Einar Schlereths letztes Buch ist nicht fertig geworden. Wo ist das Manuskript geblieben?

Die Stelle in seinem Blog, wo er das Buch angekündigt hat, kann ich gerade nicht finden. Wer die Stelle kennt, soll sie mir bitte beschreiben oder als Kopie zuschicken.

Einar hat mir das Buch mehrmals angekündigt. Eine Reihe von Halunken hätte daran keine Freude, sagte Einar. Ich wollte Teile daraus in meine Trilogie „Vatermörder, Muttermale, Onkelmord & Bruder-Killer“ einarbeiten. Dieses Buch ist nicht der einzige Grund dafür, dass ich in der Trilogie mit Einar bei seinen regelmäßigen Besuchen in den mich behandelnden Kliniken einen monologischen Dialog führe, in dem die vielen Parallelen unserer Lebenswege zum Vorschein kommen, sich kreuzen. Können Parallelen sich kreuzen? Aus dem Mathe-Unterricht habe ich noch in Erinnerung, das das in der Unendlichkeit geschieht. Das passt schon sehr gut: ich hatte Einar unsere Freundschaft als unendlich erklärt. Hättest ja auch noch etwas hier unten warten können, zumindest so lange, bis wir uns mit Arundhati Roy getroffen haben. Jetzt kann es nur noch ein himmlisches Treffen werden, besser noch ein höllisches -wegen der Wärme.

Das zeigen die letzten mails, die Einar mir geschickt hat:

Einar Schlereth: das letzte Mal, die letzte Mail dieses sozialrevolutionären Enzyklopäden

Einar hat sich Mitte Juni 2021 von mir nach Bangkok verabschiedet.

Seine letzte Reise ging jetzt aber doch an Thailand vorbei. Nein, nicht nach Indonesien. Und auch ohne seine mehrere Tausend Bände zählende Bibliothek, auch ohne seine zahlreichen eigenen Werke. Auch ohne seine Gemälde.

Die Herausgabe dieses Buches über die US-Massaker hat der zu Bundesverdienst-Kreuze gekrochene Ex SDS-Vorsitzende Karl-Dietrich Wolf , mein Ex-Arbeitgeber mir gegenüber als seinen “größten verlegerischen Fehler” bezeichnet, den er als leidender Angestellter beim MÄRZ-Projekt der Herren Melzer und Schröder begangen habe.

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Einar Schlereth von wikipedia tunlichst verschwiegen:

Einars letzte Reise dürfte mehrmals um die Erde gegangen sein, bevor er sich in die Sonne begab, an all die kolonialen und neokolonialen Krisen- und Kriegsherde, aber auch an die schönsten Plätze des Globus, über die er mit den Menschen dort geschrieben hat. Ich danke ihm für die Unterstützung meiner Recherchen über meinen Kriegsverbrecher-Onkel in Norwegen, meiner Recherchen über Afrika, Baltikum, Skandinavien, Spanien, Italien, Portugal, Lateinamerika, Karibik, China, Indien, Fernost, Nahost, Ozeanien , Australien ….. Mein vergeblicher Weckruf: Die Götter HaBEn mir vier Brüder genommen: mein Weckruf für Einar Schlereth, Mikis Theodorakis, Jannis Ritsos & Manolis Glezos – barth-engelbart.de konnte ihn leider Gottes auch nicht wieder auferstehen lassen. Er war aus seinem Elternhaus und aus der Kirche ausgetreten. Das hat er nun davon, dieser Atheist, dieser Heide! Auferstehung von den Toten geht ohne Kirche nun Mal gar nicht!

Von: Einar Schlereth <einar.schlereth@gmx.com>
Gesendet: Mittwoch, 16. Juni 2021 20:42
An: Hartmut Barth-Engelbart <habebuechnerei@web.de>
Betreff: Re: AW: Noch ne Frage! von wem kommen 4800 Aufrufe aus Schweden?

Mein geliebter Hartmut,

die Vorbereitungen zum Abflug nach Bangkok/Pattaya sind im vollen Gange. Auch mit Abschied etc Und alle die Dinge mit Quarantäne, Covid – Pass etc. Wenn ein Text kommt, den du nicht verstehst, heißt das natürlich, dass du bitte nochmals anrufen sollst.

Also ein erneuter Versuch. ciao

Einar

ons 2021-06-16 klockan 20:09 +0200 skrev Hartmut Barth-Engelbart:

Einar, ich habe 20 MAL VERSUCHT; Dich zu erreichen mit dem Telefon, aber da kam nur eine schwedische Ansage, die ich nicht verstanden habe. Ruf mich doch Mal an. Noch Mal an.

Gruß Hartmut

Von: Einar Schlereth <einar.schlereth@gmx.com>
Gesendet: Dienstag, 4. Mai 2021 08:36
An: Hartmut Barth-Engelbart <habebuechnerei@web.de>
Betreff: Re: Noch ne Frage! von wem kommen 4800 Aufrufe aus Schweden?

Lieber Hartmut,

da hast du einen falschen Verdacht.  Richtig ist, dass ich vor 4-5 Tagen eine tour d’horizon auf deiner Seite gemacht habe und in etwa 4-5 Titel gelesen habe. Das ist alles. Habe auch nichts von dir übernommen oder weitergeschickt.

Ist mir also ein Rätsel, wie dein Blog und dein Telefon Weltberühmtheit erlangte.

Da hast du ja in das Mädchen enorm viel investiert. ALLEIN für die Grundstücke hast du so viel bezahlt wie ich für mein Haus (voll eingerichtet) plus 1350 qm Land. Das wird natürlich einige Leute in ihrem Dorf dazu bewegen, nach Deutschland in die Gegend von Frankfurt auszuwandern, weil dort Milch und Honig fließt. 

Ja, ich habe auch schon Einzelpersonen unterstützt, aber prinzipiell mache ich das nicht. In Tansania machten wir das so, dass wir ein Monatsgehalt für eine Tageshilfe an eine Organisation von Daudi Ricardo (ja, das ist er: der urur-Enkel des großen  Ricardo, einer der liebenswürdigsten Menschen, die ich je kannte, der die Org. Community Development Trust Fund gründete und der mit meinem Geld etwa einen Dorfbrunnen, den zu bauen die Leute begonnen hatten und nicht fertig bekamen mangels Geld, SELBST zu Ende bauen konnten. Daudi kontrollierte jedes Projekt.

Oder ich schicke regelmäßig an die Donate to support Èzili’s HLLN works for a new earth paradigm  Geld in Haiti. Ézili ist Anwältin, die die HLLN gegründet hat – auch für sauberes Wasser, Hausbau (weil die Häuser regelmäßig von Tornados weggefegt werden etc.) –  Poetin, die auch phantastische Tanzvorstellungen bietet – kurzum eine wunderbare Frau. Außerdem sind die Haitianer das revolutionärste Volk der Welt, die unentwegt für ihre Freiheit kämpfen, die 1791 als Sklaven ihre Freiheit erkämpften, mehrere Armeen von Napoleon von der Platte fegten plus ein paar engl. und US-Armee. Und sie waren die allerersten, die die allgemeinen und vollständigen Menschenrechte einführten.

(das waren also nicht die Franzosen und nicht die Amerikaner)

und die Wut dieser Mächte ist so groß, dass sie alle gemeinsam ständig dieses winzige Volk schikanieren, überfallen, gewählte Präsidenten ermorden oder entführen usw. usw.

Ézili hat übrigens auch einen Prozess gegen die UNO geführt und gewonnen, die mit einer Armee die Cholera wieder nach Haiti einschleppten, die es dort schon 100 Jahre nicht mehr gab. “Erfolg”: ein paar tausend Tote.

Ich hätte gern das Geld vom Gates. Ich wüsste, was damit anzufangen. Na du auch. 

Ciao , mein Lieber. Auf die Suche nach dem Ausschnüffler bei dir musst du leider alleine gehen.

Einar

mån 2021-05-03 klockan 22:13 +0200 skrev Hartmut Barth-Engelbart:

Hast Du da ne Ahnung, einen verdacht? Sind die Oberlauscher von Norwegen nach Schweden gezogen?

Von: Hartmut Barth-Engelbart <habebuechnerei@web.de>
Gesendet: Montag, 3. Mai 2021 13:23
An: ‘einar.schlereth@gmx.com’ <einar.schlereth@gmx.com>
Betreff: Noch ne Frage!

Seit vorgestern scheint es in Schweden jemanden zu geben, der täglich zwischen 1000 und 2500 Artikel auf meiner Seite aufruft.

Du bist das doch sicher nicht? (Jetzt 29.10.2021 liegen die täglichen Aufrufe aus Schweden wieder bei 5 bis 10000)

Von: Hartmut Barth-Engelbart <habebuechnerei@web.de>
Gesendet: Montag, 3. Mai 2021 13:20
An: ‘einar.schlereth@gmx.com’ <einar.schlereth@gmx.com>
Betreff: AW: Mit der Tagessau in Klöckners Darm, wie arm, aber schön warm!

Lieber Einar,

herzlichen Dank für die 100€ für Rema und Nasser. Sie hat jetzt ein kleines Grundstück gekauft für ca. 2000€, die ich ihr schicken konnte.  Jetzt geht es noch um die Eintragung ins Grundbuch, die Dokumente , den ganzen Papierscheiß und der kostet wieder Bakschisch. Das Stück ist ein Triangel mit 70 x 56 x 95 feet Und dann geht es um ein etwas größeres Nachbargrundstück, das Rema für den Selbstversorger-Garten dazukaufen möchte. Das kostet noch Mal 3000€. Ich habe jetzt die Unternehmer-Frauen  aus der Frauen-Abteilung der Unternehmervereinigung Rotary oder Lions-Club um Spenden gebeten, die 2005 schon Mal mein Lamboy-Kids“-Projekt mit 5.000 € unterstützt hatten. Schaumerma PECUNIA NON OMLET.

Liebe Grüße aus dem Lockdown-Stress, der viele Beziehungen auf eine harte Probe stellt und nicht wenige davon platzen lässt. Unsere wird nie platzen.

hartmut

Einar über Einar Schlereth

Geb. 1937 in Marienwerder/Wpr, der Regierungshauptstadt von Westpreußen und heute zu Polen gehörig. 1945 am 1. Januar 10-monatige Flucht der gesamten Familie nach Bad Neustadt a. d. Saale in Franken (Bayern), die Heimat meines Vaters. 1956 das Abitur absolviert und danach nach Hamburg zum Studium der Anglistik und Romanistik, das ich auf Grund meines Bruchs mit meinem faschistischen Elternhaus selbst finanzieren mußte, und zwar durch Arbeit in ca. 50 Branchen, vom Bau und Hafen bis zum Filmstatist und Kameraassistent.

1957 in Paris erste Erfahrungen mit Demos (gegen Frankreichs Krieg in Algerien) und Polizei gesammelt. 1960-65 in Freiburg/Bg studiert. 1965-66 Artdirector einer bekannten Galerie in der Schweiz. Ende -66 nach Stockholm gezogen, wo auch meine Tochter geboren wurde. 1967 enge Kontakte mit der FNL-Bewegung und den Massendemos gegen USAs Krieg in Vietnam. Mitglied von Clarté.

1968 Rückkehr nach Frankfurt/M in Deutschland, wo ich stark in der Studentenbewegung engagiert war. Erste Artikel, Übersetzungen  für studentische Broschüren und Vorträge. 1970 erste Veröffentlichung ‚Indonesien: Analyse eines Massakers‘. Übersetzungen u. a. von Philippe Gavi ‚Konterrevolution in Indonesien‘, Frantz Fanon ‚Afrikanische Revolution‘. Mitbegründer der 1. Zeitschrift in der BRD für Fragen der 3. Welt. Zusammenarbeit mit türkischen und spanischen Arbeitern und deren Publikationen sowie mit Studentengruppen aus Palästina, Iran, Äthiopien, Eritrea etc.

1971 Umzug nach Hamburg, wo ich 25 Jahre lang freier Mitarbeiter des 3. Programms des NDR war, aber auch für Radio Bremen arbeitete. Features zur 3. Welt, Umwelt (Spanien, Schweiz, Kanada), Minderheiten (Basken, Samen, Rätoromanen). Weitere Publikationen zu Indonesien und China. 1979-81 mit Familie in Tansania, wo ich Features für den Rundfunk (u.a. einen 6-teiligen Kisuaheli-Kurs) und zwei Bücher schrieb (von denen wegen der Wirtschaftskrise allerdings nur eines erschien: ‚Null Uhr – wenn die Sonne aufgeht‘).

Nach meiner Rückkehr und dem Rückgang des Interesses für die 3. Welt mußte ich mich verstärkt Übersetzungen zuwenden. Für fast alle großen deutschen Verlage gearbeitet und u.a. Weltautoren wie Juan Goytisolo ‚La chanca‘, Jan Myrdal u. a. ‚Indien wartet‘, Artur Lundkvists großes Poem „Neruda“, Fatima Mernissi ‚Angst vor der Moderne‘, Victor Ostrovskys Mossadbücher übersetzt. 2011 Jan Myrdals zweites Buch über Indien „Roter Stern über Indien“ übersetzt sowie das Buch von Arundhati Roy „Wanderung mit den Genossen“ übersetzt und herausgegeben, beide im Zambon Verlag, Frankfurt a.M. erschienen. Ebenfalls erschien dort 2012 von Gilad Atzmon „Der Wandernde – Wer?“ in meiner Übersetzung. Danach folgte die Herausgabe der deutschen Übersetzung von André Vltcheks „Indonesien – Archipel der Furcht“ (Indonesia – Archipel of Fear).

In Hamburg 10 Jahre lang Vorsitzender der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft gewesen. Weiterhin in der Palästina-, Ost-Timor und als Sekretär in der Afghanistan-Solidarität mitgearbeitet (für die ich die ‚Afghanistan-Blätter‘ 1986-87 herausgab und eine Inspektionsreise nach Peshawar unternahm, wo wir ein kleines Hospital und eine Schule betrieben).

1993 ein Jahr lang in Andalusien in einem Minihäuschen mit Garten auf einer Terrasse hoch über der Stadt Motril  gelebt. Die Jobs bei Rundfunk und Verlagen lösten sich allmählich in Luft auf. Ein Verleger auf Besuch animierte mich, meine ‚Erinnerungen‘ zu schreiben (in denen ich mit erschreckender Exaktheit die Folgen des Oslo-Abkommens vorhersah). Als Kalle Hägglund sich viele Jahre später daran machte, sie zu publizieren, starb er. Inzwischen habe ich sie  auf einem eigenen Blog  ‚Einarmemoriert‘ veröffentlicht.

1994 gemeinsam mit einem Freund (beide haben wir das Skandinavien-Syndrom) nach Schweden gefahren, wo jeder dann im Dorf Klavreström sein Häuschen kaufte. Da die Lage am Arbeits-und Wohnungsmarkt immer schwieriger wurde (1989 waren die billigen Übersetzer aus der ehemaligen DDR in den Westen geströmt, wofür die Verleger sehr dankbar waren), zog ich 1997 endgültig nach Schweden. Anfangs konnte ich noch hin und wieder Übersetzungen machen, was 1999 definitiv zu Ende war. Also wieder Jobs – als Hausrenovator, Gärtner, Sprachenkursleiter, Lehrer gearbeitet. Seit 2003 Pensionär – der jedoch beinahe  mehr arbeitet, denn je zuvor, allerdings kostenlos.

2007 eine 5-wöchige Reise nach Venezuela unternommen, was mich ungeheuer beeindruckte, und wo ich zum ersten Mal spürte, fast riechen konnte, was Freiheit bedeutet, wirkliche Freiheit, nicht die Pseudo-Freiheit, die wir in unseren sogenannten Demokratien ‚genießen‘. Das Ergebnis war eine 6-teilige Reportageserie auf Schwedisch, die auf verschiedenen Webseiten publiziert wurde und jetzt auch auf Tlaxcala liegt. Inzwischen habe ich sie ins Deutsche übersetzt und auf diesem Blog aufgelegt.

Von 2009 – 2011 Mitglied und Redakteur bei Tlaxcala, ein internationales Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt. Dort liegen hunderte von meinen Artikel-Übersetzungen sowie eigene Artikel (siehe http://www.tlaxcala-int.org/).
Seit Mitte 2011 Austritt und nun arbeite ich hauptsächlich für meinen eigenen Blog einarschlereth.blogspot.com sowie zwei Blogs mit frühen resp. neueren Texten sowie meinen YouTube-channel. 2014 war ich Eigner und Verantwortlicher Redakteur der deutschen Version von der Seite http://www.vineyardsaker.de/ geworden. Aus schwer wiegenden Gründen habe ich diesen Job an den Nagel gehängt. Am 5. Juli 2017 ist auf meinem Blog der 3000. Artikel erschienen.

Außerdem bin ich Mitglied der Indiensolidaritet, der Iraksolidaritet , der Afghanistansolidaritet und der MAP (Medical Aid for Palestine).

Erneuter Weckruf für Einar Schlereth, Mikis Theodorakis, Jannis Ritsos & Manolis Glezos: „Die Schwalben ziehen viel zu früh …“ – barth-engelbart.de

Einar Schlereth, mein Freund, der bis zum Tod gekämpft hat: die letzten Texte des 84jährigen im Juni 2021: – barth-engelbart.de

Mehr zu und von Einar gibt es immer noch hier: einartysken

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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