Kulturwanderweg Mittel-Gründau Teil 6: historische Fotos aus den 1920ern/30ern & 1980ern

Die Bildunterschriften folgen noch. Wo ich mich geirrt HaBE, bitte korrigieren!

Der Schwinn’sche Hof vor dem Abriss

Bei Regen ist mit Zeichnen Schluss, da hilft ein Sicherungs-Schnappschuss: die Südwest Erweiterung des Wohnhauses diente 1905 auch zur Sicherung des Wetter-geschädigten Südwest-Giebels des Wohnhauses

Backhaus mit überdachtem Holz- und Feuerwehrleiter-Lagerplatz

Dem Anwesen des Landhändlers gegenüber befand sich die Matzen & Dampfbäckerei der Familie Karl Hecht. Heute arbeiten dort die Mitarbeiter des Tatoo-Studios „Bleeding Roses“

Brief des sozialdemokratischen Bürgermeisters Christian Betz III. in dem er sich 1934 beim Staatsministerium in Darmstadt über seine Amtsenthebung beschwert: er „habe doch alles richtig gemacht“ … bis hin zur Unterstützung des Arbeitslagers auf dem Herrnhaag /Büdingen-Diebach am Haag. „War ich ein Blutsbruder, Bankrotteur, Brandstifter, KPD- oder SPD-Mann oder vielleicht weiß Gott was?“ und kommt den Faschisten mit den 10 Geboten.

An einem Betz’schen Anwesen eines der drei Fruchtbarkeits-Torpfosten von 1896 mit seit 1933 „zeitüblicher Kennzeichnung“

Ein weiterer Betz-Hof kurz vor den weitgehenden Abriss

Hier gibt es noch einen Federzeichnung. Der Schnappschuss entstand kurz vor dem Regenguss

Das Gasthaus „Zur Post“ mit dem ART-DECO-Vordach, was leider wie die Zinkblech-Firstkrone (leider nicht mehr auf dem Bild zu sehen) beim Ausbau durch die Fa. Lorenz in den 2000ern im Bauschutt gelandet ist. Hier verbrachte Ferry Ahrlé in den frühen 1950ern seine Sommer-Wochenend- & Kurz-Urlaube. Für ein Wochenendhaus am Mittel-Gründauer Reitzeberg hat sein Verdienst damals noch nicht gereicht.

Ferry Ahrlés FR-Plakat von 1961, da hätte es schon für zwei Wochenendhäuser gereicht. In den frühen 50ern hat Ferry Ahrlé beim Post-Lott in der Bachgasse/Hauptstraße angerufen und der Frau Lott gesagt, er käme mit einem späteren Zug nach Gelnhausen und der hätte dann keinen Anschluss mehr nach Mittel-Gründau. Jetzt beauftragte Frau Lott eine ältere Frau am Postschalter, sie solle im Gasthaus Zur Post Bescheid sagen: „Der Ahrlé käme heute später aus Frankfurt und müsse in Gelnhausen vom Bahnhof abgeholt werden!“ Die Alte hatte verstanden und sagte der Post-Gastwirtin Bescheid: „Doin Alde kimmt heit späder funn Froankford unn muss in Gelnhause fumm Boahnhof agehold werrn!“ Da war der Teufel los im Gasthaus „Zur Post“! Die Wirtin glaubte, ihr Alter hätte eine Beziehung zu einer Frau in Frankfurt. Erst um Mitternacht legte sich der Poststurm!

Blick aus der Obergasse/Alte Schulstraße auf die Remise mit ihrem Fachwerkgiebel, mit ihrem Krüppel-Walmdach, den Trockengauben fast 15 Jahre vor ihrem Zusammenbruch und Abriss und Neubau

Scheunen, Ställe und Wohnhäuser wurden auf den Stützmauern des fürstlichen Mühlgrabens errichtet: hier das Wohnhaus in der Bachgasse 24, hinten quer

Der SA-Gruppenführer Karl Otto war nicht nur Faschist, NSDAP-Parteigenosse vom Röhm-Strasserflügel, sondern auch Eigenbrötler: rechts sein Back- & Schlachthaus, das erst lange nach 1900 mit Stall und Scheune verbunden wurde

und auch Abstand zum Wagner’schen Anwesen hielt (bis die Garage gebaut wurde)

Dem Karl Otto’schen Hof gegenüber lag der Hof seines Bruders Heinrich Otto mit dem ältesten noch erhaltenen Haus des Dorfes aus dem Jahr 1782. Nach einem Scheunenbrand konnte die Freiwillige Feuerwehr das Haus mit seinem Stuckdecken noch retten, aber die VR-Bank-Immobilien ließen das Haus abreißen. Heinrich Otto war Vorsitzender der Kleinbauern-Verbandes und KPD-Landtagsabgeordneter. 1944 verstarb er wegen Mangel an Medikamenten an einer Lungenentzündung im Gelnhäuser Krankenhaus. „Die Medikamente werden an der Front gebraucht!“

Hier soll demnächst ein weiterer Kulturwanderweg-Bilderbogen folgen unter dem Titel: „Ein Vertriebenen-Kind entdeckt die Heimat seiner Eltern und Großeltern “

Daniel Hecht aus Tel Aviv machte eine Fotoreportage über das Heimatdorf seiner Eltern und Großeltern

und als übernächste Bilderfolge „Langenselbold von unten“, eine Fotoreportage, die der Bürgermeister Ebner bei mir in Auftrag gegeben hatte. Es sollte eine Ausstellung und ein Buch daraus werden. Doch daraus wurde nichts, denn der Nachfolger Kasseckert hatte daran kein Interesse.

Damit HaBE sein ABS-olut NonProfit Internet-Projekt weiter betreiben kann, bittet er Sie/euch unter dem Kennwort:

“ABS-solution” um Spenden auf sein Konto Nr. 1140086 bei der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen , BLZ: 506 616 39

Spenden zur Unterstützung von Rema & Nasser im Slum von Kampala in Uganda bitte unter dem Kennwort „Rema“SchulpatINNen gesucht in allen Ländern, die Ostafrika (neo)kolonial beGLÜCK(t)en & missionier(t)en. Ein so beGLÜCKtes Kind im Slum von Kampala will auf die Highschool, hat aber kein Schulgeld – barth-engelbart.de

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert