„40 Jahre Radikalenerlass“ HaBEs Offener Brief zur Bundes-GEW-Veranstaltung am 17.3. in Göttingen

Liebe GEW-Hauptvorstands-KollegINNen,

lieber Kollege Thöne,

lieber Kollege Tölle,

nach der gestrigen Veranstaltung in Göttingen war mein erster Gedanke die headline für meinen sehr „bauchig“ angedachten Artikel zum Verlauf und den Ergebnissen, den dort nur (zu) kurz angerissenen Vorschlägen zur Weiterarbeit an dem Themenspektrum Berufsverbote, Denkverbote, Notwendigkeit von Widerstand gegen die Raubkriegs-Kreuzzüge nach Innen und Außen und dessen Be-und Verhinderung durch die Herrschenden. „Bauchig“ muss m.E. ein solcher Artikel auch deshalb zumindest zum Teil sein, weil bei aller gezeigten Rationalität die ganze Veranstaltung ungeheuer emotionsgeladen war. Hier sind nur notdürftig überschminkte, schlechtvernarbte, öffentlich geleugnete Wunden aufgebrochen.  

Bevor ich die headline hier vom Stapel lasse, möchte ich erst einmal bei Euch um Entschuldigung dafür bitten, dass ich an einigen Stellen mit dem einen oder anderen Zwischenruf etwas überzogen reagiert habe. Das wurde mir allerdings erst nach Deinem , Ulrich Thönes deutlichen Schlussbeitrag und den Hauptaussagen des Hauptvorstandsantrags 109/12 klar, in dem Ihr ausdrücklich gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse und die bisher ungezählten Gewerkschaftsausschlüsse Stellung bezieht.

Mein defacto Berufsverbot wurde erst durch meinen Ausschluss aus der GEW eingeleitet und ich für über 13 Jahre in eine „Existenz“ über weite Strecken weit unterhalb von HARTZ4 entlassen, während der damalige GEW-Landesvorsitzende Ludwig zur Belohnung für seine Säuberungsarbeit zum Regierungspräsidenten ernannt wurde.

Ich hatte zunächst noch die Befürchtung, dass da in Göttingen ein warmer Händedruck für die Opfer des Vormärz48 und des Nachmai68 und die Abspeisung der 10.000 folgen würde. Und weiter nichts. Das wollte ich nicht so durchgehen lassen. Und dafür brauche ich als Ex-Streetworker und Lehrer in sozialen Brennpunkten und Chorleiter eines über 100köpfigen MigrantenKinderchores weder Mikro- noch Megaphon. Doch ich konnte meine Stimme und die Trommelfelle der KollegINNen schonen, denn

tatsächlich wurde in der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule Tacheles geredet. Wir kamen, Ihr kammt zur Sache und es ging nicht wie sonst rundherum oft unter Verwurschtelung von Zeitzeugen um die unsägliche Schlussstricherei sondern um ein Lernen aus der Geschichte (auch) in der Auseinandersetzung mit der in anderen Formen prolongierten und verfschärften Unterdrückung zum gleichen Zweck: Absicherung von Ausbeutung und Raub. .  und das war nicht gegen Euch/Dich sondern mit Euch, mit Dir möglich. Und dafür möchte ich Euch/Dir danken. So energisch, (gewerkschafts-)öffentlich und laut, wie ich das bisher auch immer mit der Kritik an vielen Vorständen gemacht habe.

Und nun endlich die headline:

Erfreulich ermutigend:

nicht nur schöne T(h)öne
zum Thema Berufsverbote & politische Disziplinierung –
GEW feierte (k)ein Jubel-eum in Göttingen:
„40 Jahre RADIKALENERLASS “
und jetzt was tun!?!

Ich weiß, die letzte Aufforderung und Frage zu gleich stand nicht auf dem Plakat, aber sie war zum Ende dieses Auftaktes die Aufforderung, ein wesentliches Ergebnis dieser Versammlung von rund 200 Berufsverbotsopfern

Mit GEWerkschaftlich-solidarischen & herzlichen Grüßen

Hartmut Barth-Engelbart

Und den SchülerINNEN, KollegINNen (inklusive der couragierten Schulleitung!) und den Eltern der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ein herzliches Dankeschön für die Gastfreundschaft, die Bewirtung und die Lotsendienste vom Bahnhof zur Schule, die wir dringend brauchten, weil der ICE unfallbedingt ein halbe Stunde Verspätung hatte.

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Wenn man mit dem Suchwort „Berufsverbote“ in mein Archiv geht , findet man viele weitere Texte zum Thema. Hier eine Auswahl

((vorab möchte ich als Ergänzung zu Prof. Wippermanns Göttinger Vortrag ein bei VSA erschienenes Buch meines Freundes Freerk Huisken empfehlen: „Der demokratische Schoß ist fruchtbar … Das Elend der Kritik am (Neo-)Faschismus“

http://www.barth-engelbart.de/?p=1211

zum AntiNAZI-Schwerpunkt der GEW-Zeitschrift “E&W”/02/2012
– Freerk Huiskens notwendige Ergänzung
  ))

http://www.barth-engelbart.de/?p=1249

Zur Vorbereitung auf die GEW-Berufsverbote-Veranstaltung
“40 Jahre Berufsverbote”
in Göttingen am 17.März 2012
geschrieben für die SchülerINNEN- & KollegINNen
der Geschwister-Scholl-Gesamtschule

http://www.barth-engelbart.de/?p=1216

40 Jahre Berufsverbotsopfer:
statt nur abfeiern konkret helfen!
Wer rettet den verdienten & verdienstlosen End-60er,
den Historiker Dr. K. vor der Altersarmut

http://www.barth-engelbart.de/?p=1195

Hessische Staatsverschuldung steigt “über Nacht”
um über 2 Milliarden € .
“Plötzlich taucht ein Altschuldenberg auf!”
Bund & andere Länder noch stärker betroffen

http://www.barth-engelbart.de/?p=1176

40 Jahre Berufsverbot
HaBE: nicht nur 350.000 € Verlust gehabt –
bis heute sind es über eine Halbe Millionen EURO
Eine fast unendliche Geschichte, denn in 10 Jahren wird sich der Verlust auf über eine Million EURO summiert haben

http://www.barth-engelbart.de/?p=537

Berufsverbotsopfer endlich entschädigt: Ausnahme-Urteil? Der Fall Csaszkóczy ist nur die Spitze des Eisberges

http://www.barth-engelbart.de/?p=679

Nach Berufsverbot von rechts – Auftrittsverbot von “links” !(?) HaBE die Schnauze voll! Ein Provinz-Leerstück aus dem Speckgürtel um FFM

http://www.barth-engelbart.de/?p=995

Horst Bethge – Urgestein der Friedensbewegung + Aufklärer im Fall Bertelsmann ist gestorben

http://www.barth-engelbart.de/?p=100

Polizei stürzt Demonstrant vom Dach des US-TradeCenters FFM

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