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Heidelberg auf deinen Brücken stand ich den schalen Nachgeschmack glänzender Feste im Gaumen den beklemmenden Rauch deiner engen Altstadt atmend und deiner Schönheit nicht gedenkend Heidelberg du grausame Schöne zerschneidest mir mein Ich läßt mich den Mittelpunkt das Gleichgewicht verlieren und meine Gedanken den Neckarwellen gleich in ein Meer von Heimweh fließen - Wohin? Ich kannte mein Ziel doch du bringst mich ab vom Wege und fesselst mich wie eine Frau für vierundzwanzig Stunden Und mittags Heidelberg und abends und nachts auf deinen Brücken stehe ich den schalen Nachgeschmack glänzender Feste den Rückblick deiner Augen im Nacken den beklemmenden Rauch deiner engen Altstadt zitternd fiebernd röchelnd atmend und deine Schönheit nimmt mich in ihre feuchten kalten Arme deckt über mich ihr Nebelschleierhaar das mir im Fallen noch den Blick zum Sternenhimmel nimmt
1966
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