Vor 47 Jahren in der DDR entwickelt: Wasserstoff-Antrieb = Klimaschutz & danach noch vor der DDR abgewickelt

Wartburg 353 mit Turbinenantrieb

Wartburg 353 Turbine, DDR 1979

Wohl eine klassische Fehlentscheidung in der DDR: man wollte mit fast VW-gleichen Modellen (Antrieb und Karosserie) mit dem Westen gleichziehen und hat die Weiterentwicklung der Wasserstoff-Antriebe und Kraftstoffe abgebrochen. Fehlentscheidung? Die Produktion von Wasserstoff ist extrem energieaufwändig und „grüne“ Energie-Überschüsse hatte die DDR (noch) nicht, mit denen der Wasserstoff hätte kostengünstig und umweltfreundlich produziert werden können.

Die grüne Wartburg Limousine war Prototyp, welcher 1979 von Dr. Glaubrecht in Torgau entwickelt wurde. Als Treibstoff wurde Wasserstoffperoxid verwendet, das katalytisch zerlegt und dann in dem Turbinentreibsatz verbrannt wurde. Dabei entsteht Wasserdampf, welcher recht umweltfreundlich sein sollte. Fraglich ist nur, was man tun muß, um Peroxid zu erzeugen …


Zuerst getestet in einem verkürzten Fahrgestell (die Turbine wurde schon seit 1954 getestet, zunächst 50, später 70 PS), dann im Wartburg verbaut. Leistung: 120 PS bei 12.000 U/min. Interessant ist, daß das Getriebe ein unverändertes Seriengetriebe ist, nur mußte mittels einem Vorgelege die Drehzahl auf material­verträgliche Umdrehungen reduziert werden, sonst wäre die Turbine nie auf Touren gekommen oder der seriennahe Wartburg 353 wäre entweder weit über 200 km/h gefahren, statt der nun erreichbaren 175 km/h ! Mit diesem Wartburg nicht unbedingt ein Traum, denn die Limousine ist fahrwerks-/ bremstechnisch im Serienzustand, lediglich unter dem Armaturenbrett (mit RFT Stern Transit Radio bestückt) hat man ein zweite Konsole mit einigen weiteren Instrumenten (vermutlich Turbinendrehzahl, Öldruck, Treibstoffmenge und ggf. Temperatur) sowie im Kofferraum einen speziellen Treibstofftank eingebaut.


Erfreulich ist, daß man jetzt die Haube und das Frontmittelteil entfernt hat, so daß man dieses Wunderwerk der Technik genauer im Fahrzeugmuseum Chemnitz-Klaffenbach beschauen kann.
Die Entwicklung des ganzen erfolgte übrigens im Auftrag des WTZ Landmaschinen und Traktorenbau, Leipzig. Was auch immer die mit der Turbine anstellen wollten.

Quellen: Textbeitrag basiert auf (modifizierten) www.wartburgpeter.de-Forumsbeitrag von Tobias Yellow Thunder und der polnischen Internetseite http://www.wartburg.kgb.pl/strona/ebook/gazety/art5/art5.htm (nicht mehr erreichbar).

Fotos 01 bis 04 von eben dort
Fotos 05 bis 10 sind von Jens Bechtel, Netphen
Fotos 11 bis 13 von Tobias

Zusammengeschrieben von Michael Kröger

Aktuell (16.12.2012) im MDR „Sachsenspiegel“ ist zum Turbinenwartburg ein Kurzbeitrag zu sehen.
Ein paar Hintergrundinformationen finden sich hier.

Und die Bilder zum serienreifen Prototypen gibt’s hier:

http://www.wartburgpeter.de/fr_03_05_turbine.htm
Erst 40Jahre später fahren in Deutschland die ersten Busse und Züge mit dieser Antriebs-Technik: Abgase? WASSERDAMPF UND SAUERSTOFF


















 

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Ein Kommentar zu „Vor 47 Jahren in der DDR entwickelt: Wasserstoff-Antrieb = Klimaschutz & danach noch vor der DDR abgewickelt“

  1. Die Neuzeit begann mit einer Rationalisierungsmaßnahme auf dem Felde der Religion, mit der Soteriologie = Sakramente brauchte es nicht mehr, zu seiner Erlösung reichten dem frommen Untertanen bereits der feste Glaube an die unbefleckte Empfängnis des Gottessohnes sowie an Sündenvergebung durch dessen freiwillige Hingabe seines Leibes.

    Der fromme Untertan von heute hat neuerlich rationalisiert, ihm reichen der feste Glaube an Mondlandung und Klimagas.

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