Organisierter Mord am Breitensport oder warum die Mittel-Gründauer SKG-Schwimmabteilung baden ging

Hier eine Vorschau auf das Kapitel:

Albert Oswald (SPD) ließ mit der Gebietsreform, der Abschaffung von Selbständigkeit und dörflicher Demokratie nicht nur das Mittel-Gründauer Schwimmbad baden gehen.

Schwimmsport in Mittel-Gründau von der Regierung ausgetrocknet

Albert Oswald verhinderte die SKG-Schwimmsport-Abteilung

Die unter Albert Oswald (SPD) durchexekutierte Gebietsreform beseitigte die dörfliche Selbständigkeit und Demokratie und in Folge  auch die örtlichen sozialkulturellen Einrichtungen: Schulen werden geschlossen, Schwimmbäder zugeschüttet oder noch in der Bauplanung verhindert, Schwesternstationen geschlossen, Jugendtreffs ebenfalls , dorfeigene öffentliche Gebäude mit Kulturzentren, Büchereien, Jugendzentren geschlossen.

Die Dörfer wurden durch die hessische Landesregierung  zur Aufgabe ihrer Selbständigkeit gezwungen, in dem man ihnen  androhte, die Landesmittel zu streichen. Albert Oswald verfolgte mit der Gebietsreform das gerade Gegenteil dessen, was Georg August Zinn mit seinem Großen Hessenplan erreichen wollte: Stopp der Landflucht, Aufwertung der Dörfer ….

Mit der so erpressten Zusammenlegung zu  Großgemeinden verlor zum Beispiel das unter Bürgermeister Groß hervorragend entwickelte Dorf Breitenborn a.W. sein Schwimmbad, seine Schule, sein Jugendzentrum.

Auch wenn die jeweiligen Ortsbeiräte dagegen stimmten, konnten sie nicht dagegen entscheiden. Sie haben nur Anhörungsrecht.

Der auf Antrag der SKG in der Gemeindevertretung beschlossene Bau eines Schwimmbades wird 1959 mit der Finanzplanung in Angriff genommen.

Die Gründe liegen auf der Hand:  den Kindern und Jugendlichen in Mittel-Gründau sollte unabhängig vom Geldbeutel und der Freizeit der Eltern die Möglichkeit geboten werden, bereits im Kindergarten, der Grund- und Hauptschule  schwimmen zu lernen.  Die Fahrt zu den Schwimmbädern nach Büdingen, Gelnhausen, Gelnhausen-Roth oder Langenselbold war in den Stundenplänen nicht unterzubringen .

Das Schwimmbad sollte den Aufbau einer Schwimmsportabteiliung der SKG ermöglichen und den Jugendlichen einen  Treffpunkt im Dorf bieten

Eine Arbeitsgruppe „Finanzbeschaffung“ wurde gebildet, Spendensammlungen  und Veranstaltungen wurden organisiert.  Das Schwimmbad sollte nahe an der Schule, zwischen dem auch als Turnhalle dienenden Volkshaus und dem Fußballplatz der SKG  gebaut werden.

Die Umkleidekabinen am Fußballplatz wurden für die Doppelnutzung geplant: Fußball und Schwimmbad. Die geplanten Duschen ebenfalls. Und wieder ein großer Anteil an Eigenarbeit …..

Die Errichtung ortsnaher Schwimmbäder für den Schulsport wurde im Gründau-Tal von den Sportvereinen bereits in den 1920ern in Angriff genommen: in Mittel-Gründau durch die Sportler des Radsportvereins “Solidarität” und die des Fußballvereins “Blau-Weiß” mit der Begradigung der Gründau und der Errichtung einer Staustufe und dem Bau einer kleinen Umkleidekabine. Nach Mittel-Gründauer Vorbild machten es dann 1934/35 auch die Niedergründauer, die allerdings noch aufwändiger und mit Förderung durch die NS-Obrigkeit und Einsatz des Reichsarbeitsdienstes. Derartige Einsätze und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren aber keine Erfindung der NSDAP: gegen Ende der 20er, Anfang der 1930er wurden unter sozialdemokratischen Regierungen, Landräten und Bürgermeistern solche Projekte mit Hilfe des “freiwilligen” Arbeitsdienstes realisiert -z.B. der Hanauer Hafen, das Michelstädter “Heinrich-Ritzel-Stadion” (benannt nach dem damaligen SPD Bürgermeister, späteren Gießener Regierungspräsidenten und nach 1949 SPD-Bundestagsabgeordneten).- das 1933 in “Waldstadion” umbenannt wurde.

Beginn der Schwimmbad-Bauarbeiten in Niedergründau 1934 mit “ABM” und Reichsarbeitsdienst
In Niedergründau wurde der Sport durch die NSDAP gefördert, in Mittel-Gründau wurden zwei Sportvereine verboten: kein Fußball, kein Radsport und schon gar kein Schwimmen. Das sollte erst ab 1946 wieder anders werden.

FORTSETZUNG mit vielen Bildern, Dokumenten, Zeitungsausschnitten folgt demnächst. u.a. der Protest-Brief des Büdinger Bürgermeisters Zinnkann (SPD) an Ministerpräsident Albert Oswald(SPD)

Mehr zum historischen Hintergrund kann man hier lesen: https://www.barth-engelbart.de/?p=226392:

Warum hetzen die Mainstream-Medien von ARD bis ZDF, von FRAZ bis TAZ gegen die ‘Freien Bauern’?

Am Beispiel des oberhessischen Dorfes Mittel-Gründau lässt sich diese Frage sehr genau beantworten:

Nicht von ungefähr begannen 1830 in diesem Dorf auch die Oberhessischen Bauernaufstände mit ihren frühdemokratischen Forderungen, die Georg Büchner dazu veranlassten, seinen “Hessischen Landboten” 1834 von diesen rebellischen Bauern durch den preußisch-kasselanisch-Kurfürstlich-Hessischen & Hanauischen “Flaschenhals” vom Mainischen Südufer bei Seligenstadt, Steinheim, Klein-Auheim, Rumpenheim und Offenbach nach Norden über die Kinzig in Richtung Gießen schmuggeln zu lassen. Auf den Kinderbanden- und Wanderjuden-Pfaden, die Valentin Senger in seinem Roman “Die Buxweilers” beschreibt: von der “Burgschänke” neben der Gelnhäuser Barbarossa-Pfalz über Roth nach Mittel-Gründau in den Hof des Aufstandsanführers Tobias Meininger und von dort aus über Vonhausen, Orleshausen, Düdelsheim über den Glauberg nach Ortenberg über Nidda, Hungen, Lich, nach Gießen.. bzw. immer schön an den Städten vorbei … FORTSETZUNG: https://www.barth-engelbart.de/?p=226392:

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

2 Gedanken zu „Organisierter Mord am Breitensport oder warum die Mittel-Gründauer SKG-Schwimmabteilung baden ging“

  1. Lieber Dieter, die Arbeit in den kleinen Einheiten wird auch das sein, was uns zuverlässig wieder stark machen kann. Wo die Basis der auch größer strukturierten Demokratie beseitigt wird, wird die auch scheitern. Die Angriffe auf die direkte Kommunikation, das Kneipen- und Geschäfte-Sterben, die digitalisierte Atomisierung, Isolation, die mit Homeoffice betriebene Entsolidarisierung macht uns machtlos, verschiebbar, lenkbar, krank …. Das Bedürfnis, diese Isolation zu durchbrechen, steigt und das ist eine Chance. Wer wie auch die LINKE den Digitalisierungsfetisch pflegt, rennt in eine DEAD-END-Street.

  2. Endlich packt mal jemand das heiße Thema Demokratiebeseitigung durch Vereinigung an. Vereinigung wird immer als Wert an sich verkauft, Gemeinden zu Großgemeinden, kleine Länder zu großen Ländern, Staaten zu Staatenunionen, Staatenunionen zur Weltregierung. Bei jedem Schritt geht Demokratie zugrunde. In einem kleinen Dorf, wo jeder jeden kennt, sind Entscheidungen am einfachsten und billigsten zu bekommen: Die Leute setzen sich in der Dorfkneipe zusammen und stimmen ab. Die Einsparung von Verwaltungskosten durch Vereinigung war immer eine vorgeschobene Lüge. Es geht um Abschaffung gewachsener Demokratie zugunsten von Dirigismus, Bevormundung, um Einflussnahme von außen.
    Das Projekt der Abschaffung souveräner Nationalstaaten ist das Projekt der Entmündigung ihrer Bürger.

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