Warum so viel Widerstand gegen einen Widerstandskämpfer?
Ein Altbürgermeister & Widerstandskämpfer,
ein KZ-Opfer & Deserteur (aus der Strafkompanie 999)
erhält von Bundespräsident Scheel das Bundesverdienstkreuz
aber keine Straße, nicht Mal (s)eine Halle wird nach ihm benannt. WARUM ?

Es gibt nicht Mal in der Halle, die unter seiner Anleitung und körperlichen Mithilfe als “Volkshaus” in Selbsthilfe der Einwohner erbaut wurde, eine Erinnerungstafel.  Im Sportlerheim des von ihm mitgegründeten Vereins hängt auch kein Hinweis. Warum ? Ist er als Titoist in seiner Partei eine Persona non grata ? Hat man ihm verübelt, dass er vor den Todesschüssen der SS geflohen und zu Titos Partisanen-Armee desertiert ist ? Hat man ihm verübelt, dass er für die Spruchkammer bei der Strafverfolgung von NAZIS mitgearbeitet hat ? Fasst man die Erinnerung an ihn als Anklage gegen sich selbst auf, weil man meint vielleicht doch nicht genug gegen die aufkommende NAZI-Diktatur getan zu haben ?  Man muss darüber sprechen.  Es wird höchste Zeit.

 

Die Ablehnung einer Straßenbenennung nach Wilhelm Pfannmüller wurde in der Gemeindevertretung unter der Hand damit begründet, er sei Mitglied “in einer verbotenen Partei gewesen”   Und wer hat die Partei verboten ? “Ei, die NAZIS!”  Ja, aber dann waren doch alle Demokraten in verbotenen Parteien, denn die waren ab Mitte 1933 allesamt verboten… Ja, Wilhelm Pfannmüller hat als KPDler und RotSportler den Widerstand gegen die NAZI-Diktatur organisiert. Er hat bei der Befreiung Jugoslawiens gegen die Reichswehr gekämpft.  Er hat nach dem Krieg demokratische Strukturen in Deutschland wiederaufgebaut und sich für den Zusammenschluss von Kommunisten und Sozialdemokraten eingesetzt.
Und obwohl sogar Roland Koch in seiner Rede bei der Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille die Bedeutung des kommunistischen Widerstandes gegen das 3.Reich hervorhob und würdigte, wird Wilhelm Pfannmüller verschwiegen , totgeschwiegen.  Warum?
Historisch-Demokratischer Verein Mittel-Gründau von 1848 i.d.IAS e.V.
c/o Hartmut Barth-Engelbart
E I N L A D U N G  /Pessemitteilung & Bitte um Veröffentlichung sowie:
Eine Suchmeldung an die Gemeinde Gründau, die Redaktionen  bzw. Archive des Gelnhäuser Tageblattes, der Gelnhäuser Neuen Zeitung,der Frankfurter Rundschau,  der Kinzigtal Nachrichten, des Büdinger Kreisanzeigers.
24. Erzählabend Do. 12.4. // 25. Erzählabend Do. 3.5. um 18.30 “beim STENGER”
(am 3.5. hat der Erzählabend seinen 2. Geburtstag /Warum erst beim 25. Erzählabend? Weil wir einmal in einem Monat zwei Erzählabende gemacht haben!!)

 

