Der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert: „Genug ist genug. Israel begeht Kriegsverbrechen“. „Was wir jetzt in Gaza tun, ist ein Vernichtungskrieg: wahlloses, grenzenloses, grausames & kriminelles Töten von Zivilisten.“

Es ist unglaublich, aber die bittere Realität: an diesem Freitag, den 3. July sind es 1000 Tage, daß die „humanste Armee der Welt“ den Genozid in Gaza trotz derzeitigem nur auf dem Papier stehendem sog. „Waffenstillstand“ vorantreibt und im Schatten der Vernichtung immer größerer Bereiche – und jetzt auch im Libanon – sich auch der Terror der sog „Siedler“ im völkerrechtswidrigem  besetzten Westjordanland immer größere staatlich geschützte/ geförderte Ausmaße annimmt und die offen geforderte Annektion faktisch durch rechtliche Begleitmaßnahmen vorangetrieben wird! Die deutsche Regierung schaut weiter staatsraisonnierend  „ermahnend“ zu! 

Die nächste Demonstration der Palästinensischen Gemeinde Bremen und Umland e.V. findet am Samstag, den 4. /7. statt. Start ist am Hillmannplatz um 15.00 Uhr. Der Protestmarsch „Free Palestine. Now and Forever“ geht über die Knochenhauerstraße zum Domshof. Die Hauptrede hält Conny Barth vom Sprecherkreis des Bremer Friedensforum am bewährten Ort am Halt mitten in der Obernstraße.       (Flyer könnt Ihr wie immer im Anhang runterladen und verbreiten!)

1. Auf dem Sender Arte gab es einen sehr differenzierten faktenbasierten Bericht über die Situation im Westjordanland, wo der „Siedler“-Terror immer schlimmer wird. Exemplarisch wird dies am Beispiel der Ermordung von Kindern verdeutlicht. Titel: „Sie schießen auf Kinder“. Der Film kann in der Mediathek runtergeladen werden. Exellentes Material für die Diskussion und Bildungsarbeit!  

https://www.arte.tv/de/videos/131395-000-A/westjordanland-sie-schiessen-auf-kinder/?utm_source=ios&utm_medium=share&utm_campaign=131395-000-A

2. Immer häufiger kritisieren ehemalige israelische Politiker und hochrangige Vertreter aus dem Sicherheitsapparat die genozidale Politik der rassistischen Netanjahu-Regierung mit den zum Teil offen faschistischen Ministern Ben Gvir und Smotrich. Warum sind es wie auch in Deutschland oft zu beobachten meist ehemalige Verantwortliche, die plötzlich scharfe Kritik üben!? Ist es das schlechte Gewissen der eigenen auch nicht gerade Friedensorientirten Politik? Dennoch bemerkenswert: 

Der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert schrieb einen scharfzüngigen Meinungsbeitrag in der israelischen Zeitung Haaretz mit dem expliziten Titel „Genug ist genug. Israel begeht Kriegsverbrechen“. Was Olmert in Haaretz schrieb in seinem Kommentar zu den Militäroperationen im Gazastreifen schrieb Olmert: „Was wir jetzt in Gaza tun, ist ein Vernichtungskrieg: wahlloses, grenzenloses, grausames und kriminelles Töten von Zivilisten. “Er betonte, dass diese Taten keine zufälligen Ausbrüche einzelner Soldaten seien, sondern „das Ergebnis der Regierungspolitik – wissentlich, böswillig, unverantwortlich diktiert. “Er warnte davor, dass Israel Gefahr laufe, „aus der Völkergemeinschaft verbannt“ und vor den Internationalen Strafgerichtshof geladen zu werden. In späteren Statements ging er noch weiter und erklärte gegenüber dem Guardian, dass bestimmte israelische Pläne zur Umsiedlung von Gaza-Bewohnern im Grunde ein „Konzentrationslager“ schaffen würden und einer „ethnischen Säuberung“ gleichkämen.

