02. Juli 2025 (Dank an Prof. Dr. Wolfram Elsner für die Zusendung)
Religion wird in der Wissenschaft der Internationalen Beziehungen als Werkzeug der Fremdherrschaft stark unterschätzt. Während der Kolonialzeit wurde das Christentum (sowohl in seiner katholischen als auch in seiner protestantischen Form) den kolonisierten Bevölkerungen durch die Zerstörung früherer Kirchen, offene Gewalt und Zwang sowie Gehirnwäsche in Bildungseinrichtungen aufgezwungen. Auf diese Weise strebten die Kolonisatoren danach, so viel wie möglich von den indigenen Kulturen zu zerstören, da dies ihre Herrschaft über die Kolonisierten erheblich erleichtern würde; vor allem mit einem Christus und einem Gott, die visuell als weiße Europäer konstruiert werden.
In den Gebieten der Welt, in denen diese religiöse Kolonialisierung erfolgreich bekämpft wurde, befinden sich viele der Nationen, die derzeit den Widerstand gegen die westliche Neokolonialisierung bilden: China, Indien, Iran. Das Christentum in Russland war von seinen eigenen Herrschern aufgezwungen worden und nahm in der Russisch-Orthodoxen Kirche, die unabhängig von westlichen kolonialisierenden Einflüssen ist, seine eigenen Formen an.
In den letzten Jahrzehnten gab es einen neuen Schub westlicher religiöser Kolonialisierung, der von den Vereinigten Staaten ausging, in Form eines evangelikalen Christentums, das die Liebe zum westlichen Kapitalismus durch ein Wohlstandsevangelium lehrt, verbunden mit einer Verehrung des Staates Israel. Sie ist in Brasilien extrem einflussreich geworden und steht in krassem Gegensatz zur Befreiungstheologie, die eine Kirche versprach, die das Volk aktiv gegen die Oligarchen in dieser Welt unterstützen würde; eine, die die Hierarchie der katholischen Kirche in ihrer Mitte ausgerottet hat.
Wie Delana Coraza feststellt, hat sich die einst randständige evangelikale/pfingstlerische Bewegung zu einer entscheidenden Kraft in Brasilien entwickelt.
Nach Angaben des offiziellen brasilianischen Volkszählungsbüros (IBGE) besuchten 1990 9 Prozent der Bevölkerung Pfingstkirchen. Im Jahr 2000 waren es noch 15,4 Prozent, im Jahr 2010 waren es noch 22,2 Prozent … Das Meinungsforschungsinstitut Datafolha gab Anfang 2020 an, dass Evangelikale mittlerweile 31 Prozent der Bevölkerung ausmachen … der typische Evangelikale ist weiblich, schwarz und hat ein geringes Einkommen, was bedeutet, dass Evangelikale heute in Bezug auf Geschlecht, Rasse und Klasse klarer profiliert sind.
Der IBGE-Demograf und emeritierte Professor José Eustáquio Diniz schlug in einer Studie vor, dass Evangelikale bis 2030 die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung ausmachen werden … Im Jahr 2019 wurden in Brasilien täglich 17 neue evangelikale Kirchen eröffnet.
Was sind die Gründe für einen so rasanten Anstieg, der sich auf die ärmsten und verletzlichsten Mitglieder der brasilianischen Gesellschaft konzentriert? Einer der Hauptgründe ist die neoliberale Zerstörung anderer sozialer Unterstützungssysteme für arbeitende Menschen, wie Gewerkschaften und formelle Arbeitsplätze. Die evangelikalen Kirchen treten in diesen leergeleerten sozialen Raum ein und bieten eine neue Gemeinschaftsorganisation für am Boden zerstörte Individuen und Gemeinschaften an.
Eine davon ist der Vormarsch des Neoliberalismus in den 1990er Jahren, mit verheerenden Folgen für die Ärmsten der Arbeiterklasse. In Ermangelung von Arbeitsplätzen und psychosozialer Unterstützung, die notwendig sind, um mit der Armut und Gewalt fertig zu werden, die die peripheren Gebiete infolge der Umstrukturierung der Arbeitswelt verwüstet haben, fanden viele Menschen in diesen kleinen Kirchen objektive und subjektive Antworten auf ihren Schmerz und ihre Angst. Unter diesen Brüdern und Schwestern im Glauben gibt es zahlreiche Berichte über Leben, die innerhalb der Kirche nach einer täglichen Glaubensdisziplin neu aufgebaut wurden. Ihre Lebenswege und ihr Umfeld erhalten eine neue Bedeutung, sowohl aus territorialer als auch aus persönlicher Sicht. Eine neue Ästhetik der Peripherie ist zu beobachten: Psalmen und andere biblische Verse erscheinen an den Wänden von Häusern und Geschäften. Die kleine Kirche wird oft zum Zentrum eines Viertels, d.h. zu einer offenen Arena, zu einem Ort, an dem man sich sicher und willkommen fühlen und ein Gefühl der Zugehörigkeit in Gegenden entwickeln kann, die sonst von Verlust und Entbehrung geprägt sind.
Diese Kirchen werden zur Grundlage einer neuen sozialen Realität in den kapitalistischen Opferzonen Brasiliens. Die andere Alternative, die Befreiungstheologie, die ein soziales Evangelium versprach, wurde von der katholischen Kirche und ihren Verbündeten ausgelöscht; einschließlich der lateinamerikanischen und US-amerikanischen Sicherheitsdienste.
In den 1970er Jahren zeichnete sich Brasilien auch durch die Ausbreitung der Befreiungstheologie in den Peripherien aus. Die Befreiungstheologie ist eine religiöse Bewegung, die in Lateinamerika unter mehreren Volksorganisationen, die sich aus gläubigen Menschen zusammensetzen, als Reaktion auf die fortschreitende Industrialisierung entstanden ist. In Brasilien führte die Industrialisierung zur Proletarisierung der bäuerlichen Massen, wodurch sich die strukturellen wirtschaftlichen Ungleichheiten auf dem Kontinent vertieften. Die Befreiungstheologie leitete den theologischen Bruch mit der Tradition ein, die, wie wir gesehen haben, später von den Pfingstlern aufgegriffen wurde und in der es möglich wird, das Glück in diesem Leben zu finden. Die Befreiungstheologen wollten natürlich, dass ein solches Glück kollektiv auf dem Fundament der sozialen Gerechtigkeit aufgebaut werden sollte.
Zur gleichen Zeit waren aufeinanderfolgende US-Regierungen, die nicht nur mit der protestantischen Rechten, sondern auch mit dem konservativen Katholizismus, wie er von Papst Johannes Paul II. verkörpert wurde, im Bunde waren, in Lateinamerika in teils blutigen Aktionen gegen die Befreiungstheologie aktiv. Konservative Kirchen in ganz Lateinamerika, von denen viele fundamentalistisch sind, erhielten Gelder von US-amerikanischen Gruppen, die ihre Konsolidierung in der Region befürworten wollten.
Einer der katholischen Reaktionäre war der später in Ungnade gefallene Papst Ratzinger, der denjenigen, die von katholischen Priestern sexuell ausgebeutet wurden, die gleiche mutwillige Missachtung entgegenbrachte wie denen, die von der kapitalistischen herrschenden Klasse finanziell und wirtschaftlich ausgebeutet wurden, wie Elle Hardy bemerkt.
ein junger deutscher Theologe namens Joseph Ratzinger – der spätere Papst Benedikt XVI. – war politisch liberal gewesen, aber er begann, eine zunehmend konservative Sichtweise zu entwickeln, die den Glauben von der säkularen Politik trennte. Mit dem Versprechen, die Armen in den Vordergrund zu stellen und über die Nächstenliebe hinauszugehen, um umfassende und dauerhafte Lösungen für ihre Armut zu suchen, glaubten die Befreier, dass sie die Kirche zu den Lehren Jesu zurückbringen würden. Ratzinger und viele seiner europäischen Kollegen sahen das ganz anders. (Harthart)
Ratzinger führte die Anklage gegen die Befreiungstheologie innerhalb der katholischen Kirche an, während er von den fortgesetzten sexuellen Übergriffen katholischer Priester an Jungen und Mädchen wegschaute und sie sogar erleichterte.
Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., war zwar als „Rottweiler Gottes“ bekannt, aber wenn es um Lehren ging, die etablierte Hierarchien und Glaubensvorstellungen in Frage stellten, war er der Sottocapo von Papst Johannes Paul II. Gemeinsam verübten die beiden glühenden Antikommunisten einen gut geplanten Anschlag auf eine Bewegung, die orthodoxe Geistliche als Marxismus im heiligen Tuch betrachteten.
Ratzinger warnte, dass eine Abweichung von der päpstlichen Autorität die Gefahr berge, „neben geistlichem Desaster auch neues Elend und neue Arten der Sklaverei zu provozieren“. Er glaubte, dass die Befreiungstheologie die Bedeutung von Wahrheit und Gewalt untergrabe. Eine Doktrin, die „mit der christlichen Version der Menschheit unvereinbar“ sei und einen „ideologischen Kern habe, der dem Marxismus entlehnt sei“. Seiner Meinung nach glauben Marxisten nur an Klasse und Klassenkampf und sehen die Gesellschaft als von Natur aus gewalttätig an. Das lässt keinen Platz für christliche Ethiken wie Gut und Böse. Losgelöst von der Moral sind MarxistInnen dann gezwungen, sich am Kampf zu beteiligen und das Wesen der Herrschaft umzukehren, indem sie ihre eigene Herrschaft errichten.
Ohne eine sozialistische Alternative wendet sich die Bevölkerung der Opferzonen nach rechts; in diesem Fall die Pfingstkirchen. Die Unterschiede zwischen der traditionell dominierenden katholischen Kirche und der Pfingstkirche begünstigen letztere in solchen Opferzonen sehr.
Die Liturgie des wiedergeborenen Christentums ist eine Liturgie von Körpern, die sich spontan durch Worte und Musik ausdrücken, und sie entfaltet sich über den institutionellen Bereich der Kirche hinaus. Die evangelikalen Pfingstler absorbierten geschickt die populäre Religiosität religiöser Feste und ihrer kathartischen Momente, die für missbrauchte, stigmatisierte und unterdrückte Körper so notwendig waren. Pfingstgottesdienste werden fast täglich angeboten, neben Treffen zum Bibelstudium und für bestimmte Altersgruppen. (Corazo)
Die Pfingstbewegung gewann an Bedeutung unter armen Migranten vom Land, die auf der Suche nach Arbeit an den Rand der Großstädte zogen, wie die Mazedonien. Darauf folgte eine Art umgekehrte Migration, da Neukonvertiten die Religion zurück in die verarmten ländlichen Gemeinden brachten, in denen die Basisgemeinden floriert hatten. Frühe Forschungen über Konvertiten der Pfingstler deuteten darauf hin, dass sie die Ärmsten der Armen waren. (Harthart)
Die Pfingstkirchen versprechen die Befreiung von der Not in diesem Leben, aber statt einer Befreiung, die auf einem sozialen Evangelium und Kommunitarismus basiert, bieten sie eine individualistische und sehr pro-kapitalistische Sicht der persönlichen Befreiung durch das Wohlstandsevangelium an. In einer solchen Weltanschauung sind diejenigen, die Reichtum erlangt haben, vom Herrn gesegnet worden, was die Logik der Lehren Christi sehr umkehrt.
Die Kirchen entwickelten sich im Alltag der peripheren Arbeiterviertel, und ihre Anhänger begegneten in ihnen dem Versprechen eines Wohlstands in diesem Leben. Im Gegensatz zu anderen christlichen Traditionen, in denen das Heil nur im Reich Gottes stattfindet, boten die evangelikalen Kirchen die Möglichkeit der Belohnung auf Erden an. Diese neue Perspektive ist ein wichtiger Faktor für das Verständnis des Phänomens, ein theologischer Grundsatz, der verarmten Arbeitern, die wenig Aussicht auf ein würdiges Leben hatten, einen Sinn gab.
Dieser theologische Bruch mit der Tradition, der als „Wohlstandstheologie“ bezeichnet wird (ein Begriff, der eher von Akademikern als von Kirchgängern selbst verwendet wird), kann als eine Entscheidung verstanden werden, in der Welt zu sein und individuelle irdische Errungenschaften zu erlangen, mit konkreten praktischen Konsequenzen für den Gläubigen. Je größer der Glaube, die Opfer und die Disziplin sind, desto mehr Segnungen werden empfangen, gemessen an Gesundheit, Arbeit und weltlichen Gütern. Wohlstand hört dann auf, eine bloße Möglichkeit zu sein, und wird zur Folge der Verpflichtung des Gläubigen zu einer göttlichen Aufgabe, die von der pfingstlichen Führung sehr deutlich dargelegt wird. Die Folgen haben sich inzwischen über das alltägliche Leben verarmter Arbeiter hinaus in die Arena der institutionellen Politik verlagert. (Corazo)
Die Pfingstbewegung war in den Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg als Reaktion auf die Politik des New Deal und die Lockerung konservativer sozialer Sitten richtig in Gang gekommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Pfingstbewegung in Nordamerika so richtig in Schwung, zeitgleich mit dem Aufstieg der USA zur globalen Supermacht. Dies führte zu einer Flut von Optimismus; Doch für viele führende Persönlichkeiten aus Glauben und Industrie war es eine Zeit der Wachsamkeit. Die Wirtschaftsführer waren gezeichnet von dem wirtschaftlichen Sicherheitsnetz, das durch Franklin D. Roosevelts New Deal eingeführt wurde. Christliche Führer hatten Angst vor den gottlosen „Roten“, die über Europa hinwegfegten. Aus Angst vor dem Abgleiten in Richtung Kommunismus fanden diese Interessen gemeinsame Sache. Während sie damit beschäftigt waren, die Sprachen der Wirtschaft und der Bibel miteinander zu verschmelzen, schürten die Pfingstler, die von ihren evangelikalen Kollegen oft verachtet wurden, im ganzen Land neue Erweckungsfeuer. Aus dem Geist dieser patriotischen Nachkriegsnation erwuchs eine neue Vision des Christentums.
Die Wohlstandstheologie, die oft als das Evangelium von Gesundheit und Reichtum bekannt ist, entstand mit Hilfe von syndizierter Radio- und Kassettentechnologie. Kate Bowler, die Autorin von Blessed: A History of the American Prosperity Gospel (2013), sagt: „Ihr Evangelium kehrt das altbekannte amerikanische Mantra um, dass Dinge gesehen werden müssen, um geglaubt zu werden, und belohnt diejenigen, die glauben, um zu sehen.“ (Harthart)
Die Pfingstkirchen haben sich stark in die brasilianische Politik eingemischt, mit vielen Abgeordneten im Parlament und mit dem früheren Präsidenten Bolsonaro als einem ihrer Verbündeten.
Wie die evangelikalen Kirchen in den USA verfolgen sie eine sozial konservative und stark neoliberale Agenda; wobei letztere gegen die Interessen der Mitglieder gestellt werden, sondern von der Kirchenleitung gedrängt werden.
Dank des amerikanischen Einflusses trugen staatsfeindliche Diskurse – die stark mit der christlichen Rechten in den USA verbunden sind, wo jede Ausweitung des staatlichen Einflusses als kommunistische Agenda angesehen wird – dazu bei, die evangelikalen Positionen im brasilianischen Kongress zu formen. Während der Kommunismus oder das, was sie Kommunismus nennen – wiederum aufgrund des Einflusses der USA – von institutionellen Evangelikalen „dämonisiert“ wird, gilt Israel als das von Gott auserwählte Gelobte Land und als ausländischer Verbündeter der Wahl, was die Bedeutung der israelischen Flaggen beim Marsch für Jesus erklärt.
Es ist erwähnenswert, dass die staatsfeindliche Agenda von der evangelikalen Führung ausgeht. Die Evangelikalen an der Basis folgen im ideologischen Gleichschritt und wiederholen die Informationen, mit denen sie ständig bombardiert werden, wie z.B. die Vorstellung, dass „der Staat korrupt ist“, was durch die weit verbreitete öffentliche Meinung noch verstärkt wird. Die Doktrin des Minimalstaates wird von den wiedergeborenen Christen aus der Arbeiterklasse nicht so leicht verinnerlicht. Die evangelikale Basis, schwarz und verarmt, ist vom Staat abhängig, auch wenn sie dem öffentlichen Dienst misstrauisch gegenübersteht. (Corazo)
Macedo, der führende religiöse Unternehmer der Pfingstkirche, wurde extrem reich und besitzt einen der führenden brasilianischen Fernsehsender.
Als Macedos Fangemeinde wuchs, kaufte er 1989 mit dem Geld seiner Herde den Fernsehsender Record. Heute ist er ein Selfmade-Milliardär, der alles, was er besitzt, von Gläubigen erhalten hat – einschließlich seines einzigen Sohnes Moysés, den Macedo als Baby von seiner leiblichen Mutter auf der Straße geschenkt wurde. Bis zum heutigen Tag geht die Trickle-up-Ökonomie des Wohlstandsevangeliums weiter. Kleinere Kirchen praktizieren, was sie predigen, und werden zu Satelliten für etablierte Megakirchen, indem sie einen Prozentsatz ihres Kircheneinkommens „säen“, um die Segnungen derjenigen zu erhalten, die materiell erfolgreicher und daher geistlich gläubiger sind. (Harthart)
Die Pfingstkirchen treiben auch ein zunehmendes Maß an religiöser Intoleranz voran, einen „Heiligen Krieg“, um andere Glaubensrichtungen zu verdrängen.
Sie sind eine wachsende soziale Institution, durch die die brasilianische Vasallenoligarchie und die US-Oligarchie jede sozialistische Agenda blockieren und einen wachsenden Teil der Bevölkerung in ein falsches Bewusstsein versetzen können , das sie dazu bringt, gegen ihre eigenen Interessen und für die Interessen der Oligarchen zu handeln. Herrschaft durch die Manipulation des hegemonialen gesellschaftlichen Diskurses, die von äußeren Kräften stark angestiftet und erleichtert wird. Bis 2030 wird möglicherweise die Hälfte der brasilianischen Gesellschaft so erfasst sein.
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Von Roger Boyd · Gestartet vor 4 Jahren · Gestartet vor 4 Jahren
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2 Gedanken zu „Oligarchendominanz durch Religion: Das Wohlstandsevangelium und das evangelikale Christentum in Brasilien“
Das ganze einmal vom Mond aus betrachtet. Ach was, warum nicht gleich vom Mars aus…
Das Schöne an Logik ist es, früher oder später an eine Grenze ihrer eigenen Möglichkeiten zu führen, hin zu einem Paradox, Logik zeigt sich selbst ihre Grenzen auf. Siehe Kapitalismus. Seine innere Logik führt den Kapitalismus logisch zu dem Paradox, sich selbst aufheben zu müssen, indem es zuletzt zwingend erforderlich wird, zu Plan- und Zwangswirtschaft überzugehen. Zu also dem zurückkehren zu müssen, was zu überwinden Kapitalismus sich einst angeschickt hatte: zurück zu Feudalismus bzw. sogar zu Sklaverei, zurück zu nackter Barbarei — nichts anderes tut heute der Great Reset. Und nichts anderes tat und tut Sozialismus.
Am Anfang, wenn ein Axiom gesetzt wird, auf welches sich eine jeweilige Logik gründet, geht es immer ganz unlogisch zu. Da hat einer bzw. eine Gruppe von Menschen eine Eingebung. Welche logisch nicht begründet werden kann, jedoch eine über jede logische Stringenz hinausgehende Überzeugungskraft besitzt, dies aber allein für eben jene Gruppe. Von außerhalb wird eine solche Gruppe bzw. ihr Axiom bzw. ihre Intuition sogar als befremdlich angesehen: „Die spinnen!“
So war es auch mit den institutionellen Vorgängern der Jesuiten, mit Bernhard von Clairvaux (Frankreich, erste Hälfte des 12. Jahrhunderts) und seinen Zisterziensern, den eigentlichen Erfindern des Kapitalismusses. Die hatten eine seltsame Intuition, sie hoben die ehedem brutal strikte Trennung auf zwischen Geist und Materie, zwischen Adel und Plebs, zwischen Priesterschaft und Gläubigen, brachten diese im Rahmen von Werkprojekten zusammen. Für ihre Zeit eine ungeheuerliche Provokation, ein Skandal!
Sie taten dies lediglich faktisch, keineswegs ideologisch. Im Gegenteil waren sie die allerradikalsten Verfechter von Trennung von Geist und Materie, allerradikalste Verfechter des Geist-Materie-Dualismusses. Welcher zugleich ein Gut-Böse-Dualismus ist: Immaterielles, „reiner Geist“ = gut — seiner göttlichen Natur nach; Materielles, „leiblicher Mensch“ = böse — seiner teuflischen Natur nach! Klingt uns Heutigen ganz verrückt, war damals aber, so ließe sich in Anspielung an heute scherzhaft sagen, Staatsräson.
Wer das erst verstanden hat, versteht auch, wo die Menschheit heute steht. Am Ende ihrer Logik, vor einem neuen Axiom. Es braucht eine Intuition, Rudolf Steiner hat diese formuliert, es ist die soziale Dreigliederung.
Bitte am Vatikan noch ein gutes Haar lassen, an jenen „Rulers of Evil“ von Tupper Saussy! Indem die große Intuition der Zisterzienser, „Corps d’élite“ der Päpste ihrer Zeit, nun ehrend näher angeschaut werden soll. Allseits als Provokateure und verrückte Spinner betrachtet, mußten sie die Städte meiden und ihre Wirkorte, ihre Klöster, in abgelegenen ländlichen Gegenden errichten. Und klug mußten sie sein, äußerst vorsichtig. Und so bauten sie ihre Klöster so, daß sie die Grenzziehung zwischen ihnen, adligen Priestermönchen, und den ihnen angehörenden gemeinen Arbeitsmönchen ostentativ hervorhoben. Der Klosterbau war nach außen hin geschlossen, im Inneren aber befanden sich zwei strikt voneinander getrennte Bereiche. So sehr strikt, daß die adligen und die gemeinen Mönche sich nicht begegneten und nichteinmal zu Gesicht bekamen, niemals! Siehe: «Die Zisterzienser — Geschichte und Architektur», Köln 1998, ISBN 3-89508-893-5.
Aber wie dann gemeinsame Werkprojekte durchführen!? Man war vorsichtig zwar, aber nicht fanatisch, nicht dumm, es gab einen Trick, einen einzigen kleinen Begegnungsraum, tief im Inneren des Klosterbaus verborgen. Heimlich trafen sich dort je ein Priestermönch und ein Arbeitsmönch, um sich zu besprechen in Sachen Werkprojekte. Deren Ergebnisse die Welt in Erstaunen versetzten, man entwickelte Technologien. Materiell nützliche, welche den allgemeinen Lebensstandard hoben, die Barbarei ihrer Zeit austricksten. Zuletzt auch den Geist-Materie-Dualismus.
Jede Logik hat ein Ende, an dem sie absurd wird…
Ohne diese im einzelnen zu belegen, einige wenige Knabberthesen.
Es gibt keine Religionen, die nicht herrschaftliche Hierarchien unterstützen würden. Schönes Beispiel wären die Beiträge auf viaveto.de zu unser aller hinduistischem Freiheitshelden Gandhi. In Wahrheit ein Faschist reinsten Wassers.
Oder siehe die maoistische Befreiungsreligion. Wohl den Propagandaabteilungen von Geheimdiensten, die fürchterliche Sektenheinis zur Hand haben (z.B. die Sasek-Sekte, kla.tv), welche Wahrheiten publizieren, die der gelernte Untertan aber als Unsinn abtun soll. Weil es ja von fürchterlichen Sektenheinis kommt. Daß solchen nicht zu trauen ist, wurde ihm als Opfer von MK-Standard, der staatsschulischen Bildung, in jahrelangen ermüdenden bzw. verblödenden Sitzungen eingetrichtert. Alles in diesem Video hier ist simpel wahr, jedes Wort: https://www.bitchute.com/video/mdUtgB9yUrvW/
Zuletzt. Die im Beitrag gut beschriebene Ideologie von Evangelikalen geht zurück auf die Hugenotten in Frankreich und der Schweiz (s. Wikipedia). Städtisches Bürgertum suchte nach einem religiösen Hebel, um sich zu emanzipieren von dem vom notorisch machtgierigen röm. Klerus vorangetriebenen zentralistisch-totalitaristischen Lehnswesen. Was dem in La France gegründeten Geheimdienst des Vatikans, den Jesuiten, zur Gründung verhalf anno 1542; die wollten Hugenotten und Protestanten bekämpfen.
Heutzutage sind es ironischerweise die Jesuiten, welche den Evangelikalismus zur Sicherung von Eliteherrschaft nutzen nach dem Muster des Stockholmsyndroms: Identifikation mit dem Unterdrücker.
Abschließend. Marx, Engels und Lenin legten nachvollziehbar dar, daß sich ansteigende Produktivität und Geldgewinnwirtschaft nicht vertragen auf die Dauer — ist simple politische Ökonomie: tendentieller Fall der Profitrate, dessen Abwehr Monopolbildungen erzwingt, welche zu ausufernden Staatsverschuldungen nötigen. Führt am Ende in Kollaps der globalen Warenproduktion, folgend Auflösung der Weltzivilisation und ergo in nackteste Barbarei. Muß man nur gucken: https://m.youtube.com/watch?v=d0ZPPMTFB8s
Alles kein Geheimnis, alles ganz normale politische Ökonomie, der ganz normale Gang der kapitalistischen Dinge. Und das alles nicht etwa, weil Kapitalisten böse seien, nein! Sondern weil es nicht anders geht, falls auf Rückkehr zu Feudalismus oder gar zu offener Sklaverei verzichtet werden soll. Dahin zurück möchte niemand, nicht!?
Verhindert werden kann der also unausweichlich kommen müssende Kollaps der globalen Warenproduktion allein durch Einrichtung totalitaristischer Plan- und Zwangswirtschaft — das chin. Modell für die ganze Welt. Ob dies nun von egomanischen Eliten ausgeht oder von humanistischen Revolutionären…
Alle hier auf diesem Planeten stecken in der Scheiße. Was sich mit Marx, Engels und Lenin wissen läßt spätestens seit 1922, als Lenin von dem Jesuitenschüler Stalin gestürzt worden ist. Aber Lenin selbst war auch schon ein bißchen unheimlich bzw. fanatisch bzw. hybristophil.
Interessant nur, daß niemand von den politisch-ökonomischen Sachgegebenheiten Notiz nehmen mag. Rechte sowieso nicht, doch genausowenig Linke. Dazu müßte man Antrieb verspüren zu eigenständigem Denken. Und eben diesen Antrieb macht die Staatsschule zunichte.
MK-Standard sei Dank. Machen wir uns einen kleinen Spaß nun: Grundschule = MK-S; Hauptschule = MK-M; Gymnasium = MK-L; Universität = MK-XL.
Sagen wir es so: Je länger, je blöder. Kommt einer mit einem akademischen Titel daher, ganz gleich in welchem Fachbereich, dann schafft er es bestenfalls zum Fachidioten. Aber mit denen ist bekanntlich nichts Ordentliches anzufangen.
Wird LANGE dauern, aus der MK-Standard-Massage wieder herauszukommen. Mensch bleiben, nicht in Panik geraten! Dafür ist es jetzt zu spät.
Das ganze einmal vom Mond aus betrachtet. Ach was, warum nicht gleich vom Mars aus…
Das Schöne an Logik ist es, früher oder später an eine Grenze ihrer eigenen Möglichkeiten zu führen, hin zu einem Paradox, Logik zeigt sich selbst ihre Grenzen auf. Siehe Kapitalismus. Seine innere Logik führt den Kapitalismus logisch zu dem Paradox, sich selbst aufheben zu müssen, indem es zuletzt zwingend erforderlich wird, zu Plan- und Zwangswirtschaft überzugehen. Zu also dem zurückkehren zu müssen, was zu überwinden Kapitalismus sich einst angeschickt hatte: zurück zu Feudalismus bzw. sogar zu Sklaverei, zurück zu nackter Barbarei — nichts anderes tut heute der Great Reset. Und nichts anderes tat und tut Sozialismus.
Am Anfang, wenn ein Axiom gesetzt wird, auf welches sich eine jeweilige Logik gründet, geht es immer ganz unlogisch zu. Da hat einer bzw. eine Gruppe von Menschen eine Eingebung. Welche logisch nicht begründet werden kann, jedoch eine über jede logische Stringenz hinausgehende Überzeugungskraft besitzt, dies aber allein für eben jene Gruppe. Von außerhalb wird eine solche Gruppe bzw. ihr Axiom bzw. ihre Intuition sogar als befremdlich angesehen: „Die spinnen!“
So war es auch mit den institutionellen Vorgängern der Jesuiten, mit Bernhard von Clairvaux (Frankreich, erste Hälfte des 12. Jahrhunderts) und seinen Zisterziensern, den eigentlichen Erfindern des Kapitalismusses. Die hatten eine seltsame Intuition, sie hoben die ehedem brutal strikte Trennung auf zwischen Geist und Materie, zwischen Adel und Plebs, zwischen Priesterschaft und Gläubigen, brachten diese im Rahmen von Werkprojekten zusammen. Für ihre Zeit eine ungeheuerliche Provokation, ein Skandal!
Sie taten dies lediglich faktisch, keineswegs ideologisch. Im Gegenteil waren sie die allerradikalsten Verfechter von Trennung von Geist und Materie, allerradikalste Verfechter des Geist-Materie-Dualismusses. Welcher zugleich ein Gut-Böse-Dualismus ist: Immaterielles, „reiner Geist“ = gut — seiner göttlichen Natur nach; Materielles, „leiblicher Mensch“ = böse — seiner teuflischen Natur nach! Klingt uns Heutigen ganz verrückt, war damals aber, so ließe sich in Anspielung an heute scherzhaft sagen, Staatsräson.
Wer das erst verstanden hat, versteht auch, wo die Menschheit heute steht. Am Ende ihrer Logik, vor einem neuen Axiom. Es braucht eine Intuition, Rudolf Steiner hat diese formuliert, es ist die soziale Dreigliederung.
Bitte am Vatikan noch ein gutes Haar lassen, an jenen „Rulers of Evil“ von Tupper Saussy! Indem die große Intuition der Zisterzienser, „Corps d’élite“ der Päpste ihrer Zeit, nun ehrend näher angeschaut werden soll. Allseits als Provokateure und verrückte Spinner betrachtet, mußten sie die Städte meiden und ihre Wirkorte, ihre Klöster, in abgelegenen ländlichen Gegenden errichten. Und klug mußten sie sein, äußerst vorsichtig. Und so bauten sie ihre Klöster so, daß sie die Grenzziehung zwischen ihnen, adligen Priestermönchen, und den ihnen angehörenden gemeinen Arbeitsmönchen ostentativ hervorhoben. Der Klosterbau war nach außen hin geschlossen, im Inneren aber befanden sich zwei strikt voneinander getrennte Bereiche. So sehr strikt, daß die adligen und die gemeinen Mönche sich nicht begegneten und nichteinmal zu Gesicht bekamen, niemals! Siehe: «Die Zisterzienser — Geschichte und Architektur», Köln 1998, ISBN 3-89508-893-5.
Aber wie dann gemeinsame Werkprojekte durchführen!? Man war vorsichtig zwar, aber nicht fanatisch, nicht dumm, es gab einen Trick, einen einzigen kleinen Begegnungsraum, tief im Inneren des Klosterbaus verborgen. Heimlich trafen sich dort je ein Priestermönch und ein Arbeitsmönch, um sich zu besprechen in Sachen Werkprojekte. Deren Ergebnisse die Welt in Erstaunen versetzten, man entwickelte Technologien. Materiell nützliche, welche den allgemeinen Lebensstandard hoben, die Barbarei ihrer Zeit austricksten. Zuletzt auch den Geist-Materie-Dualismus.
Jede Logik hat ein Ende, an dem sie absurd wird…
Ohne diese im einzelnen zu belegen, einige wenige Knabberthesen.
Es gibt keine Religionen, die nicht herrschaftliche Hierarchien unterstützen würden. Schönes Beispiel wären die Beiträge auf viaveto.de zu unser aller hinduistischem Freiheitshelden Gandhi. In Wahrheit ein Faschist reinsten Wassers.
Oder siehe die maoistische Befreiungsreligion. Wohl den Propagandaabteilungen von Geheimdiensten, die fürchterliche Sektenheinis zur Hand haben (z.B. die Sasek-Sekte, kla.tv), welche Wahrheiten publizieren, die der gelernte Untertan aber als Unsinn abtun soll. Weil es ja von fürchterlichen Sektenheinis kommt. Daß solchen nicht zu trauen ist, wurde ihm als Opfer von MK-Standard, der staatsschulischen Bildung, in jahrelangen ermüdenden bzw. verblödenden Sitzungen eingetrichtert. Alles in diesem Video hier ist simpel wahr, jedes Wort: https://www.bitchute.com/video/mdUtgB9yUrvW/
Zuletzt. Die im Beitrag gut beschriebene Ideologie von Evangelikalen geht zurück auf die Hugenotten in Frankreich und der Schweiz (s. Wikipedia). Städtisches Bürgertum suchte nach einem religiösen Hebel, um sich zu emanzipieren von dem vom notorisch machtgierigen röm. Klerus vorangetriebenen zentralistisch-totalitaristischen Lehnswesen. Was dem in La France gegründeten Geheimdienst des Vatikans, den Jesuiten, zur Gründung verhalf anno 1542; die wollten Hugenotten und Protestanten bekämpfen.
Heutzutage sind es ironischerweise die Jesuiten, welche den Evangelikalismus zur Sicherung von Eliteherrschaft nutzen nach dem Muster des Stockholmsyndroms: Identifikation mit dem Unterdrücker.
Abschließend. Marx, Engels und Lenin legten nachvollziehbar dar, daß sich ansteigende Produktivität und Geldgewinnwirtschaft nicht vertragen auf die Dauer — ist simple politische Ökonomie: tendentieller Fall der Profitrate, dessen Abwehr Monopolbildungen erzwingt, welche zu ausufernden Staatsverschuldungen nötigen. Führt am Ende in Kollaps der globalen Warenproduktion, folgend Auflösung der Weltzivilisation und ergo in nackteste Barbarei. Muß man nur gucken: https://m.youtube.com/watch?v=d0ZPPMTFB8s
Alles kein Geheimnis, alles ganz normale politische Ökonomie, der ganz normale Gang der kapitalistischen Dinge. Und das alles nicht etwa, weil Kapitalisten böse seien, nein! Sondern weil es nicht anders geht, falls auf Rückkehr zu Feudalismus oder gar zu offener Sklaverei verzichtet werden soll. Dahin zurück möchte niemand, nicht!?
Verhindert werden kann der also unausweichlich kommen müssende Kollaps der globalen Warenproduktion allein durch Einrichtung totalitaristischer Plan- und Zwangswirtschaft — das chin. Modell für die ganze Welt. Ob dies nun von egomanischen Eliten ausgeht oder von humanistischen Revolutionären…
Alle hier auf diesem Planeten stecken in der Scheiße. Was sich mit Marx, Engels und Lenin wissen läßt spätestens seit 1922, als Lenin von dem Jesuitenschüler Stalin gestürzt worden ist. Aber Lenin selbst war auch schon ein bißchen unheimlich bzw. fanatisch bzw. hybristophil.
Interessant nur, daß niemand von den politisch-ökonomischen Sachgegebenheiten Notiz nehmen mag. Rechte sowieso nicht, doch genausowenig Linke. Dazu müßte man Antrieb verspüren zu eigenständigem Denken. Und eben diesen Antrieb macht die Staatsschule zunichte.
MK-Standard sei Dank. Machen wir uns einen kleinen Spaß nun: Grundschule = MK-S; Hauptschule = MK-M; Gymnasium = MK-L; Universität = MK-XL.
Sagen wir es so: Je länger, je blöder. Kommt einer mit einem akademischen Titel daher, ganz gleich in welchem Fachbereich, dann schafft er es bestenfalls zum Fachidioten. Aber mit denen ist bekanntlich nichts Ordentliches anzufangen.
Wird LANGE dauern, aus der MK-Standard-Massage wieder herauszukommen. Mensch bleiben, nicht in Panik geraten! Dafür ist es jetzt zu spät.