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem wir bei unseren Recherchen zur Biografie unseres Mittel-Gründauer Altbürgermeisters Wilhelm Pfannmüller seine Akten und Fotos aus dem KZ-Börgermoor (Emsland) im niedersächsischen Staatsarchiv gefunden haben, erhielten wir jetzt die Nachricht, dass Wilhem Pfannmüller am 2.5. 1978 durch Bundespräsident Dr. Walter Scheel mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde. Am 24.5. 1978 wurden ihm der Orden und die Urkunde durch den damaligen hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner überreicht.
Wir suchen jetzt Berichte, Artikel und Bilder zu diesem Ereignis. Eigenartiger Weise konnten wir im Internet bisher dazu nichts finden. Es müßten aber in den Archiven der Hessischen Staatskanzlei und des Bundespräsidialamtes, in den Akten der Sport- und Kulturgemeinschaft SKG-Mittel-Gründau, bei der Freiwilligen Feuerwehr, bei den Taubenzüchtern, im Archiv des SPD-Unterbezirkes sowie der örtlichen SPD noch Aufzeichnungen und Bilder dazu vorhanden sein. Mit Sicherheit sind in diesen Unterlagen auch die Leistungen Wilhelm Pfannmüllers aufgeführt, die den Bundespräsidenten dazu bewogen hatten, unseren Altbürgermeister auszuzeichnen: seine führende Rolle als Gewerkschafter und Widerstandskämpfer gegen die NAZI-Diktatur, beim Nachkriegs-Wiederaufbau, beim Bau des Kindergartens und der Mehrzweckhalle, des damals so genannten Volkshauses, bei der Gründung der SKG,  bei der Errichtung des Hallenbades Mittlere-Kinzig in Gelnhausen, in die er die in Mittel-Gründau über Jahre gesammelten Spenden für ein eigenes Schwimmbad eingebracht und den für Mittel-Gründauer kostenlosen Schwimmbadbus erstritten hat,  usw….
Unklar ist bisher, ob das Bundesverdienstkreuz in Wiesbaden überreicht wurde, oder ob der damalige hessische Ministerpräsident Holger Börner dazu nach (Mittel-)Gründau kam.
Wir sammeln Bilder, Filme und Geschichten für unser geplantes DorfBuch und unsere geplante DVD-Reihe zum 800. Geburtstag Mittel-Gründaus.
Deshalb möchten wir Sie alle um Mithilfe bitten.
Für die Realisierung dieses Vorhabens brauchen wir dringend die Unterstützung der Gemeinde, der Vereine und vieler SponsorINNen. Der Historisch-Demokratische Verein verfügt über keinerlei Finanzmittel.
Bei den nächsten Sitzungen müssen wir darüber entscheiden, ob wir zu diesem Zweck ein IAS-SonderSpendenkonto einrichten. Das hätte den Vorteil, dass dann auch finanzamtlich anerkannte Spendenbescheinigungen ausgestellt werden können.
Wir können nicht erwarten, dass alle Arbeiten für dieses Buch ehrenamtlich erledigt werden. Die bisherigen ehrenamtlichen Arbeiten summieren sich bereits auf etliche Wochen, wenn nicht Monate.  Es gibt zwar erste Zusagen für die Produktion der DVD-Reihe z.B. durch die Firma Foto-Keunen, die ja seit jeher der Haus- und Hof-Fotograf für Mittel- , Nieder- und Gesamtgründau war, aber ganz für ein Vergeltsgott wird das nicht zu machen sein. Wir haben Super8-Filme aus den frühen 80ern und Videoaufnahmen aus den frühen 90ern gefunden, die wir zum Tewil schon auf DVD kopiert haben oder noch kopieren wollen.
Die technischen Voraussetzungen für die Vorführung z.B. des Films zur 775-Jahrfeier in der Feldscheune in Mittel-Gründau sin in der gaststätte Stenger/Heiß gesichert. Schon beim letzten Erzählabend wurden etliche DVDs mit Bildern aus Mittel-Gründau gezeigt (von 1900 bis 1970)
Neben dem Schwerpunkt der Beiträge durch die Mittel-Gründauer selbst von A bis Z (von Achzehnter bis Ziegenfuß, von Betz & Birkenstock bis Uffelmann & Vaupel, von Göckel, Heiß & Meininger bis Noss & Fass & Dauth & Weinel …) und die lokal-regionalen Heimatkundler, Archäologen und Historiker wie Heinz Semmel, Hans Kreutzer, Erwin Rückriegel, Horst Emmel werden auch AußerGründauer angefragt: neben Dr. Christine Wittrock, die schon einmal beim Stenger vorgetragen und viele Bücher über die Region geschrieben hat,  der Frankfurter Historiker Dr. Manfred Köhler .
Der Biograf des Mittel-Gründauer Paulskirchenabgeordneten und Bahnlinienpioniers, Landarztes und Naturforschers & -Lehrers Dr. Christian Heldmann, hat seine Unterstützung für das Mittel-Gründau-800-Buchprojekt zugesagt. Über unseren Paulskirchenabgeordneten hat Dr. Köhler ein Buch mit mehr als 700 Seiten geschrieben: “Im Feuer der sozialen Republik”.. Er hat nach dem Verbleib des Mittel-Gründauer Lehrers und Schriftführers des Demokratischen Vereins, Bernhardt Kaffenberger in Bremen, Hamburg, Rotterdam, Emden in den Passagierlisten der Auswanderungsschiffe geforscht. Kaffenberger war mit seiner Famile dort nirgends zu finden. Erst einige Monate nachdem wir eine Suchmeldung und die Geschichte Kaffenbergers ins Internet gestellt hatten, meldete sich ein Rich Kaffenberger aus den USA  und wollte alles von uns über seine Vorfahren in ” this little Village Middle-Grundau” wissen. Bernhard Kaffenberger war nach Auskunft durch seinen UrUrUrUrUrenkel in den USA  nach langen Notjahren ein hochgeschätzter Lehrer und Arzt geworden (wie sein Vorbild Dr.Christian Heldmann).
Viele der bisher gesammelten und bereits geschriebenen Dorfgeschichten wurden so durch Dr. Köhlers  Forschungsarbeiten be- und angereichert. Er ist Mitglied der “Hessischen Historischen Kommission”, und schreibt zur Zeit u.a. im Auftrag des hessischen Landtages ein Buch über die Geschichte der Demokratie in Hessen.
Da Dr. Köhler seine unter HARTZ4 liegende Rente mit solchen Forschungsarbeiten aufbessern muss, kann er seinen Beitrag für dieses Buch und die 800 Jahrfeier nicht kostenlos machen. Dr. Köhler hat schon einmal 1998 in Mittel-Gründau zu einem Jubiläum einen Vortrag gehalten: zum 150. Jahrestag der 1848er Revolution und die führende Rolle unseres Dorfes bei der Erkämpfung der ersten demokratischen Verfassung in Deutschland – übrigens war das Main-Kinzig-Kreis-weit die einzige 1848er Jubiläumsfeier, neben der in Hanau, die auch auf Dr. Köhlers und meine Initiative zurückging. Um 1998 hat Dr. Köhler  in der Region eine ganze Reihe solcher Veranstaltungen organisiert: in Büdingen (Heusohn-Museum), in Düdelsheim (Rathaus/Alte Schule), in Gelnhausen (Romanisches Haus), in Ortenberg-Selters (Heldmann-Haus), Offenbach (Heinrich-Heine-Club), Nidda (Rathaus), Karben-Petterweil., Erbach (Odw -Brauhaus)  …..Veranstaltungen, die ich allesamt mit Liedern aus den 1848ern begleiten durfte. (und da Dr. Heldmanns politische-soziale Arbeit bis an und weit über die hessischen Grenzen hinaus wirkte, gab es solche Veranstaltungen dann auch in Viernheim, Ingelheim, Alzey, Worms,  u.v.a.m.
MfG
Hartmut Barth-Engelbart

 

 

 

 

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

2 Gedanken zu „Warum so viel Widerstand gegen einen Widerstandskämpfer?
Ein Altbürgermeister & Widerstandskämpfer,
ein KZ-Opfer & Deserteur (aus der Strafkompanie 999)
erhält von Bundespräsident Scheel das Bundesverdienstkreuz
aber keine Straße, nicht Mal (s)eine Halle wird nach ihm benannt. WARUM ?“

  1. Hallo Hartmut
    Habe mit Interesse deinen Artikel / Bericht gelesen, leider hab ich nichts beizutragen, könnte aber bei der Digitalisierung von Bildern und Filmen, auch super 8 , behilflich sein.
    Gute Zeit. Siegfried

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