Da war es nur noch ein Zupfgeigenhansel

Danke von Opa an OPA für diese Sendung

Vor zwei Jahren starb Thomas Friz

Menschen, die sich liebevoll an ihn erinnerten, haben das gesagt:

„Laßt in der Runde gehn den Wein,
horcht, wie die Zeit verrinnt;
die Menschen werden freier sein,
wenn wir gegangen sind.“

„Zupfgeigenhansel waren eine textliche Offenbarung und man kann sie kaum ausreichend würdigen!!!“

„Zupfgeigenhansl
war der Soundtrack meiner Kindheit. Das stets sehnsüchtig erwartete Highlight jeder langen Autofahrt war, wie der „Pfaffe den Arsch zum Fenster raushält“ und die Leute dachten es sei der Morgenstern… 😉 (für die tiefere Bedeutung des Mädchens in den Brombeeren waren wir noch zu klein.🤷‍♀️😊).
Durch „Mein Vater wird gesucht“ habe ich schon in jungen Jahren verstanden, was Krieg, Diktatur und Unterdrückung bedeutet. Ach ja, und ich war in den Thomas vom Plattencover total verknallt.😉

„2016 hat Thomas Friz‘ Neffe Kornelius ja ein sehr großes multimediales Porträt über seinen Onkel beim Literaturinstitut Hildesheim veröffentlicht – mit vielen privaten Archivinhalten, Interviews aus dem Alter etc. Wie ich es sehe, ist es nicht mehr online, aber ein alter Zupfi-Freund hat mir diesen Link zum Web-Archiv geschickt: Thomas Friz – „Im Scheitern liegt der Erfolg“  Wer es noch nicht kennt: Sehr empfehlenswert!“

„Thomas Friz ist ein wahrer Held und das Werk von Zupfgeigenhansel zeitlos genial. Das ahnt Friz selbst gar nicht.“

„Es ist ein Jammer, dass Thomas sich so zugrunde gerichtet hat und so früh gestorben ist. Seine schöne Stimme, sein Gitarrenspiel, seine Lieder, auch das gesamte Repertoire der beiden Zupfis, gehören zu meiner musikalischen Sozialisation.“

Ade zur guten Nacht
jetzt wird der Schluss gemacht
dass ich muss scheiden

Im sommer da wächst der Klee
Im Winter da schneidts den Schnee
da komm ich wieder

Es trauern Berg und Tal
Wo ich viel tausend mal
bin drüber gegangen

Das hat deine Schönheit gemacht
hat mich zum Lieben gebracht
mit grossem Verlangen

Ach wär ich ein grosser Herr
zück niemandem hinterher
ein Taler zu erben

Ich stünd da am Heckenzaun
nur um nach dir auszuschaun
und um dich zu werben

Wenn ich alter Opa ein Geständnis machen darf:
Nach meinem Empfinden war Thomas Friz einfach ein schöner Mensch. Er vermochte es, mit seinem Partner im Duo, zutiefst Menschlichkeit auszudrücken. Er hatte nichts von einer Heldenfigur, obwohl er ein Held des Menschlichen war. Er war inniglich Mensch; das war er in seiner Bestimmtheit, zu der auch die Erfahrung von Bitternis gehörte. Das war er in seinem Sich-Aufbrauchen für Licht und seinem Sich-Herschenken für Wärme.


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Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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