HaBEs „Vatermörder“: Einladung zur Kritik, zum Miterzählen, Ergänzen, Korrigieren der Trilogie „Vatermörder-Muttermale-Onkelmord“

Die Trilogie soll so entstehen, wie bisher schon viele meiner Geschichten, Romane, Gedichte, Lieder: im Dialog mit interessierten Menschen, im Dialog mit dem Publikum & seinen Kenntnissen. Auch das bereits Geschriebene ist schon Ergebnis gemeinsamer Erinnerungen derer, die im weitesten Sinne Zeugen, Beteiligte, Mitleidende & -kämpfende sind & waren. Einar Schlereth, der  Ex-BR-& NDR-Dokumentarist & Weltreisende zwischen Mexiko, Indonesien, Schweden & Tanzania, Namibia, Mozambique, Palästina, Portugal, Indien, Thailand, Kampuchea & China … hat bei seinen ausdauernden Krankenbesuchen in der Klinik alles auf- & sich für mich unendlich mehr Zeit genommen als Signora Feltrinelli vor 57 Jahren. Lieber Einar, Deine Freundschaft lässt mich noch bis zum letzten Urnengang & drüber hinaus himmelhoch bis zum wärmenden Höllenfeuer jauchzen, jura seufzern & frohlocken. Ich freue mich schon auf den gregorianischen Höhlenchor im Zusammenspiel mit Wolfgang Stryis Bassklarinette, dem Hexenorchester & den Wechselgesängen der Nachtfalter Miriam Makeba, Beatrix Neundlinger, Harry Belafonte, Väterchen Franz, Janis Joplin & den Dietern. Da habe ich schon jetzt Schmetterlinge im Bauch. Mikis Theodorakis wird nicht nur dirigieren …& nicht erst wenn mich Kurti Kress‘ Paukenschlag trifft, hör ich die Engel, die „Lamboy-Kids“ singen: „Der Mond ist aufgegangen, spielt mit den Sternen Fangen …

Einar Schlereth, mein Freund, der bis zum Tod gekämpft hat: die letzten Texte des 84jährigen im Juni 2021: – barth-engelbart.de

Erneuter Weckruf für Einar Schlereth, Mikis Theodorakis, Jannis Ritsos & Manolis Glezos: „Die Schwalben ziehen viel zu früh …“ – barth-engelbart.de

Einar Schlereth über das Schwedische Protesttheater – vor fast 50 Jahren im NDR – Wer sich nicht erinnert, verirrt sich beim Vorwärtsgehen. – barth-engelbart.de

einartysken: Suchergebnisse für Gründau

Und hier steht der Anfang:

Kannst Du das für mich aufschreiben?

Im Liegen fällt mir das Schreiben so schwer.

Das Erinnern geht um so leichter.

Was soll ich nach dieser Operation auch anderes machen. Zum Glück haben die keinen Nerv getroffen, der die Birne ausschaltet! 

Laufen kann ich nicht, aber im Kopf geht’s rund. Ohne Ende bis zur Schlaftablette.

Mir platzt der Kopf. Mit der Blase ist das einfacher. Das läuft in den Beutel und wird morgens geleert. Der Kopf hat keinen Überlauf. Da hilft nur Erzählen und Aufschreiben  

Ich habe auch den Alten bei mir im Dorf immer gesagt: „Schreibt das auf, wenn ihr es mit in die Kiste nehmt, ist es verloren. Und wenn ich es erzähle, glaubt es eh keiner!“. Na ja, es wird schon ein paar Menschen geben, die es glauben, weil sie Ähnliches schon gehört haben. Vom Hörensagen, von den Dorfältesten, aus dem Volksmund …

Du weißt schon, was ich meine.

Jaja, nenn es gerne auch wissenschaftlich, neudeutsch Oral History.  Mündliche Überlieferung, wäre mir lieber.

Die wird aber nicht ernst genommen. Die landet nicht in den Geschichtsbüchern.

Klar, das mit dem Nicht-Ernst-nehmen stimmt nicht ganz.

Warum die mündliche Überlieferung es nicht in die Geschichtsbücher packt, hat manchmal ganz banale Gründe: was ich zur Geschichte des Dorfes aufschreibe, was mir die Dorfältesten erzählt haben, muss von den Alten erst unterschrieben werden. Erst dann ist es ein wissenschaftlich anerkanntes Dokument.

Und dann setzen Leute aus der Verwaltungsspitze Zeitzeugen einfach unter Druck: bei diesem Nestbeschmutzer nichts unterschreiben!

Die Enkel suchen eine Ausbildungsstelle, Kinder brauchen eine Baugenehmigung, suchen einen Kindergartenplatz …, und schon gibt’s keine Unterschrift.

da kann ich Dir krimireife Geschichten erzählen …   und schon ist im Dorf zwischen 1931 und 1945 nichts Erwähnenswertes passiert. Nazis? Gab’s keine! Alles andere habe ich mir dann angeblich zusammenfantasiert.

 Apropos „Schreiben geht im Liegen so schlecht!“, da fällt mir dieser Dauer-Kalauer vom sterbenden Goethe ein? Kennst Du den schon? Nach dem angeblichen Goethe-Zitat vom Sterbebett: „Mehr Licht!“ hat doch der Rudolf Steiner sein Goetheanum geplant. Nur wollte Goethe etwas ganz anderes sagen und stammelte in seiner Muttersprache , in Frankfurter Dialekt: „Mer lichd  … „ und das „sou schlechd!“ kam ihm nicht mehr über die Lippen. Das dürfte Goethe aber bereits beim Modell-Liegen für den Meister Tischbein ausgerufen haben  und er muss tatsächlich sehr schlecht gelegen und deshalb immer wieder seine Lage verändert haben. Ergebnis war dann, dass auf dem berühmten Tischbein-Bild der Geheime Rat zwei unterschiedlich lange Beine hat.

Kannst Du eigentlich meine Geschichten mit Tonband aufzeichnen? Nein. Nicht diese ollen Kamellen.  

Vielleicht gibt es ja auch schon Programme, die das gesprochene Wort in Schrift umsetzen können?

Ach, ja, die gibt’s schon lange? Wusste ich nicht.

Dann hätte ich ja gar nicht so viel  aufschreiben müssen.

Meine handschriftlichen Notizen kann ich heute kaum noch lesen – handschriftliche Manuskripte, lustig, das ist wie ein weißer Schimmel. .

Bei meiner Zettelwirtschaft gehen Notizen in den Stapeln unter. Stichworte auf der Rückseite von Kassenbelegen, auf Bierdeckeln landen im Papierkorb.

Ich verzettele mich wieder Mal, ich wollte Dir doch von meinem Vater erzählen. Ich weiß nicht, ob Du Dir dafür die Zeit nehmen kannst – neben Deinen eigenen Recherchen.

Was Du von mir dazu wissen wolltest, habe ich Dir doch schon alles geschrieben, als ich noch schreiben konnte.

Ja, es fehlen noch ein paar Sachen, aber auf die kommen wir noch, wenn Du mich zu meinem Vater interviewst.  Ja, das will ich,  Am besten, Du fragst mich Oder soll ich Dich nach deinem Vater fragen? Du bist ja auch so zwiegespalten wie ich, was die Herkunft betrifft: das ist fast Jacke wie Hose: Franken und Hessen, Ostpreußen und Baltikum … bei mir kommt väterlicherseits noch etwas Rheinhessen dazu. …

Hast du dein Mini-Tonbandgerät dabei oder kannst Du Dir das jetzt auch so merken?

Du meinst, es wäre egal, wo man herkommt?

Ich sehe das anders: Die Ostpreußen waren Siedler, die Ureinwohner vertrieben haben wie die Baltendeutschen auch, die sie teilweise versklavt haben, bis sie sich bei den Aufständen von 1904 dafür gerächt haben und die batlendeutschen Herrenhäuser brannten  . die weströmisch-christliche Expansion nach Osten. Ich meine schon, dass wir uns mit diesem Teil unserer Herkunft auseinandersetzen müssen.

Ich weiß nicht so recht, wo wir anfangen sollen.

Am besten mit den Traumata, die mich gezwungen haben, nach meinem Vater zu forschen, nach seiner und meiner Herkunft.

Was für Dich die Flucht übers Haff war, ist für mich das Ersticken unter der Bettdecke, die Einzelhaft im Kleiderschrank und die Drohung mit der „Siebenschwänzigen Katze“, mit der mein Vater meine älteren Geschwister ausgepeitscht hat und wir Kleineren mussten dabei zusehen.

Hast Du den Film „Das weiße Band“ gesehen? Da habe ich meinen Vater und meinen Großvater, den Dorfpfarrer getroffen, das Drehbuch hat sie getroffen, wie sie leibten und lebten.

Haben wir noch Zeit für ein erstes Kapitel? Du hattest mir ja versprochen, dass Du mich täglich besuchen kommst. Dann ginge das auch noch morgen.

Du kannst noch bleiben? Ende der Besuchszeit ist erst in zwei Stunden.

Das Erzählen tut mir gut. Gut für mein Lang- und Kurzzeit-Gedächtnis. Wenn ich morgen noch weiß, was ich Dir heute alles erzählt habe …

Das mit dem Ersticken und der Peitsche erzähle ich später.

Hatte ich was zum Kleiderschrank gesagt? Der spielt eine zentrale Rolle beim „Onkelmord“, der wanderte von Riga nach Straßburg, von dort nach Stade und dann über Worms und Reichelsheim nach Michelstadt, wo er als Folterinstrument dienste. Aber das kommt alles erst später dran.

Ich fang mal damit an, was mich am stärksten dazu antreibt, die Geschichte meines Vaters zu erforschen:

Warum ich meine Vater-Mutter-Onkel-Trilogie mit dem martialischen Titel „Vatermörder“ beginnen wollte und immer noch will, hat einerseits etwas mit einem frühen Portrait meines Vater zu tun, auf dem er Ende der 1920er mit dem wie zu Sperrholz gestärkten weißen Stehkragen abgelichtet ist, der stolze Leibesüber mit dem goldenen Turnabzeichen, das er beim Reichsturnfest 1933 in Stuttgart auf der „Adolf Hitler-Kampfbahn“ erworben hat. Und bei der Abschlussfeier stand er, wie meine Mutter auf der Rückseite des Turnfest-Abschlussfest-Fotos stolz vermerkte „keine 50 Meter vom Führer entfernt“ und vorne war sein Standort mit einen Kreuzchen versehen. So richtig erkennen konnte ich ihn nicht..

Andrerseits haben mir viele meiner 8 Geschwister vorgeworfen, ich hätte meinen Vater umgebracht, seine christlichen Brüder wider besseres Wissen des Missbrauchs verdächtigt, mich heimlich verlobt, habgierige Metaller beim Streik unterstützt, in der Bundeswehr als Offiziersanwärter den Kriegsdienst verweigert, Kommunist statt Offizier oder Theologe geworden, Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet, Gott gelästert, aus der Kirche ausgetreten, meine Lehre bei der Frankfurter Rundschau abgebrochen, eine Hure geheiratet, ein Kommune gegründet .. mit Terroristen sympathisiert ..

schlimmer geht’s nimmer.

Meine Schwerbehinderung durch den Polizeiwurf vom Vordach des US-Handelszentrums am Zürich-Hochhaus am Opernplatz in Frankfurt hat er anfänglich als „Strafe Gottes“ bezeichnet. Ich durfte über Jahre mein Elternhaus nicht mehr betreten. Mit diesem Hausverbot wollten meine Eltern meinen jüngeren Bruder vor meinem schädlichen Einfluss schützen.

Als mir dann mit einem Gnadenakt das Betreten des Elternhauses wieder gestattet wurde, habe ich mit meinem Vater einfach nur Klartext geredet, noch als er das Bett nicht mehr verlassen konnte, als er mit Krankenschwestern-Routine unheimlich still entmündigt und tot gepflegt wurde: „Na, wie geht es uns denn heute?  Du musst Dir schon das Lätzchen umbinden lassen! Du sollst Dich doch melden, wenn Du auf’s Töpfchen musst! Jetzt müssen wir schon wieder das ganze Bett beziehen!“ usw.  Es wurde mit ihm nur noch in Kindchen-Sprache geredet.

Kann sein, dass sich eine meiner Schwestern so an den Eltern rächen wollte für die Tyrannei, der sie als Kind und Heranwachsende ausgeliefert war: alle Mädchen mussten das Gymnasium abbrechen, um zuhause als Kindermädchen zu arbeiten und später „dienende Berufe“ lernen bei den brauen Diakonissen, diesen evangelischen Nonnen unter dem Kommando der Frau Oberin.

Mir kam es vor wie vorverlegte Grabpflege. Mein Vater wurde immer stiller. Nur, wenn ich auftauchte, wurde er gesprächig.

Kurz vor seinem Tod hat er mir dann gebeichtet: „Ich hätte Dich 1923 in Sachsen erschießen müssen und 1927 auch, beim Ruhrkampf. Auf Befehl aus Berlin!“

Erst viele Jahre nach seinem Tod habe ich in Pirna die Gedenktafel gesehen, mit der an die Opfer meines Vaters erinnert wurde.  Na ja, er war ja nicht allein bei der Exekution der ungehorsamen KPD/SPD-Landessregierung und vieler Gewerkschafter in Pirna und Umgebung. Aber dazu erst später Genaueres.

Nur so viel vorab: ich konnte nach dieser „Beichte“ meines Vaters mit ihm wieder Frieden schließen Und erst danach konnte ich daran gehen, meinen Vater kennen zu lernen.

Ganz versteckt, heimlich, wenn er sich unbeobachtet fühlte und nicht in Hör- und Sehweite meiner Mutter war, hat er sich mir so gezeigt, wie er im Innersten war. Wenn er nicht den knallharten Stellvertreter Gottes auf Erden spielen musste. Aber das war schon einige Jahre vor seiner „Schlussbeichte“.

Lange Zeit war es mir ein Rätsel, wie dieser Mann so werden konnte, wie er sich nach Außen gab.

Nein, es ist nicht „faustisch“. Vielleicht ein wenig, aber man kann nicht sagen, dass mein Vater „stets das Gute wollte und doch das Böse schuf“. Er hat stets bis über das „Geht-nicht-mehr“ hinaus gehorcht, sich benutzen lassen. Ich vermute, dass das die eigentlichen Ursachen waren für seine Herzinfarkte. Ich glaube, es waren drei oder vier. Ihm wurden Kuren genehmigt, er bekam vom Grafenhaus derer von Erbach-Fürstenau die Erlaubnis den Nutzung des Schlossparkes für seine „Heimkuren“, wenn das Geld für die Nebenkosten der Kuraufenthalte nicht ausreichte. Das war für uns Kinder, die wir den Vater in Ruhe lassen mussten im wahrsten Sinne „herrlich“: der strenge Vater völlig entspannt im Liegestuhl auf einer mit Hyazinthen & Narzissen übersähten Wiese des Schlossparks vor der Silhouette der neobarocken Orangerie. Dass das seitens der Fürstenauer reine Nächstenliebe war, bezweifele ich bis heute. Ich vermute, dass da eine Hand die andere wusch: die von meinem Vater geleiteten „Flurbereinigungen“ waren  stark an der Effizienz-Steigerung groß-agrarischer Betriebe orientiert, wie der gräflichen Domänen.

Und schließlich war ja auch die evangelische Kirche den Zwangsarbeits-Nutzern aus dem Hause Erbach-Fürstenau bei der Beschaffung von Persilscheinen mehr als behilflich. Man entlastete sich vor den „Entnazifizierungs-Spruchkammern“ gegenseitig. Und das Grafenhaus ging bei diesen „Vergangenheitsbewältigungs“-Arbeiten stets „ökumenisch“ vor: die katholische Kirche durfte den Schlosspark für ihre Prozessionen nutzen.  Aber damit hatte jetzt mein Vater überhaupt nichts zu tun, er war ja evangelisch.

Nein, er war nicht bestechlich, das war strukturell so angelegt. Wenn er mit seinem Dienstwagen mit Chauffeur und seinen drei Jüngsten zu einem Flurbereinigungs-Beratungsgespräch auf den Höfen der Ortslandwirte, der früheren Ortsbauern-Führer erschien, dann bogen sich die Tische unter der Last der Würste, Schnitzel und Süßigkeiten. Die wussten genau, dass guter Landwirtschaftsrat auch teuer ist. Und die Ortsbauern-Führer waren sehr nachtragend: bei der Fahrt vom Hof, nach dem Mittagessen und dem Kaffeetrinken mussten wir oft noch Mal anhalten, weil wir die Äpfel, Kartoffeln, Eier, das Wurstpaket, das gerupfte Huhn, die Milch, den Käse … vergessen hatten und dabei ging es nicht nur um gute Noten für die Bauernsöhne & -Töchter auf der „Bauernschule“, die mein Vater leitete.

Ja, keine Bange, ich versuche doch ganz auf den geschlungenen Pfaden meines Vaters zu bleiben. Nur ganz ohne die Seitenwinde, in denen er sein Fähnchen flattern ließ, ist seine Entwicklung nicht zu erklären.  Es sind die Winde, die ihn immer den rechten Weg „wählen“ ließen. Und auf den wollte er auch mich immer wieder zurückholen.

Da ich der festen Überzeugung bin, dass die Wege meines Vaters, des alten Wingolf-Herren nicht unergründlich sind, hoffe ich sie noch zu Lebzeiten ergründen zu können-. Schon auch für mich und meine Seelenruhe, aber auch und noch viel mehr für die Nachgeborenen und nicht nur die Meinen.

Schönes Schlusswort für heute, meinst Du? Etwas theatralisch, vielleicht zu hochgestochen. Ich versuch mich zu bessern!

Bis morgen oder übermorgen. Vergiss nicht, wo wir stehen geblieben sind!

Und hier geht es weiter: Zu HaBEs Roman-Trilogie „Vatermörder, Muttermale, Onkelmord“& was von seinem Onkel Oberst i.G. Paul Gaethgens noch übrig blieb … – barth-engelbart.de

Vorab-Materialien zur HaBE-Trilogie: „Muttermale“- „Vatermörder“-„Onkelmord“

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Mein Vater“ beim Wegsperren der Vatermörder, jener pappartig gestärkten weißen Leinenkragen, die man ohne das Hemd wechseln konnte, wenn sie verschwitzt warenWahrscheinlich waren die auch gut gegen Schleudertraumata.

Warum & wie mein Vater so werden konnte & musste, will ich demnächst mit dem Weiterschreiben an meiner Trilogie: „Mutter-Male“, „Vatermörder“, „Onkelmord“ genauer er-klären.

Viele Teile dieser Trilogie sind in den noch geretteten Fragmenten der Romane/Roman-Projekte „Der Damenschneider“, „Erbsenzähler“, „Vertreibung aus dem Rosengarten“, „Putztruppen“, „Grenzgänger“, „Heimatvertreibung“, „Onkelmord“, „Vatermörder“ … schon geschrieben oder begonnen.

Das Fatale an der Schreibarbeit ist, dass bei allen meiner Berichte über die in Arbeit befindliche Trilogie aus dem Kreis der Zuhörenden neue Aspekte, Fakten hinzukommen, Erinnerungen wachgerufen werden.

Back to the Roots ist ein verdammt langer Weg. Ich habe bisher schon länger als 60 Jahre gebraucht und bin noch lange nicht so weit. Wer ihn aber nicht geht, wird immer wieder die gleichen und noch schrecklichere Fehler machen, wie seine Vorvorderen, oft ohne es zu merken. Wer die Re-Traumatisierung der geerbten und selbst „erworbenen“ verweigert, wird die alten verdrängten Traumata weiter vererben und potenzieren. Wir sind das unseren Kindern und Enkelkindern schuldig! (Und unsren kranken Nachbarn auch :-0))

Wir sind nicht verantwortlich für die Verbrechen unserer Vorvorderen, nicht für ihre Fehler und Irrtümer, ihr Wegschauen, Weghören, Mitlaufen und Mittun, aber, wir müssen uns aus ihren Schatten bewusst befreien und die Strippenzieher hinter den Kulissen erkennen, die unsere Vorvorderen als Marionetten, als Stellvertreter benutzt haben, wo sie es nicht selbst waren.

Für die Vorarbeit in diesem Sinn habe ich meinen Freunden und Vorbildern Gerhard Zwerenz, Wolfgang Neuss, Robert Jungk, Wolfgang Abendroth, Hans-Joachim Heydorn, Monika Seifert-Mitscherlich, Ernesto Jouhy-Jablonski, Karl-Heinz Deschner, Jakob Moneta, Rolf Hochhut, Heinar Kipphardt, Peter Weiss, Peter Handke, Heiner Müller, Anna Seghers, Heinrich Mann, Peter Kleinert, Vittorio Arrigoni, Noam Chomsky, Louise Bröll, Hannia Wiatrowski, Reuven Moskowitz, Juliano Mer-Khamis, Willi Münch, Emil Carlebach, Rolf Knecht, Kurt Weber, Edgar Weick, Klaus Vack, Eckard Spoo, Eckard Schall, Werner Pirker, Einar Schlereth, Thomas Weißbecker, Julius Mende, Horst Simanowsky, Martin Niemöller, Erwin Eckert, Manolis Glezos, Mikis Theodorakis, Jannis Ritsos, Valentin Senger, Jan Myrdal, dem auf dem Istanbuler Flughafen ermordeten André Vltchek, Ernst Kaiser & Michael Knorn (besonders für die „KZ-Katzbach“-Recherchen), Lothar Reininger & Co. …. besonders den Frankfurter Urgesteinen Frank Schäfer (seit 1946/47 Tonmeister im Frankfurter Römer und Tonmeister des „Frankfurter Literatur-Telefons“) und dem Drucker Dunker (dem Retter der KPD-Druckerei in der Langgasse), dem Michelstädter Friseurmeister Rodemich sen., dem Ex-Betriebsratsmitglied der Böhringerwerke Hamburg, Erwin Bungert, dem Kioskbesitzer Heist in Michelstadt, dem Asselbrunner KPD-Bürgermeister Seeger, seiner Frau und seinem Sohn Reinhold, der Tilly Argus, der Familie Wohlrab, dem Michelstädter Betriebsrats-Vorsitzenden und SPDler Hans Lang und seinem Schwiegervater Opa Hörr, den vielen Trumpfhellers aus Vielbrunn-Würzberg, den Knieriems, der Elli Weber & der Ellen Weber & natürlich vielen Vollblut-HistorikerINNEn und da an erster Stelle Dr. Hans-Martin Barth, Onno Poppinga, Dr. Christine Wittrock, Dr. Manfred-K.W. Köhler, Ulrich Herbert, Dr. Hans-Peter Klausch, Ursula Krause-Schmidt, Judit Pákh, Ulrich Schneider, Friedrich-Martin Balzer, dem großen Steinitz, George Hallermayer, den Schenks, Rolf Becker, Klaus Seibert, Wolf Wetzel, Mag Wompel, Angelika Haas, Samy Yildirim, den Schaffers …. Alfred Arndt; und natürlich auch Malte Rauch & Samuel Schirmbeck & Barbara und Leonie Englert, Rainer Brumme und einer ganzen Reihe weiterer Dokumentar-FilmerINNEn … viel Einblick hinter die Kulissen zu verdanken:

EIN MORDSKERL, UNSER exBUNDESPRÄSIDENT: Richy v.W. zum 90. Happy Birthday von HaBE und seinen Mitrechercheuren: Wolfgang Neuss, Robert Jungk, Otto Köhler, Rudolf Deichner und einem ehemaligen Betriebsratsmitglied bei Böhringer Ingelheim, Werk Hamburg, Artikel Teil 1. – barth-engelbart.de

§§§§§§§ amnesty international: meinungsfreiheit in Deutschland? §§§§§§

EILMELDUNG: Bing-VideoUN-GAZA-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese darf in Berlin nicht sprechen

https://youtube.com/watch?v=w6eijg5Urvc%3Ffeature%3Doembed

§§§§§§§ amnesty international: meinungsfreiheit in Deutschland? §§§§§§

Hier gibt es einen leisen Vorgeschmack, wenn man sich die Fragmente, Module, die Recherchen, schon angefangene Weiterschreibungen usw. reinziehen will: eine kleine Auswahl aus ca. 60 Links nach dem folgenden der vielen „Intros“ zum „Vatermörder“:

Als Jacobson meinen Vater portraitierte, war ich noch nicht geplant. Hätte er 1923/27 schon geahnt …

Mein Vater war schrecklich unmusikalisch, spielte nach seiner Zeit als rechter Wandervogel und streichinstrumentaler Werbung um meine „höhere Töchter-Mutter“ am Fenster des Schosses Eisenbach, wo sie als Kochlöffel-Gymnasiums-Absolventin „Gesellschafterin“ der Baronin von Riedesel war, und er Landwirtschafts-Assessor im Dienste der adligen Groß-Agrarier, nie wieder Geige

… wen er 40 Jahre später …

Wäre ich 60 Jahre früher geboren und hätte als SPD- & KPD- & Gewerkschafts-Aktivist in der „Roten Ruhrarmee“ gegen die französischen Besatzer gekämpft – wo mein Vater auf Befehl für die Frei-Korps, dort 1927 mit den Kommunisten zusammen gegen die Franzosen kämpfen sollte, bis aus Berlin vom Freikorps-Oberkommando der Befehl umgewandelt wurde: „Die Sozialdemokraten könnt ihr vergessen, die kämpfen nicht. Kämpft zusammen mit der Roten Ruhrarmee bis zum Sieg über die Franzosen und danach: alle Kommunisten liquidieren!“. …

Mein Vater hatte da schon Liquidations-Erfahrung als Mittglied der berüchtigten „Marburg-Gießener Studenten-Kompanie“ der Freikorps gesammelt, die auf Befehl Noskes gegen die abtrünnigen SPD/KPD-Koalitionsregierungen 1923 u.a. in Sachsen einmarschierten und die Regierungen absetzten, die Mitglieder liquidierten und alle auffindbaren SPD-, KPD- und Gewerkschaftsmitglieder ebenfalls. Mein Vater erschoss über ein Duzend kommunistischer Arbeiter in Pirna. Kurz vor seinem Tod hat er mir das gebeichtet: „Hartmut, ich hätte Dich 1923 und 1927 auf Befehl erschießen müssen! Ich habe mich vor einen Verbrecher-Karren spannen lassen! Ich bitte Dich dafür um Verzeihung!“

Dafür habe ich mit meinem Vater Frieden geschlossen, der mir auf seinem Sterbebett noch stolz seinen letzten Wackelzahn gezeigt und seine letzten drei Haare auf seiner Glatze nach hinten gekämmt hat.

Als Kind, meinte ich immer, Jakobson hätte meinen Vater portraitiert.

Wie oft bin ich in sein Arbeitszimmer geschlichen, um mir als Pubertierender eine seiner ASTOR-Zigaretten oder eine seiner Zigarren zu klauen, die ich dann tapfer auf Lunge geraucht habe. Die Ergebnisse waren meist schrecklich: ich merkte, dass Erwachsenwerden nur mit Dauerdurchfall und oft vollen Hosen geht, wenn man vor dem besetzten Etagenklo sich die Beine in den Bauch steht oder von einem auf das andere Bein tanzt. Wir nannten das damals unsere „Tanzstunden“

Mein Vater“ beim Wegsperren der Vatermörder, jener pappartig gestärkten weißen Leinenkragen, die man ohne das Hemd wechseln konnte, wenn sie verschwitzt warenWahrscheinlich waren die auch gut gegen Schleudertraumata.

HaBEs Roman „Onkelmord“ wird zum Tatsachenbericht auf der Spur eines gigantischen Kriegsverbrechens – barth-engelbart.de

“Funny & die Salzdiebinnen von Wien”, HaBE im Naturhistorischen Museum vor 11 Jahren einer Gruppe von Kindern bei 39 Grad im Schatten eine Geschichte erzählt, – barth-engelbart.de

„Onkelmord“- der Roman vom Tod eines deutschen NS-Massenmörders in Norwegen – barth-engelbart.de

Wie Charlie Chaplin in Michelstadt im Odenwald die Wende einleitete und Mackie Mayer zum „Damenschneider“ wurde : HaBEs Odenwald-Roman-Fragmente – barth-engelbart.de

Ihnen soll das Feindsender-HÖREN & -SEHEN nicht vergehen, auch nicht nach über 10 Jahren EUSkraine & dem Absturz eines deutschen Luftwaffen-Piloten – barth-engelbart.de

HaBE Lesungsangebote besonders für die Region Rhein-Main-Neckar, RP, MA-LU-HD, Main-Kinzig, Wetterau, Vogelsberg, Odenwald, MR-GI, Spessart & Rhön, gern auch im Fuldischen, in Hessisch Sibirien, in Kassel, den neuen Ostkolonien & anderen Ausländern … – barth-engelbart.de

Erneut gesucht: NS-Richter am Sondergericht Prag: Name: Dr. Eberhard Littmann ; die Spruchkammerakten des NS-Juristen & späteren SPDLers, Vize-Landrat in Büdingen, Ministerialrat, „rechte Hand“ Georg-August Zinns & OPEL-Bürgermeister Rüsselsheims, Dr. Walter Köbel; – sowie die Akten zur Nachkriegskarriere des NS-Juristen & späteren Frankfurter Polizeipräsidenten Dr. Gerhard Littmann (SPD) usw. … – barth-engelbart.de

DOPPELKOPP-Exposé gefällig? HaBEs strahlender Hanauer PolitKrimi oder der vom guten NAZI-„ONKELMORD“ ? – barth-engelbart.de

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Zweierlei PUTZTRUPPEN oder Als das Frankfurter Polizeipräsidium 1973 einmal schallend lachte – barth-engelbart.de

PUTZTRUPPEN -ein Roman nicht nur über einen Menschen-Massen-Metzger & andere Kriegsverbrecher – barth-engelbart.de

35 Jahre ARBEITERFOTOGRAFIE 19.-21.9.13 in Werder an der Havel- HaBE mit Ernesto Schwarz & BANDBREITE im musikalisch-literarischen Rahmenprogramm – barth-engelbart.de

HaBE „High-Matt-Lieder &-Geschichte(n)“ & andere Lieder-& Lesungsangebote – barth-engelbart.de

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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