Der Vergleich mit Deutschland

Ihre Beobachtung verdeutlicht ein starkes Paradoxon bezüglich der Meinungsfreiheit und der Staatsräson zwischen Israel und Deutschland:In Israel: Trotz des enormen gesellschaftlichen Drucks während des Krieges kann ein ehemaliger Regierungschef einen solchen Text in einer großen nationalen Tageszeitung veröffentlichen. Er bleibt Teil des öffentlichen Lebens und wird für diese fundamentale Staatskritik nicht strafrechtlich verfolgt oder ausgewiesen.In Deutschland: Würde ein deutscher Politiker oder eine Person des öffentlichen Lebens analoge Aussagen über die eigene Politik machen – insbesondere mit Begriffen wie „Konzentrationslager“ oder „ethnische Säuberung“ –, wären die Konsequenzen unmittelbar. Aufgrund der Gesetze zur Volksverhetzung, der historischen Verantwortung und der Einstufung von Israels Sicherheit als deutsche Staatsräson würde eine solche Person sofort politisch isoliert, entlassen, öffentlich geächtet und strafrechtlich untersucht werden. 

3. DPG-Rundbrief 14-2026 (im Anhang!) Eindrücke der Jahrestagung der DPG 2026 im Koptischen Kloster in Höxtern, die wieder ein voller Erfolg war, gab es sehr unterschiedliche thematische Vorträge mit Aspekten, die meist nicht im Vordergrund der Diskussion stehen. Man kann den Ablauf und die Vorträge und weitere Eindrücke auf der Homepage der DPG nachempfinden. Vorab kann auch  der hochinteressante Vortrag von Dr. Munther Isaac, Pfarrer der lutherischen Kirche in Ramallah, abgerufen werden.

Beste solidarische Grüsse  Detlef Griesche (DPG-Bremen)

Wir  freuen uns für unsere konkreten Hilfs-Projekte über eine Spende auf:Deutsch-Palästinensische Gesellschaft Bremen e.V. (DPG); IBAN DE48 2505 0000 1012 5540 03. Wir senden absetzbare Spendenquittungen zu! Bitte Adresse und Verwendungszweck nicht vergessen!

Auch das hat Ehut Olmert gemeint:

Leben des palästinensischen Kinderarztes Dr. Hussam Abu Safiya in akuter Gefahr – sofortige Beendigung seiner Gefangenschaft erforderlich

Jüdische Stimme Jul 5     READ IN APP   Angesichts der akut lebensbedrohlichen Situation von Dr. Hussam Abu Safiya ruft die Jüdische Stimme alle Journalist:innen, medizinischen Vereinigungen und politischen Entscheidungsträger dazu auf, den Druck auf ihre Institutionen für eine sofortige Freilassung zu erhöhen und mit größtmöglicher Dringlichkeit zu handeln. Der Anwalt von Dr. Abu Safiya, Nasser Odeh, konnte ihn am 2. Juli besuchen und berichtete von einem äußerst besorgniserregenden Gesundheitszustand. Nach seinen Angaben ist Dr. Abu Safiya seit Dezember 2024 täglich Folter und Misshandlungen ausgesetzt. Während des Besuchs habe er kaum aufrecht sitzen können, äußerst verängstigt gewirkt und mehrfach beinahe das Bewusstsein verloren. „Dies ist das letzte Mal, dass du mich siehst… Sie haben mich hierher gebracht, um mich zu töten“, sagte Dr. Abu Safiya am Donnerstag zu seinem Anwalt. Nach Angaben seines Anwalts hätten sich die Folter und Misshandlungen verschärft, seit im vergangenen Monat richterliche Anhörungen zu seiner Freilassung begonnen haben. Der Kinderarzt und Klinikdirektor des Kamal-Adwan-Krankenhauses in Gaza befindet sich seit der Belagerung des Krankenhauses im Dezember 2024 in israelischer Gefangenschaft. Gemeinsam mit ihm wurden mindestens 13 weitere Ärzt:innen völkerrechtswidrig aus Gaza verschleppt und sind derzeit den brutalen Haftmaßnahmen der israelischen Besatzung ausgesetzt. Dies erfolgt im Rahmen der vorsätzlichen Angriffe auf medizinische Einrichtungen und medizinisches Personal während des Genozids in Palästina. Die systematische Zerstörung des Gesundheitssystems in Gaza wurde bereits in mehreren Berichten von NGOs wie Forensic Architecture und Physicians for Human Rights Israel dokumentiert. Die Organisationen Addameer und Palestinian Prisoners Society berichten regelmäßig über Folter und Misshandlungen in israelischer Gefangenschaft. Derzeit befinden sich über 9.400 Palästinenser:innen in israelischen Gefängnissen und Lagern, darunter mehr als 3.200 Menschen ohne Gerichtsverfahren oder Urteil. Angesichts der Beteiligung israelischer medizinischer Einrichtungen am Genozid in Palästina – sei es durch ihr Schweigen zur Zerstörung von Krankenhäusern, durch die Ermöglichung von Folter oder durch Aufrufe zu Bombardierungen – berichtete The Lancet kürzlich über eine Petition, die einen Boykott der IMA (Israeli Medical Association) durch die WMA (World Medical Association) fordert. Wir rufen alle Akteur:innen, insbesondere Journalist:innen und Angehörige medizinischer Berufe, dazu auf, den öffentlichen und politischen Druck für die sofortige Freilassung des akut bedrohten Dr. Husam Abu Safiya und seiner Kolleg:innen zu erhöhen! IPPNW-Mailkampagne “Freiheit für Dr. Hussam Abu Safiya”: https://www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen/freiheit-fuer-dr-hussam-abu-safiya.html   Like Comment Restack   © 2026 Jüdische Stimme
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Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Ein Kommentar zu „Der ehemalige israelische Premierminister Ehud Olmert: „Genug ist genug. Israel begeht Kriegsverbrechen“. „Was wir jetzt in Gaza tun, ist ein Vernichtungskrieg: wahlloses, grenzenloses, grausames & kriminelles Töten von Zivilisten.““

  1. Es gab vor ca. 20 Jahren einen bayrischen Pfarrer, der von Afghanistan aus den von der US-Armee betriebenen Handel mit Opium angeprangert hat. Ist sogar im Deutschlandradio umfassend zu Wort gekommen. Und? Nichts, überhaupt nichts, keinerlei Nachhall, Sklaven sind überfordert mit Realität. Deren einzige Sorge ist es, das ihnen von ihren Herren Aufgetragene zu deren bester Zufriedenheit zu besorgen. Und all ihr (politischer) Protest erschöpft sich letztlich in dem gegen Nichteinhaltung der ihnen von Herren gegebenen Zusagen und Versprechungen. Die politische Öffentlichkeit ein Kindergarten, der alle vier Jahre zur Urne geht und sich dann erwachsen fühlt. Grotesk.

    Ganz so wie seinem bayrischen Kollegen wird es auch dem Pfarrer Dr. Munther Isaac ergehen sowie denen vom koptischen Kloster in Höxter.

    Und in Betreff des Herrn Olmert, erinnert der an den aus Kirchen gekommenen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Wurde danach dummdreist genutz von den Mittätern zur wohlfeilen eigenen Reinwaschung ihrer inniglich mit dem Nationalsozialismus verbunden gewesenen Kirchen. Damit diese ihre herrendienerischen Verbrechen würden weiterführen können — siehe heute die aus den Kirchen kommende Fütterung der Klima- und der C-Psychose. Friedrich Nietzsche, der alles Christentum kurzerhand (und fälschlich) gleichgesetzt hat mit Kirchenchristentum, hatte mit Blick auf dieses letztere dann wohl vollauf recht: „Christentum ist Sklavenreligion par excellence.“

    Warum wohl hat Luther das Christuswort „Effate!“, Weitet euren Sinn!, falsch übersetzt als: Tuet Buße! Weil Sklaven ihren Sinn gefälligst nicht weiten sollen. Sie könnten dann Gefahr laufen, sich selbst als Sklaven zu entdecken.

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