Seit 75 Jahren profitiert die “Barbarossa”-Stadt Gelnhausen von der “Entjudung” durch die Faschisten

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Hie und da ein Stolperstein und das solls dann gewesen sein ?

Siehe Anmerkung am Ende dieses ArtikelsPENTAX Image

Gelnhausen war stolz darauf, die erste “judenfreie” Stadt im Deutschen Reich zu sein. Mit Fertigstellung der heute unter Denkmalschutz stehenden Kasernen 1937 hatte man nicht nur alle Juden in Gelnhausen enteignet, man hatte sie auch alle aus der Stadt vertrieben: den Autoschlosser Blumenbach, den Mitherausgeber der Frankfurter Zeitung (der heutigen FAZ) und Rechtsanwalt Sondheimer, dessen Villa über die KdF-Organisation in die Hände des Elly-Heuss-Knappschen “Müttergenesungswerkes” gelangte, dann in die Hände der “Reichsnährstands”-Nachfolgerin, der Hessischen Landwirtschaftskammer, die in der geraubten Immobilie zusammen mit dem Land Hessen eine Landwirtschaftsschule betrieb und danach das Amt für Bodenmanagement einziehen ließ.

So wie das Land Hessen sich üblicher Weise um jüdische Erbschaften bemühte, wurde die Sondheimer Villa vor einigen Jahren auf dem Immobilienmarkt verhökert. Die Forderung -selbst des CDU-Kampfschwimmers Dr. Rolf Müller- in der Villa ein Museum einzurichten, ließ die hessischen Oberherren kalt.  Es war die Forderung nach einem Museum  des regionalen Widerstandes gegen die Faschisten, die der Verkaufsabsicht den letzten Schub gegeben haben dürfte. Heute ist die Villa der Sitz einer großen regionalen Immobilien-Firma. Die Geschäfte im Hehlergut laufen wohl makellos.

Kein Hinweis deutet am Untermarkt auf die 1937 erfolgte Zumauerung der Eingänge des jüdischen Geschäfts, in dem die Firma Bettenschmidt 1998 ihr 60jähriges Geschäftsjubiläum feiern konnte: Glückwünsche vom Bürgermeister Michaelis, Schampus, Kinderbelustigung, Schnäppchen-Angebote – da soll man ja die gute Stimmung nicht durch “Judenschnäppchen”-Dreckaufwirbeln verderben. Auch heute weist nichts darauf hin…

Die Gelnhäuser SA wie die aus Büdingen war für ihre besondere Brutalität bekannt. Das führte im zwischen Gelnhausen und Büdingen liegenden Dorf Mittel-Gründau dazu, dass sogar dortige NSDAP-Mitglieder unter der Führung des Metzgers und Gastwirts Jean Kuhl die jüdischen Familen des Dorfes gegen die SA schützte und dafür sorgte, dass der Arzt Dr. Göckel, der Schwiegersohn des Metzgers, die krebskranke Frau des jüdischen Landhändlers Hecht gegen den Willen der SA behandeln konnte. Das war in den Jahren 1935/36, als in Gelnhausen Ludwig Scheuer von SA-Leuten zu einem Fleischklumpen zusammengeprügelt wurde. Zuvor hat der jüdische Mittel-Gründauer Matzenbäcker bis zu seiner Auswanderung 1936 die Frau des ins KZ-Westhofen verschleppten Kommunisten Wilhelm Pfannmüller beschäftigt. Danach wurde sie vom NSDAP-Metzger und Gstwirt weiter beschäftigt …. die Mittel-Gründauer Strasser-Flügel-NSDAPler haben langsam gemerkt, wem sie auf die Leimrute gegangen waren. Die Gelnhäuser Faschisten waren dagegen erst Kaiser- und dann Führer-treu bis zur Kapitulation und dann haben sie den US-Amerikanern die Füße geküsst. Gerade der OPEL-Händler Krempel, der sich um 1939 die Werkstatt des jüdischen Autoschlossers Blumenbach unter den Nagel gerissen hatte … Auf dem Gelände der Werkstatt in der Bahnhofstraße steht heute eine ARGE-Filiale und ein Café. Auf dem Autohaus-Werkstatt-Erweiterungsgelände an der Berlinerstraße steht heute die Kantine des Grimmelshausen-Gymnasiums, in der auf Schrift und Bildtafeln auf den Leidensweg der Familie Blumenbach hingewiesen wird.

Wegfeiern in Gelnhausen – Wie in der deutschen Provinz das Gedenken an Faschismus, Judenpogrome und -vergasung, Arisierungsplünderungen und Zwangsarbeit … weggefeiert wird.

File:Gelnhausen De Merian Hassiae 100.jpg

http://www.barth-engelbart.de/?p=7510

Noch mehr Texte von HaBE bei SteinbergRecherche hier anklicken http://www.steinbergrecherche.com/barth.htm

Siehe auch http://www.barth-engelbart.de/?p=7491

Die Enteignung und Vertreibung der Famile Scheuer aus dem Gelnhäuser Burg-Viertel sowie die Geschichte der Verweigerung der Rückgabe des Hauses an die Erben durch die Stadt Gelnhausen hat die Historikerin Frau Dr. Christine Wittrock in verschiedenen Artikeln, offenen Briefen und Büchern so beschrieben:

Seit 75 Jahren profitiert die Stadt Gelnhausen von der Entjudung durch die Nazis: Die Vertreibung und Enteignung des Ludwig Scheuer

Im Jahr 1935 wurde der Kaufmann Ludwig Scheuer aus der Burgstrasse 34 in Gelnhausen schwer misshandelt. Der 35jährige Jude wurde dreihundert Meter vor seinem Haus von zwei Nazis zusammengeschlagen. Er konnte sich kaum nach Hause schleppen. “Durch diese schweren Verletzungen verlor ich soviel Blut, dass, wie ich später erfuhr, der Weg von der Überfallstelle bis zu meiner Wohnung mit Blut gezeichnet war”, erinnert er sich.

Etwa eine halbe Stunde nach diesem Überfall drang eine Rotte von fünfzig SA-Leuten in sein Haus ein. Ludwig Scheuer versteckte sich in der Dachkammer, wurde aber schliesslich gefunden. Eine Zeugin erinnert sich 1947 an den Vorfall:

“Er [Scheuer] wurde an den Beinen gefasst und so umhergezerrt, dass er die Treppe abglitt und sich so blutende Wunden am Kopf zuzog. Bei dieser Aktion hatte der damalige SA-Sturmführer Dudene die Befehlsgewalt, 0 FOTO SA-FührerDudene Gelnhausenund er war es, der die Tätlichkeiten gegen den Juden Scheuer ohne weiteres einstellen konnte bzw. nicht dulden brauchte. Er war aber mehr oder weniger mit dem Tun seiner Männer voll und ganz einverstanden, und die Handlungsweise, mit der der Jude Scheuer behandelt wurde, fand voll und ganz seine Billigung.”

Ludwig Scheuer ist für immer gezeichnet. Gehen kann er nicht mehr, so schleift man ihn ins Gelnhäuser Gefängnis. “Mein Körper und Gesicht waren eine blutige Masse”, schreibt er später.

Der Gefängnisaufseher Hasenauer und seine Frau nehmen sich seiner an und versuchen, ihm so weit wie möglich zu helfen; auch ein Arzt wird hinzugezogen. Nach etwa drei Wochen im Gefängnis wird Ludwig Scheuer entlassen mit der Auflage, Gelnhausen noch am gleichen Tag zu verlassen und das Stadtgebiet nie wieder zu betreten.

Er zieht nach Frankfurt, muss, um operiert werden zu können, in ein künstliches Koma versetzt werden und bleibt lange Zeit in chirurgischer und zahnärztlicher Behandlung.

Was hatte die beiden Männer dazu veranlasst, Ludwig Scheuer zu überfallen? War es allgemeiner Hass auf jüdische Bürger, hatte Ludwig Scheuer eine unbedachte Äusserung getan, handelte es sich um ein geplantes Vorgehen der NS-Organisationen oder was sonst? Wir wissen es nicht.

Die Familie Scheuer lebte schon lange in Gelnhausen. Der Vater Samuel Scheuer betrieb im Anwesen Burgstrasse 34 eine Alteisen-, Häute- und Fellehandlung. Die Kinder besuchten Gelnhäuser Schulen.

Ludwig wurde, nachdem er die Realschule beendet hatte, nach Frankfurt in die Lehre geschickt. Hier machte er eine kaufmännische Ausbildung. Danach ruft ihn das Vaterland zu den Fahnen: Der Erste Weltkrieg war schon fast verloren, da wird der 18jährige Ludwig Scheuer noch eingezogen, die angeblich bedrohte Heimat zu verteidigen, – in Belgien und Frankreich. Das Vaterland hat ihm seinen Einsatz schlecht gedankt.

In den zwanziger Jahren arbeitet Ludwig Scheuer im Geschäft seines Vaters mit, das er 1929 übernimmt. Aber – die Zeiten sind schlecht. Die Weltwirtschaftskrise 1929 ruiniert in der Folgezeit viele klein- und mittelständische Unternehmen; auch mit dem Geschäft Scheuers geht es bergab. Mehrere Hypotheken müssen aufgenommen werden und im Dezember 1931 ist es dann schliesslich soweit: Die Dresdner Bank erwirkt ein Versäumnisurteil gegen Ludwig Scheuer. Sie könnte nun das Anwesen, das direkt an der alten Kaiserpfalz liegt, versteigern, aber sie lässt sich Zeit. Sie macht vorläufig gar nichts, denn sie weiss, die Zeit läuft für sie. Es laufen Zinsen und Unkosten auf und irgendwann wird schon ein günstiger Zeitpunkt für eine Zwangsversteigerung kommen. Und er kommt. Denn gut ein Jahr später sind die Nazis an der Macht und damit wird die jüdische Bevölkerung zunehmend rechtlos. Erst 1939(!) entschliesst sich die Dresdner Bank zur Zwangsversteigerung des Hauses Burgstrasse 34.PENTAX Image

Was war inzwischen geschehen?

Die Dresdner Bank war in den Jahren des Dritten Reiches zu einer beherrschenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Sie hatte frühzeitig von der “Arisierungspolitik” der Nationalsozialisten profitiert und war zur führenden Geschäftsbank der SS geworden. Und: Die Nazis sorgten dafür, dass jüdisches Eigentum reichsweit unter Preis verkauft wurde. Extra eingerichtete Gauwirtschaftsstellen wachten darüber, dass jüdischer Besitz zu Billigpreisen von “Ariern” erworben wurde. Im Februar 1939 ersteigerte die Stadt Gelnhausen das Haus Scheuer für 5.000 Reichsmark. Dem gegenüber standen die Hypotheken-Schulden aus den Anfängen der Dreissiger Jahre, die im Grundbuch eingetragen waren: 8.863 Reichsmark. Dazu kam im Lauf der Jahre ein Berg von Zinsen, Steuern und anderen nicht nachvollziehbaren Kosten.

Zum Zeitpunkt der Zwangsversteigerung 1939 hatte Ludwig Scheuer Deutschland bereits den Rücken gekehrt. Als die Stadt Gelnhausen das Anwesen Burgstrasse 34 1939 ersteigerte und in Besitz nahm, sei es ausgeräumt gewesen, beteuert 1950 der Anwalt der Stadt Dr. Becker-Schaffner, ein unter dem Nazi-Regime amtierender Amtsgerichtsrat. Wer hatte das Haus ausgeräumt? Möbel, Hausrat und ein Kassenschrank mit Wertpapieren im Wert von etwa 2.500 Reichsmark befanden sich noch dort, als man Scheuer verjagte. Wer hatte es an sich genommen? War das Haus geplündert worden? Oder hatten die Behörden es räumen lassen? Ludwig Scheuer – seit seinem traumatischen Erlebnis 1935 in Frankfurt am Main – heiratet 1938 und reist mit seiner Frau noch im gleichen Jahr nach Argentinien aus.

Die nationalsozialistische Stadt- und Kreisverwaltung wird gut mit der Filiale der Dresdner Bank zusammengearbeitet haben, denn alle leitenden Positionen bei Behörden und Banken waren mit Parteigenossen besetzt. Wenn Ludwig Scheuers Schulden den Wert seines Hauses überstiegen hätten, – wie der Anwalt der Stadt Gelnhausen 1950 den Eindruck zu erwecken versucht – hätte man Scheuer nicht ausreisen lassen. Zudem wurden alle ausreisenden Juden mit einer “Reichsfluchtsteuer”, einer “Auswanderungsabgabe” und sonstigen Gebühren ausgeplündert.

 

Die Sache entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Die Scheuers hatten es schwer, sich in Argentinien eine neue Existenz aufzubauen. Ludwig Scheuer ist seit 1935 ein kranker Mann. Als die Nazis endlich den Krieg verloren hatten, drängten die Siegermächte auf die Rückerstattung von “arisiertem” Vermögen. Nach dem Gesetz Nr. 59 von 1947 konnten ehemalige jüdische Eigentümer die Rückgabe ihres Besitzes beantragen. Die Schnäppchenjäger und Leichenfledderer der “Endjudung” wurden nun zur Kasse gebeten; die deutsche Beutegemeinschaft, die sich in jeder Region Deutschlands bereichert hatte, sollte endlich zur Ader gelassen werden.

In vielen Fällen hatten die alten Eigentümer allerdings den Holocaust nicht überlebt. Damit kamen zahlreiche Besitzstücke gar nicht erst zur Verhandlung. Aber in diesem Fall hatte die Stadt Gelnhausen Pech; denn: Ludwig Scheuer lebt noch.

Er beantragt 1948 die Rückgabe seines Anwesens sowie die entgangenen Mieteinnahmen. Die Stadt Gelnhausen aber denkt nicht daran, die Burgstrasse 34 zurückzugeben. Der ehemalige Amtsgerichtsrat von Nazis Gnaden Dr. Becker-Schaffner zieht im Auftrag der Stadt alle Register. Ludwig Scheuer muss sich einen Rechtsanwalt in Deutschland nehmen. Er beauftragt Dr. Werner Höhne aus Schwelm in Westfalen. Diesen ermächtigt er, auch etwaig zu schliessende Vergleiche vorzunehmen. Aber das Verfahren zieht sich hin. Ein Brief von Argentinien nach Deutschland brauchte damals mehrere Wochen. Um selbst seine Interessen in die Hand zu nehmen, müsste Ludwig Scheuer herkommen, – in das Land, das ihn vertrieben und schändlich behandelt hatte. Das kostet viel Geld und die Strapazen einer Reise kann er nicht mehr auf sich nehmen. Die Familie ist bitterarm. Ein Jahr nach dem anderen vergeht. Die Stadt Gelnhausen spielt auf Zeit. Die Rückgabe des Hauses wird immer unwahrscheinlicher. Dann – 1952 endlich – schliesst der Anwalt Dr. Höhne einen Vergleich ab: Die Stadt Gelnhausen behält ihr auf übelste Art und Weise erworbenes Eigentum am Haus Scheuer. Ludwig Scheuer erhält die lächerliche Summe von 2.150 DM zugesprochen. Der Betrag geht auf das Treuhandkonto von Dr. Höhne. Ob Ludwig Scheuer das Geld je erhalten hat, bleibt bis heute äusserst zweifelhaft. Der Weg von Deutschland nach Argentinien ist weit und Ludwig Scheuer ist tot. Er starb 1967 im Exil.

Die Stadt Gelnhausen aber profitierte von der Entjudungs-Politik der Nazis: Bis heute ist das Anwesen Burgstrasse 34 in ihrem Besitz. 2003 wurde zwar eine Kommission ins Leben gerufen, die sich Gedanken machen sollte über eine mögliche Geste der Wiedergutmachung gegenüber Scheuers einziger Tochter Ana. Allein, die Kommission brachte nichts zustande. Ana Stern, geborene Scheuer hat ihren Kampf um ihr Haus nie aufgegeben. Sie starb darüber

2008. Der Urenkel des SA-Sturmführers Heinrich Dudene, der 1935 den Überfall auf Scheuers Haus leitete, ist heute Bürgermeister von Gelnhausen. Er heisst Thorsten Stolz und gehört der SPD an. Auf einen offenen Brief mit der Aufforderung, das Anwesen Burgstrasse 34 zurückzugeben, reagierte er mit Ignoranz. So leben die Kinder der Täter, der Nutzniesser und der Opfer weiter mit den Altlasten, die ihnen von ihren Vätern und Grossvätern überlassen wurden.

 

Die Ereignisse sind näher beschrieben in:

Christine Wittrock:

Kaisertreu und führergläubig. Impressionen aus dem Altkreis Gelnhausen 1918 – 1950, CoCon-Verlag Hanau 2006, 204 S., ISBN 978-3-937774-27-5, 16,80 €

 

Dr. Christine Wittrock, Historikerin, lebt als freie Autorin in Spanien.

Jahrgang 1948, Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, wurde 1982 promoviert und arbeitete später als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität. In der Folge veröffentlichte sie zahlreiche Bücher zur Geschichte sozialer Bewegungen, Frauenbewegung und Faschismusgeschichte, insbesondere über hessische Orte wie Egelsbach, Langenselbold, Schlüchtern und Gelnhausen. Ihr letztes Buch behandelt die Geschichte ihres Geburtsortes Einbeck in Südniedersachsen (“Idylle und Abgründe. Die Geschichte der Stadt Einbeck mit dem Blick von unten 1900 – 1950”, Bonn 2012 und 2013, ISBN 978-3-89144-465-8).

 

Anmerkung HaBE: es ist nicht so, dass in Gelnhausen diese Geschichte vollkommen verschwiegen wird. Die regionalen Zeitungen haben zwar bisher den Wittrock-Artikel nicht veröffentlicht, die Stadtverwaltung hat ihn auch nicht in ihre Homepage aufgenommen.. Aber immerhin hat die Leiterin des MKK-Amtes für Regionalgeschichte, Christine Raedler eine sehr umfassende und détaillierte Ausstellung zur Judenverfolgung und den “Judenschnäppchen” in Gelnhausen im Landratsamt des Main-Kinzig-Kreises als Dauerausstellung organisiert. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei ihr bedanken wie bei allen, die dazu beigetragen haben.

Unvergesslich ist der Verlauf der Veranstaltung, bei der die “Neue Hanauer Zeitung” um 1998 in Gelnhausen in der Zehntscheune ihre Forschungsergebnisse zum Thema Zwangsarbeit bei “VERITAS” und “JOH” und Co vorstellen wollte. Die von der Stadt zugesagte “Zehntscheune” war an dem Abend  verschlossen und es war kein Ersatzschlüssel aufzutreiben.  Nach ellenlangem vergeblichem Warten und Suchen nach dem Hausmeister bot uns der Wirt der “Burgschänke” Asyl an und wir konnten die Veranstaltung in einem heillos überfüllten Nebenraum dann doch durchführen. Bei dieser Gelegenheit erfuhr dann der Wirt von uns auch, dass bereits um 1800 bis hoch in die 1848er und später noch die “Burgschänke” Treffpunkt der Rebellen und Räuber, der Landjuden und Revoluzzer war, Georg Büchner könnte man sich dort auch sehr gut als Gast vorstellen, auf dem Weg nach Giessen … eine schöne Tradition .. in der benachbarten mondänen “Burgmühle” wäre das ziemlich sicher nicht möglich gewesen… Im Zuge der Gentrification hat das Burg-Viertel seine Einwohner wohl ausgetauscht. Dei Burg-Armen sind dem “Wohnen am Fluss” gewichen, die edelrenovierten Fachwerkhäuser/Wohnungen sind für sie unbezahlbar. Der Preis des Scheuer-Hauses dürfte dementsprechend wieder steigen…

 

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Um SPENDEN bitte ich aus zwei Gründen unter den Kennworten SODOM und ABSolution auf mein Konto-Nr. 1140086 VR Bank Main-Kinzig-Büdingen eG  BLZ 506 616 39 

Man/frau darf mich aber auch zu bezahlten Lesungen einladen, was mir noch lieber wäre. Der Buchhändler meines Vertrauens meinte zwar „Politische Lyriker und Belletristen verkaufen sich nicht!“,  doch da bin ich anderer Meinung: Mich kann man für einen Lesungsabend kaufen für schlappe 350 € plus Fahrgeld, Kost & Logi- logisch ! Sonst benefizze ich in der Regel, doch die Ausnahmen bestätigen das. Drum geht’s jetzt ums Geld.

Wer die Selbsthilfe-Organisation Der Opfer von Missbrauch in den evangelischen Landeskirchen Kur-Hessen-Waldeck und Hessen-Nassau sowie in der badischen Landeskirche , SODOM unterstützen will, kann Spende unter dem Stichwort “SODOM“  auf mein Konto einzahlen (oder mich zu einer SODOM-Lesung einladen)

Wer meine journalistisch-künstlerische Arbeit unterstützen und mir bei der Bewältigung von Abmahn-Tzunamies helfen möchte, kann das unter dem Stichwort

ABSolution, weil nach vielen Abmahnungen von Mark Seibert, dem LINKEn Bundesschatzmeister-Assistenten und Ex BAK-Shalom-Promi die jüngste wegen meiner Recherchen zu Herrmann-Josef Abs mich teuer zu stehen kam.

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

8 Gedanken zu „Seit 75 Jahren profitiert die “Barbarossa”-Stadt Gelnhausen von der “Entjudung” durch die Faschisten“

  1. Lieber Herr Barth-Engelbart,
    ich lese über dieses furchtbare Ereignis erst jetzt, 3 Jahre nach dem Erscheinen Ihres Artikels. Ich finde, es muss weiter um eine Wiedergutmachung, gerade durch Herrn Stolz, für die Familie Scheuer (und somit erstmal symbolisch für anderen misshandelten jüdischen Familien in Gelnhausen) angestrebt werden. Könnten wir irgendwie in Kontakt kommen?

  2. unrecht kann niemals recht werden.
    – Außer in der BRD – wo:
    1. Altlasten von Unrecht nicht wieder gut gemacht werden.
    1a. Das Leben der Opfer kann keiner wieder gut machen, aber wenigstens den Kindern – Enkeln der Opfer die um ihr Erbe betrogen und aus der Todsünde der Gier beraubt wurden!

    2. Wir sind in einer Zeit in der die Willkür von vor 1945 mit der Willkür unter Hartz IV vergleichbar ist, aber bitte vergleichen / googeln – Sie selbst, wo ich ihnen nur die durch das Bundesverfassungsgericht verurteilten und verbotenen Willkür hier an die Hand gebe:
    http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv006132.html Rn. 126 – 144
    Sie brauchen nur die Namen/Behörden/Ämter/–Opfer– tauschen, und die Willkür ist immer die Gleiche.

    – Die Todsünde der Gier – wird von unseren – christlichen – Politikern, nebst Waffenschiebereien, Spendenaffären etc. bestens beherrscht, neben dem das heute Opfer der Willkür schikaniert, diskriminiert, enteignet, aus ihren Haus getrieben und versklavt etc. oder gar in den Suizid getrieben werden!

  3. Die Historikerin Dr.Christine Wittrock hatte in einem odffenen Brief an den Bürgermeister aufgefordert, sich für die Rückgabe des geraubten Scheuer-Hauses an die Erben einzusetzen. Was dabei ein gefährliches Spiel sein soll und letztlich den Opfern nichts nützen soll, kann ich nicht nachvollziehen. Dass Frau Wittrock dabei den Bürgermeister auch deshalb in die Pflicht nimmt, weil es sich bei dem Haupttäter um dessen Urgroßvater handelt, finde ich nicht abwegig sondern sehr naheliegend. Auch ich sehe Bürgermeister Stolz von daher in besonderer Pflicht.

  4. Das empfinde ich als verwerflich, den Urenkel von jemandem, der Unrecht tat, als jemanden zu brandmarken, der mit den “Altlasten” nicht richtig umgehe. Genau bei solchen Artikeln drängt sich inzwischen sehr vielen Menschen der Eindruck auf, daß da mit moralischem Druck Recht gebeugt werden soll zugunsten von Interessengruppen oder Einzelpersonen. Das ist ein gefährliches Spiel, was zudem sicher den damaligen Opfern nicht hilft.

  5. Zitat
    ich suche… möglichst eine “RampenSau” mit breitem Repertoire und Improvisationskompetenzen, die/der im “Nebenamt” und als Überzeugungstäter/in den Platz … neben mir einnehmen kann.
    Zitatende

    Mit diesem Artikel präsentierst du doch selbst und ganz anschaulich die Rampensau. Warum also jemand anderen vor den Karren spannen? Jede Zeit fordert ihre Opfer – auch die Zeit der Wahrheit.

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