Den Gabriels, Stein-meier-kühlers, Riesters, Erlers & Nahles ins Stammbuch geschrieben

und all jenen späteren VerHartzern, Immobilienhändlern, Reitstallbesitzern, Versicherungsagenten, AtlantikbrückenHeiligen, Waffenexporteuren, Kriegsministern und Gasprominenten, Bertelsmännern und -Frauen usw….

“Als A&O des TAFEL-Mahles kommt als Gast Andrea Nahles …”,

File:Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 18. Wahlperiode des Bundestages (Martin Rulsch) 110 (cropped).jpg

Wir dürfen jetzt ernten, was sie säte!

Komm Alte, falte die Hände und bete:

Komm Andrea, sei Du unser Gast

Und schau, was Du uns bescheret hast! ………

mit diesem Text  vom April 2014 möchte ich die Leviten-Lesung nicht beginnen, sondern mit den den Kollegen & Genossen Jacob Moneta & Sepp Sigulla Nachgeschrieenen, die angesichts der tödlichen Erpressung des griechischen Volkes und seiner Regierung aktueller sind denn je :

Gewidmet den letzten Mitgliedern der “Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokraten in der SPD “

(und wegen der Resourcen-Schonung auch gleich als Vorratswidmung für die Arbeitsgemeinschaft der Linken in der LINKEn)

Ach, Sepp,

sie machen weiter Krieg,

komm runter!

Bitte!

Sie nehmen uns die Margarine noch vom Brot

und machen daraus wieder Kriegskredite

und  treiben Griechen, Spanier, Portugiesen

wie uns in ihre Kriege und in Hungersnot

und ködern uns als Mörder und Kanonenfutter

vorm Arbeitasamt: Hartz4 mit Butter

und Orden für den Heldentod

 

 

Nach-Nachruf auf meinen Kollegen, Genossen und väterlichen Freund Sepp Sigulla,
den SPDler und Ex-DGB-Kreisvorsitzenden
im Main-Kinzig-Kreis

(und seinen und meinen Kollegen, Freund und Genossen
Jakob Moneta  ((nach diesem Nach-Nachruf)))

Und bei solchen Aktionen hätten Jacob Moneta und Sepp Sigulla von oben oder unten mitgekämpft und wären in der vordersten Reihe dabei gewesen, zusammen mit den Betriebsräten und dem Kollegen Weissenbrunner von der IG-Metall:

Geld arbeitet nicht, IHR seid der Mehrwert-VAC-tor

0000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

Neues vom Mehrwert-VAC-tor: Streikberichte die ARD & ZDF nicht brachten

0000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000

 VAC: Warnstreik verhindert Massenentlassung & erreicht Bestandsgarantie bis 2025

SEPP SIGULLA

Sepp Sigulla
Mit Dir in Kopf und Herz
zusammen
unsre Welt gestalten

Du hast,

wenn deine Parteigenossen
gegen unsre Interessen schossen
und unsre Gürtel enger schnallten,
uns mit weißen Westen
bis aufs Blut erpressten
und was sie für das Wohl
des Kapitals beschlossen
vereint mit Unternehmern, Bankern

im trauten Kreis mit Sekt begossen ..

und dann sternhagel voll

die VIP-Lounge unterhalten

haben, die Fäuste ballten
kurz vorm Kotzen
die ersten Zeilen aus der Internationalen
unter der Herren Tische lallten
sie schalten und walten
ließen
nicht nur
ab und an

.

Du hast,
wenn sie uns
die Niedrigst- Löhne
mit Steuern und Gebühren senkten
dem Kapital Stadt-Land und Fluß
und unsre Freiheitsplätze
die Alte und die neue heimat
und die Steuern schenkten
und uns in ihrem Strahlen-Müll
in Schutt und Müllverbrennungsasche
in Abgas, Gift und Gülle
in Bequerel und Dezibel ertränkten
und unsre Rechte im Betrieb einschränkten
uns verHARTZten, Riesterten, die Renten kürzten
uns Wohnungen raubten und uns in Schulden stürzten
Da hast Du dagegen-
und nie das Maul
da hast Du Wort gehalten

 

Auch wenn der Landvogt
und sein Hof-Staat
Dich aus dem hohen Hause warfen
hast Du den Polizeieinsatz noch provozierend
sie mit Deinen scharfen
Zwischenrufen
angegriffen
Du hast dem Gessler-Hut
Dich nie gebeugt
und deine Wut auf diesen Hut
in Energie verwandelt
und was Du sagtest
auch getan
gehandelt

