
Ein feste Burg für Kaput-Baal, die „Kriegsfibel“ als nächster Fall? Nicht die von Brecht, auch nicht das Plagiat von Alexander Kluge, nein, die „Antikriegsfibel“ wird u.a. Bildmontagen & Gedichte von Rudolph Bauer zeigen und entweder in Berlin oder in EZBankfurt erscheinen unter diesem Vorzeichen:

Mit dabei sind u.a. Renate Schoof, Wolfgang Bittner, Ursula Behr, Rudolph Bauer, Klaus-Jürgen Bruder, Amir Mortawasi, Alfred Poselt, Fred Schumacher, Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer, Thomas Bachmann, David Rovics, Wolfgang Herzberg, Jan Haake … wir haben erst angefangen, wie werden immer mehr
Liebe, sehr geehrte Mitmenschen,
das Foto (ganz) oben zeigt den Eingang Domsheide 16 des Bremer Gerichtsgebäudes, in dem am Donnerstag, 18. Juni 2026, 9:00 Uhr, die Verhandlung des Landgerichts wegen meiner Bildmontagen beginnt.
Wie erinnerlich, wurde ich von einer Amtsrichterin der Vorinstanz verurteilt, weil ich die Kunstfreiheit in Anspruch genommen hatte, mich mit meinen Bildmontagen öffentlich – sprich: auf Instagram – politisch-kritisch zu äußern. Ich habe mit künstlerischen Mitteln warnend auf totalitäre Tendenzen in der bundesdeutschen Gesellschaft hingewiesen. Ich wollte und will die Gefahr einer Wiederkehr jener rechtswidrigen und unmenschlichen Vorgänge verdeutlichen, wie sie sich am Ende der Weimarer Republik und dann vor allem im Nationalsozialismus sowie im Zweiten Weltkrieg ereignet hatten.
Bevor es abermals „zu spät“ ist, habe ich als Künstler erkenn- und sichtbare Elemente der Wiederkehr jener teils mörderischen und tödlichen, teils über Generationen hinweg traumatisierenden historischen Erfahrungen aufgezeigt.
Eine der Bildmontagen verwies im Zusammenhang des demokratisch und medizinisch höchst fragwürdigen Corona-Regimes, bei dem von Menschenversuchen die Rede ist, assoziativ auf totalitäre Unterdrückungsmaßnahmen der NS-Diktatur gegen politische Gegner (Sozialdemokraten und Kommunisten), gegen Juden, Sinti und Roma, Schwule sowie nicht zuletzt gegen ausländische Zwangsarbeiter. Drei weitere Bildmontagen erinner(te)n – im Zusammenhang des Krieges in der Ukraine und anlässlich der von Kanzler Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“ – an die Wiederholungsgefahr der Auslösung eines Weltkrieges, wie er 1939 von Hitler unter dem Zeichen des Hakenkreuzes angezettelt wurde und 1941 den Überfall auf die UdSSR zur Folge hatte.
Statt meine Bildmontagen als Ausdruck einer demokratischen, anti-totalitären und antimilitaristischen Grundhaltung zu würdigen, wurde der Sinn meiner künstlerischen Aussagen ins völlige Gegenteil verkehrt. Ich wurde vom Ankläger gesellschaftlicher Missstände zum Angeklagten eines kafkaesken Beschuldigungs- und Bestrafungsapparats. Am Morgen des 10. August 2023 exekutierte ein Polizeikommando eine einschüchternde Hausdurchsuchung in meiner und meiner Frau Wohnung. Seit damals, seit bald drei Jahren belastet mich psychisch und mental der völlig absurde Straftäter-Verdacht. Mein Smarphone wurde zwecks angeblicher Beweissicherung beschlagnahmt. Als ob dieses polizeistaatliche Vorgehen nicht schon als Indiz politischer Justiz gereicht hätte (und vom Landgericht deshalb als nicht rechtens verworfen wurde), wurde ich dennoch amtsrichterlich zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Dagegen wurde Berufung eingelegt.
Was erwarte ich am 18. Juni 2026? Ich erwarte einen Freispruch und meine Rehabilitierung. Den Freispruch beim Bremer Landgericht erwarte ich
- trotz meiner negativen Erfahrungen mit einer denunziatorischen Meldestelle, bei der meine Bildmontagen anonym zur Anzeige gebracht wurden,
- trotz einer verfolgungswütigen Staatsanwaltschaft,
- trotz polizeilicher Hausdurchsuchung mit Schusswaffen und Schutzwesten,
- ferner totz des strafverbitterten Richterinnenspruchs beim Amtsgericht.
Ich erwarte, dass die Freiheit der Kunst siegt – auch im Interesse sowohl der demokratischen Meinungsfreiheit als auch der grundgesetzlichen Wissenschaftsfreiheit; es geht um mehr als um mich persönlich.
Es darf im Bremer Gerichtshaus nicht wieder zu Unrechtsurteilen kommen, wie 1942 beim Todesurteil gegen den 17jährigen polnischen Zwangsarbeiter Walerjan Wrobel; siehe https://www.landgericht.bremen.de/das-gericht/gebaeude-und-geschichte/ns-unrechtsjustiz-21721. „Wehret den Anfängen“ gilt auch bei einem – verglichen mit dem damaligen Todesurteil – minder schwerwiegenden Verfahren mit minder schwerwiegender Strafe. Eine Verurteilung, welche das Grundrecht der Freiheit der Kunst missachtet, betrifft nicht nur meine Bildmontagen oder die Kunst generell. Ein solches Urteil bereitet den Weg für ein Regime der Kunstfeindlichkeit, der Intoleranz, der Menschenverachtung und des Totalitarismus. Erinnern wir uns an die Bücherverbrennung und an die NS-Ausstellung „Entarteten Kunst“.
Die Verhandlung am 18. Juni ist öffentlich. Daher lade ich alle ein, denen es möglich ist, als Zuhörende und Zuschauende teilzunehmen. Erfolgt ein Freispruch, ist es ein Grund, die Kunstfreiheit zu feiern. Wenn nicht, entlarvt die Justiz auf unerhörte Weise ihre Mittäterschaft und Blindheit gegenüber politischen und gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, vor deren Schrecken ich verantwortungsbewusst mit den Mitteln der Kunst warne.
Zu guter Letzt: Es gibt auch Erfreuliches zu berichten. Heute bekam ich die Nachricht, das mein „Kritisches Wörterbuch des Bunten Totalitarismus, Heft 1“ jetzt auch in französischer Übersetzung vorliegt; siehe: https://www.epubli.com/shop/totalitarisme-colore-9783565292295. Auf der Website des Verlags finden sich weitere Titel von mir, auch die schon länger vorliegende englische Übersetzung der vier Hefte des Kritischen Wörterbuches unter dem Titel „Colorful and Totalitarian“.
Meine große Bitte:
- Diese Mail darf gerne an Demokraten und andere mögliche Interessenten im In- und Ausland weitergesendet werden.
- Redaktionen werden gebeten, auf den Prozess öffentlich hinzuweisen und – wenn möglich – eine/n Gerichtsreporter/in zur Berichterstattung zu entsenden.
- Besonders würde ich mich freuen, wenn der Link mit den Hinweisen auf die französische und die englische Übersetzung des Wörterbuches an auswärtige Adressen weiterversendet wird.
Auf Wiedersehen beim Verhandlungstermin am 18. Juni, 9:00 Uhr, Domsheide 16, 28195 Bremen [der Raum ist noch nicht festgelegt, dann aber aus der Gerichtstafel im Erdgeschoß ersichtlich]! Wer nicht dabei sein kann, sende gute Wünsche und verfluche das Unrecht.
Mit herzlichen Grüßen, Freiheit für Rainer Füllmich und alle politischen Gefangenen:
Rudolph Bauer