Das Mitglied der Hanauer Friedensplattform, Rechtsanwalt Matthias Seipel hat auf dieses spannendes Video-Gespräch zweier Schwergewichte der internationalen Debatte um die aktuelle Kriegsgefahr hingewiesen, das gestern bei Glenn Diesen Deutsch ins Netz gestellt wurde. Das eineinhalbstündige Video wurde allein in seiner deutschen Fassung gestern bereits 55.000-mal aufgerufen.
John Mearsheimer und Sergej Karaganow diskutieren darüber, warum Russland unter zunehmendem Druck steht, seine Abschreckungskraft wiederherzustellen, was sich zu einem – begrenzten – nuklearen Schlag gegen Europa zuspitzen könnte. Beide sind sich darin einig, dass die USA auf einen derartigen Atomschlag wahrscheinlich nicht reagieren würden, diskutieren aber auch die internationalen und ethischen Folgen eines solchen Tabubruchs, selbst wenn seine unmittelbaren Folgen nicht das Ausmaß der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg übersteigen würden. Karaganow hofft, dass bereits eine ernsthafte Debatte über einen nuklearen „Warnschuss“ die europäischen politischen und militärischen „Eliten“ zurück zu einer vernunftgeleiteten Politik führen könnte, wie sie über große Strecken des Kalten Krieges möglich war. Beide Gesprächsteilnehmer stimmen darin überein, dass die gegenwärtige internationale Umbruchsituation (Abstieg des Westens nach 500 Jahren Vorherrschaft – und Aufstieg des „globalen Südens und Ostens“) noch für einige Jahrzehnte gefährliche Entwicklungen hervorbringen werde.
John Mearsheimer ist international bekannter Politikwissenschaftler und Professor an der Universität Chicago. Prof. Sergej Karaganow ist Ehrenvorsitzender des russischen Rates für Außen- und Sicherheitspolitik, war Redenschreiber für Breschnew und hat jahrzehntelang sowjetische und russische Führungskräfte wie Gorbatschow oder Putin beraten.
Der Link zum Gespräch: https://www.youtube.com/watch?v=lww2d4m5zkk
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