
(Das Kursivgedruckte zur „Hasenschule“ gehört nicht zu der folgenden Kindergeschichte. Es soll die Vorlesenden nur etwas einstimmen)
Ja, ja, früher war eben doch nicht alles viel besser. sei’s getrommelt oder gepfiffen: „Ein Lied zwo, drei! , kommandierte der alte Oberhase, der Etappenhase hinter der vierten Reihe neben dem Fahnen-Häsrich Und die anderen alten Hasen und alten Häsinnen waren immer ganz hinten mit dabei. Und wir haben viel zu spät begriffen, wohin der Hasenausflug der Hasen-Jugend geht: „Zurück ins Glied, im Gleichschritt March! ein Lied zwo drei!“: „Wir werden alle Hasenbraten und wir werden alle Hassoldaten und wir haben ein Gewehr, das MG ist schrecklich schwer!“ und „Hinaus in die Ferne, die Gelbe Rüb ist weg, wir holen sie so gerne aus jedem Diebsversteck. Die Gelbe Rüb, die Gelbe Rüb, die nimmt uns keiner weg! Und wer’s trotzdem tut, dem haun wir auf die Schnut, auch wenn der uns anschnauzt und noch so mächtig gauzt, dem haun wir auf die Schnauze, dass sie blut….“ So ähnlich war das früher, ob barpfot oder gestiefelt & gespornt, alle gleichgeschniegelt, kein Rotzhas marschiert ungebügelt, die Rotzfahn hoch, die Rotznasen geputzt, die Stümmelblumen kahlgestutzt & im Gleichschritt Marsch zum Jung-Hasenkrieg bis zum Hasen-Endsieg an St. Nimmerlein. „Auf der Hasenheide blüht mein Blümelein und das heißt HASIKA!“, „Dran, drauf, drüber, die Schildkröt-Panzer über! So rammeln, mümmeln wir vereint und verstümmeln so den Feind!“. „Wir lassen unsre Jugend nicht verlümmeln! So soll es immer sein! Reiht euch ein! Wir holen uns den Hasenpfand zurück aus Unterhasen-Land!“ „Wir lassen uns auch keinen Bären aufbinden!“ „Wer hat Angst vorm schwarzen Bär? NIEMAND! Und wenn er kommt? Dann kämpfen wir bis zum letzten Hasen und essen Gras, und essen Gras bis auf den Rasen!“
Hasenkinder welken keine Molken,
oh, jetzt hab ich etwas lalsch gefesen: das heißt richtig:
Kasenhinder, Nasenbinder, nein! Blasenrinder, ich nehme jetzt besser meine Beselille, Eselwille, ach was, meine Lesebrille und dann fängt die Geschichte so richtig an:
Hasenkinder melken keine Wolken
… Kein Hase hat jemals die Wolken gemolken, das Wolkenmelken hätte nämlich ganz furchtbare Folgen, denn die Hasen können nicht schwimmen. Der Anfang kann deshalb so gar nicht stimmen! Dann wären die Hasen nämlich sofort ertrunken. Dabei haben sie doch eben noch ganz fröhlich gewunken. Der Anfang dieser Geschichte ist totsicher faustdick gelogen. Da machen die Balken sogar einen Bogen! Das riecht wie erstunken! Wer so was erzählt, ist bestimmt nur betrunken und gehört wahrscheinlich zu den Halunken!
Die Hasen haben die Wolken aber schon Mal um Regen gebeten, weil sonst die Karotten auf Feldern und Beeten- und alle anderen Blüten auch verwelken und die Bienen kein Futter mehr finden. So kommt es aber, wenn wir die Wolken so falsch melken, wie das manche Wolkenkratzer machen . Dann läuft nämlich das ganze Wasser aus den Wolken. Deshalb muss man nach dem Melken die Wolken gaaanz feste zubinden.
Das geht aber doch gar nicht!
Na gut, dann muss man das Falschmelken halt unterbinden.
Das geht doch auch nicht! Wolken wollen weder Windeln noch Binden, das geht auch nicht bei den Winden.
Was geht bei den Winden nicht?
Das UNTERBINDEN!!!
Sag uns doch Mal, was das bedeutet denn UNTERBINDEN.
Wisst ihr das denn nicht? Man kann da auch sagen etwas verhindern!
Verhintern ist doch nur ein anderes Wort für Verarschen, rief eine Wolke aus der hintersten Reihe dazwischen
Wenn zubinden nicht geht, dann sag doch endlich Mal, was geht denn sonst?
Wir müssen das Wolken-Melken lassen, weil die Wolken das hassen. Und wenn wir es trotzdem machen, tut’s schrecklich laut krachen, dann gibt’s Blitze und Wolkenbruch und davon haben wir mehr als genug! So viel kann der Acker nicht trinken und der Wald auch nicht und die Wiesen, die Büsche und die Blumen und auch der Bach, der Fluss und das Meer, die wollen nicht mehr! Die können nicht mehr! Die sind doch jetzt schon so oft viel zu voll. Oder auch zu leer, wenn die Wolken sauer sind und dann nicht mehr regnen!
