


Die etwas andere Flurbereinigung in Mittel-Gründau

Erst durch diese Meldung im Büdinger Kreisanzeiger erfahren die Menschen im Kreis Büdingen, dass der Alt-Nazi Meininger als Bürgermeister abgewählt und der Kommunist Wilhelm Pfannmüller bereits ein Jahr neuer ehrenamtlicher Bürgermeister von Mittel-Gründau ist. 7 Jahre später wird er zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.

Nach der Wahl Wilhelm Pfannmüllers zum Bürgermeister forderten die rechten Kräfte aus dem Kreis Büdingen die Annullierung der Wahl. Hessens Innenminister Schneider (SPD) beteuert, keine Handhabe zu haben, diese Wahl anzufechten

Jeder ältere Mensch in Mittel-Gründau kann sich noch mit Schrecken daran erinnern, wie ein US-Panzer mit seiner Lafette an der Ecke „Am Erbgen“/ Haingründauerstraße in das Schlafzimmer des Hauses neben der Gaststätte /Metzgerei Reichhardt fuhr. Es war damals wie Erdbeben, wenn die US-Panzer im Dorf ihre Häuserkampf-Übungen machten. Die historische Kolbensteinbrücke wurde dabei zerstört. Mag sein, dass der Fahrer des US-Panzers angesichts zweier „German-Frolleins“ vor lauter Testosteron den Weg nicht mehr sehen konnte:


Im Gegensatz zu vielen umliegenden Dörfern in den Einzugsgebieten der Landwirtschaftsämter Büdingen, Gelnhausen, Schlüchtern ging die Initiative zur Flurbereinigung ab 1956 vom Dorf Mittel-Gründau, seiner Gemeindevertretung, dem Bürgermeister und der sich auf seine Initiative hin bildenden Teilnehmer-Gemeinschaft aus. Darin versammelt waren Mittel- und Kleinbauern unterschiedlichster politischer Orientierung und Herkunft:

Wilhelm Pfannmüller mit den (nicht nur) Dorfältesten ca. 1958 bei einem Ausflug auf dem Hoherodskopf im Vogelsberg
einheimische „Ureinwohner“, Vertriebene, Flüchtlinge, Ausgebombte. Mit dabei auch der ehemalige Ortsbauernführer, der EX-Landbündler / Bauern-bündler und später eines der bis 1935/36 führenden Mitglieder der NSDAP-Ortsgruppe vom SA-Röhm-Strasser-Flügel, der Nachkriegs-Ortslandwirt Müller.
Die Landbündler / Bauernbündler * standen ab spätestens Mitte 1933 im Verdacht „National-Bolschewisten“ des Röhm-Strasser-Flügels der NSDAP zu sein,

vermutlich ein Grund für die Streichung des SA-Anführers und bis dahin auch zur Führung der der NSDAP-Ortsgruppe gehörenden Metzgers und Gastwirts Jean Kuhl von der im April 33 aufgestellten Wahlvorschlagsliste der NSDAP zur Kommunalwahl.

*(Hier soll im Folgenden zwischen den in manchen Dokumenten wechselnd unter der gleichlautenden Bezeichnung geführten Organisationen „Landbund / Landbündler“ und „Bauernbund / Bauernbündler“ inhaltlich unterschieden und weiter dann so benannt werden:

