlers heißt, steigt wieder in die Bütt: “Es ist unmöglich, dass ein deutscher Politiker fordert, deutsches Militär gegen Israel einzusetzen”, sagt Lars Quadfasel, der aber Ehlers heißt, vom “Bündnis gegen Hamburger Unzumutbarkeiten”. Diese Anschuldigungen wies Linken-Politiker Paech als “blödsinnig” zurück: “Der Kommentar war eine ironische Antwort, eine Persiflage”, sagt Paech, der auf Einladung des globalisierungskritischen Netzwerks Attac als Referent in Bergedorf war. “So etwas habe ich nie ernsthaft gefordert.”

T:I:S, 31. Juli 2010

Anmerkung

(1) Lars Christian Ehlers nennt sich mal Lars Quadfasel, mal gemischt. T:I:S, 15. November 2011

URL dieses Beitrags: http://www.steinbergrecherche.com/09kriegsjuden.htm#Hamburg 

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Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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