Der Wasserbau im Gründau-Tal von Breitenborn bis zur Mündung in die Kinzig

Das ganze Gründautal war wie die Schachblumenwiesen im Spessart durchzogen von Be- und Entwässerungs-Gräben, die heute noch in den Karten Langenselbolds als Wehrgräben verzeichnet sind. Die kleinen Stauwehre waren wichtig für die Buckelwiesenwirtschaft, die das „Heuen“ fast ganzjährig ermöglichten und im Winter zudem bei Aufstauung Eis für die Felsenkeller am Rand des Tales lieferten und Fischfang ermöglichten (bis das durch die Fürsten verboten wurde und den Wehrbächen & Mühlbächen das Wasser abgegraben wurde, um die freien Bauern in die Bannmühlen zu zwingen.

Die Bauernkriege waren eben auch Wasserkriege

Unter den heutigen Radwegen und teils sogar den Kreisstraßen von Breitenborn bis nach Langenselbold und bis zur Gründau-Mündung führten die über Jahrhunderte angelegten Mühlbäche oft beiderseits der Gründau. In Breitenborn am Hang, links des Litterbaches und rechts am Hang, wo es zu den Steinbrüchen geht. In Haingründau ebenfalls beiderseits des Litterbaches, der sich an der Haingründauer (Bann-)Mühle mit dem Gettenbach zur Gründau vereinigt. Auf der linken Talseite wurde der Klammborn einerseits zwecks Fischrei aufgestaut und danach über die/unter der Klammbornstraße als Mühlbach bis an den Hang oberhalb der Laurentius-Kapelleunterhalb des jüdischen Friedhofes geführt. In Mittel-Gründau das Gleiche: beiderseits der Gründau:  der Mühlbach rechts der Gründau wird aber dort vom Haselbach gespeist, auf der linken Seite führte der Mühlbach von der Haingründauer Bann-Mühle nach der Vereinigung mit dem Gettenbach mit seiner Papiermühle und den des oberen Gettenbachtales und dann dem Zufluss des Hunn-Floses mit seiner Hunn-Mühle & dem Hunn-Hof unter dem heutigen Radweg durch den Talhof bis zur „Bahnhofs“-Mühle, nach der der heutige Mühlrain benannt wurde, der in der Verlängerung über den Weißwiesenweg zur ehemaligen Mühle führte, wo heute der Bahnhof steht. Die Mühle wurde zum Bau des Bahnhofs ca. 1865 abgerissen, der Bahnübergang bis in die 1970er ging über den ehemaligen Mühlbach, der unterhalb des Bahnhofs noch heute wasserführend bis zum Zusammenfluss mit dem nächsten Mühlbach führte: Im weiteren Verlauf vereinigt sich dieser Mühlbach links der Gründau erst mit dem Bach vom Stickelsberg, dann mit dem Bach neben dem heutigen Bahnübergang (wo vor 50 Jahren noch ein Schrankenwärter-Häuschen stand) aus Richtung Roth der oberhalb des Röther Schwimmbades entsprang und heute noch etwas schüttet. (dort gab es bis vor Kurzen noch Feuersalamander) wie in den „Mittel-Gründauer Witsche“ am oberen Grenzbach. Noch heute heißt diese Flur an der Bahntrasse „Mühlstück“

ebenso, wie der Mühlbachweg in Mittel-Gründau links des Haselbaches „Mühlstück“ genannt wurde.

 Der alte Mühlbach links der Gründau geht bis über den Kolbenstein unterhalb am oberen Rand der Talsohle bis nach Niedergründau, wo er unter der Untergasse verschwindet. Übrig bleibt dort der Wehrgarben 1 und 2 , der früher das Freibad speiste (heute der Fußballplatz) und die Gründau. Nach Niedergründau gibt es den Mühlgraben unter dem Radweg am Schneider vorbei mit weiteren Mühlen an der Ziegenfurth-Mühle, am heutigen Stauwehr die zweite nach 500 Metern die dritte vermutlich am Waldhof verstärkt durch einen Bach vom Weinberg herab die vierte, am Obsthof Mohn möglicher Weise die fünfte dann die Obermühle, dann wahrscheinlich im Hinzerdorf  kurz nach der Rhönstraße die nächste. Dann die am Pfarrhaus & als Nächste die Brauerei Mühleninsel,  … Unterhalb der Frankfurter Straße dürfte noch eine Klostermühle existiert haben bis es dann zur letzten Gründau-Mühle vor der Mündung in die Kinzig per Fahrrad geht. Ab hier führt der Fahrradweg über die alten Kleinbahntrasse von Rückingen nach Langenselbold und möglicher Weise mit zwei Abzweigungen noch weiter bis Ronneburg und Niedergründau unter den heutigen Kreisstraßen-Trassen. Noch 1926 durften Mittel-Gründauer Fuhrunternehmen ihr Fahrgäste nicht nach Hanau bringen und der Bah und den lizensierten Ersatz-Bus-Unternehmen keine Konkurrenz machen, schon gar lker9ine grenzübergreifende, weil zwar beide gebiete zum neuen Volksstaat Hessen gehörten, aber die Sparkassen, die Kirchen, die Krankernkassen, die Logistik-Unternehmen liefen immer noch unter Hessen-Kassel/Preußen und Großherzogtum Hessen-Darmstadt, die Landwirtschaftskammern, die Handwerkskammern ebenfalls.