„Landbund/Landbündler“ ist eine besonders während der Zeit der französischen Besatzung nach dem 1. Weltkrieg entstandene eher ständische Bauern-Organisation mit dem Schwerpunkt Rheinland/Rheinhessen/Hessen/ Pfalz/ Saarland/ Elsass/Eifel/Hundsrück/Sauerland/Rothaar-Westerwald/ Ruhrgebiet. Hier haben sich auch in Mittel-Gründau die eher deutsch-national, monarchistisch-antirepublikanischen (auch viele von Verschuldung erdrückte und vom Abstieg in die Nebenerwerbslandwirtschaft bedrohte Klein- und Mittel-Bauern) unter Führung der Fürstlichen Domänen-Pächter und Verwalter und der Großbauern zusammengeschlossen.
„Bauernbund / Bauernbündler“: diese Organisation entstand auch nach dem 1. Weltkrieg als genossenschafts-ähnliche Interessenvertretung und Selbsthilfe-Organisation der der meist Klein- und „Mondschein“-Bauern, d.h. der hauptberuflichen Industrie-Arbeiter und Handwerker, die nach Feierabend ihre kleinen Parzellen noch bewirtschafteten, weil die Einkünfte saus dem Hauptberuf für die Familien nicht ausreichten, Freikaufschulden/Kredite noch abzuzahlen waren usw.
Beide Organisationen haben ihre Wurzeln in den Bauernaufständen von 1830, den antifeudalen Bauernkämpfen zwischen Reformation und französischem „Revolutions-Export“ bis 1812, wo die Armuts-Revolten bis hin zu den Bandenkämpfen der Schinderhannes & Co von den Fürsten instrumentalisiert wurden.
Während sich bereits 1830 die Spreu vom Weizen trennt und die sich befreienden Bauern in Mittel-Gründau nahezu vollständig der 1848er Revolution anschließen und die Paulskirchen-Verfassung gegen feudale Reaktion verteidigen– mit Ausnahme der in fürstlichem-Pächter-Sold stehenden Gutsverwalter und deren gehobenem Personal, (Förster, Jäger, Schweizer usw. …) beginnt die Spaltung dieser bäuerlich-republikanischen „Einheitsfront“ sich im Segen der französischen Reparationen und der Ergebnisse des Bahnanschlusses an die Industrie- und Militärzentren ab 1871 mit üblen Folgen zu entwickeln: an den nach 1880 entstandenen -als Ersatz für die Fachwerk-Häuschen – im Gründerzeit-Klinkerstein-„Barock“ protzenden neuen Wohnhäusern, kann man noch heute erkennen, welche Bauern damals zunächst vom Reparationssegen profitieren konnten. Die Trennungslinien sind nicht immer genau, Ausnahmen bestätigen die Regel. Es entwickelt sich in den „Bauernbund/Landbund“-Vorläufern ähnlich wie bei der Wanderjugend-Bewegung: ein linker Flügel mit Ausrichtung zur SPD und den Gewerkschaften entsteht meist bei den durch Erbteilung, Enterbung, Verschuldung, Zwangsversteigerung von Feld, Wald, Stall und Scheune in die Lohnarbeit abgedrängten Kleinbauern.

In wieweit der Landwirt Paul Hirsch mit der SPD zusammenhing wie der sozialdemokratische Tiefbau-Unternehmer Hirsch, der bis 1934 in der Gemeindevertretung saß, muss noch erforscht werden. Beider Mitgliedschaft im Gesangsverein „Eintracht“ spricht dafür.
Nach der von ihm verweigerten Entlastung des Bürgermeisters Friedrich Meininger IV. , deren Begründung in den Protokollen der Gemeinderats-Sitzungen im Orts-Archiv Gründau nicht mehr auffindbar ist, wird Wilhelm Pfannmüller mit 5:4 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. (Fußnote oder Bild)


Diese Wahl wird in der Presse über 8 Monate verschwiegen. Stattdessen meldet der Büdinger Kreisanzeiger die Antwort des hessischen Innenministers Schneider auf Anfragen -offenbar aus dem Kreis Büdingen- , ( Fußnote oder Bild) ob Bürgermeisterwahlen nach dem KPD-Verbot 1956 angefochten werden können, wenn Kommunisten kandidiert und gewonnen haben. Der Innenminister verneint, das KPD-Verbot, verbiete niemandem Kommunist zu sein oder zu werden, auch nicht bei Wahlen als solcher zu kandidieren, nur dürfe es keine KPD-Organisationen und Wahlvorschläge mehr geben. Die sei verboten.

Bei seiner Wahl zum Bürgermeister 1956 kurz nach dem Verbot der KPD findet Wilhelm Pfannmüller immer noch extreme Wohnungsnot, fast mittelalterliche Infrastrukturen in der Landwirtschaft, für das Handwerk nicht minder. 391 notdürftig durch Wohnraum-Zwangsbewirtschaftung in Dachböden, Ställen untergebrachte Ausgebombte, Flüchtlinge, Vertriebene, Displaced Persons, Kriegsheimkehrer auf engstem Raum. Für die Bauernfamilien und ihre Hauptmieter blieb meist nicht viel mehr Platz. Die Kleinbauern, aber auch die etwas größeren Betriebe hatten mit ihren Ochsenkarren tagtäglich bis zu 30 Kilometer über tiefgründig verschlammte „Feldwege“ zu fahren zum Pflügen, zur Aussaat, zum Heumachen, zur Ernte, zu ihren Weidegründen – oft nicht Mal einen Hektar groß. Die Mägde und Knechte der größeren Mittelbauern, die Frauen u, Alten und Kinder mussten ohne befestigte Wege zu Fuß zur Feldarbeit. . Fahrradfahren war unmöglich. Die Wegezeit war oft genauso lang wie die Arbeit auf den Äckern und Wiesen und im Gemeinde-Wald.

Seit 1953 gab es das Gesetz zur Flurbereinigung sowie landwirtschaftlich nutzbare Fläche aus der Hessischen Bodenreform von 1946. Die Zusammenlegung der weit verstreuten Parzellen, der Bau von befestigten Feld- und Fahrradwegen, die Errichtung von landwirtschaftlichen Betrieben für die Vertriebenen und Flüchtlinge. Wäre auf dieser Grundlage ab 1953 möglich gewesen. Es geschah aber nichts. Mit dem Amtsantritt konnte Wilhelm Pfannmüller all jene Initiativen ergreifen und unterstützen, die er als Gemeindevertreter und erster Beigeordneter bisher nur eingeschränkt verfolgen konnte. Grundlage für die Errichtung der Höfe, für den Feldwegebau, die Verkürzung der Wegezeiten, den Bau von Wohnungen und Einfamilienhäusern, für die Baulandgewinnung zur Ansiedlung von Unternehmen und so die Schaffung von ortsnahen Arbeitsplätzen waren die Flurbereinigung und die dafür notwendigen Landes- und Bundesmittel. Allein für den Bau der 31 Kilometer Feldwege benötigte die Gemeinde über 500.000,- DM. Die Verfahrenskosten der Zusammenlegung, Bodenwertschätzungen, Gerichtskosten noch nicht mitgerechnet. Die Unterstützung der Gründung einer Flurbereinigungs-„Teilnehmer-Gemeinschaft“ lief parallel zur Unterstützung der Mittel-Gründauer Milchbauern-Genossenschaft, der ein Gemeindegrundstück zum Vorzugspreis von 1,-DM pro Quadratmeter für den bau einer neuen Milchsammelstelle und einer Gemeinschafts-Tiefkühlanlage zur Verfügung gestellt wurde.

So problematisch für Wilhelm Pfannmüller die Ergebnisse der Hessischen Bodenreform von 1946 auch gewesen sein dürften, mit der Aussparung der fürstlichen Wälder und der staatlichen Entschädigung für die Abgabe von Äckern, Wiesen, Wasser-und Waldrechten, die bis ins 20. Jahrhundert schrittweise der Allmende geraubt „feudalisiert“ wurden, so bot diese Bodenreform doch eine Grundlage zur Realisierung der Vorhaben, die in der Weimarer Republik wegen der trotz punktueller Zusammenarbeit von KPD und SPD gescheiterten Volksabstimmung über die entschädigungslose Enteignung der Fürsten nicht mehr vollständig zu vollenden waren: Sozialer Wohnungsbau, Schaffung von Sportstätten, Bau eines Schwimmbades, Bau eines Volkshauses, Bau eines Kindergartens, Schaffung von Arbeitsplätzen, um das Monopol und das Niedrigstlohndiktat der fürstlichen Domäne als Arbeitgeber zu brechen ….
Als weitere Grundlage für die wegen hoher Arbeitslosigkeit, katastrophaler Wohn-&Hygienebedingungen, zu langer Wege zu Arbeitsstätten dringend anstehenden Projekte bot sich das seit 1953 geltende Gesetz zu Flurbereinigung an. Obwohl dieses Gesetz die entsprechenden Gesetze aus der Kaiserzeit wie aus Weimarer Republik und „3. Reich“ weiterschreibt und damit objektiv gegen die Kleinstbauern gerichtet ausgeführt werden kann, bot es für das Dorf Mittel-Gründau viele Optionen zur Verbesserung auch der Lage der lohnabhängigen Einwohner und dabei eben auch für die Kleinstbauern, Nebenerwerbslandwirte, die „Mondscheinbauern“. Während von 1953 bis 1956 unter Bürgermeister Friedrich Meininger IV bezüglich der Flurbereinigung nichts geschah, bildet sich Ende der 50er eine Gruppe von Flurbereinigungs-Interessenten, die sich 1960/61 als „Teilnehmer-Gemeinschaft“ konstituiert und von Wilhelm Pfannmüller beim zuständigen „Kulturamt“ angemeldet und kurz darauf auch als Verein anerkannt wird.
Dass in diesem Verein Wilhelm Pfannmüllers politische Gegner die Mehrheit bilden, dürfte ihm die Unterstützung der Flurbereinigung ebenso schwer gemacht haben, wie die im Laufe dieses Zusammenlegungsprozesses immer wieder auftauchenden Beschwerden wegen Übervorteilung der kleineren Landbesitzer wegen Unterbewertung ihrer Böden, Zerstörung von Zufahrten, verzögerter und heruntergerechneter Entschädigungen, Abfindungen.

Hier greift Wilhelm Pfannmüller ein.
Insgesamt gelingt es ihm aber über mehr als 15 Jahre hinweg, die Flurbereinigung so zu wenden, dass sie sich positiv für das Dorf Mittel-Gründau auswirkt:
In Kombination von hessischer Bodenreform und Flurbereinigung gewinnt Mittel-Gründau Baugebiete für den Wohnungsbau. Die Gemeinde stellt den Wohnungslosen bzw, äußerst beengt Wohnenden für den bau ihrer kleinen Einfamilienhäuser das Bauholz aus dem Gemeindewald als zinsloses Darlehen zur Verfügung.
Im Zuge der Neubaugebietserschließung nimmt Wilhelm Pfannmüller gleichzeitig die Kanalisation des ganzen Dorfes in Angriff.
Zur Verhinderung der regelmäßigen Überschwemmungen des Unterdorfes wird der Haselbach, der ehemalige Grenzbach zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt unter die Erde gelegt und damit die Zufahrten zu den Höfen verbesseert, die dabei auch an die Kanalisation angeschlossen werden.
Mit der Flurbereinigung schafft er Gewerbegebiete für die Ansiedlung einer Kleider- und Lederwaren-Fabrik, hier entstehen Arbeitsplätze für rund 30 Mittel-Gründauer Frauen, einer Uhrenfabrik mit 40 Arbeitsplätzen, eines Papier verarbeitenden Unternehmens.

Es gelingt auch im Rahmen der Flurbereinigung den Sportplatz zu erweitern und ihn ins Eigentum der Sport- und Kulturgemeinschaft Mittel-Gründau zu überführen. Unter Anleitung Wilhelm Pfannmüllers bauen die Vereinsmitglieder ab 1961 auf dem Sportgelände das Sportlerheim in Selbsthilfe auf, mit Versammlungsraum, Umkleide und Duschen.
Ebenfalls im rahmen der Flurbereinigung gewinnt die Gemeinde Platz für ein neues Feuerwehrhaus, mit Räumen für Bürgermeisterei, Gemeindebüro, Standesamt . Wieder organisiert Wilhelm Pfannmüller die ehrenamtlichen Arbeitseinsätze, mit dem Ergebnis, dass 2 Drittel des Feuerwehrhauses in Eigenleistung errichtet wurde.

Neben der Verbesserung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr war es Pfannmüllers Ziel bei diesem Projekt, der Schule mehr Platz zu schaffen: Die Bürgermeisterei belegte einen Raum, die Gemeindevertretersitzungen wöchentlich einmal einen weiteren. Die Feuerwehr brauchte einen Schulraum für ihre Schulungen, die Feuerwehrgerätelagerung reduzierte den Pausenhof und den Schulgarten, die Schlauchtrocknung das Treppenhaus. Für Feuerwehr, Bürgermeisterei, Schüler und Lehrer und Schule gab es ein Plumpsklo auf dem Schulhof.

Nach dem Auszug der Bürgermeisterei und der Feuerwehr wurde im Schulhaus dann auch eine Toilette mit Wasserspülung eingerichtet.
Der Bau von 31 Kilometer befestigter, betonierter und asphaltierter Feldwege und die Zusammenlegung weitverstreuter Einzelparzellen, sowie die aus der Bodenreform gewonnene landwirtschaftliche Nutzfläche machte nicht nur die Aussiedlung vieler bäuerlicher Betriebe aus dem engen Ortskern möglich. Mehrere Landwirte unter den Vertriebenen konnten jetzt wieder eigene Betriebe errichten.
Den aktiven Radsport in Mittel-Gründau wieder aufleben zu lassen gelang Wilhelm Pfannmüller nicht. Aber es gelang ihm, zahlreiche deutsche und hessische Meisterschaftsläufe im Motocross nach Mittel-Gründau zu holen. Mit teilweise über 4.000 Besuchern rund um den „Kolbenstein“.

Mit der fortschreitenden Flurbereinigung konnte Wilhelm Pfannmüller sogar an die Planung eines Freibandes gehen, das wieder zum großen teil in Eigenarbeit errichtet werden sollte. Zunächst ging es ihm um die Mittel-Beschaffung. Eine Sammlung für das Schwimmbad im Dorf erbrachte 5.000 DM. Als es 1973 bei den Verhandlungen über den Anschluss Mittel-Gründaus an den Main-Kinzig-Kreis und die Großgemeinde Gründau ging, wurde Mittel-Gründau mit dem Bau des zentralen Hallenbades Mittlere Kinzig gelockt und gedrängt, auf den bau eines Freibades zu verzichten. Wilhelm Pfannmüller hat dann die 5.000 DM Schwimmbadspenden in den Bau des hallenbades eingebracht unter der vertraglich fixierten Bedingung, dass es für die Mittel-Gründauer einen kostenlosen Schwimmbadbus gibt. Noch heute werden die Kosten für die Busfahrt Mittel-Gründau Gelnhausen und zurück bei den Eintrittspreisen des Hallenbades verrechnet.


Der Bau eines Kindergartens war der nächste Zielpunkt Wilhelm Pfannmüllers.
Dazu veranstaltete er eine große Versammlung im Volkshaus, wo über die Notwendigkeit eines Kindergartens diskutiert wurde.

Wilhelm Pfannmüller versucht mit der Mehrheit seiner nichtparteigebundenen Wählergruppe, mit Unterstützung aus den Vereinen eine Reihe von infratrukturellen Aufgaben zu lösen. Es gelingt in Eigenarbeit den Sportpaltz anzulegen, mit geringen Gemeindefinanzen und Spenden der Dorfbewohner das Volkshaus 1957 nach über 5 Jahren Bauzeit fertigzustellen, die Kanalisation in der Hauptstraße zusammen mit der Beerdigung des Haselbaches zwischen 1957 und 1961 weitgehend zu bewältigen … und weitere Projekte vorzubereiten.

Die Beschaffung von Landesmitteln für diese Projekte steht unter ungünstigen Vorzeichen: Mittel-Gündau ist als rote Hochburg hessenweit bekannt. Und an der Spitze der entscheideneden Ministerien in Wiesbaden stehen zwei BHE-Vertreter 6 hochrangige Ex-NSDAP-Mitglieder. Anträge auf Landesmittel-Zuteilung für dieses „rote Dorf“ dürften dort nicht besonders vorrangig bearbeitet worden sein. Selbst trotz der Tatsache, das der Vorgänger Wilhelm Pfannmüllers, Friedrich Meininger IV den beiden Ministern politisch näher stand:
Erst zu Beginn der 60er Jahre können größere Projekte in Mittel-Gründau angegangen. Zwar sind die beiden Ex-NSDAPler immer noch im Amt, aber über eine nach Aussagen der Dorfältesten wachsende gute Beziehung zwischen dem SPD-Landrat Moosdorf und Wilhelm Pfannmüller scheint das Dorf nun doch Zugang zu Landesmittel zu erhalten.

Warum Wilhelm Pfannmüller 1961 in die SPD eintritt, darüber kann nur spekuliert werden. Dazu steht auch in der vom örtliches SPD-Vorstandsmitglied Ingo Evers verfassten Kurzbiografie Wilhelm Pfannmüllers kein Wort der Erklärung. Möglicher Weise ist es eine pragmatische Entscheidung, um über die SPD-Schiene an die Fördergelder des Landes heranzukommen.
( hier müsste eventuell noch ein Abschnitt über einen weiteren eventuellen Grund kommen: die Entwicklung in der DDR und das, was er davon von DDR-Flüchtlingen erfährt, z.B. durch seine Schwiegertochter und deren Eltern
Des weiteren seine Haltung zur Aufrüstung der Bundesrepublik und zur Mittelstreckenraketenstationierung, zur Teilnahme an der Großdemonstration im Bonner Hofgarten als einer der ältesten Teilnehmer, sine Aussagen dazu … in der Evers-Kurzbiografie




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