Wie ist es um die junge Welt bestellt?

Man merkts daran wie man es dort mit Leserbriefen hält:

Einen sehr bezeichnenden Mailwechsel mit dem Chefredakteur der jungen Welt möchte ich der HaBE Lese-Gemeinde nicht vorenthalten. Es ging um einen Artikel über einen der entscheidendsten Streiks der Metallarbeiter nach 1945, der Streik über Monate für die Lohnfortzahlung bei Krankheit.  In dem Artikel wurden wichtige fakten nicht berichtet, nicht berücksichtigt. Auch dass die damals kampfstärkste IGMetall-Region Nord-Baden / Nord-Württemberg den Streikerfolg hauptsächlich gesichert hat. Nicht erwähnt bzw kaum berücksichtigt wurde im Artikel auch die flächendeckende Aussperrung bundesweit auch gegen nichtstreikende Landesverbände, organisiert durch Hanns-Martin Schleyer, den Chef des Metallarbeitgeberverbandes und einen seiner Manager.

Diesen Mangel wollte ich durch meinen Leserbrief ausgleichen, zumal ich beim Streik dabei war und wegen der Streikunterstützung aus der Schule geflogen bin.

Ich habe dann bevor ich die erschreckende Reaktion der jW-Redaktion veröffentlichte, einige KollegINNen und GenossINNen befragt, ob das Sinn mache. Die Antwort war einmütig und gut verständlich:

Gegen die Veröffentlichung spricht nichts.
Eine Zensurmaßnahme war das ja nicht gegen irgendeinen beleidigten Leserbriefschreiber, sondern gegen eine jW-Mitarbeiterin, gegen die offenbar “mit Entschiedenheit” durchgegriffen wurde. Ob sie dabei auch zum Mittel der Erpressung gegriffen haben, wird Dir der Herr, dem so schnell der Huth hochgeht, sicher nicht verraten.

Am 04.11.2016 um 11:38 schrieb HaBEbuechnerei:

Soll ich das besser nicht veröffentlichen ? Oder isses eh nur unwichtig. Ich halte es für die Entwicklung der jW für leider typisch

 

Von: Stefan Huth [mailto:shu@jungewelt.de]
Gesendet: Freitag, 4. November 2016 10:41
An: HaBEbuechnerei <HaBEbuechnerei@web.de>
Betreff: Re: Fwd: WG: Rückfrage wegen Leserbrief

 

Lieber Hartmut Barth-Engelbart,

es steht dir natürlich frei, in einer redaktionellen Entscheidung eine Zensurmaßnahme zu sehen. Deinen Erpressungsversuch allerdings weise ich mit Entschiedenheit zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Huth

 

 

Am 02.11.2016 um 15:22 schrieb HaBEbuechnerei:

 

Lieber Stefan Huth,

ein kurzer HInweis darauf, dass „grundsätzlich keine externen Links, die zu Langfassungen von Leserzuschriften verweisen“ in der jW veröffentlicht werden, hätte genügt, wenn er denn mit der Zusage des Abdrucks der von mir gekürzten Fassung gekommen wäre. Der Hinweis kam nicht. Warum?   Meine Ergänzungen zum Thema sind politisch von äußerster Brisanz.  Sollte mein Leserbrief, bzw. die von der Leserbrief-Redaktion und dann von mir nochmals gekürzte Fassung nicht in dieser Woche noch in der jW erscheinen, werde ich den Vorgang öffentlich machen. Denn dann handelt es sich m.E. um eine politische Zensurmaßnahme.

 

Mit solidarischen Grüßen

Hartmut Barth-Engelbart

 

Dir dürfte meine enge Freundschaft mit Rainer Rupp ebenso bekannt sein wie mein Dissens mit Dietmar Koschmieder in einigen sehr zentralen Fragen. Dieser Hintergrund läßt dann natürlich den Verdacht auf politische zensur um so leichter aufkommen.

 

 

 

Von: Stefan Huth [mailto:shu@jungewelt.de]
Gesendet: Mittwoch, 2. November 2016 11:35
An: HaBEbuechnerei@web.de
Betreff: Re: Fwd: WG: Rückfrage wegen Leserbrief

 

Lieber Hartmut Barth-Engelbart,

wir veröffentlichen auf der Leserbriefseite grundsätzlich keine externen Links, die auf Langfassungen von Leserzuschriften verweisen, insofern konnte Ihr Schreiben leider nicht berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Huth

 

Am 02.11.2016 um 11:15 schrieb Lena Grünberg:

 

——– Weitergeleitete Nachricht ——–

Betreff: WG: Rückfrage wegen Leserbrief
Datum: Mon, 31 Oct 2016 14:19:20 +0100
Von: HaBEbuechnerei <HaBEbuechnerei@web.de>
An: lg@jungewelt.de

 

Guten Tag zusammen,

 

mein Blick in die heutige Ausgabe  hat mich nach ein paar anderen Seiten  dann doch auch auf der Leserbriefseite etwas verunsichert. Wie war das mit dem Leserbrief am Montag ? Oder kommt er noch im Laufe der Woche ?  Wäre sivcherlich etwas erkenntnisfördernder, wenn sich die Leserschft noch an den Urprungsartikel erinnern könnten.

 

Gruß

HaBE

 

Von: HaBEbuechnerei [mailto:HaBEbuechnerei@web.de]
Gesendet: Donnerstag, 27. Oktober 2016 13:47
An: ‘Lena Grünberg’ <lg@jungewelt.de>
Betreff: AW: Rückfrage wegen Leserbrief

 

Liebe Genossin Grünberg, lieber Genosse Tiedjen,

so wie er unten von mir ergänzt und gekürzt wurde, kann er abgedruckt werden Unbedingt: der Hinweis auf den LINK zum vollständigen Text

Soligrüße

HaBE

 

Von: Lena Grünberg [mailto:lg@jungewelt.de]
Gesendet: Donnerstag, 27. Oktober 2016 12:38
An: h.barth-engelbart@gmx.de
Betreff: Rückfrage wegen Leserbrief

 

Sehr geehrter Herr Barth-Engelbart,

wir würden gerne einen Teil Ihres Leserbriefs (insgesamt wäre er zu lang) am Montag drucken, aber ich müsste den ersten Satz ändern und manches ausklammern. Es würde mich sehr freuen, wenn sie vielleicht einen Blick daraufwerfen, gerne etwas ändern (es sollte nur nicht viel länger werden).

Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe,

Mit freundlichen Grüßen

Jörg Tiedjen

 

Alte Kameradschaften

 

Zu jW vom 25. Oktober: »Lehrstück des Klassenkampfes«

(…) Als 1963 die Metallarbeiter in Nordbaden/Nordwürttemberg, im kampfstärksten IG-Metall-Bezirk, für die Lohnfortzahlung streikten, organisierte Hanns-Martin Schleyer, der damalige Metallarbeitgeberchef, eine bundesweite Aussperrung (…). Er wollte mit ihr innergewerkschaftlichen Druck auf die IG-Metall-Spitze und den führenden Bezirk erzeugen. Als Organisatoren der Aussperrung hatte sich Schleyer einen Mannheimer Sozialdemokraten ins Kommandozentrum geholt, der in seinem Mercedes-Benz-Management gerade Karriere machen wollte und sich damit brüstete, in der SPD das Du und die Anrede »Genosse/Genossin« abgeschafft zu haben. (…) Obwohl das Ziel der Aussperrung nicht erreicht wurde, hat Schleyer diesen Sozialdemokraten in das Wahlkampfteam für Willy Brandt ausgeliehen, das unter der Leitung Helmut Schmidts arbeitete (…).

Mit zu dieser Geschichte gehört auch, dass ich wegen der Unterstützung dieses Streiks mit Liedern, Gedichten und Aktionen gegen die Aussperrung 1964 aus der Schule flog und nur auf Druck der IG-Metall-Kollegen wieder in das Mannheimer evangelisch-musische Bach-Gymnasium und die Neckarauer Kantorei aufgenommen wurde: Die Kollegen nahmen mich als Ehrenmitglied in die IG-Metall auf und setzten den damaligen sozialdemokratischen Bürgermeister von Mannheim, Walter Krause, so unter Druck, dass der diesem kirchlichen Privatgymnasium mit Entzug städtischer Fördergelder drohte, wenn Schüler weiter an der Wahrnehmung ihrer demokratischen Rechte gehindert würden.

Zu den Sponsoren und Förderern dieses Gymnasiums für die »Erziehung einer evangelischen Elite« gehörten die Kohl-Ziehväter Schleyer, der Pegulan-Chef Ries, der Karlsruher Brauereibesitzer Sepp Dietrich Monninger und der Rüstungsindustrielle Renner, der Vater der späteren Frau Kohl. Alle drei Erstgenannten kannten sich aus Prag, wo sie als SS-Obersturmbannführer unter Heydrich segensreich gewirkt hatten. Leiter des Internats und späterer Schulleiter war ein ehemaliger SS-Offizier und Theologe der »Deutschen Christen«, der zum Thema »Jesus war ein Arier« seine Doktorarbeit geschrieben und von der Spruchkammer ein Predigtverbot von 1945 bis 1958 erhalten hatte. (…)  ((der ganze Leserbrief-Text steht hier: http://www.barth-engelbart.de/?p=154402))

Hartmut Barth-Engelbart, Gründau

 

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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