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Die Kinder entdecken beim freien Surfen im Hunderterfeld Gesetzmäßigkeiten, entdecken Fehler, fordern Ergänzungen. bringen durcheinander, ordnen neu, vertikal, horizontal, beginnen die Zehnerkolonne mit Null, merken, daß die Hundert herausfällt, wenn man mit Null beginnt, entdecken die Nachbarzahlen, die Vorgängerin, die Nachfolgerin usw. ohne irgendeine Anleitung. Die Tafel wird von allen Kindern in den Pausen, bei Freistunden, von den Vorlaufgruppenkindern in verschiedenster Weise benutzt. Nach fast zwei Jahren fehlen von den Deckeln gerade mal zwei Exemplare, die überdies aus einem großen Fundus leicht zu ersetzen sind. (Eine Nordhessische Molkerei hatte uns einen großen Sack mit gebrauchten Milchflaschendeckeln zur Verfügung gestellt, nachdem er vom geplanten Verwendungszweck hellauf begeistert werden konnte). Die Kinder selbst sorgen sich um den Ersatz, sie schreiben die Zahlen, kleben die Magneten mit Teppichklebeband an die Deckel und sind dabei ganz erwachsen, weil sie das Teppichklebeband selbst zurechtschneiden können (Mitte der ersten Klasse).
Aus dem großen Hunderterfeld entstand das kleine Feld mit auswechselbaren Unterlagen: ein in Holz gefaßtes Drahtgitter mit 3X3 cm großen Feldern, in die Sprudelflaschendeckel passen. Die Flaschendeckel gibt es in verschiedenen Farben, sie sind als Spielsteine gut geeignet, jeder Zeit ohne Kosten ersetzbar. Die Deckel werden mit Zahlen beschriftet. Das Gitter hat 11 X 11 Felder, sodaß auch ein Multiplikationsfeld von 1 bis 10 mit Operationsleisten (Multiplikant/Multiplikator) unterlegt werden kann, das die Kinder für verschiedendste Spiele nutzen. Mit diesem Feld bauen sich die Kinder die verschiedenen Reihen auf. Unterlegt werden kann das Hunderterfeld, ein Mühlespiel, ein Dezimalschach, ein Halmaspiel. Die Kinder bringen von Woche zu Woche neue Spiele mit oder erfinden eigene Spiele. Das Drahtgitter ist mit Profilholz so eingefaßt, daß mehrere Spielplatten aus Pressholz eingeschoben werden können. Zwischen die Platten lassen sich die Spielsteine schieben, so, daß immer das ganze Material zusammen bleibt. Weitere Spielideen lassen sich auf dünner Pappe aufmalen und auch unter das Drahtgitter einschieben. Wichtig für die Spiele ist die feste Positionierung der Spielsteine, sodaß ein Spiel auch unterbrochen werden kann ohne daß die Steine verrutschen. Das kleine Hunderterfeld ist wichtig für Einzel- und Partnerarbeit. Das Hunderterfeld ist bewußt mit anderen Spielen kombiniert, damit es in einer großen Strukturierungsvielfalt immer in Benutzung bleibt. Es muß allerdings in genügender Stückzahl vorhanden/verfügbar sein. Die Eigenproduktion in Schulen mit mittlerer Polytechnikausrüstung dürfte kein Problem sein. Die Einschiebeplatten sollten aus Pressholz sein, da sie so als Brettspiele auch einzeln benutzbar und lang haltbar sind.
| 100 rote Mineralwasserflaschendeckel aus Plastik (müssen entgratet werden)20 weiße, 20 blaue, 20 grüne, 20 gelbe |
0,-DM |
| 10 Dielenbretter à 250 X 9,5 X 1,8 cm (längs halbieren auf 250 X 4,5 X 1,8 cm, Rahmenstücke à 47 cm zurechtsägen (ergibt 100 Stück) pro Rahmen werden 10 Stücke gebraucht. Nut und Feder nach innen liegend 45 Grad ansägen Reicht für 10 Rahmen |
ca. 50,-DM |
| Flechtstahlgitter (3mm) mit 3 cm -Feldern 1 x 2 m mit Bolzenschneider zurechtschneiden auf 11 x 11 Felder mit 1 cm Überstand an jeder Seite ergibt 10 Stücke von ca. 36 X 36 cm |
ca. 15,-DM |
| Hartfaserplatten oder Sperrholzplatten pro Rahmen werden 4 Platten à 36 X 36 cm gebraucht also 40 Platten für 10 Rahmen |
ca. 40,-DM |
| Farben, Etiketten, Schrauben, Holzleim, Klebefolie |
ca. 45,-DM |
| Materialkosten für 10 Rahmen |
ca. 150,-DM |
Kosten für die Hartfaserplatten könne gespart werden,
wenn sie aus dem Sperrmüll organisiert werden (bei vielen Rückwänden von Möbeln sind die Hartfaserplatten schwarz oder weiß beschichtet, was nochmals Arbeitsgänge und Farb- und Folien- kosten erspart).
Im Gegensatz zu Multiplikationstabellen aus Pappe/Papier mit den eingeschriebenen Reihen können die Kinder in der Deckeltabelle die Mengen eines jeden Eimaleins sinnlich erfassen. Der Versuch, diese Erfahrung mit Hilfe von Rechenplättchen, Pfennigen u.ä. auf der Papiertabelle machen zu lassen, scheiterte oft an der Verschiebung der Plättchen und der zum Teil wenig entwickelten Feinmotorik vieler Kinder. Auch bei ver Verwendung dieses Rechen- und Spielgerätes gilt, daß möglichst vielseitige verschiedenartige Materialien notwendig sind, um möglichst alle Ansprechebenen der Kinder erfassen zu können. Wichtig erscheinen uns allerdings die bessere (Be-) Greifbarkeit der Flaschendeckel, die besser Befühlbarkeit der kubischen, großvolumigen Formen, weil dadurch andere Wahrnehmungsebenen angesprochen werden. Feinmotorische Defizite sind mit solchem Material nicht länger unüberwindliche Zugangssperren, zumindest sind sie in ihrer Schwellenfunktion etwas zu nivellieren.
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