Ein Linker & ein Rechter fast am gleichen Strang: HaBE & Dr. Rolf Müller woll(t)en die „arisierte“ Gelnhäuser Villa Sondheimer zum Museum machen

So weit ich mich erinnern kann, hat Rolf Müller fast zeitgleich mit mir auch vorgeschlagen, aus dem „arisierten“ Anwesen der Familie Scheuer ein „interaktives“ Zentrum zur Erforschung des Widerstands gegen den Faschismus zu machen:

Nix Neues aus Gel-NS-hausen: Aktenzeichen A-Z ungesühnt – barth-engelbart.de

Wegfeiern in Gelnhausen – Wie in der deutschen Provinz das Gedenken an Faschismus, Judenpogrome und -vergasung, Arisierungsplünderungen und Zwangsarbeit … weggefeiert wird. – barth-engelbart.de

Vom Umgang mit „jüdischen Vermächtnissen“ – barth-engelbart.de

Vom Umgang mit jüdischen Vermächtnissen im Main-Kinzig-Kreis – barth-engelbart.de

Dass mein politischer Lieblingsgegner im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises, der Kampfschwimmer & CDU-Frontmann Dr. Rolf Müller in der „arisierten“ Gelnhäuser Villa Sondheimer geboren wurde, habe ich erst bei einer erneuten Recherche über mein einstiges zweites Zuhause herausfinden können:

Vorschlag von CDU-MdL MÜLLER: „Villa Sondheimer wäre ideales Museum“ // Osthessen|News

15.09.09 – Gelnhausen

Vorschlag von CDU-MdL MÜLLER: „Villa Sondheimer wäre ideales Museum“

Der Landtagsabgeordnete Dr. Rolf Müller (CDU) hat sich mit einer parlamentarischen Initiative in die Diskussion über die zukünftige Nutzung der historischen „Villa Sondheimer“ in Gelnhausen eingeschaltet. „Das im Eigentum des Landes Hessen befindliche Gebäude, das oberhalb der historischen Altstadt liegt, wäre ein idealer Standort für ein Mittelalter-Museum“, sagte der Abgeordnete, der dem Landtagsausschuss für Wissenschaft und Kunst angehört.

Damit könnte die Barbarossastadt eigene Vorstellungen von einem profilierten, stadttypischen, dezentralen Museumskonzept, zu dem auch die inhaltlichen Schwerpunkte „Grimmelshausen“ und „Philipp Reis“ sowie der mittelalterliche Stadtkern und die Kaiserpfalz gehören, hervorragend verwirklichen, betonte Rolf Müller (Foto). Das außerhalb der Stadtmauer gelegene Gebäude, das den Namen seines früheren Eigentümers, dem jüdischen Rechtsanwalt Sondheimer, trägt, kann selbst auf eine äußerst wechselvolle Geschichte als Wohnhaus, Entbindungsanstalt und Amt für Landwirtschaft zurückblicken.

„Während der vor kurzem zu Ende gegangenen Ausstellung mit Werken des Malers Jörg Immendorf konnten sich viele begeisterte Besucher ein Bild davon machen, welche ideale Stätte für ein Mittelalter-Museum die Villa Sondheimer darstellen kann“, sagte der Landesparlamentarier, der selbst im Jahre 1947 in dem Haus zur Welt kam.

Rolf Müller will jetzt die zuständige Hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann einladen, sich vor Ort in Gelnhausen über die Pläne der Stadt zu informieren und um bei ihr für eine Beteiligung des Landes zu werben. +++

Mein zweites Zuhause hatte schon bei meiner Geburt 1947 eine bewegte Geschichte hinter sich:

die Villa des jüdischen Rechtsanwaltes Sondheimer wurde nach der Vertreibung der Sondheimers „arisiert“

und alle zurückgelassenen Einrichtungsgegenstände, Kleidung, Geschirr, Küchengeräte usw. als „Judenschnäppchen“ den „Volksgenossen“ zum Verkauf angeboten und versteigert. Es gab von der Stadtschreiberei bis in den Holzgraben lange Warteschlangen. Szenen wie früher beim Winterschlussverkauf an den Wühltischen.

Die Villa wurde „Eigentum“ der NS-Organisation „Kraft durch Freude“, Erholungsort und Entbindungsstation für „arische“ Mütter. Direkt nach 1945 ging die Villa in Besitz des evangelischen „Müttergenesungswerkes“ der Gattin des deutsch-nationalen Ermächtigungsgesetz-Zustimmers Theodor Heuß, Elly Heuß-Knapp über.

Dr. Rolf Müller wurde so quasi unter der Obhut von Elly Heuß-Knapp in meinem „zweiten Zuhause“ zur Welt gebracht.

Spätestens ab 1950 war ich regelmäßig in der Gelnhäuser Landwirtschafts-(Bauern-)Schule in der ehemaligen Villa Sondheimer bei meinem Patenonkel Dr. Karl Schade, dem Landwirtschaftsrat und Schulleiter unterwegs. Für mich ein riesiger Kinderspielplatz, etwas kleiner zwar als die ehemalige „Kaltwasser-Badeanstalt“, die ehemalige Michelstädter Landwirtschaftsschule und heutige Michelstädter Stadtverwaltung mit ihrem Park, dem Badehaus, den Gärten …

Die BauernschülerINNEN waren meine ständigen Betreuer. Sie fingen mich immer wieder ein, wenn ich in Richtung Holzgraben und Stadtmauer ausgebüchst war. Und ich war sooo neugierig auf den Halbmond und den schauerlichen „Hexenturm“ … den ich schon von Michelstadt kannte, dort war es der „Diebsturm“ hinterm Haus der Flickschusters …

Aber Gelnhausen & der Main-Kinzig-Kreis sind keine Ausnahmen: der ehemalige FAZ-Mitherausgeber Sondheimer hatte nach der Flucht der Familie in die USA in seinem Vermächtnis verfügt, dass seine Villa in der Frankfurter Bockenheimer Landstraße nach der Befreiung vom Faschismus zum „Literaturhaus“ werden soll. Wurde es ja auch. Aber dann stiegen die WestendImmobilienpreise in astronomische Höhen. Das war das Aus für das Literaturhaus – an diesem historischen Standort.

Dass die Nachkriegsgewinnlerin KfW jetzt hier ihre Kultur stiftet, macht diese Hehlerei nicht ungeschehen. Sinnvoller Weise firmiert in der Gelnhäuser Villa Sondheimer jetzt eine Immobilien-Firma: KfW Kompetenz für Weiterverwertung heißt sie nicht!

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Ein Gedanke zu „Ein Linker & ein Rechter fast am gleichen Strang: HaBE & Dr. Rolf Müller woll(t)en die „arisierte“ Gelnhäuser Villa Sondheimer zum Museum machen“

  1. Nazis inhaftierten Menschen in ihrerzeit sogenannten „Arbeitserziehungslagern“ (die es in Dschörmanie in jedem größeren Dorf gegeben hat); oder sie vergasten Menschen in Vernichtungslagern, welche meist Arbeits- und Konzentrationslagern angeschlossenen waren; was letzteres auch schon Cecil Rhodes in Afrika getan hatte; und was der Fabianer und also politisch linke George Bernard Shaw der ganzen Welt zu tun empfahl — ja: vergasen; oder auch zwangsarbeitsunwilligen Afrikanern die Hände abzuhacken so, wie König Leopolds Drecksarbeiter dies in Belgisch-Kongo taten. Und nicht zuletzt die GuLags im Staatssozialismus — und die gibt es dort bis heute hin… .

    Nein, erzählt mir nichts von Links und Rechts!

    Ob nun Herren Sklaven kaufen, Lehnsherren Leibeigene in Fron halten, oder Lohnherren Lohnsklaven unter das Kommando von Stückzahl pro Zeiteinheit bringen um der lieben geldlichen Rendite willen. Oder wenn die Arbeitsagentur zu Arbeit oder sonstigen „Maßnahmen“ zwingt unter der Androhung von Entzug von Existenzmitteln. Oder die Partei die Werktätigen kommandiert unter einer Diktatur des Proletariats — genau, Moderne, wenn „Sklaven über Sklaven herrschen“ (Friedrich Nietzsche).

    Wenn solches Wirtschaften wenigstens gut ausgehen würde für die jeweiligen Gesellschaften. Aber tut es nicht. Wer Menschen wie Vieh behandelt, erschafft viehische Kulturen. Vieh aber kann nicht denken. Siehe Ionesos berühmte Rhinozerosse.

    Rhinos sind sogar bei solch einfachen Gedanken überfordert wie: Wer billiger herstellt, muß billiger verkaufen und verdient dann auch weniger.

    Und dann wundern sich die Rhinos, wenn die Angehimmelte, die geliebte Rendite, spröde wird, und sie deswegen gezwungen sind, in immer weiter wachsender Verschuldung Zuflucht zu suchen. Und es wundern die Rhinos sich um so mehr, wenn dann Lager, Zwang, Krieg und Massenvernichtung wiederauferstehen. Rhinos ist nicht zu helfen.

    Nein, erzählt mir nichts von Links und Rechts! Bei Strafe eures Unterganges: Redet mir vernünftig, bitte, redet mir allein von diesen zweien: von MENSCH und RHINO. Und davon, worin diese sich unterscheiden.

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