 

Du hast Dir nie den Mund verbieten lassen
wie mussten Sie dich hassen.
Sie hätten Dich am liebsten ausgeschlossen
wie deinen Ziehsohn, die “Genossen” …

 

Du warst bei uns und hast ,
wenns brenzlig wurde
immer fest zu uns gehalten
wir warn zusammen stark
und ließen uns nicht spalten

 

Du hast den Nazis deine Stirn geboten
ein Khebab-Stand in Brand
schon lange vor den jüngsten Toten
und mit den hakenkreuzbesoffnen
BomberJackenHitlerjungen
mitten
auf dem Weißen Berg***
(Siehe Fussnote zum Pfingsttreffen 1982/83/84)
eines Morgens in aller Frühe
furchtlos, standhaft fest gestritten
und ihnen die Leviten gelesen
im Klartext: wie war es gewesen
mit den nackten Millionen Toten
und mit den in den Krieg gezwungen-
en Hitlerjungen
die mordend krepierten für die Schwerindustrie
für die Deutsche Bank und die Krupp-Dynastie
für Quandt und Thyssen und Konsorten
vergasen, rauben, morden
hast ihnen gesagt, die nützlichen Idioten,
sind Kettenhunde des Kapitals
die bestenfalls
im Zwinger enden
wenn ihre Halter sie
mal nicht mehr brauchen

 

da reicht es nicht einfach nur abzutauchen
Häuser brennen, Wohnwagen rauchen
und ihre Verführer
steigen aus der Asche
verbrannter Quellen
geschredderter Akten.

 

Du hast uns berichtet
Du kanntest die Fakten
die neuen von heute
so wie die Alten
Der Reichstagsbrand der Brennenden Zellen
wird zum Abmarschbefehl der robusten schnellen
Eingreiftruppen zum Sender Gleiwitz
den sie von Polen
nach Lib-Syrien holen

 

Alles schon einmal dagewesen
der Kettenhund Röhm
der Kettenhund Strasser
die Kommunistenfresser und Judenhasser
Du hast es nicht vergessen
Du hast uns davon erzählt
hast uns gesagt, gegen Raketen
gegen den Krieg
müssen wir kämpfen
und nicht nur beten

 

und dass es nicht reicht
wenn man von Schalt- zu Schaltjahr
seine Kreuzchen macht
und die Stimme in die Urne fällt
und man dann wieder zu Kreuze kriecht
den Rattenfängern folgt und sich zum nächsten Kreuzzug
in ihre Marschkolonnen stellt
und sich alle vier Jahre einen neuen Kriegsminister wählt

 

Sepp, so einer wie Du, der die Linie
und nicht die Hand auf
hält

 

Der seinen Hals nicht
nach allen WendeWinden
dreht
Der fehlt, wenn er geht

 

Doch Du
bist nicht weg-,
Du bist vorangegangen
Du hast für uns die Wege markiert
und daran können wir uns gemeinsam
kämpfend halten.

 

Mit Dir in Kopf und Herz
zusammen
unsre Welt gestalten

 

Am 13.7.Sepp nachgeschrieben.

 

Ich hatte ihm versprochen, ihn noch ein zweites Mal im Hanauer St.Vinzenz-Krankenhaus zu besuchen.

Ich habe es nicht mehr geschafft.

*** 1982/83/84 ? gab es einen nächtlichen Überfall von jugendlichen Neo-Nazis auf das Pfingsttreffen, das SommerCamp der osthessischen Jugendzentrumsinitiativen auf dem Weißen Berg neben der Ronneburg.
Die Bomberjacken fackelten einen Khebab-Stand ab, prügelten auf die Jugendlichen ein, die versuchten das Feuer zu löschen und provozierten im Zeltlager weitere Schlägereien. Um die Sache sich nicht weiter eskalieren zu lassen, riefen einige Jugendliche um 4 Uhr 30 bei mir in Hanau an und ich rief sofort bei Sepp Sigulla in Maintal an und bat ihn mit mir zusammen zur Ronneburg zu fahren. Obwohl ich bei der SPD im Main-Kinzig-Kreis als Ex-KBW-Kommunist die absolute Persona non grata war sagte der SPDler und DGB-Kreisvorsitzende sofort zu . Als ich dann um 6 Uhr im Zeltlager eintraf, stand Sepp Sigulla bereits  mitten  in einem Pulk von Bomberjacken und erteilte den angebräunten Jungs einige Lektionen. Die waren über Sepps Unerschrockenheit so perplex, dass sie mit gestellten Ohren,offenen Mäulern und geweiteten Augen still zuhörten, was ihnen dieser furchtlose Mann zu erzählen hatte… Seit dieser Zeit wussten wir beide, dass wir uns aufeinander verlassen konnten … es wurde eine tiefe Freundschaft über 30 Jahre und Sepps Tod ist mir ein kaum erklärbarer Verlust. Unsere Umarmung beim überraschenden Treffen bei der 1.Mai-Kundgebung 2012 in Hanau, mein letzter Besuch im Vinzenz-Krankenhaus, das alles hat mir viel Kraft gegeben… Sepp, ich mache weiter in unserem Sinne… “Keiner, nein keiner schieb uns weg, die Solidarität wird immer stärker, keiner schiebt uns weg !” Das war Dein Lieblingslied … und Du hast es auch gesungen bei unserer Aktion gegen das Nato-Waffenlager Alsberg und die Sprengkammern der “First Battle of the Next War”, dem “Fulda-Gap”, wo wir zum  ersten mal als Hauptredner gemeinsam gesprochen haben. Das war der nächste große Fix-Punkt unserer Freundschaft.

 

3 Gedanken zu “Nachruf auf meinen Kollegen, Genossen und väterlichen Freund Sepp Sigulla,
den SPDler und Ex-DGB-Kreisvorsitzenden
im Main-Kinzig-Kreis”

  1. Lieber Victor Grossmann,
    liebe Elke Zwinge-Makamizile, eure beiden reaktionen haben mich schier unendlich gefreut, zunächst besonders Deine, Elke, nachdem wir uns auf der Waldeck nicht nur virtuell sondern ganz real kennen gelernt haben. Zur Zeit arbeite ich an der Initiierung einer erneuten “Konferenz Gegenöffentlichkeit”, nach der von Dieter Dehm in der Berliner Universität der Künste so um 2000 herum organisierten, die jetzt ein interaktives basis-polit-kunstaktivierendes interaktives Internet-feuilleton und eine vernetzung aller linken Partale bringen soll, eine alternative “Künstleragentur”, eine Nachrichtenagentur, . Dazu brauche ich Unterstützung, Ich hoffe auf den DFV als einen der Hauptinitiatoren, es gibt schon eine Reihe von Zusagen, von Mitarbeitsangeboten, von Speicherplatzangeboten …. … …

    Und nun Victor zu Deinem Kommentar. Ich hätte so gerne Dich und Sepp Sigulla noch zusammengebracht. Aber in dem was wir tun, kommen wir trotz Sepps Tod zusammen. Ich hab ihm beim 1.Mai 2012 schon versprochen, dass ich in seinem, in unserem Sinne weitermachen werde… und da sind wir nicht allein.. die Reaktionen auf meinen Nachruf für Sepp Sigulla sprechen dafür… Adelante, Avanti, Vorwärts, PAME ! ,… ach Victor sag mir wie’s auf Englisch heißt. Foreward? Dass viele spanische Polizisten vor dem Parlament die AntiRiotHelme abgesetzt und sich den Protesten angeschlossen haben, außer der jungen Welt hat das hier kein sender, keine Zeitung gemeldet. Es wird verschwiegen, weil das Schule machen könnte… Die spanischen GenossINNen bitten darum diese nachricht und die Bilder dazu zu verbreiten.

    Beim nächsten Besuch in berlin möchte ich Dich gerne treffen und mich auch mit Dir streiten, aber nicht nur. Hat sich Rolf Verleger bei Dir gemeldet ?

  2. Lieber HaBe:
    Ich bekomme regelmäßig Deine Mails (hier in Ostberliner Karl-Marx-Allee). Weil ich zwar Ami aber langjäjhriger Ossie bin, verstehe ich vieles von dem nicht, was in der BRD in früheren Jahren – und besonders um F/M – so alles gewesen ist – oder noch ist..
    Hinzu kommt, dass ich mich über manches mit Dir sicher streiten würde. Dennoch, ich merke, was Du für ein entschlossener (und oft angegriffener) Kämpfer für die gute Sache bist, und wenn ich auch manchen Stich und manches Wortspiel nicht mitbekomme, vieles verstehe und geniesse ich doch. Der Nachruf – obwohl ich von dem Freund nie gehört hatte) war sehr bewegend!
    Also, beste Wünsche – All power to you, und jeder scharfer Stich gegen Heuchler und Karrieristen – und erst recht gegen die Nazis – ist willkommen und gut, wenigstens für die Seele.
    Salud!
    Victor Grossman

&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&&

  1. Veröffentlicht am von

    In tiefer Trauer um meinen väterlichen Freund Jakob Moneta, der in der Zeit eines von Israel ausgehenden drohenden neuen Weltkriegs so dringend gebraucht würde. Der ehemalige Chefredakteur der Zeitschrift “Metall” ist Gestern im Alter vor 97 Jahren gestorben.

    Nach dem Verlust von Willi Malkomes, ein weiterer schwerer Schlag. (Weiteres zu Jockel, Wulff Biermann und was das auch mit Beate Klarsfeld zu tun hat…hier:  http://www.barth-engelbart.de/?p=1245
    (Jakob Moneta hat als Widerstandskämpfer im Gegensatz zu solchen “Kommissarbefehlsempfängern” und -Umsetzern, zu solchen “Judenfreimachern” wie Richard von Weizsäcker im Regiment “Graf” (bis 30 Kilometer vor Moskau)  niemals auch nur einen Pfennig “Ehrensold” erhalten. Dabei erhalten die heute wieder marschierenden SS-Veteranenverbände in Litauen immer noch Rente aus Deutschland, die Widerstandskämpfer und KZ-Opfer in Litauen dagegen nicht. Die SSler kriegen zwar etwas weniger aber auch einen Ehrensold..:zum Thema Ehrensold hätte ich da nach dem Hinweis in der ZEIT auf meinem Artikel “Unser Präsident, ein Mordskerl” einen nützlichen Hinweis:
    Jockel,
    der Du zwischen beiden Blöcken
    dich für Die Menschen
    aufgerieben
    uns als fast noch Kinder aufgenommen hast
    neunzehnhundert fünf und sechsundsechzig
    sieben, acht und neunundsechzig
    der  Du stets
    gegen
    alle Kriege unsrer Herren
    nach Innen und nach Außen
    auf den Beinen warst
    Der Du Deine Klasse
    selbst in den schwersten Zeiten
    niemals verraten
    und den langen Kampf
    mit der Gewerkschaft
    niemals aufgegeben
    die Metall zu Edelstahl verwandelt
    Der Du uns jungen Leuten
    immer Mut gemacht
    und uns beraten
    uns geschult und kritisiert
    uns nie allein gelassen hast
    Dein Ratschlag kam niemals von Oben
    auf uns herab vom hohen Sockel
    Ach könntest Du noch etwas bleiben, Jockel !!
    Wir konnten Dich zu jeder Zeit erreichen
    Du bist die ganze Zeit
    einer von uns geblieben
    du hast uns vorgeschlagen
    und nie vorgeschrieben
    nur jetzt
    bist Du gegangen
    ohne dass ich Dich noch einmal sprechen konnte
    Doch trage ich von nun an Deine Worte
    Deine immer liebevolle
    solidarische Kritik
    und Deine Analysen
    in meinem Herz
    in meinem Kopf
    ja auch im Bauch
    So bist Du bei mir geblieben
    so werde ich Dich bis zum Ende
    nützen , schätzen , lieben
    und Dein Erbe
    meinen Kindern weitergeben
    zum Weiterkämpfen
    Weiterlieben
    Weiterleben
    Das schwör ich Dir
    mein alter Jockel
    Dein etwas alt gewordner
    unabhängig-sozialistscher
    Schüler-Knabe
    Dein
    HaBE
    aus der SoZ geklaut: ich hatte bereits Mitte der 80er bei Biermanns Auftritten heftige Kontroversen mit ihm und Erinnerungen an ein Treffen im Haus der Presse um die 1965 und das mulmige Gefühl, das mich trotz aller Wertschätzung seiner damaligen Texte beschlich.  Als Biermann dann zusammen mit Enzensberger Saddam Hussein zum “zweiten Hitler” erklärte und wahrscheinlich  seine Massenvernichtungswaffen alle gezählt hatte und dann mit Fischer zusammen das “zweite Auschwitz” in Jugoslawien verhindern wollte …. Die Reichshauptstadt Groß-Berlin hat jetzt einen ihr gemäßen Ehrenbürger …  Schade…
    Jetz haben mich dann doch einige Menschen gefragt, wie ich dazu käme den Jakob “Jockel” zu rufen. Sie kennten nur das libevolle “Jankel” sagen die älteren Genossen: ich will versuchen das mit dem Jockel zu erklären — und es hat spraschmelodishc auch etwas mit den Gockel zu tn und mit dessen ethymologischen Ursprung im französischen “le Coque”, der Hahn, der war das Freiheitssymbol bis hin zu den Bremer Stadtmusikanten der Brüder Grimm. Weshalb ja auch der Kukuck auf dem bekannten Freiheitsbaum sitzt. Wir sind im Odenwald in den frühen 60ern zum Kuckuck gegangen, wo die Herrschaften uns hingewünscht haben. Und für uns war der Kuckuck,  der Jakob, der Jockel,:
    Der “Jockel” kommt aus dem Südhessischen. In der Odenwälder/Starkenburger IG-Metall und in den angeren Gewerkschaften in dieser Region meier frühen politishen Sozialisation nannte die alten Genossen ihn nur “Jockel Moneta”, obwohl Jockel meist eine Form  für Josef ist. Vermutlich ist es eine “Deformation” des “fére Jaque”, des Bruder Jakob aus der “Franzosenzeit”. Ich werde die Reinheimer, die Rimbacher, die Erbacher und Michelstädter und die originen Sensbachtaler Mal danach fragen! Es ist dann nur noch im Mümlingtal die Frage, ob Unter- oder Oberzent , also ab Erbach  bachaufwärts gen Süden oder ab Michelstadt bachabwärts gen Norden Richtung Höchst-Sandbach-Neustadt-Breuberg-Obernburg. …..
    Ach, noch was, Jockel
    Du bist es jetzt
    endgültig
    Doch waren waren wir
    seit ich Dich kennen-schätzen
    gegen die Strömung kämpfend lieben lernte
    immer schon verschieden
    und haben uns dabei
    über das Wie
    nach vorn gestritten
    nie
    abgeglitten
    in den Morast der Grabenkämpfe
    wo man in dem Gestank der eignen Abgasdämpfe
    unterm Hohngelächter
    der Kapital-Marionetten
    gegenseitig sich erstickt
    Ach Jockel, von Deiner Kampferfahrung
    hätt ich mir gern noch ein paar Scheiben abgeschnitten
    jetzt tauchen nur noch Deine Bilder
    und Deine Bücher schlagen sich
    nicht wort-, doch tonlos vor mir auf
    Ach, Jockel
    könntest Du nich noch ein Weilchen bleiben !
    ..
    Ich weiß, Du bist erfüllt gegangen
    ich hoff nur dass die Sicherheits-Kopien nicht verblassen
    dass es Speicher gab,
    die Deine Enzyklopädie auch fassen
    und passen die auf wieviel dvds und chips und sticks?
    sind das etwa jetzt die Scheiben
    die ich mir
    bei Dir
    ungeschnitten
    abschneiden kann
    aus deinem Klassenkampfarchiv
    die mir den Durchblick lassen
    die uns die DeadEndStreet-Sackgassen
    vermeiden
    und uns GedankenWege finden klassen
    die uns weiterführen?
    Von Deinen Scheiben
    bleiben Zeilen
    ich werd sie
    lesend
    weiterschreiben
    HaBE

     

    Jakob Moneta antwortet Wolf Biermann

    D I E    F A L T E N    V O N     M A R G O T     H O N N E C K E R 

    Vor nun 25 Jahren wurde Wolf Biermann aus der ehemaligen DDR ausgebürgert. In einem umfangreichen Beitrag für den Spiegel (vom 12.11.01) hat der Sänger und Dichter die folgenreichen Ereignisse erinnert und reflektiert. Dass Jakob Moneta, Urgestein der deutschen Gewerkschaftslinken und mitbeteiligt an der damaligen Affäre, 15 Jahre später, nach der “Wende” in der PDS gearbeitet hat, ist für Biermann heute ein Zeichen politischen Doppelspiels, denn ein “waschechter Trotzkist” wie Moneta könne alles werden, “ein SPD-Mann, ein CDU-Mitglied, ein fundamentaler Moslem, ein RAF-Terrorist oder ein Banker oder ein Immobilienhai oder ein Sozialfall, er kann sich sogar umoperieren lassen zur Frau — aber ein Mitglied der stalinistischen Bande wird er nur dann, wenn er es im Grunde immer schon heimlich war”. SoZ-Redakteur Moneta antwortet hier auf diesen Vorwurf.

    Die literarischen und poetischen Fähigkeiten von Wolf Biermann sind unbestritten. Allerdings hat er sie auch den ihm von der SED und DDR gebotenen Möglichkeiten eines Studiums zu verdanken. Als Autodidakt fällt mir jedoch auf, wie oft er in seinem Spiegel-Artikel seinen Mut hervorkehrt. Dass er z.B. besonders scharfe Lieder im Osten all die Jahre gesungen und massenhaft verbreitet hat, dort also, wo es mehr Mut brauchte als auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs. Ich fragte mich, wie es möglich war, dass er zwar rund um die Uhr von der Stasi bewacht wurde, aber im Gegensatz zu vielen anderen, die weniger scharf waren als er und ihre Sachen keineswegs massenhaft verbreiten konnten, keine jahrelangen Haftstrafen abbüßen musste. Aber ich verdrängte, wohl weil ich soviel Sympathie für ihn hatte, diese Gedanken.
    Wolf Biermann wüsste gern, wer in der IG Metall auf die tolle Idee kam, ihn einzuladen, oder wer sie listenreich aufgegriffen habe. Ich bekenne mich als der Schuldige. Bereits zum Protestkongress in Offenbach gegen die beabsichtigte Hinrichtung von fünf Kommunisten in Spanien mit der Garotte, einem Halseisen, hatte ich zusammen mit Daniel Cohn-Bendit vorgeschlagen, Biermann einzuladen. Wusste ich doch, dass dessen Vater, zusammen mit einem anderen Genossen, versucht hatte, ein mit Waffen beladenes Schiff an die spanische Republik für deren Kampf gegen den Faschismus zu entsenden. Die Gestapo hat dies verhindert. Beide wurden zu hohen Haftstrafen verurteilt und Biermanns Vater, der nicht nur Kommunist, sondern auch Jude war, von den Nazis ermordet. Was ich nicht wusste war, dass Margot, die Tochter dieses Genossen, von seiner mutigen, kommunistischen Mutter Emma, in Obhut genommen wurde. Sie zog sie zusammen mit ihrem Sohn auf. Als Biermann die Ausreise nach Offenbach von der DDR-Bürokratie verboten wurde, gelang es, Tonbänder mit seinen Spanien-Liedern heraus zu schmuggeln und vor etwa 3000 begeisterten Zuhörern abzuspielen.
    Da mir bekannt war, dass die SED versuchte, ein gutes Verhältnis zu den Gewerkschaften im Westen herzustellen, schlug ich dem IG-Metall-Vorstandsmitglied Georg Benz, einem der mutigsten und klügsten Köpfe, vor, Biermann zu dem jährlich zu Werbungszwecken veranstalteten Jugendmonat einzuladen. Die Rechnung ging auf, Biermann durfte ausreisen. Als damaliger Chefredakteur von Metall stellte ich auf drei Seiten Biermanns Biografie und seine Lieder den 1,7 Millionen Lesern vor, von denen die meisten sicher noch nie etwas von Biermann gehört hatten.
    Es brachte mir allerdings herbe Kritik ein, als Betriebsräte sich beim Vorstand beschwerten, einen Kommunisten für den Jugendmonat empfohlen zu haben. Im Beirat der IG Metall gelang es mir, zu erläutern, wie wichtig es sei, oppositionelle Kommunisten in ihrem Kampf für die Demokratisierung von Partei und DDR zu unterstützen.
    Meine Lebenspartnerin Sigi und ich nahmen Biermann und seine Mutter Emma in unserem Haus in Frankfurt auf. Wir erlebten seine tiefe Bestürzung, als er nach der Massenveranstaltung in Köln seine Ausbürgerung erfuhr. Als er jedoch eines Abends erzählte, wie sehr er sich vor den Falten im Hals von Margot ekelte, die inzwischen die Ehefrau des Staatsratsvorsitzenden Honecker war, wollte Sigi ihn, angewidert von seinem Machismus, hinaus schmeißen. Nur ihre tiefe Sympathie für seine aufrechte und tapfere Mutter, die als Kommunistin noch Mitglied der DKP war und ihren Sohn vergötterte, hinderte Sigi daran, ihr Vorhaben auszuführen. Allerdings war sie während seines wochenlangen Aufenthaltes bei uns in einen ständigen Kleinkrieg mit ihm verwickelt. Mir jedoch ging langsam ein Licht auf, wieso sich Wolf Biermann unter der schützenden Hand von Margot Honecker soviel in der DDR heraus nehmen konnte, ohne von Haft bedroht zu sein.
    In seinem Spiegel-Artikel “Die Ausbürgerung” führt Biermann meine angebliche Spitzenkandidatur für die PDS in Frankfurt als Trotzkist darauf zurück, dass ich nur darum “ein Mitglied der Stalinschen Bande” werden konnte, weil ich “im Grunde es heimlich immer schon war”. Abgesehen davon, dass ich in Thüringen auf dem 6.Platz kandidierte und später — bis zum meinem 80.Geburstag — Vorstandsmitglied der PDS war, möchte ich Biermann bitten, mir zu erklären, wieso aus meinen Stasi-Akten hervorgeht, dass im Juli 1978 meine Einreisesperre in die DDR bis zum 30.12.1999 verlängert worden ist. Ich bin, soweit ich weiß, der einzige in diesem Lande, der bis zum Jahre 2000 nicht einreisen durfte.
    Die Gründe, die hierfür von der Stasi angeführt werden, leuchten mir durchaus ein. Ich hätte einem Osteuropakomitee angehört, dem Bahro-Komitee, einem Unterstützungskomitee für freie Gewerkschaften in Polen, dem “Schutzkomitee Freiheit und Sozialismus” in Westberlin, sei ein Sektionsleiter der IV.Internationale. So etwas gibt es zwar nicht, aber ich sei eben ein Anhänger des Beelzebubs Trotzki. Dass auch die Stasi nicht allwissend ist und ihr andere, subversive, antistalinistische, sozialistische Aktivitäten von mir unbekannt waren, hat mich allerdings beruhigt.
    Um Biermanns Neugierde, wie ein Trotzkist in eine “stalinsche Partei” eintreten kann, zu befriedigen, möchte ich ihm einiges aus meiner Ansprache an den Kongress der Linken Liste/PDS vom 15.9.1990 in Berlin zitieren:
    “Ich komme aus einer Tradition der Arbeiterbewegung, die sich ‚Linke Opposition‘ nannte. Ihre Gegnerschaft zur bürokratischen Gewaltherrschaft in der Sowjetunion musste sie mit zehntausenden Opfern bezahlen. Heute, viele Jahre nach ihrer Ermordung, werden diese Opfer rehabilitiert. Aber ihre wahre Rehabilitierung werden sie und die Opfer der anderen Oppositionen aus dem sozialistischen, kommunistischen, anarchistischen Lager erst dann erhalten, wenn wir uns wieder mit ihren Ideen, ihrer Kritik, den von ihnen vorgeschlagenen Alternativen beschäftigen werden.” “Die Kriegsfrage ist in der deutschen Arbeiterbewegung — und nicht nur der deutschen — stets der Lackmustest dafür gewesen, wer es ernst meint mit den Idealen des Sozialismus und wer sie verrät.”
    Obwohl Biermann mit dem Tod Havemanns seinen politischen Kopf verloren hat, müsste er sich doch heute fragen, warum sein lautes Bellen als Schoßhündchen der deutschen Rechten es nicht vermochte, all jene in den Berliner Wahlen zu überzeugen, die der Antikriegspartei PDS ihre Stimme gaben.
    Zum Schluss kann ich es mir nicht verkneifen, Wolf Biermann einen Spruch aus meiner jiddischen Muttersprache auf den Weg zu geben: “Nicht gedacht soll seiner werden.”

    Jakob Moneta

    Informationen und Meinungen sollten keine Waren sein. Und Geld ist ein Fetisch. Dennoch und ganz praktisch: Die Online-SoZ sieht nur umsonst aus. Wir brauchen Eure Euros.
    Spendet steuerlich abzugsfähig!
    VsP, Postbank Köln, BLZ 370100 50, Kontonummer 603 95 04

    http://vsp-vernetzt.de/soz/0124141.htm

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.