Hoffentlich reicht Dir das jetzt! Mir reicht es schon lange!
Aaaber, die Blitze kommen doch zuerst und dann kommt der Krach erst später, wenn der Blitz weit weg war. Der Blitz hat Lichtgeschwindigkeit und der Donner nur Schallgeschwindigkeit!
Und du bist ein Besserwisser mit Geschwindeligkeit. Du willst immer recht haben. Du drehts immer alles so, wie Du willst. Du Drehwurm
Bevor sich die Zwei jetzt in die Haare (und ein Schleudertrauma)kriegen,
kommen endlich die Geschichten von den neun Hasenkindern:
und diese Geschichten hat sich ein Ur-Opa ausgedacht und seinen Kindern Sonntags morgens im Bett erzählt, wenn die Kleinen noch etwas schlafen wollten und es beim Papa im Bett noch sooo schön warm war. Denn ihre Wärmflaschen waren schon lange ganz kalt und der Frost hatte schon lange Eisblumen & Eisblätter an die Fensterscheiben in ihrem Schlafzimmer gemalt. Die älteren Geschwister waren schon aufgestanden und haben das Frühstück gemacht und das Mittagessen vorbereitet, die Windeln und die manchmal nassen Nachthemden und die nassen Bettlaken der Kleinsten gewaschen, mit der Hand, ohne Waschmaschine. Dafür mussten sie erst ganz große Töpfe mit Wasser heiß machen, vorher noch Kohle und Holz aus dem Keller und dem Holzstall holen und im Küchenofen Feuer anzünden, dann die Töpfe mit der Wäsche darin draufstellen, bis das Wasser kocht. Die Wäsche mit einem großen Holzlöffel rausholen und in einer Wanne mit kalten Wasser ausspülen, auswringen und in einen Wäschekorb legen. Dann das noch heiße Wasser zu dem kalten Wasser in der Wanne kippen und dort stehen lassen, bis die Kleinsten ausgeschlafen hatten. Die durften dann entweder Sonntagsmorgens oder schon Samstagmorgens in dem warmen Wasser gebadet werden. Und wenn sie nicht gehorchten, dann drohten die älteren Geschwister mit einem Topf mit kaltem Wasser! Brrr! Dann doch lieber sich waschen und abschrubben lassen und Zähne putzen.

Ganz oben, der Dritte von links ist ein UrUrOpa, rechts daneben eine UrUrOma. Und gaaanz vorne sitzt der UrOpa Heinrich mit seinem etwas kleineren Zwillingsbruder Hans links neben dem Heinrich. Beide waren vor über 120 Jahren erst 7 Jahre alt und ihre jüngste Schwester Erika wurde gerade getauft in einer Kirche in der Nähe von Gießen, in Großen Buseck. Und als der kleine Heinrich später Mal groß und auch Papa war, hat er sich sehr viele Geschichten für seine Kinder ausgedacht und ihnen die erzählt: von Dreckpfot und Schmierpfot und Klebpfot …. und ihrer Freundin, der kleinen Schäferhündin Treff, die damals noch ein Welpe war:
Dreckpfot & Schmierpfot & Klebpfot & Krachzahn & Stopfohr & Laufnashas & Poppelhas & Pippihas & Gucksduhas

Das ist der Opa mit dem UrOpa, als der Opa vor 75 Jahren und seine kleinen Brüder noch nicht in der Schule waren. Und der UrOpa erzählt seinen Schülern von der Bauernschule Geschichten von Rothenburg ob der Tauber der Fremdenführer hört genau zu, was der UrOpa über die Stadt-Geschichte aufgeschrieben hat.

Und da ist der Kleine von oben schon ein 77 Jahre alter Opa und erzählt auf der Buchmesse in Leipzig 2024 seine Geschichten
Mama, warum heißt Du eigentlich Hoppla und warum heißt der Papa Hüppo?
Da muss ich Mal die Omas und die Opas fragen? In Frankfurt würde der Hasen-Papa Hippo gerufen, weil die Frankfurter Hasen das Ü wie ein I aussprechen und alle Hasen glaubten deshalb, er sei bei der Hasen-Hilfs-Polizei. Dann haben seine Hasen-Eltern sich doch anders entschieden und ihn lieber Hüpplo genannt. Nach einer Weile haben die anderen Hasen sich an den Namen gewöhnt, ihn dann aber geärgert und ihn Dupplo gerufen. Dafür bekamen sie von Hüppos Papa ein paar auf die Pfoten und hinter die Löffel-Ohren und die Erzieher in der Hasen-Kita und die Lehrerinnen in der Hasenschule haben sie gewarnt: „Ihr sollt euch hier nicht verkloppen und euch nicht gegenseitig mobben!“ Was dann passiert ist, könnt ihr euch schon selbst denken. Ich erzähle es jetzt nicht, das könnt ihr euch gegenseitig erzählen, weil ihr das schon ganz gut wisst, wie es ist.
Jetzt kommt erst Mal eine andere Hasen-Geschichte:
Früher hießen alle Hasen nur Happ oder Hopp und wenn es viele Hasenkinder waren dann hießen die Mädchen nur Happ 1, Happ 2, Happ 3, Happ 4 und die Jungen nur Hopp 1, Hopp 2, Hopp 3, Hopp 4 und es gab damals noch viel mehr Hasenkinder. Die Hießen dann auch Hipp und Hepp & Hupp oder Hipp-Hopp oder Nepp-Hepp oder Hupp-Schwupp oder Tripp-Trapp oder Dill-Dapp oder Will-Schnapp oder Papperla-Papp …..
Und wenn die Eltern die Hasenkinder morgens weckten in ihren kuscheligen Hasenbetten im Hasenhaus unter der Erde, da riefen sie nur ins Hasenkinderzimmer: 1,2,3,4,Hopp oder 1,2,3,4 Happ und wenn es noch ganz kleine Hasenkinder waren, die aber schon keine Milch mehr aus den Zitzen der Mama saugten, weil sie schon Milchzähne hatten, dann wurden sie zum Frühstück mit kleinen Karottenhäppchen gefüttert, noch vor der Arbeit. Was die aus den Karottenhäppchen gemacht haben? Die Hasenkinder mussten früher ihren Karotten-Brei selbst machen, auch schon vor der Arbeit! Das Frühstück der Kleinen hat dann immer etwas länger gedauert, weil sie so lange kauen mussten bis die Karotten Brei und die Hasenkinder satt waren.
Ist doch sonnenklar, wer nicht genug frühstückt, kann ja auch nicht gut arbeiten.
Und dann sagte der Hasenpapa: 1,2,3,Papp, 1,2,3,Happ, 1,2,3,Hüpp kommt zum Frühstückstisch, es gibt Karottenhäppchen, ganz frisch. Denn Mama und Papa Hase waren schon gaaaanz früh aufgestanden und haben Karotten geerntet oben auf dem Karottenfeld. Manchmal hat der Hasenpappa auch vergessen sich die Füße und die Pfoten zu waschen, wenn er zurück in das Hasenhaus kam,
Papplo und Happlo und Hüppla haben es sofort gemerkt und dann gleich gerufen: „Nach der Arbeit vor dem Essen: Pfotenwaschen nicht vergessen!“ .Und besonders schöne Grüße an die frisch gewaschnen Füße!“ Das hast Du uns doch immer gesagt!“
Papplo und Happlo und ihre Schwester Hüppla konnten sich noch genau daran erinnern.
Das kam nämlich so … aber die Geschichte kommt erst später dran.
Denn nach dem Frühstück, ach ja, beinahe hätte ich es vergessen, die drei haben ja noch nichts gegessen!
Die drei Kleinsten wollten aber erst gar nichts essen: „wir haben aber noch keinen Hunger!“
„Papperlapapp, ihr Happenheimer, ihr kennt doch das alte Spiel, wer nichts isst, der schafft nicht viel!“ sagte Pappa Hüppo.
Und dann sperrten alle drei den Mund auf und Pappa Hüppo und die ältesten Geschwister fütterten die Hasenmäulchen. Sie mussten genau aufpassen, dass jedes Hasenkind genauso viel bekam wie die anderen: hier in Häppchen, da ein Häppchen, dort ein Häppchen, schneid ich’s ab, dann werden’s Schnäppchen.!“ Die drei lachten und verschluckten sich, nein, sie verschluckten nicht sich sondern nach dem Kauen den süßen Karottenbrei und tranken Hasenmilch dabei. Die Mama hat sie mit Bedacht vorher schon Mal warm gemacht. Denn warme Milch ist nach der Nacht für Kinder gut, hat sie gedacht.
So! Und jetzt wisst ihr auch, wie die Hasenkinder morgens früh vor der Arbeit ihren Karottenbrei selbst machen!
Und dann gibt es Abends, nach der Arbeit wieder frischen Karottenbrei.
Was die Drei dann nach dem Frühstück alles gemacht & erlebt haben, erzähle ich euch das nächste Mal.
Richtig, die Geschichte geht nämlich gleich weiter & sie fängt mit einer gaaaanz alten Geschichte an von einem schrecklich bösen Jäger & einem gaanz schlauen Hasen. Diese Geschichte hat schon Mal der uralte Frankfurter Ur-Ur-Opa

Das ist der Gedichte-& Geschichtenschreiber & Arzt Heinrich Hoffmann – Wikipedia
vor beinahe 200 Jahren seinen Kindern erzählt und aufgeschrieben und in einem Buch Bilder dazu gemalt hat:



