Santa Clara, California & Assisi

Oh, Santa Clara sollte nach der Melodie „Oh, Donna Clara, ich hab Dich tanzen geseh’n … “ gesungen werden

1

Oh, Santa Clara,

sag, warum suchst Du nach mir

Dein Suchen macht mich ganz wirr,

und jetzt such ich nach Dir

in California

2

Als schon fast klar war,

welcher Geheim-Dienst mich sucht,

und mich zu canceln versucht,

schoss ein Gedanke mit Wucht

durch mein Nirwana

3

Ach, mein Nirwana,

das ihr durch meine Windows nicht seht,

das zwischen dunklen Clouds verweht,

und nur aus Microsofties besteht

(nie wie der Mond aufgeht)

ist kaum erfassbar

4

Oh, Santa Clara

Wer weckt mich nachts denn so oft

Ein Al-Gore-ithmus im Loft?

Hab ich was andres erhofft?!

Ob’s etwa ne Frau war?

Jetzt Mal ganz ungereimt prosaisch: ich scheine in den USA die meisten MitleserINNEN zu haben. An zweiter Stelle folgt Deutschland, an dritter Niederlande, an vierter die Russische Föderation, an fünfter Frankreich, an sechster Stelle folgt Norwegen …

Ich weiß, dass viele Menschen aus meinem Freundeskreis, aus meiner Region, meinem Wohnort ausgewandert sind. Viele in die USA. Manche in Irland, Paraquay, Brasilien, UK, Australien, Thailand, Indonesien, Vietnam, Taiwan, Armenien, Kasachstan, Ukraine, Polen, …. ein Ex-DEUGRO-Kollege in Finnland – den ich als BR-Vorsitzender in den 1980ern gegen die Konzernspitze verteidigt habe. Nun ist der damals nicht ausgewandert, sondern auch von mir in Logistik-mit ausgebildet zwecks Übernahme der väterlichen Papierfabrik nach Finnland zurückgekehrt.

Lieber Jouni, nach 45 Jahren ist es eigentlich höchste Zeit, sich Mal wieder bei mir zu mailden. Wir wollten doch noch Mal gemeinsam genauer untersuchen, welche Teile der UdSSR Finnland sich seit 1918 bis in die 1920er unter den Nagel gerissen & welche weiteren Teile Finnland erst in Kooperation mit der deutschen Wehrmacht ab 1941 überfallen, besetzt & annektiert & was Finnland mit der Sowjet-Republik der Samen gemacht hat.

Mir ist seit Langem unklar, ob es sich in den USA an den Orten, von denen aus meine Seite tagtäglich am meisten „besucht“ wird, um interessierte Auswanderer, Rückwanderer, Eingeborene oder um Dienste als „Mitleser“-innen oder außen handelt:

California/Santa Clara,

Virginia/Ashburn,

California/Los Angeles,

New York/New York,

New York/Buffalo,

Georgia/Atlanta,

District of Columbia/Washington,

Nevada/Las Vegas,

Oregon/Boardman,

New-Jersey/Jersey-City,

Kentucky/London,

Iowa/Council Bluffs,

Texas/Austin,

Colorado/Denver,

Virginia/Manassas …

Gerade hat Iowa/Council Bluffs alle überholt. Ob der Rat dieser Stadt nur blufft? Dann wäre der Name Programm!

Da mir wahrscheinlich nicht nur hier bei Santa Clara der Durchblick fehlt, sollte ich mir eventuell durch die Heilige Klara von Assisi Klarheit verschaffen:

Der Berliner TAGESSPIEGEL schreibt in dem Werbeartikel für die katholische Kirche Heilige Frauen: Schutzpatrone für alle Fälle zu Santa Clara:

„Klara von Assisi

Der technische Fortschritt verändert die Welt, da muss selbst die katholische Kirche reagieren. Vor 60 Jahren wies Papst Pius XII. der Heiligen Klara von Assisi ein weiteres Aufgabengebiet zu. Und so steht die Patronin der Blinden, der Wäscherinnen und Stickerinnen, der Vergolder, Glaser und Glasmaler seit dem 17. Februar 1958 auch dem Fernsehen zur Seite.

Dabei lebte sie 700 Jahre vor dessen Erfindung, ja sogar zwei Jahrhunderte vor Gutenbergs Buchdruck.

Klara wurde 1194 in Assisi geboren, einer Hügelstadt in der mittelitalienischen Region Umbrien. Unter dem Einfluss des heiligen Franziskus, dem Begründer der Franziskaner, beschloss sie schon als Jugendliche, ihr Leben Gott zu weihen. Die Eltern waren reich und wollten sie verheiraten. Doch die 18-Jährige brach mit der Familie, ließ sich die schönen, langen Haare abschneiden, legte die wertvollen Gewänder ab, stattdessen eine Kutte an und schuf gemeinsam mit Franziskus einen Orden, die Klarissinnen. Er existiert bis heute, weltweit gibt es mehrere hundert Klöster, in Deutschland zum Beispiel in Bocholt und Paderborn. Die Klarissinnen führen ein betont einfaches, materiell geradezu ärmliches Leben, das um Gebete, Arbeit und den Dienst am Menschen kreist – nicht gerade die Richtung, in die sich das Fernsehen seit 1958 entwickelt hat.

Schon mit 30 war Klara selbst so krank, dass sie ihr Bett nicht mehr verlassen konnte. Was sie freilich nicht davon abhielt, andere Kranke, die die Ärzte längst aufgegeben hatten, zu heilen. Deshalb wird sie bis heute unter anderem bei Fieber angerufen und bei Augenleiden. Sehen konnte sie, sogar durch Wände hindurch. Angeblich verfolgte sie von ihrem Krankenlager aus Messen in einem anderen Raum. Eben jene televisionäre Begabung war es, mit der Papst Pius damals seine Entscheidung begründete. …“

Da fällt mir doch noch was ein zu dem Papst Pius XII: war da nicht Mal was mit der Vorrrsehung und dem Konkordat? Da brauchte man kein Fernsehen, da reichte der Volksempfänger, na ja zur „Friedens-Olympiade“ gab es nicht nur braune Limonade vom Führer-Förderer Coca-Cola, da gab’s auch schon das Volksfernsehen in den Fabrikhallen u.a. bei Volkswagen. Da muss man Mal nachsehen … und wenn es so weiter geht, muss man sich beim Nachsehen sehr vorsehen. Nein, die Vorrrsehung kommt nicht noch Mal mit Oberlippen-Behaarung und der Endsieg kriegt diesmal auch keinen päpstlichen Segen.

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

3 Kommentare zu „Santa Clara, California & Assisi“

  1. Christenbengeln und ihren atheistisch gewordenen Nachfahren auf die Schliche kommen ist nicht schwer. Auch wenn sie sich noch so spinnefeind sein sollten untereinander, haben sie doch alle den selben Blick auf Kosmos und Welt: gut-böse konnotierter Geist-Materie-Dualismus.

  2. Klare Sache das mit Bettelnonne Clara und Bettelmönch Franziskus, waren gute Menschen, Linke. Bereitschaft zu Armut und Verzicht ist schön und Zeichen eines guten Charakters.

    Bekommt den rechten Dreh aber erst das linke Claralein, wenn gewußt wird, daß ihr Bettel-Mitaktivist Franzl später Chef wurde der Hl. Inquisition der Hl. Römischen Kirche. Ja, es wurde dieser aus reichem Hause stammende Freund aller armen Tiere und Menschen, der freiwillig ein Leben in Armut und Askese gewählt hatte, später Chef der CIA des Heiligen Stuhls, Chef der Catholic Inquisitorial Agency, der Inquisition. Ja, es war der heilige Franzl, wenn auch nicht für lange, der aller-allererste Chef der heiligen Inquisition. Und befehligte als solcher die heilige Jagd auf unheilige Ketzer.

    Hochmittelalter, mit den Städten entstand städtisches Bürgertum, welches seiner lebensfrohen Unternehmernatur gemäß unglücklich war mit der stumpfblöden Herrschaft von Hochadel und Kirche. Aber auch der ländliche Kleinadel war vom zentralistischen Lehns-Autoritarismus Roms geplagt. Ketzer gab es dementsprechend viele. Am radikalsten die Katharer, waren diese Schlingel Meister in der Predigt von Armut und Verzicht und agitierten damit sehr erfolgreich gegen den in Reichtum und Luxus schwelgenden katholischen Klerus. Erklärtes religiöses Ziel der Katharer war es, die Seelen der Menschen aus dem Griff des Teufels zu befreien, indem sie die Körper der Menschen aus dessen Reich vertrieben, aus der materiellen Welt. Denn wisse: Materie ist böse, ist des Teufels. Also bitteschön, meine sehr verehrten Damen und Herren Christenmenschen, hungern und darben Sie und haben Sie vor allem keinen Sex, vermehren Sie sich nicht!

    So der katharische Originalton, aussterben ist wunderbar. Richtig gute bis recht liebe und linke Christenmenschen schütten das Kind gern mit dem Bade aus. Ging es damals noch ganz ungeniert offen gegen die böse Lust am Leben, so agitieren die heutigen guten Christenmenschen entgegengesetzt, sie wollen die materielle Welt erretten! Der neue Trick: Sie erretten jetzt die Welt vor der bösen Lust der Menschen an der Welt. Denn wisse: aus dem bösen Konsumismus hervor kommen die bösen Viren und die bösen Klimagase und die böse Radioaktivität. Und auch der Hochadel ist heute wieder mit dabei, World Wildlife Fund, rettet die armen Tiere! Ist heute im Grunde ganz so wie früher, allemal und immer sind die sich der Lust an der bösen Materie hingeben wollenden Menschen schuld. Alles Clara!

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