So kam es 1929 zu einem Sprengstoff-Anschlag auf den Bus der Firma Uffelmann, die (illegal) Mittel-Gründauer Pendler bis nach Hanau brachte.:

Brandanschlag auf Gründauer Busunternehmen ?

Copy LinkEmailTeilen

Gründau: Der Bus eines Gründauer Nahverkehrsunternehmens ging in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf der Kreisstraße zwischen Mittel-Gründau und Niedergründau in Flammen auf. Es geschah in den frühen Morgenstunden kurz nach 3 Uhr. Der vollbesetzte Bus war unterwegs zum Bahnhof Niedermittlau, von wo die in der Frühschicht in Hanau, Offenbach und Frankfurt beschäftigten Arbeiter in den Zug umsteigen wollten. Glücklicher Weise konnten sich alle Insassen vor dem Feuer retten. Menschen kamen nicht zu schaden. Doch der Bus brannte bis auf das Fahrgestell nieder. Löschversuche waren vergeblich und mussten wegen der Explosionsgefahr auch abgebrochen werden. Ob es ein Brandanschlag war, muss die Polizei erst klären. Das Busunternehmen selbst äußerte gegenüber dem GT-Lokal-Reporter den Verdacht, es handele sich um einen Brandanschlag im Auftrag konkurrierender Busunternehmer . Die Konkurrenz im öffentlichen Nahverkehr nehme drastisch zu und man habe das Busunternehmen schon des öfteren wegen der „illegalen“ Linienfahrten nach Hanau, Offenbach und Frankfurt kritisiert und mit gerichtlichen Schritten gedroht. Wen er verdächtige, wollte der Busunternehmer nicht direkt sagen. Recherchen ergaben jedoch, dass die von dem Gründauer Unternehmen bedienten Strecken zum einen von den Gelnhäuser Kreiswerken beansprucht werden und zum anderen von der Bahn. Die als äußerst zuverlässig geltenden Gründauer Busunternehmer – die Gebrüder Uffelmann – mit eigener Werkstatt , mit 5 Landmaschinen- , Auto-Mechaniker- und Schmiedemeistern- wiesen die Einschätzung der Polizei zurück, der Bus sei nur deshalb in Flammen aufgegangen, weil der Tankdeckel nicht zugeschraubt gewesen sei. „Wir sind doch keine Bierkutscher!“ – so die Reaktion der Mittel-Gründauer „Gebrüder Uffelmann“.
Das Ganze passierte allerdings schon 1929.Man darf also beruhigt wieder mit dem Bus zur Arbeit, ins Schwimmbad, in die Schule (nach den Ferien) fahren.Die 5 Mittel-Gründauer Schmiede-Brüder Uffelmann hatten sich gegen Ende der 20er einen LKW gekauft und ihn zum Bus umgebaut, um die vielen Pendler von Haingründau, Mittel-Gründau, Niedergründau, Gettenbach, Breitenborn und sogar von Vonhausen und auch von Rothenbergen morgens zur Frühschicht entweder zum Bahnhof Niedermittlau oder später auch direkt nach Hanau, Offenbach und Frankfurt zu fahren – und dann dort auch wieder abzuhohlen.Das gab böses Blut bei den Gelnhäuser Kreiswerken, bei der Butzbach-Licher-Eisenbahn und der Reichsbahn. Denen gingen nämlich durch den Uffelmann-Bus etliche Einnahmen durch die Lappen.
Für die Mittel-Gründauer und noch mehr für die Pendler aus den umliegenden Dörfern war es doch sehr zeitraubend, erst mehrere Kilometer weit zu den Banhnhöfen zu laufen, um dann in Gelnhausen noch Mal auf den Anschlusszug zu warten oder ihn wegen Verspätung der Butzbach-Licher-Eisenbahn zu verpassen. Und das kostete auch noch mehr Geld als die Abkürzung mit dem Bus nach Niedermittlau zum Bahnhof an der Waldsiedlung. Und mitten in der Weltwirtschftskrise zählte jeder Pfennig doppelt und dreifach.Auf dem Rückweg fuhren viele Pendler dann doch mit der Bahn die ganze Strecke. So auch Wilhelm Pfannmüller im Jahr 1933, der in Frankfurt als Bahnbauarbeiter in der Gruppe des Bahnschachtmeisters Heinrich Schneider aus Mittel-Gründau arbeitete. Der hieß im Dorf und nicht nur dort „Pech-Schneider“, wohl deshalb, weil die Bahnschwellen mit Pech eingestrichen wurden, um sie länger haltbar zu machen.1933 wurde Wilhelm Pfannmüller am Bahnhof Mittel-Gründau von dem Polizeistreifen-Kommando „KuK“, den beiden pickelbehaupteten Büdinger Polizisten Klapp und Kress und aufmarschierter SA zwecks Festnahme empfangen.Wie das weiterging und wie es überhaupt dazu kam und was Wilhelm in seiner Tasche trug, das berichtet der nächste Artikel : „Als die SA Mal vergeblich baden ging“ hier bei www.gtlokal.de und auf www.barth-engelbart.de

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert