Büchner in Schnipseln: als Mal die Festplatte zum Geburtstag der Büchnerei 2008 unter der Last der Schnitzel zusammenbrach & vom „Damenschneider“ so nur noch Fetzen übrig blieben. Jetzt macht HaBE „Schnitzel-Jagd“!

Das Geburtshaus des „DAMENSCHNEIDERS“ in der Michelstädter Südstadt am Diebsturm kurz vor der „Warmsanierung“, die Maximilian Mayer -genannt Mackie- fast umgebracht hätte. Später sollte die Welt durch die Abendpost/Nachtausgabeerfahren, was „Mack the Scissors“, „Mack die Schere“ wirklich bedeutete! Hatte er nun Damen zerschnitten oder nur Model-Bilder ausgeschnitten? Erst 60 Jahre nach seinem Tod kommt die Wahrheit ans Licht & wer welche „Damen“ zerschnitten hat.

Der Michelstädter “Damenschneider” kommt mit Liedern nach Goddelau

Die Bilder zum Damenschneider sind hier zu finden: HaBE als „Asphalt-Literat“ freiluft-geschrieben, gelesen, gezeichnet & fotografiert: Michelstadt ab 1958 bis 1972 – barth-engelbart.de

Veröffentlicht am 29. November 2015 von Hartmut Barth-Engelbart

Mehr Erzählung, weniger Lesung. HaBEs “Damenschneider”-Michelstadt- & Odenwald-Roman kommt mit Liedern ins Riedstadt-Goddelauer Büchnerhaus am 4. September 2016.   18 Uhr

siehe auch den 1954 in Michelstadt spielenden Film von Axel von Ambesser mit Charlie Chaplin Jr., Sydney Chaplin, Rudolf Platte, Ursula Herking, Carl Wery, Paul Henckels, Hubert von Meyerinck, Joseph Egger und Paul Westermeier in den Hauptrollen:

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Also, wegen der nicht endlosen Sitzplätze, entweder jetzt schon  versuchen Karten zu besorgen oder, was noch besser ist, weitere “Damenschneider”-Werkstatt-Lesungen organisieren. Der Autor ist bekannter Maßen käuflich ab 300 € pro Abend aufwärts. Bei Schul-Lesungen macht er es auch für weniger, für wieviel weniger ist dann Verhandlungssache … da muss es aber nicht nur der Damenschneider sein. Auswahlmöglichkeiten gibt es bei HaBEs Kindergeschichten und Jugendromanen ….

Im Rahmen des Kultursommers Südhessen kommt der Michelstädter Zwangs-Damenschneider Maximilian Mayer endlich dorthin, wo er nach seiner Bilderstürmerei gegen die Steigbügelhalter der Nazis und seiner beinahe Verbrennung und dann doch glücklicher Rettung in einer Ludwigshafener Spezialklinik eingewiesen werden wollte: von der Titelseite der “Abendpost/Nachtausgabe” als “Bilderstürmer von Michelstadt” nach Goddelau und um Himmelwillen nicht nach Heppenheim. Der Brand -man munkelt “versuchte Warmsanierung” und der anschließende Abriss seines Vaterhauses

Zwei Fluchtlöcher haben die rebellischen Gesellen gesprengt: eines in den Diebsturm und eines in die Stadtmauer, damit die gefangenen Gesellen und die Hexen fliehen konnten

macht  den Blick frei vom Rathaus bis zum Diebsturm. Das ist der Merkur-geschmückte Hexenkerker, der bis ins 18.Jahrhundert auch als Billig-Bordell genutzt wurde. Manche der Hexen glaubten sich so freikaufen zu können. Verkauft wurden sie vom unzünftigen Flickschuster, der eben nicht nur als Kerkermeister den Diebsturm in der Stadtmauer zuhalten musste … die Mark Michelstadt von Hexen säubern, das war nicht sein Díng. Das machten Andere. Er musste sie nur gefangen und sauber halten für das schwarze Nebengeschäft, mit dem er seinen Spitznamen “Fickschuster” verdient hatte. Und meist ging es ja auch gut, zumindest bis auch das nicht mehr ging, denn dann war der Scharfrichter Nord dran. Nur einmal sind ihm die Hexen entwischt. Beim Brand der Südstadt, den rebellierende Gesellen nach der Hinrichtung eines ihrer Kumpane gelegt haben sollen, nachdem sie “Das war Mord, das war Nord, das war Mord!”- vom Richtpatz, vom Lindenplatz grölend durch die Stadt in die Häfnergasse gezogen waren. Da war der Diebsturm explodiert, zumindest hatte er ein Loch und die Hexen waren verschwunden. Dem Gesindel, den vaterlandslosen Gesellen, den undankbaren Wanderburschen war alles zuzutrauen. Und er, der vom Schiksal geschlagene Fickschuster musste drinnen in den Trümmern suchen und fluchend den Turm reparieren…  Als Meckie, wie er sich lieber nannte als Maximilian (denn ein Schell war er nun wirklich nicht!),  als er in den 50ern versuchte, Charlie Chaplin jr. bei den “Krähwinkel”-Dreharbeiten auf dem Marktplatz etwas über die Zwangsarbeiter bei den Spritzgusswerken des Ex-Wehrwirtschaftsführers, NS-Musterbetriebs-Patriarchen & Messerschmidt-Wunderwaffen-Armaturenherstellers Rowol und die Unterstützung der Erbacher Grafen für die NSDAP zu erzählen, wird er nicht durchgelassen.

An der Rathaus-Buchhandlung rechts vorbei geht es in die Unterstadt, die arme Südstadt der unzünftigen & vaterlandslosen Gesellen

Aber Dr. Mömlinger gelingt es. Der zwangspensionierte Historiker, der nach dem Lehrverbot an der Frankfurter Universität 1938 in die USA fliehen musste und als US-Army-Offizier zurückkam und im Odenwald die Entnazifizierung bis 1946/47 leitete, wurde zwar nach seiner Entlassung aus den Army-Diensten noch kurze Zeit als Geschichts-, Religions- und Philosophie-Lehrer am städtischen Gymnasium beschäftigt, bis er endlich nur noch Religion und dann auch das nicht mehr unterrichten durfte. Die Frühpension reichte ihm und die Wohnung im Schloss Erbach-Fürstenau  und das Recht, in der Orangerie im Schlosspark einer Gruppe von Kindern aus mittellosen Familien Nachhilfe-Unterricht zu geben.  Hier setzte er seine Entnazifizierungsarbeit verdeckt fort … und Meckie Mayer war sein bester Schüler. Das kam nicht von ungefähr. Meckie wurde zeitlebens gehänselt wegen seiner schwarzen Haare, seiner bleichen Haut, seiner etwas gebogenen großen Nase. Nun ja, es gab die Meyers und die Maiers und die Mayers und gab’s da nicht auch die Meirs oder die Mairs und eine Golda Meir ? Und nicht zu vergessen, die  Gertrude Meier, die 1903 geborene Gertrude Speyer, die in den Osten umgesiedelt wurde, wie so viele Juden in den neuen Lebensraum.  Na ja, nicht nur Juden, auch die armen Mondschein-Bauern aus Etzengesäß, Weitengesäß, Hüttengesäß, Bösgesäß, Hummetroth und anderen Weilern wurden umgesiedelt. Und ihre schmalen Handtücher wurden dann von den Ortsbauerführern, den Reichsnährstands-Goldfasanen und gräflichen Domänen-Pächtern untern Pflug genommen….

….

Er musste wie schon Gregor Mendel  immer nachweisen, dass er kein Jude war, das war für ihn so ehern wie die Mendelschen Gesetze. Von Mendel zu Mandel war es egben genauso weit wie von Mayer zu Mair, wie von Matz zu Matzen oder von Malz zu Melzer … wobei der der “Glockenspiel für die Front-Einschmelzer”, Heinrich-Harrer-Fan und Lorenz-Schüler, der Stadtkirchen-Organist und Biologie-Oberstudienrat Dr. Alsberg immer im Streit mit Dr. Mömlinger “wissenschaftlich” bewies, dass Nicolaus Matz kein Jude sondern ein Arier war.  Doch Meckie -nicht der Igel von HörZu- nein, der aus der DreiGroschenOper, der eifrigste Schüler des heimlichen Erben des Wunderrabbis Löb Wormser wusste von seinem Lehrer, dass Nicolaus Matz aus einer schon im Spätmittelalter konvertierten Matzenbäckersfamilie stammte, gerade so wie der auch von den Nazis “arisierte” Kaufmann Braun, nachdem die Straße vom Markt bis zum Lindenplatz nach dem Abriss des Osttores in Braunstraße umbenannt wurde, jener Kaufmann, der das alte Stadtkrankenhaus gestiftet hat.

Das „Braun’sche Haus“ an der westlichen Stadtmauer, benannt nach der Kaufmanns-Familie Braun

Rechts daneben das von Braun gestiftete Stadtkrankenhaus

Das „Braun’sche Haus“ von hinten, die Stadtmauer-Seite, links am Rand daneben der Giebel des Stadtkrankenhauses

NS-Leichen von wikipedia wegzensiert: HaBEs Odenwald-HistoPolitKrimi “Der Damenschneider” von Michelstadt

Veröffentlicht am 10. Mai 2014 von Hartmut Barth-Engelbart

Am 6.5. 2011 veranstalteten die NaturFreunde Bad König (im hessichen Odenwald). Eine interaktive HaBE-Werkstatt-Lesung aller bis dahin rekonstruierten Romanfragmente des “Damenscheiders”. 

Hartmut Barth-Engelbart weckte mit Gedichten, Liedern und (Lokal-) Geschichte(n) aus der Zeit vor und nach dem 8.Mai 1945 Erinnerungen, ohne die es den Nachwachsenden nicht gelingt, die Zukunft besser zu gestalten …. Es wurde ein sehr interaktiver Abend, denn HaBE leuchtete mit Passagen aus seinem Odenwald-Roman “Der Damenschneider” in die dunkelsten Winkel,  er legte zubetonierte Dreckecken und dabei etliche Leichen in Michelstädter Kellern frei, welche aus grauer Vorzeit  – aber die meisten aus der jüngeren Vergangenheit.

Blick von Glockenspielturm der Stadtkirche auf die Braunstraße, die die Faschisten 1933 nicht umtaufen wollten, obwohl die Brauns jüdische Vorfahren hatten. rechts unten der Giebel der Filiale der Lebensmittel-Kette „Schade & Füllgrabe“, die nach der „Arisierung“ nach 1945 wieder aufgebaut wurde. Das Glockenspiel war 1961 wieder komplett, nachdem der SS-Mann Dr. Alsberg es ca. 1941 hat einschmelzen lassen, zwecks Granaten-Produktion. Nach einer Spenden-Aktion konnte es 1961 wieder hergestellt werden. Zur Einweihung spielte Dr. Alsberg dann als Organist & Glockenspieler der evangelischen Stadtkirche: „Üb immer Treu und Redlichkeit …“

Längere Passagen aus den Recherchen zum “Damenschneider” , die HaBE bei Wikipedia veröffentlicht hatte, wurden dort von Leuten gelöscht, die um den Ruf einiger Unternehmen und Honoratioren fürchteten: wenn das Bürgermeister Friedrich-Kerbel-Wald-Stadion mit Hilfe von Vorformen des Reichsarbeitsdienstes errichtet wurde, fällt es dem SpritzgussRüstungs-NS-Musterfabrikanten und ReichsWehrwirtschaftsführer Rovolske nach 1945 leicht, mit seinem durch Zwangsarbeit erworbenen Reichtum als CDU-Bundestagskandidat gegen seinen SPD-Konkurrenten Kerbel Wahlkampf zu führen….

Und der SS-Mann Dr. Alsfeld, der Viehzucht-, Herden-, Verhaltens- und Rassenforscher, der Lorenzschüler und Oberstudienrat, der Glockenspiel-für-den-Endsieg-Einschmelzer darf nach dem Krieg das spendenersammelt-wieder vervollständigte Glockenspiel einweihen mit dem Lied “Üb immer Treu und Redlichkeit…”.  Als Viehzuchtberater hat er auch die Zwangsarbeiter-Kontingente an kriegsverwaiste Höfe und an Ortsbauernführer verteilt und sich um die Bauern-Kriegerwitwen und ihre Zwangsmelkerinnen gekümmert. Und als Doktor der Rassenforschung  weiß er auch genau über Rassenschande bescheid und wie das mit der Schadensbegrenzung und der Beseitigung der Folgen zu organisieren ist ….

Politisch-historisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman “Der Damenschneider” .. mit dem ungeliebten Schwiegersohn Karls des Großen & der deutschesten aller Kleinstädte : Michelstadt im Odenwald, Dr. Mömlinger, Dr. Alsberg & dem Spritzgussfabrikant Gerhard Rohvol(ske) aus dem Sudetenland …

Rohvol(ske) soll auf Deutsch Ochsenhorn heißen, so witzelte der SPD-Bundestagskandidat Heinrich Kerbel in den 50er Jahren über seinen CDU-Kontrahenten Gerhard Rohvol. “Hornochs” half er in den Wahlflugblättern nach. Doch Rohvol schlug zurück: der agile Spritzgussfabrikant und Paradieshalbkugelerfinder ließ sich über Nacht hunderte von Fahnen mit einem zum Angriff gesenkten Stierkopf bedrucken, die er rund um seine Fabrik aufhängen ließ. Der Stier wurde sein Familienwappen, seine Warenmarke für Markenware : nur wo der Stierkopf draufstand, war auch Rohvol -Original drin.

Der aus dem Schweizer Exil heimgekehrte Sozialdemokrat Kerbel hatte seinen Meister gefunden, jedoch nur, weil er sich nicht getraute Rohvol an den Stellen anzugreifen, wo es schmerzte und wo Kerbel die Mehrheit der Michelstädter und des gesamten Odenwaldes hätte gewinnen können. Lohndumping, Erpressung, und an vorderster Stelle Rohvols NS-Vergangenheit als Wehrwirtschaftsführer, Leiter eines NS-Musterbetriebes für die Rüstungswirtschaft mit hunderten von Zwangsarbeiterinnen im Programm “Vernichtung durch Arbeit”. Kerbel schwieg und hatte Angst, Rohvol könne ihm den Reichsarbeitsdienst ans Bein schmieren: Kerbel hatte nämlich bis kurz vor der Machtübernahme der Nazis  mit Notstandspolitik und Arbeitsdiensteinsätzen zunächst als hauptamtliche Bürgermeister Michelstadts, dann als Landrat in Gießen und anschließend als Regierungspräsident sich selbst Denkmäler gesetzt:

in Michelstadt z.B. das Heinrich-Kerbel-Waldstadion. Er hatte sich auch als konsequenter Befürworter von poltischen Säuberungen gegen die Kommunisten gezeigt und wurde nach dem Februar 1933 aber trotzdem verhaftet. Im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Gewerkschaftern in der Maschinenfabrik Rexroth und in der Eisengießerei Mühlhäuser gelang ihm die Flucht über das damals noch französisch verwaltete Saarland in die Schweiz.

Die schlagfertige Reaktion des “Hornochsen” Rohvol gefiel den Odenwäldern. “Jetzt kommt auch gleich raus, was der Kerbel alles aufm Kerbholz hat!

Aber nichts kam, Burgfrieden, man wollte nicht den Kommunisten in die Hände spielen noch kurz vor dem anstehenden KPD-Verbot, nach dem man an der Deutschen Reichspartei schon mal erfolgreich das Verbotsverfahren durchprobiert hatte,
Der DAMENSCHNEIDER, ein politisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman, der zwischen 826 und 1970 im Odenwaldkreis und dort schwerpunktmäßig in Michelstadt spielt:
anhand der Geschichte eines zum Wahnsinn getriebenen verhinderten Mathematikers und dann ZwangsDamenschneiders geht es in bergmännischer Vortriebsweise durch die Geschichte dieser bergmännisch geprägten Stadt, durch die halb abgebrannte Südstadt, die Kilianskapelle und die römische Etappensiedlung, durch die demokratische Revolution 1848 und die Vorläufer, die Arbeiter- und Soldatenräte, durch den Odenwald  vor allem durch die Nachbardörfer Erbach, Erdbach, Stockkeim, Rehbach, Steinbach und Steinbuch, Mommart, Eidengesäß, Vielbrunn, Würzberg, Hainstermühle, Hainhaus, Eulbach, Heigscht, (Höchst mit der Nudelfabrik Teig-Spirelli)) Sandbach, Zell, Kenisch(Bad König), Mümling-Grumbach, Dumstadt und Armstadt …

Durch den Reinfall mit dem Tourismusboom um 826 und seinem unrühmlichen Ende mit den blutschwitzenden Reliquien, die der ungeliebte Schwiegersohn Karls des Großen in Rom hatte stehlen lassen, (Wobei nicht klar ist, ob jetzt in Seligenstadt die echten Knochen liegen. Es gab immer eine wundersame Vermehrung der Petrus- und MarcellinusKnochen – zusammengesetzt ergäben sie wohl einen “Menschen” in der Größe des DinoSaurusRex)

es geht durch die drei wichtigsten Puffs in Michelstadt:

den einen im TraumKuschelHotel der Jessika Schwarz, bevor sie das eingerichtet hat, bevor auch der Rechtsanwalt Riedel dort seine Nachkriegskanzlei aufmachte, und den anderen, den RatsherrenPuff im Diebsturm in der Häfnergasse hinterm Fickschuster, der auch noch Gefängniswärter war, wo er für jeden nächtlichen Absailer zu den frisch gewaschenen Hexen im Turm kräftig kassierte und auch etwas erpresste, denn guter Ratsherr ist teuer. Der zweite Ratsherrenpuff war im zweiten Stock beim Färber Fabiany, wo die Tuchfärber mit ihren angeblich gegen den Diebstahl dort oben aufgehängten Tüchern nur die Einsichtmöglichkeiten aus dem Kirchturm verhängen wollten. Hier ging auch der Pfarrer zum Segnen ein und aus mit leerem Klingelbeutel.

Es geht durch die Tropfsteinhöhlen unterm Kiliansfloß, in die Eis-Felsenkeller des Scharfrichters Nord, denn nur vom Töten kann man nicht Leben, und die Totenkutsche zum Waldfriedhof bringt auch nicht viel. Wer kann sich die schon leisten? Die Reichen sind wenig und sterben noch seltener. … Und das Bier, das gute Weihnachts-Bockbier vom Doerr das muss im Sommer gekühlt werden. Und wer hat das Eis, das Eis aus seinem Rechteckteich neben dem Nord-schen Gehöft ??  Da macht er gleich doppelt Geld im Winter wird das Eis zu Blöcken gesägt und in die Felsenkeller geschafft – mit seinem Zweispänner. Die Kaltblüter passen zu ihm. Und später, viel später vermietet er das Rechteck an den Proleten-Fußball-Verein Blau-Gelb… das bringt nicht viel, aber besser als nichts… Und die Proleten saufen, naja im Deutschen Haus beim Dörr das Schwarzbier, gekühlt mit seinem Eis… oder beim Gröner im Altdeutschen Hof, aber da sind die Blau-Gelben nicht, da sitzen die Turner und da singt der Gesangsverein im Oktogon im Grönersaal… und  da sitzen auch die Kicker aus den besseren Kreisen vom VfL und die trinken dann schon eher das Erbacher Brauhaus Bier, diese Verräter oder das Mossauer. vom Schmucker…

durch die MaschinenFabrik Rexroth-Lynnen und die Tuchfabrik Arzt, durch die Fabrikanten-Villen am Ortsausgang nach Erbach. durch den Unteren Hammer und Howard-Rotavator,  durch den vom Mühlhäusler zum Mühlhäuser aufgestiegenen Frühproleten mit guten Beziehungen zum Standesbeamten/bzw zum Stadtpfarrer, der einfach ab einem bestimmten Punkt der Expansion der Gießerei das “l” aus dem Häusler strich,

durch die Zeller Molkerei, die Mal den Bauern gehörte, durch die Kaltwasser-Badeanstalt, wo Michelstadt Mal beinahe Kurstadt geworden wäre, durch die Braunstraße und über den Lindenplatz, um die Bogens wird kein Bogen gemacht, die schwarzen Landtage kommen vor, wie der Kettenmichel mit seiner Rede am Lindenplatz und warum der Bürgerkeller vom Flüsterwilli fast revolutionär wurde, und der Jazzkeller vom Amorbach, (war des auch’n Puff?) und außerdem hieß der Ammerbach, so wie Amorbach gar nichts mit Amore zu tun hat sondern mit dem Ammer, wie die Goldammer auch.

Es geht durchs Amtsgericht und das neue Gefängnis, die FrischFromm-Frei und weniger fröhliche Jahnstraße mit den Carl Diehm geprägten TurnfähnleinFührern, durch den Grönersaal am Trapez und vor der PA bevor die so hieß, Stokers, Dreams, Black-Angels, den Altdeutschen Hof und das Deutsche Haus, die Volksversammlung am Schützenhof in Erbach. Und durch den Wiesenmarkt und die Michelstädter Antwort auf diesen feudalen Budenzauber mit viel Rosstäuscherei: durch den Bienenmarkt und die Mümlingtal-Halle,

durchs Drehbuch von “Krähwinkel”, (Axel von Ambesser (R), mit u.a. Rudolf Platte, Charles Chaplin, Sidney Chaplin),  den Frankfurter Wecker mit Peter Rankenfeld und Heinz Schenk, durch amerikanische Panzerkolonnen und den Kiosk am B45/47 Dreieck am Schlosspark, den die Eltern des Schwarz-Bierbrauers betrieben, bevor der das Elfenbein entdeckte, durchs Glockenspiel, das Dr. Alsberg erst einschmelzen ließ, um es dann 1961 wieder zu eröffnen: er an der Orgel, an der Klaviatur des gespendeten und in Sinn teilweise wieder gefundenen- noch nicht für den Endsieg eingeschmolzenen Glockenspiels: “Üb immer Treu und Redlichkeit” , das spielte er zur Einweihung  und alle wussten wer das spielt.

und durch den Thurn & Taxis-schen Goldenen Löwen, der stehen geblieben ist im Gegensatz zum Thurn-& Taxis-schen Gasthof in Höchst, durch die “Drei Hasen” und beim Ulmer durch die Schlupfgasse zum Stadtpark: “Siehst Du nicht im Stadtpark die Laternen?” Waren Gitte und Rex zur Einweihung da? Ich glaube Ja!.

Der republikanische Club und seine Vorgänger, …

Dr. Alsberg, der die Skelette der Zwangsarbeiterinnen in der GrafenGruft bei ihrer Entdeckung gesehen hat – hat sie vielleicht auch bei ihrer “Vergruftung” gesehen? Zugeteilt hatte er sie noch lebendig.

Sein Gegenspieler, der aus dem Exil zurückgekehrte Dr. Mömlinger kommt bei einem Sturz vom Baugerüst in der Einhards-Basilika ums Leben. Er schlägt auf mit einem Geräusch wie wenn man ein Buch zuschlägt.
Über die Todesfälle legt sich der abendliche Nebel des Mümlingtales.

Aber es gibt Menschen, die denken so in der Orangenzeit im Dezember , wenn nach dem Schälen die Hände ölig glänzen und riechen wie beim Stollenbacken immer wieder an die Stunden mit Dr. Mömlinger in der Orangerie – von der die Eltern nur wussten, dass es dort Nachhilfestunden für ihre Kinder gab. Zu kleinen Preisen. Das konnten sich sogar auch die Prolos leisten….
Auslösender Moment für den “Ausbruch” des Diakons sind die 4Augen-Berichte eines von ihm betreuten Jungen über die Vorkommnisse in einem Zeltlager am Edersee 1961, wo ein anderer Diakon sich an den Jungs im zarten Alter von 10, 11, 12 und darunter vergreift und ein 13Jähriger es wagt, ihn morgens vor allen öffentlich deshalb zur Rede zu stellen. Dass der Junge deshalb aus dem evangelischen Zeltlager ausgeschlossen wird, löst bei Meck eine sogenannte Kopfspaltung aus:

SPALT: schaltet den Schmerz ab. Schnell!   Doch das wirkt nicht. Meck wird zur Furie. Er ist tief gläubig evangelisch mit pietistischen Anwandlungen aber trotzdem echter Bodenhaftung. Er ist Handwerker und verhinderter Naturwissenschaftler. Da ist die Kopfspaltung bereits tendenziell und strukturell unvermeidbar angelegt. Und dieses Erlebnis ist jetzt der Kick!!!

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in der Einhardsbasilika, im Schoss Erbach-Fürstenau und seinem Park, in der Kammfabrik und der Spritzguss -Fabrik Rohvol(ske), dessen Besitzer dem frühen rechten Flügel der Henleinbewegung im Sudetenland entstammte, früh heim ins reich kam und in Michelstadt einen NS-Musterbetrieb aufbaute – mit bester Belieferung mit großen Kontingenten von Zwangsarbeitern. Zuteiler war der Heimatforscher und Lorenz-Schüler, der promovierte Biologe Dr. Alsberg, der Nikolaus Matz zum Arier erklärte, während sein Gegenspieler, der aus Michelstadt stammende Frankfurter Historiker Dr. Mömlinger die These vertrat, dass Matz ein Kind aus einer früh konvertierten jüdischen Familie war.


Das Haus des Seckel Löb Wormser, des Wunder-Rabbis von Michelstadt in der Erbacher Straße. Die Bürger der Stadt haben dort eine Gedenktafel angebracht.

Warum und wann jemand aus diesem Haus die Gaststätte „Zum wilden Mann“ gemacht hat, weiß ich noch nicht. Aber die Bildnisse des Wunder-Rabbis könnten dafür Pate gestanden haben

Den Michelstädter Wunderrabbi, den alten Seckel Löb Wormser konnte man nicht mehr befragen, die Brauns nicht und den Lappe-Luy zumindest nicht zwischen 33 und 45. Juden waren an sich gut angesehen in Michelstadt. Aber sie mussten trotzdem möglichst auch durch die Namenswahl nach 1813 darauf achten, dass man die Jüdischkeit nicht so merkte: Mömlinger, Hamburger, Nürnberger, Deutscher, und wer Pech hatte, bekam nicht sonderlich schöne Namen ab: Kerbel, Schwanz, Pulloch, Knoblauch, Schweiß es gab auch Treppengeländer, je nachdem, wie die Beamten so bestechlich waren oder gutwillig …
Hauptfigur des Romans ist der ehrenamtliche Diakon Maximilian Meyer (bei dem auch nicht sooo klar ist, ob der Meyer nicht irgendwann mal Synagogengänger als Vorfahren hatte. Aber das hatte bereits Dr. Alsberg überprüfen lassen…

Max oder wie er sich zu Beginn seines Leidensweges durch das städtische Gymnasium nannte : Mackie – mit auf dem Schulweg rasch nachgekämmter Elvistolle, mit leichtem Anklang an James Dean .. Zuhause hätte ihn der Vater mit der Elle erschlagen und ihm das Bügeleisen nachgeschnissen. Meck sagte immer mit zynischheruntergezogegem linken Mundwinkel: ” Ich komme aus einer schlagenden Verbindung und habe schon mehr als nur einen Schmiss!!” Einer zog sich von der rechten Augenbraue bis zur frühen rechten Geheimratsecke.

Er findet bei der Renovierung der Stadtkirche einen Tunnel von der GrafenGruft nach Süden Richtung Diebsturm.. und darin 19 oder zwanzig Sklelette, Frauenskelette, wie er an dem breiten Beckenknochen unschwer feststellen kann. Noch besser war es an den Hundemarken zu erkennen. Polnische, russische, ukrainische Mädchennamen, Geburtsdaten usw. Er musste sie schnell verstecken, bevor Weyrauch kam. Der Bäckerjunge vom Marktplatz half beim Ausschachten des Kirchenfundaments.

Max ist durch die Schule Mömlingers gegangen, der als US-Soldat aus dem Exil in den Staaten nach Michelstadt zurückgekehrt ist, zunächst für die Militärregierung arbeitet und für die Spruchkammer, aber 1947/48 bereits aus seinem gymnasialen Lehrbereichen : Geschichte, Religionswissenschaft, romanische Sprachen von der Militärregierung abgezogen wird

und dann ab 1949 nur noch Religion unterrichten darf. Seine Entnazifizierungsarbeit setzt er fürderhin privat fort. Er erhält für seinen Jugendklub vom Erbach-Fürstenauer Grafen die Orangerie, weil Mömlinger zu viel weiß über die Forstbetriebe des Grafen im 1000jährigen Deutsch-Arischen Wald und dem Programm”Vernichtung durch Arbeit”.

Bürgermeister Hessenthal ist auch nicht ganz sicher, ob der Name Hessenthal schon ein 1812er Ergebnis Stein’scher Reformen war. Mama Hessenthal erblondet sicherheitshalber ihre Jungs und steckt sie sofort nach der Machtübernahme in die HJ. Wasserstoff-Superoxyd war damals die Rettung für viele.

Hessenthal wird als athletischblonder Hüne in die SS rekrutiert. Überlebt den Krieg und wird Michelstädter Bürgermeister auf ewig. Und er kennt seine Pappenheimer: und er läßt sie zahlen für SEINE Stadt und seine Leute, wie er die Einwohner der Stadt nennt.

Nur der Spritzguss-Unternehmer macht sich aus dem Staub, um der Erpressung zu entfliehen. Im feudalen Erbach ist er dann ein gern gesehener Asylbewerber, der sofort im Sumpf vor Stockheim ein großes Werksgelände zum Vorzugspreis erhält.
Da die Zwangsarbeiter nach 1945 ausblieben wurden die Lager und KdF-FührerSiedlungshäuser mit Flüchtlingen und Vertriebenen wieder aufgefüllt. Die Ansiedlung von vermeintlich gewerkschaftsfeindlichen Vertriebenen rechnet sich zunächst, weil der katholische Pfarrer Dr. Müller statt der Gewerkschft die Löhne für die flinken sudetendeutsche Frauen- und Kinderhände aushandelt und dafür die Garagen des Werkes als Kirche zur Verfügung gestellt bekommt.

Auch der Graf Erbach-Fürstenau erweist sich trotz seiner protestantischen Konfession als christlicher Mensch und erhält Wald- und Landarbeiter zum Dumpinglohn für die Überlassung des Schlossparkes für die Prozessionen. Es fließen auch Lohnbestandteile in die Finanzierung der neuen katholischen Kirche …..

Meck kommt bei einem Brand seiner Schneiderei 1966 fast in den Flammen um, sein pyromanischer Suizidversuch, wird als Geständnis interpretiert. Die gefundenen und dann wieder verschwundenen Frauenskelette sollen aus rituellen Morden des Diakons stammen, der ja seine psychische Krankheit durch den Bildersturm von Michelstadt (BILD-Zeitung) unter Beweis gestellt hat. Die Polizei entdeckt im Dachgeschoss des hauses vor dem Diebsturm ein verstecktes Zimmer und unter den verkohlten Zeitungstapeten findet sie Ausschnitte von Frauienbildern aus diversen Illustrierten, Quelle-, Neckermann-Katalogen usw. die zu mosaikartigen Bildern zusammengeklebt waren.

Meck dreht in einer Ludwigshafener Spezialklinik für “Brandopfer” völlig durch und wünscht sich nur noch seine Einlieferung nicht nach Heppenheim, sondern in das vermeintlich liberalere Goddelau, wo er meint, den Geist Büchners durch die Anstalt schweben zu sehen.
Ein letzter großer Irrtum Meckies: denn im evangelischen Goddelau ist die Zusammenarbeit des Personals mit den Euthanasie-Nazis lückenlos, reibungslos, völlig unproblematisch: alle wurden ausgeliefert und das sehr zügig. Im Gegensatz zum von Bensheim her klerikal beeinflussten Heppenheim. Dort ist die Mehrheit zwar auch evangelisch, aber man orientiert sich mehrheitlich eher an der Haltung der Katholiken in diesem katholischen Flecken an der Bergstraße.

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3 Reaktionen zu “Politisch-historisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman “Der Damenschneider” .. mit dem ungeliebten Schwiegersohn Karls des Großen & der deutschesten aller Kleinstädte : Michelstadt im Odenwald, Dr. Mömlinger, Dr. Alsberg & dem Spritzgussfabrikant Gerhard Rohvol(ske) aus dem Sudetenland …

  1. angelina
    Am 19. November 2009 um 12:54 Uhr |Bearbeitender odenwald und michelstadt sind viel zu schön,um solch einen schwachsinn darüber zu schreiben! ich grüße alle rheinhess-inn-en und laßt Euch von niemand verarschen!!!
  2. Hartmut Barth-Engelbart
    Am 20. November 2009 um 12:42 Uhr |BearbeitenWenn wir schon beim Verarschen sind: am historisierend “restaurierten” Diebsturm steht “offiziel” es sei der Bergfried, der Burgfried der merowingisch-carolinisch-fränkischen Burg gewesen. Es war aber nur einer der vielen Türme der mittelalterlichen Stadtbefestigung von denen nur zwei gut erkennbar übriggeblieben sind – nach der Schleifung des Untertores und des Neutores (beim Ulmer/Diflo, kurz vor dem Eisenwarenladen Croissant, wo es eben früher keine Hörnchen gab, sondern Nägel von eingewanderten Hugenotten). Die Reste verschiedener anderer StadtmauerTürme sind noch da zu sehen: hinter dem Schwiegermutterbrunnen am Ex-Gasthaus Zur Krone, ein weiterer ist so viel ich weiß noch im ehemaligen Bürgerhospital integriert zwischen dem alten Krankenhaus und dem Braun’schen Haus. Zu klären ist noch, ob die Braunstraße den Nazis entgangen ist, weil sie navh ihrer Parteifarbe benannt zu sein schien, tatsächlich aber nach einer erfolgreichen jüdischen Bürgerfamilie benannt wurde. Anna Braun ist eine meiner besten Freundinnen in England, eine aus Israel ausgewanderte Holocaustüberlebende, die von London aus die PalästinenserINNEN unzterstützt.
    Schon Mal was vomHGalgenberg gehört ? Schon Mal was von den Michelstä#dter Turnern gehört, die im Kampf zur rettung der ersten deutschen demokratie in Baden gegen die preußischen und die würrtembergischen Heere geefallen sind ? schon Mal was gehört von den in den Zuchthäusern ermordeten demokkraten aus dem Odenwald gehört ? 1848 ff und 1933 ff ?Natürlich ist der Odenwald schön (noch) in wenigen teilen. Wir müssen da retten, was noch zu retten ist. Wer weiß denn wo der Kiliansflß entspringt ? wo die Grundmauern der ersten Kilianskapelle an der Quelle liegen oder lagen, wo der Floß versickert in die Tropfsteinhöhlen, um dann am Kirchberg in der Stadtmitte wieder zu entspringen ? und dort alle Trinkwasserbrunnen zu versorgen ? Das war das Wunder, auf dem Kilian seine Kapelle über Mitraskultstätten, germanisch-keltischen Kultstätten errichtete – seinen christlichen Überbau – in einer befestigten Siedlung schon lange vor der römischen Etappensiedlung. Hie hatte man hintet schützenden Wällen Trinkwasserquellen, man konnte den “Mivchelstädtern zewar die Mümling- aber nicht das wasser abgraben. Wer herrschte über das Wasser der Erbach ? Die Erbacher Grafen oder die Michelstädter Bürger ? Hier haben die Grafen den Michelstädtern den Erdbach streitig gemacht und ihn umgelegt ……er war jahrhundertelang Wasser auf die Bürgermühlen, die vor Stockheim an der Einmündung in die Mümling entstanden: hier wuchs die Obere Hammer-Mühle – bis zur neuzeitlichen Machinenfabrik Rexroth als Gegenstück zur Unteren Hammer-Mühle, ob es noch eine mittlere gegeben hat auf der Höhe der Weber’schen Zementsteinwerken und der Mühlhäuser’schen Giesserei , wahrscheinlich ist es.. Hioer war der Steinbach die antreibende Kraft – und wenn der zu wenig wasser führte, ging es auch mit Unterflurantrieb ducrhc die Mümling. Frag doch mal die Leute vom Eiscafé Dolomiti, die uralteigentümer, wie das war mit den ersten “Gastarbeitern” aus Italien, nachdem die von Mussolini an Hitler verkauften italienischen Zwangsarbeiter nicht mehr zur Verfügung standen und die sudetendeutschen und schlesischen Flüchtlings-Billiglöhner sich bereits in den Gewerkschaften organisiert hatten und zum Teil gegen den Willen der katholischen Kirche evangelische EhepartnerINNEN nahmen und die Betriebsräte bestückten. ??Auch und gerade, wenn man die Augen und die Ohren aufmacht, ist der Odenwald schön. Erst dann wird man kapieren, was er uns wert ist und wo wir herkommen und wo wir leben. Und erst das weckt verantwortung für etws, was man hier heimat nennt. Und dazu gehört der Aki aus Höchst, der Wassili aus Mümling-Grumbach, der Schorsch aus Lauterbach, die Ayse aud Vielbrunn, ….. Wenn Attila in Worms war, wieso soll nicht im Odenwald eine ganze Menge von Kindern aus hunnisch-hessischen Beziehungen stammen oder aus korsisch hessischen , ein Dorf im Odenwald heißt Korsika, warum wohl ? Und wieviele Beutefrauen haben die Kreuzfahrer nicht gleich dort vergewaltigt und umgebracht sondern auch noch als Altenpflegerinnen mitgenommen. Welche Burgfräulein oder auch anständige Dienstmägde wollten denn auf die Dauer die alten Adelssäcke aus ihren Rüstungen schälen und ansonsten zur hand gehen ? Die Bauernweiber waren zu widerspenstig, die Bürgerfrauen waren geschützt, dann holt man sich, wenn sonst nichts nützt beim nächsten feld- und Kreuzzug Frauensklaven. Man konnte sich auch nicht endlos an den Novizinnen in Fraunauses vergreifen, weil da die Kirche mitkassierte. Die Frauenklösdter waren Abschiebestationen und Reservoire zugleich. Und die Kirche wurde dabei reich – noch reicher. Erbschleicher. Das hat jetzt aber nix mit Erb-ach zu tun.
  3. Hartmut Barth-Engelbart
    Am 20. November 2009 um 12:56 Uhr |BearbeitenDer tatsächliche Burgfried/Bergfried steht als Teil der Inneren Wehrmauer im “Schlupf” hinter dem Hotel “Drei Hasen” und ist vor 20 Jahren dankenswerter Weise mit einem Extra-Kegeldach ausgestattet worden. Der Brand der Südstadt ist urkundlich verbrieft, warum einige Häuser nicht abbrannten – so z.B. das prachtvolle Haus des Erbach-Fürstenauischen Architekten und Baumeisters Fuchs, der mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Beziehugen zur Dombauhütte am Starßburgermünster hatte, denn die Steinmetzzeichen im Schloss Fürstenau tauchen auch am Straßburger Münster auf. warum das Fuchssche haus nicht brannte ? Die feuerwehr war eine frühe Turnervereinigung und schon früh rebellisch. Was haben und wen haben sie als erstes geschützt ? Die Flickschuster und Küfer in der Häfnergasse, die Auler und Euler dort waren halsabschneider gegn ihr Gesinde(l), gegen ihre lehrbuben, gegen die Burschen… Das war Rache der “vogelfreien” Kuckuks. “Dich soll der Kuckuk holen!” war eine Drohung für Bürgerkinder mit dem verfemten Gesinde(l), §”Auf einen baum ein Kuckuk…” Aber sie waren beliebt, die wanderburschen und sie wurden von der Obrigkeit gejagt: auch von den hochgkommenen Bürgern und von irdischer Pein befreit durch den Scharfrichter Nord.
    Und dann zogen die Gesinde(l) durch die Satdt zum Lindenplatz zum Galgenberg und murrtenb und schrien: “Das war Nord, das war Mord!” wenn sie wieder in die Stadt zogen… Dass der Brand gelegt wurde und zwar gezielt gegen geizige Handwerksmeister liegt nahe, es dürften “vagabundierende ” Handwerksburschen gewesen sein, die den Barnd auch nutzten um ihre eingekerkerten Kumpane aus dem Diebsturm zu befreien.

Am 6.5. 2011 veranstalteten die NaturFreunde Bad König (im hessichen Odenwald). Eine interaktive HaBE-Werkstatt-Lesung aller bis dahin rekonstruierten Romanfragmente des “Damenscheiders”. 

Hartmut Barth-Engelbart weckte mit Gedichten, Liedern und (Lokal-) Geschichte(n) aus der Zeit vor und nach dem 8.Mai 1945 Erinnerungen, ohne die es den Nachwachsenden nicht gelingt, die Zukunft besser zu gestalten …. Es wurde ein sehr interaktiver Abend, denn HaBE leuchtete mit Passagen aus seinem Odenwald-Roman “Der Damenschneider” in die dunkelsten Winkel,  er legte zubetonierte Dreckecken und dabei etliche Leichen in Michelstädter Kellern frei, welche aus grauer Vorzeit  – aber die meisten aus der jüngeren Vergangenheit.

Längere Passagen aus den Recherchen zum “Damenschneider” , die HaBE bei Wikipedia veröffentlicht hatte, wurden dort von Leuten gelöscht, die um den Ruf einiger Unternehmen und Honoratioren fürchteten: wenn das Bürgermeister Friedrich-Kerbel-Wald-Stadion mit Hilfe von Vorformen des Reichsarbeitsdienstes errichtet wurde, fällt es dem SpritzgussRüstungs-NS-Musterfabrikanten und ReichsWehrwirtschaftsführer Rovolske nach 1945 leicht, mit seinem durch Zwangsarbeit erworbenen Reichtum als CDU-Bundestagskandidat gegen seinen SPD-Konkurrenten Kerbel Wahlkampf zu führen….

Und der SS-Mann Dr. Alsfeld, der Viehzucht-, Herden-, Verhaltens- und Rassenforscher, der Lorenzschüler und Oberstudienrat, der Glockenspiel-für-den-Endsieg-Einschmelzer darf nach dem Krieg das spendenersammelt-wieder vervollständigte Glockenspiel einweihen mit dem Lied “Üb immer Treu und Redlichkeit…”.  Als Viehzuchtberater hat er auch die Zwangsarbeiter-Kontingente an kriegsverwaiste Höfe und an Ortsbauernführer verteilt und sich um die Bauern-Kriegerwitwen und ihrer Zwangsmelkerinnen gekümmert. Und als Doktor der Rassenforschung  weiß er auch genau über Rassenschande bescheid und wie das mit der Schadensbegrenzung und der Beseitigung der Folgen zu organisieren ist ….

Politisch-historisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman “Der Damenschneider” .. mit dem ungeliebten Schwiegersohn Karls des Großen & der deutschesten aller Kleinstädte : Michelstadt im Odenwald, Dr. Mömlinger, Dr. Alsberg & dem Spritzgussfabrikant Gerhard Rohvol(ske) aus dem Sudetenland …

Rohvol(ske) soll auf Deutsch Ochsenhorn heißen, so witzelte der SPD-Bundestagskandidat Heinrich Kerbel in den 50er Jahren über seinen CDU-Kontrahenten Gerhard Rohvol. “Hornochs” half er in den Wahlflugblättern nach. Doch Rohvol schlug zurück: der agile Spritzgussfabrikant und Paradieshalbkugelerfinder ließ sich über Nacht hunderte von Fahnen mit einem zum Angriff gesenkten Stierkopf bedrucken, die er rund um seine Fabrik aufhängen ließ. Der Stier wurde sein familienwappen, seine Warenmarke für Markenware : nur wo der Stierkopf draufstand, war auch Rohvol -Original drin.

Der aus dem schweizer Exil heimgekehrte Sozialdemokrat Kerbel hatte seinen Meister gefunden, jedoch nur, weil er sich nicht getraute Rohvol an den Stellen anzugreifen, wo es schmerzte und wo Kerbel die mehrheit der Michelstädter und des gesamten Oenwaldes hätte gewinnen können. Lohndumping, Erpressung, und an vorderster Stelle Rohvols NS-Vergangenheit als Wehrwirtschaftsführer, Leiter eines NS-Musterbetriebes für die Rüstungswirtschaft mit hunderten von Zwangsarbeiterinnen im Programm “Vernichtung durch Arbeit”. Kerbel schwieg und hatte Angst, Rohvol könne ihm den Reichsarbeitsdienst ans Bein schmieren: Kerbel hatte nämlich bis kurz vor der Machtübernahme der Nazis  mit Notstandspolitik und Arbeitsdiensteinsätzen zunächst als hauptamtliche Bürgermeister Michelstadts, dann als Landrat in Giessen und anschließend als Regierungspräsident sich selbst Denkmäler gesetzt:

in Michelstadt z.B. das Heinrich-Kerbel-Waldstadion. Er hatte sich auch als konsequenter Befürworter von poltischen Säuberungen gegen die Kommunisten gezeigt und wurde nach dem Februar 1933 aber trotzdem verhaftet. Im Gegensatz zu den sozialdemokratischen Gewerkschaftern in der Maschinenfabrik Rexroth und in der Eisengießerei Mühlhäuser gelang ihm die Flucht über das damals noch französisch verwaltete Saarland in die Schweiz.

Die schlagfertige Reaktion des “Hornochsen” Rohvol gefiel den Odenwäldern. “Jetzt kommt auch gleich raus, was der Kerbel alles aufm Kerbholz hat!

Aber nichts kam, Burgfrieden, man wollte nicht den Kommunisten in die Hände spielen noch kurz vor dem anstehenden KPD-Verbot, nach dem man an der Deutschen Reichspartei schon mal erfolgreich das Verbotsverfahren durchprobiert hatte,
Der DAMENSCHNEIDER, ein politisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman, der zwischen 806 und 1970 im Odenwaldkreis und dort schwerpunktmäßig in Michelstadt spielt:
anhand der Geschichte eines zum Wahnsinn getriebenen verhinderten Mathematikers und dann ZwangsDamenschneiders geht es in bergmännischer Vortriebsweise durch die Geschichte dieser bergmännisch geprägten Stadt, durch die halb abgebrannte Südstadt, die Kiliankapelle und die römische Etappensiedlung, durch die demokratische Revolution 1848 und die Vorläufer, die Arbeiter- und Soldatenräte, durch den Odenwald  vor allem durch die Nachbardörfer Erbach, Erdbach, Stockkeim, Rehbach, Steinbach und Steinbuch, Mommart, Eidengesäß, Vielbrunn, Würzberg, Hainstermühle, Hainhaus, Eulbach, Heigscht, (Höchst mit der Nudelfabrik Teig-Spirelli)) Sandbach, Zell, Kenisch(Bad König), Mümling-Grumbach, Dumstadt und Armstadt …

Durch den Reinfall mit dem Tourismusboom um 806 und seinem unrühmlichen Ende mit den blutschwitzenden Reliquien, die der ungeliebte Schwiegersohn Karls des Großen in Rom hatte stehlen lassen, (Wobei nicht klar ist, ob jetzt in Seligenstadt die echten Knochen liegen. Es gab immer eine wundersame Vermehrung der Petrus- und MarcellinusKnochen – zusammengesetzt ergäben sie wohl einen “Menschen” in der Größe des DinoSaurusRex)

es geht durch die drei wichtigsten Puffs in Michelstadt:

den einen im TraumKuschelHotel der Jessika Schwarz, bevor sie das eingerichtet hat, bevor auch der Rechtsanwalt Riedel dort seine Nachkriegskanzlei aufmachte, und den anderen, den RatsherrenPuff im Diebsturm in der Häfnergasse hinterm Fickschuster, der auch noch Gefängniswärter war, wo er für jeden nächtlichen Absailer zu den frisch gewaschenen Hexen im Turm kräftig kassierte und auch etwas erpresste, denn guter Ratsherr ist teuer. Der zweite Ratsherrenpuff war im zweiten Stock beim Färber Fabiany, wo die Tuchfärber mit ihren angeblich gegen den Diebstahl dort oben aufgehängten Tüchern nur die Einsichtmöglichkeiten aus dem Kirchturm verhängen wollten. Hier ging auch der Pfarrer zum Segnen ein und aus mit leerem Klingelbeutel.

Es geht durch die Tropsteinhöhlen unterm Kiliansfloß, in die Eis-Felsenkeller des Scharfrichters Nord, denn nur vom Töten kann man nicht Leben, und die Totenkutsche zum Waldfriedhof bringt auch nicht viel. Wer kann sich die schon leisten? Die Reichen sind wenig und sterben noch seltener. … Und das Bier, das gute Weihnachts-Bockbier vom Doerr das muss im Sommer gekühlt werden. Und wer hat das Eis, das Eis aus seinem Rechteckteich neben dem Nord-schen Gehöft ??  Da macht er gleich doppelt Geld im Winter wird das Eis zu Blöcken gesägt und in die Felsenkeller geschafft – mit senem Zweispänner. Die Kaltblüter passen zu ihm. Und später, viel später vermietet er das rechteck an den Proleten-Fußball-Verein Blau-Gelb… das bringt nicht viel, aber besser als nichts… Und die Proleten saufen, naja im Deutschen Haus beim Dörr das Schwarzbier, gekühlt mit seinem Eis… oder beim Gröner im Altdeutschen Hof, aber da sind die Balu-Gelben nicht, da sitzen die Turner und da singt der Gesangsverein im Oktogon im Grönersaal… und  da sitzen auch die Kicker aus den Besseren Kreisen vom VfL und die trinken dann schon eher das Erbacher Brauhaus Bier, diese Verräter oder das Mossauer. vom Schmucker…

durch die MaschinenFabrik Rexroth und die Tuchfabrik Arzt, durch die Fabrikanten-Villen am Ortsausgang nach Erbach. durch den Unteren Hammer und Howard-Rotavator,  durch den vom Mühlhäusler zum Mühlhäuser aufgestiegenen Frühproleten mit guten Beziehungen zum Standesbeamten/bzw zum Stadtpfarrer, der einfach ab einem bestimmten Punkt der Expansion der Gießerei das “l” aus dem Häusler strich,

durch die Zeller Molkerei, die Mal den Bauern gehörte, durch die Kaltwasser-Badeanstalt, wo Michelstadt Mal beinahe Kurstadt geworden wäre, durch die Braunstraße und über den Lindenplatz, um die Bogens wird kein Bogen gemacht, die schwarzen Landtage kommen vor, wie der Kettenmichel mit seiner Rede am Lindenplatz und warum der Bürgerkeller vom Flüsterwilli fast revolutionär wurde, und der Jazzkeller vom Amorbach, (war des auch’n Puff?)

und durchs Amtsgericht und das neue Gefängnis, die FrischFromm-Frei und weniger fröhliche Jahnstraße mit den CarlDiehm geprägten TurnfähnleinFührern, durch den Grönersaal am Trapez und vor der PA bevotr die so hieß, Stokers, Dreams, BlackAngels, den Altdeutschen Hof und das Deutsche Haus, die Volksversammlung am Schützenhof in Erbach. Und durch den Wiesenmarkt und die Michelstädter Antwort auf diesen feudalen Budenzauber mit viel Roßtäuscherei: durch den Bienenmarkt und die Mümlingtal-Halle,

durchs Drehbuch von “Krähwinkel”, den Frankfurter Wecker mit Peter Rankenfeld und heinz schenk, durch amerikanische Panzerkolonnen und den Kiosk am B45/47 Dreieck am Schlosspark, den die Eltern des Schwarzbierbrauers betrieben, bevor der das Elfenbein entdeckte, durchs Glockenspiel, das Dr. Alsberg erst einschmelzen ließ, um es dann 1961 wieder zu eröffnen: er an der Orgel, an der Klaviatur des gespendeten und in Sinn teilweise wieder gefundenen- noch nicht für den Endsieg eingeschmolzenen Glockenspiels: “Üb immer Treu und Redlichkeit” , das spielte er zur Einweihung  und alle wussten wer das spielt.

und durch den Thurn&Taxischen GoldenenLöwen, der stehn gebleiben ist im Gegensatz zum Thurn-& Taxischen Gasthof in Höchst, durch die “Drei Hasen” und beim Ulmer durch die Schlupfgasse zum Stadtpark: “Siehst Du nicht im Stadtpark die Laternen?” Waren Gitte und Rex zur Einweihung da? Ich glaube Ja!.

Der republikanische Club und seine Vorgänger, …

Dr. Alsberg, der die Skelette der Zwangsarbeiterinnen in der GrafenGruft bei ihrer Entdeckung gesehen hat – hat sie vielleicht auch bei ihrer “Vergruftung” gesehen? Zugeteilt hatte er sie noch lebendig.

Sein Gegenspieler, der aus dem Exil zurückgekehrte Dr.Mömlinger kommt bei einem Sturz vom Baugerüst in der Einhardsbasilika ums leben. Er schlägt auf mit einem Geräuch wie wenn man ein Buch zuschlägt.
Über die Todesfälle legt sich der abendliche Nebel des Mümlingtales.

Aber es gibt Menschen, die denken so in der Orangenzeit im Dezember , wenn nach dem Schälen die Hände ölig glänzen und riechen wie beim Stollenbacken immer wieder an die Stunden mit Dr. Mömlöinger in der Orangerie – von der die Eltern nur wussten, dass es dort Nachhilfestunden für ihre Kinder gab. Zu kleinen Preisen. Das konnten sich sogar auch die Prolos leisten….
Auslösender Moment für den “Ausbruch” des Diakons sind die 4AugenBerichte eines von ihm betreuten Jungen über die Vorkommnisse in einem Zeltlager am Edersee 1961, wo ein anderer Diakon sich an den Jungs im zarten Alter von 10, 11, 12 und darunter vergreift und ein 13Jähriger es wagt, ihn morgens vor allen öffentlich deshalb zur Rede zu stellen. Dass der Junge deshalb aus dem evangelischen Zeltlager ausgeschlossen wird, löst bei Meck eine sogenannte Kopfspaltung aus:

SPALT: schaltet den schmerz ab. Schnell!   Doch das wirkt nicht. Meck wird zur Furie. Er ist tief gläubig evangelisch mit pietistischen Anwandlungen aber trotzdem echter Bodenhaftung, Er ist Handwerker und verhinderter Naturwissenschaftler. Da ist die Kopfspaltung bereits tendenziell und strukturell unvermeidbar angelegt. Und dieses Erlebnis ist jetzt der Kick!!!

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in der Einhardsbasilika, im Schoss Erbach-Fürstenau und seinem Park, in der Kammfabrik und der Spritzguss -Fabrik Rohvol(ske), dessen Besitzer dem frühen rechten Flügel der Henleinbewegung im Sudetenland entstammte, früh heim ins reich kam und in Michelstadt einen NS-Musterbetrieb aufbaute – mit bester belieferung mit großen Kontingenten von Zwangsarbeitern. Zuteiler war der Heimatforscher und Lorenz-Schüler, der promovierte Biologe Dr. Alsberg, der Nikolaus Matz zum Arier erklärte, während sein Gegenspieler, der aus Michelstadt stammende Frankfurter Historiker Dr. Mömlinger die These vertrat, dass Matz ein Kind aus einer früh konvertierten jüdischen Familie war. Den Michelstädter Wunderrabbi , den alten Seckel Löb Wormser konnte man nicht mehr befragen, die Brauns nicht und den Lappe-Luy zumindest nicht zwischen 33 und 45. Juden waren ansich gut angesehen in Michelstadt. Aber sie musstejn trotzdem möglichst auch durch die Namenswahl nach 1813 darauf achten, dass man die Jüdischkeit nicht so merkte: Mömlinger, Hamburger, Nürnberger, Deutscher, und wer Pech hatte bekam nicht sonderlich schöne Namen ab: Kerbel, Schwanz, Pulloch, Knoblauch, Schweiß es gab auch Treppengeländer, je nachdem, wie die Beamten so bestechlich waren oder gutwillig …
Hauptfigur des Romans ist der ehrenamtliche Diakon Maximilian Meyer (bei dem auch nicht sooo klar ist, ob der Meyer nicht irgendwann mal Synagogengänger als Vorfahren hatte. Aber das hatte bereits Dr. Alsberg überprüfenlassen…

Max oder wie er sich zu Beginn seines Leidensweges durch das städtische Gymnasium nannte : Mackie – mit auf dem Schulweg rasch nachgekämmter Elvistolle, mit leichtem Anklang an James Dean .. Zuhause hätte ihn der Vater mit der Elle erschlagen und ihm das Bügeleisen nachgeschnissen. Meck sagte immer mit zynischheruntergezogegem linken Mundwinkel: ” Ich komme aus einer schlagenden Verbindung und habe schon mehr als nur einen Schmiss!!” Einer zog sich von der rechten Augenbraue bis zur frühen rechten Geheimratsecke.

Er findet bei der Renovierung der Stadtkirche einen Tunnel von der GrafenGruft nach Süden Richtung Diebsturm.. und darin 19 oder zwanzig Sklelette, Frauenskelette, wie er an dem breiten Beckenknochen unschwer feststellen kann. Noch besser war es an den Hundemarken zu erkennen. Polnische, russische, ukrainische Mädchennamen, Geburtsdaten usw. Er musste sie schnell verstecken, bevor Weyrauch kam. Der Bäckerjunge vom Marktplatz half beim Ausschachten des Kirchenfundaments.

Max ist durch die Schule Mömlingers gegangen, der als US-Soldat aus dem Exil in den Staaten nach Michelstadt zurückgekehrt ist, zunächst für die Militärregierung arbeitet und für die Spruchkammer, aber 1947/48 bereits aus seinem gymnasialen Lehrbereichen : Geschichte, Religionswissenschaft, romanische Sprachen von der Militärregierung abgezogen wird

und dann ab 1949 nur noch Religion unterrichten darf. Seine Entnazifizierungsarbeit setzt er fürderhin privat fort. Er erhält für seinen Jugendklub vom Erbach-Fürstenauer Grafen die Orangerie, weil Mömlinger zu viel weiß über die Forstbetriebe des Grafen im 1000jährigen Deutsch-Arischen Wald und dem Programm”Vernichtung durch Arbeit”.

Bürgermeister Hessenthal ist auch nicht ganz sicher, ob der Name Hessenthal schon ein 1812er Ergebnis Stein’scher Reformen war. Mama Hessenthal erblondet sicherheitshalber ihre Jungs und steckt sie sofort nach der Machtübernahme in die HJ. Wasserstoff-Superoxyd war damals die Rettung für viele.

Hessenthal wird als athletischblonder Hüne in die SS rekrutiert. Überlebt den Krieg und wird Michelstädter Bürgermeister auf ewig. Und er kennt seine Pappenheimer: und er läßt sie zahlen für SEINE Stadt und seine Leute, wie er die Einwohner der Stadt nennt.

Nur der Spritzguss-Unternehmer macht sich aus dem Staub, um der Erpressung zu entfliehen. Im feudalen Erbach ist er dann ein gern gesehener Asylbewerber, der sofort im Sumpf vor Stockheim ein großes Werksgelände zum Vorzugspreis erhält.
Da die Zwangsarbeiter nach 1945 ausblieben wurden die Lager und KdF-FührerSiedlungshäuser mit Flüchtlingen und Vertriebenen wieder aufgefüllt. Die Ansiedlung von vermeintlich gewerkschaftsfeindlichen Vertriebenen rechnet sich zunächst, weil der katholische Pfarrer Dr. Müller statt der Gewerkschft die Löhne für die flinken sudetendeutsche Frauen- und Kinderhände aushandelt und dafür die Garagen des Werkes als Kirche zur Verfügung gestellt bekommt.

Auch der Graf Erbach-Fürstenau erweist sich trotz seiner protestantischen Konfession als christlicher Mensch und erhält Wald- und Landarbeiter zum Dumpinglohn für die Überlassung des Schlossparkes für die Prozessionen. Es fließen auch Lohnbestandteile in die Finanzierung der neuen katholischen Kirche …..

Meck kommt bei einem Brand seiner Schneiderei 1966 fast in den Flammen um, sein pyromanischer Suizidversuch, wird als Geständnis interpretiert. Die gefundenen und dann wieder verschwundenen Frauenskelette sollen aus rituellen Morden des Diakons stammen, der ja seine psychische Krankheit durch den Bildersturm von Michelstadt (BILD-Zeitung) unter Beweis gestellt hat. Die Polizei entdeckt im Dachgeschoss des hauses vor dem Diebsturm ein verstecktes Zimmer und unter den verkohlten Zeitungstapeten findet sie Ausschnitte von Frauienbildern aus diversen Illustrierten, Quelle-, Neckermann-Katalogen usw. die zu mosaikartigen Bildern zusammengeklebt waren.

Meck dreht in einer Ludwigshafener Spezialklinik für “Brandopfer” völlig durch und wünscht sich nur noch seine Einlieferung nicht nach Heppenheim, sondern in das vermeintlich liberalere Goddelau, wo er meint, den Geist Büchners durch die Anstalt schweben zu sehen.
Ein letzter großer Irrtum Meckies: denn im evangelischen Goddelau ist die Zusammenarbeit des Personals mit den Euthanasie-Nazis lückenlos, reibungslos, völlig unproblematisch: alle wurden ausgeliefert und das sehr zügig. Im Gegensatz zum von Bensheim her klerikal beeinflussten Heppenheim. Dort ist die Mehrheit zwar auch evangelisch, aber man orientiert sich mehrheitlich eher an der Haltung der Katholiken in diesem katholischen Flecken an der Bergstraße.

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3 Reaktionen zu “Politisch-historisch-kriminalistischer “Entwicklungs”-Roman “Der Damenschneider” .. mit dem ungeliebten Schwiegersohn Karls des Großen & der deutschesten aller Kleinstädte : Michelstadt im Odenwald, Dr. Mömlinger, Dr. Alsberg & dem Spritzgussfabrikant Gerhard Rohvol(ske) aus dem Sudetenland …

  1. angelina
    Am 19. November 2009 um 12:54 Uhr |Bearbeitender odenwald und michelstadt sind viel zu schön,um solch einen schwachsinn darüber zu schreiben! ich grüße alle rheinhess-inn-en und laßt Euch von niemand verarschen!!!
  2. Hartmut Barth-Engelbart
    Am 20. November 2009 um 12:42 Uhr |BearbeitenWenn wir schon beim Verarschen sind: am historisierend “restaurierten” Diebsturm steht “offiziel” es sei der Bergfried, der Burgfried der merowingisch-carolinisch-fränkischen Burg gewesen. Es war aber nur einer der vielen Türme der mittelalterlichen Stadtbefestigung von denen nur zwei gut erkennbar übriggeblieben sind – nach der Schleifung des Untertores und des Neutores (beim Ulmer/Diflo, kurz vor dem Eisenwarenladen Croissant, wo es eben früher keine Hörnchen gab, sondern Nägel von eingewanderten Hugenotten). Die Reste verschiedener anderer StadtmauerTürme sind noch da zu sehen: hinter dem Schwiegermutterbrunnen am Ex-Gasthaus Zur Krone, ein weiterer ist so viel ich weiß noch im ehemaligen Bürgerhospital integriert zwischen dem alten Krankenhaus und dem Braun’schen Haus. Zu klären ist noch, ob die Braunstraße den Nazis entgangen ist, weil sie navh ihrer Parteifarbe benannt zu sein schien, tatsächlich aber nach einer erfolgreichen jüdischen Bürgerfamilie benannt wurde. Anna Braun ist eine meiner besten Freundinnen in England, eine aus Israel ausgewanderte Holocaustüberlebende, die von London aus die PalästinenserINNEN unzterstützt.
    Schon Mal was vomHGalgenberg gehört ? Schon Mal was von den Michelstä#dter Turnern gehört, die im Kampf zur rettung der ersten deutschen demokratie in Baden gegen die preußischen und die würrtembergischen Heere geefallen sind ? schon Mal was gehört von den in den Zuchthäusern ermordeten demokkraten aus dem Odenwald gehört ? 1848 ff und 1933 ff ?Natürlich ist der Odenwald schön (noch) in wenigen teilen. Wir müssen da retten, was noch zu retten ist. Wer weiß denn wo der Kiliansflß entspringt ? wo die Grundmauern der ersten Kilianskapelle an der Quelle liegen oder lagen, wo der Floß versickert in die Tropfsteinhöhlen, um dann am Kirchberg in der Stadtmitte wieder zu entspringen ? und dort alle Trinkwasserbrunnen zu versorgen ? Das war das Wunder, auf dem Kilian seine Kapelle über Mitraskultstätten, germanisch-keltischen Kultstätten errichtete – seinen christlichen Überbau – in einer befestigten Siedlung schon lange vor der römischen Etappensiedlung. Hie hatte man hintet schützenden Wällen Trinkwasserquellen, man konnte den “Mivchelstädtern zewar die Mümling- aber nicht das wasser abgraben. Wer herrschte über das Wasser der Erbach ? Die Erbacher Grafen oder die Michelstädter Bürger ? Hier haben die Grafen den Michelstädtern den Erdbach streitig gemacht und ihn umgelegt ……er war jahrhundertelang Wasser auf die Bürgermühlen, die vor Stockheim an der Einmündung in die Mümling entstanden: hier wuchs die Obere Hammer-Mühle – bis zur neuzeitlichen Machinenfabrik Rexroth als Gegenstück zur Unteren Hammer-Mühle, ob es noch eine mittlere gegeben hat auf der Höhe der Weber’schen Zementsteinwerken und der Mühlhäuser’schen Giesserei , wahrscheinlich ist es.. Hioer war der Steinbach die antreibende Kraft – und wenn der zu wenig wasser führte, ging es auch mit Unterflurantrieb ducrhc die Mümling. Frag doch mal die Leute vom Eiscafé Dolomiti, die uralteigentümer, wie das war mit den ersten “Gastarbeitern” aus Italien, nachdem die von Mussolini an Hitler verkauften italienischen Zwangsarbeiter nicht mehr zur Verfügung standen und die sudetendeutschen und schlesischen Flüchtlings-Billiglöhner sich bereits in den Gewerkschaften organisiert hatten und zum Teil gegen den Willen der katholischen Kirche evangelische EhepartnerINNEN nahmen und die Betriebsräte bestückten. ??Auch und gerade, wenn man die Augen und die Ohren aufmacht, ist der Odenwald schön. Erst dann wird man kapieren, was er uns wert ist und wo wir herkommen und wo wir leben. Und erst das weckt verantwortung für etwas, was man hier heimat nennt. Und dazu gehört der Aki aus Höchst, der Wassili aus Mümling-Grumbach, der Schorsch aus Lauterbach, die Ayse aus Vielbrunn, ….. Wenn Attila in Worms war, wieso soll nicht im Odenwald eine ganze Menge von Kindern aus hunnisch-hessischen Beziehungen stammen oder aus korsisch hessischen , ein Dorf im Odenwald heißt Korsika, warum wohl ? Und wie viele Beutefrauen haben die Kreuzfahrer nicht gleich dort vergewaltigt und umgebracht sondern auch noch als Altenpflegerinnen mitgenommen. Welche Burgfräulein oder auch anständige Dienstmägde wollten denn auf die Dauer die alten Adelssäcke aus ihren Rüstungen schälen und ansonsten zur hand gehen ? Die Bauernweiber waren zu widerspenstig, die Bürgerfrauen waren geschützt, dann holt man sich, wenn sonst nichts nützt beim nächsten feld- und Kreuzzug Frauensklaven. Man konnte sich auch nicht endlos an den Novizinnen in Fraunauses vergreifen, weil da die Kirche mitkassierte. Die Frauenklöster waren Abschiebestationen und Reservoire zugleich. Und die Kirche wurde dabei reich – noch reicher. Erbschleicher. Das hat jetzt aber nix mit Erb-ach zu tun.
  3. Hartmut Barth-Engelbart
    Am 20. November 2009 um 12:56 Uhr |BearbeitenDer tatsächliche Burgfried/Bergfried steht als Teil der Inneren Wehrmauer im “Schlupf” hinter dem Hotel “Drei Hasen” und ist vor 20 Jahren dankenswerter Weise mit einem Extra-Kegeldach ausgestattet worden. Der Brand der Südstadt ist urkundlich verbrieft, warum einige Häuser nicht abbrannten – so z.B. das prachtvolle Haus des Erbach-Fürstenauischen Architekten und Baumeisters Fuchs, der mit hoher Wahrscheinlichkeit gute Beziehugen zur Dombauhütte am Starßburgermünster hatte, denn die Steinmetzzeichen im Schloss Fürstenau tauchen auch am Straßburger Münster auf. warum das Fuchssche haus nicht brannte ? Die feuerwehr war eine frühe Turnervereinigung und schon früh rebellisch. Was haben und wen haben sie als erstes geschützt ? Die Flickschuster und Küfer in der Häfnergasse, die Auler und Euler dort waren halsabschneider gegn ihr Gesinde(l), gegen ihre lehrbuben, gegen die Burschen… Das war Rache der “vogelfreien” Kuckuks. “Dich soll der Kuckuk holen!” war eine Drohung für Bürgerkinder mit dem verfemten Gesinde(l), §”Auf einen baum ein Kuckuk…” Aber sie waren beliebt, die wanderburschen und sie wurden von der Obrigkeit gejagt: auch von den hochgkommenen Bürgern und von irdischer Pein befreit durch den Scharfrichter Nord.
    Und dann zogen die Gesinde(l) durch die Satdt zum Lindenplatz zum Galgenberg und murrtenb und schrien: “Das war Nord, das war Mord!” wenn sie wieder in die Stadt zogen… Dass der Brand gelegt wurde und zwar gezielt gegen geizige Handwerksmeister liegt nahe, es dürften “vagabundierende ” Handwerksburschen gewesen sein, die den Barnd auch nutzten um ihre eingekerkerten Kumpane aus dem Diebsturm zu befreien.

Max Meir zu Gast bei Georg Büchner
Sonntag, 4. September 2016

Veröffentlicht am 10. August 2016 von Hartmut Barth-Engelbart

Bitte das Bild anklicken und den Kommentar dazu lesen!!!!

Golda Meir soll mit ihm verwandt sein. So behaupteten es wenigstens nicht nur viele seiner Mitschüler am Realgymnasium des über 1250 Jahre alten  Zentrums des Odenwaldes, der marktberechtigten Großstadt Michelstadt. Großstadt? Aber sicher! Denn Michel stammt nicht aus Lönneberga sondern aus dem Altgermanischen und heißt so viel wie “Groß”.

Auch große Teile des gymnasialen Lehrerkollegiums dieser großen ummauerten bereits schon vorrömischen keltischen Siedlung sagten nicht immer hinter vorgehaltener Hand, dass dieser schwarzhaarige, blasse, kleinwüchsige, etwas bucklige mit ebensolcher Nase augestattete- immer nach Seife und Bügeleisen riechende Schneidersohn nicht Meyer, Mayer, Meier, Maier sondern Max Meir heiße. Maximilian Meir.  Na und vor 1945 soll er ja auch noch Mechel gerufen worden sein. Das mit dem Maximilian oder wie er sich dann selbst nannte: Mecky, das waren doch nur Tarnnamen. Und sein  UrUrUrgroßvater hätte noch Meir Mandel geheißen oder Mandelbaum oder Mendelsohn. Dieser Armleuchter.  Das ist keine Beleidigung: Meir heißt  doch auf Deutsch “der Erleuchtete”.

Der hatte noch neben dem Knieriem gewohnt, dem kommunistischen Schuhmachermeister,  bis er in der Häfnergasse das Haus vom unzünftigen Flickschuster kaufen konnte.  Für das Braun’sche Haus an der Stadtmauer der Weststadt, das große Fachwerkhaus des jüdischen Tuchhändlers Braun, der in die USA ausgewandert war, für dieses Haus hatte sein Geld nicht gereicht. Meir Mandel schneiderte Mäntel für die Schäfer, für die reicheren Bauern. Für die Grafen reichte seine Schneiderkunst nicht aus… oder die wollten keine Judenmäntel haben.

Das war so in den 20ern, in den 1820ern oder noch früher. Da schneiderte er auch die Odenwälder Trachten, die schwarzen Röcke, die schwarzen Mäntel, mit denen sich die Geheimbündler vom Bund der Gerechten bei den schwarzen Landtagen trafen und den Tyrannenmord platen, die Revolution! Die Republik. Sie wollten nicht länger die Gessler-Hüte grüßen und die Fürsten füttern müssen. Er wusste, dass der Bürgermeister Heinrich Bogen und sein Sohn, der Ludwig  dabei waren. Auf der Tromm, auf dem Lärmfeuer, auf den Vierstöck, am Waldhorn, in der Hainstermühle, im Hainhaus, wo die Römer gebadet hatten, in den überwachsenen Ruinen, auf dem Felsenmeer, unterhalb der Veste Otzberg. Immer an anderen Plätzen. Die hatten den Bogen raus!  Schwarze Mäntel und mit Holzkohle geschwärzte Gesichter, damit  sie keiner  erkannte, keiner verraten konnte und die fürstlichen Jäger auch keinen beschreiben konnten, der ihnen entwich, wenn sie sie nicht gleich erschossen, wie den Kuckuck, von denen dann jedes Jahr ein neuer wiederkam… Das war nicht der selbe, aber der Gleiche. Der selbe war ne Leiche. So wie die Bauern, die sich gegen das Rotwild in ihren Äckern wehren mussten… die wurden abgeschossen wegen Wildereiund immer auf der Flucht. Da brauchte es dann kein Gericht mehr und keinen Scharfrichter wie den Michelstädter Scharfrichter Nord und auch keinen Galgen wie den am Galgenberg oder den in Beerfelden. Bärenfelle gabs nicht mehr, aber auch das Dachsfell wurde einem über die Ohrengezogen, wenn man diesen Ersatz-Meister-Petz vom Acker jagte …

Damals haben alle geglaubt, er hieße Mantel oder Mäntel, weil er eben die Mäntel schneiderte. Er brauchte keine preussische Gnade vom Stein. Er musste keinen Mantelbogen ausfüllen beim Standesamt. Er hatte seinen Namen schon weg. Die Stenschen Gnadenakte gabs Gottseidank nur in Hessen-Kassel.

Über den Darmstädter, SEINEN Großherzog brauchte man sich nicht zu beschweren. Der wußte, was er an seinen Juden hatte. Na ja, zumindest an den Reichen. Die meisten Pogrome waren  eher Kontrarme.  Obwohl, wurde nicht beim Zollaufstand in Hanau der reiche Viehhändler Buxbaum geplündert ? Die Schuldscheine verbrannt ? Die Pfandleihe gestürmt, ein Bankhaus gebrandschatzt ? Das war eine spannende geschichte, wie der Kasseler Kurfürst den Bruder seines Finanzministers Deines und seine Konkubine, die Gräfin von Reichenbach mit Hilfe eines kurfürstlich gelenkten Pogromes außerordentlich oder auch ordentlich bereicherte… Aber das führt weg vom Damenschneider  oder gehört es dovch dazu ? Es gehört dazu, denn soiónst wäre Max überhaupt kein Damenschneider sondern Professor für höhere Mathematik in Frankfurt geworden.

Progrome gegen Reiche waren die Ausnahmen. Wenn verschuldete Fürstenhäuser ihre Schulden loswerden wollten, dann gab es durchaus einige Bankrotte, Banka rotta , dann wurden auch Mal jüdische Bankhäuser Herrenlos. Vollwaise. und dann musste der Fürst eben die Vollwaisen aus Gnade adoptieren.

Ausgenommen wurden meist die Kleineren, die wie auch immer ein Handwerk betrieben.   Das allein war schon ein Wunder.  Er als armer Schlucker, Schneider, Schneder Meck-Meck-Meck- mit einem Schlag warn alle weg.

Max musste das Gymnasium verlassen -so um 1950 herum, musste Damenschneider werden und wurde nebenbei noch ehrenamtlicher evangelischer Jugend-Diakon … aber war da nicht die Abendschule des US-Rückwanderes Dr. Mömlinger ? Da ging der Macky doch noch nach seinem Abgang vom Gymnasium hin. In die Orangerie im Erbach-Fürstenauischen Schlosspark. Der war doch Jude!? Der hatte doch in der Spruchkammer mitgearbeitet und beinahe die besten aus dem Lehrerkollegium ans Messer geliefert. Jude halt und dazu noch Sozi. ……

04.09. 2016  HaBE liest im Büchner-Haus in Riedstadt-Goddelau aus seinem  Odenwald-Roman “Der Damenschneider”,  zwischen Hirschhorn und Hanau,  zwischen Erbach, Erbuch, Erdbach, Eberstadt, Etzengesäß und Eberbach, Asselbrunn, Aschaffenburg, Amorbach und Arheiligen, Frankfurt, Friedberg und Fürth,  Rothenberg, Rothenbergen, Rüssels- und Reichelsheim, Mörfelden, Mosbach, Messel und Mannheim, Höchst, Hoechst, Heppenheim, Hainstermühle und Heidelberg, Goddelau, Gießen, Gelnhausen, Güntersfürst und Guntersblum, Neustadt i.Odw, Neustadt a.d.W., Neckarsteinach und Neckarau, zwischen Steinbach, Stockheim und Seligenstadt, Beerfelden, Bieberau, Bieberer Berg, Babenhausen und Butzbach, Viernheim und Vielbrunn, Leiningen und Ludwigshafen, Offenbach und Ober-Mossau , Wiesbaden, Würzberg, Würzburg …. zwischen vielen Orten, die es oft gar nicht mehr oder nur noch ortsteilweise gibt.

Kriegswinter an der Heimatfront
fühlt sich an wie Frühling

Veröffentlicht am 27. Dezember 2015 von Hartmut Barth-Engelbart

Es herrscht Krieg. Und da ist es doch kein Weihnachtswunder, wenn die eine oder andere Hütte und jetzt vermehrt auch Flüchtlingsherbergen brennen und nur die Paläste gerettet werden. Da gehen nicht nur der Turmbau zu Babel, die hängenden Gärten der Semiramis, Aleppo und Palmyra, die Altstadt von Tripolis, das Zentrum von Ost-Jerusalem und die historischen arabischen Friedhöfe drauf, nö, auch das Gasthaus “Zum Storchen”, das Inspirierten-Zentrum und die Judenschule in Lieblos in der Renaissance-Altherberge, dem historischen Kalbfleisch-Unger’schen Gasthaus ….. Im Nahen-Osten nennt man sowas “Befreiung von blutigen Diktaturen”, in unseren Breitengraden heißt das noch “Dorferneuerung”.

Vor 1945 hieß das Entkernung in den Großstädten – und was die Faschisten da nicht geschafft haben, hat der Bomber Harris mit der RAF dann erledigt und die USAF mit dazu. (RAF heißt hier nicht Reichs Arbeits Front,. auch nicht Rote Armee Fraktion ((dieses Lieblingskind des früheren tiefen Staates)), sondern Royal Air Force. Die hatte das Ziel, die antifaschistisch-antikapitalistischen Widerstandszentren in den deutschen Industriestädten (unter Schonung von Kasernen & Industrieanlagen, vorallem mit angloamerikanischer Beteiligung) zu zerbomben, damit die Rote Armee nicht schneller von diesem Widerstand unterstützt nach Westen vordringen kann . Dass selbst die noch überlebenden Reste dieser Widerstandsorganisationen den Vormarsch der Westalliierten im Westen ermöglichten, kann man den Spruchkammerakten leicht entnehmen, wenn man es will. Kommunistische und sozialdemokratische lokale Netze informierten die US-Einheiten über SS-Verstecke, Waffenlager, die die “Wehrwölfe” angelegt hatten usw… sonst wären noch viel mehr US-Einheiten so ausgelöscht worden wie die zwischen Breitenborn und Waldensberg, als sie von der SS aus einem Hinterhalt zusammengeschossen wurde…  Anschließend wurde Waldensberg von der US-Army dem Erdboden gleich gemacht  und mit ihm, die von der SS zwangsrekrutierten Kindersoldaten aus sozialdemokratischen und kommunistischen Familien der umliegenden Dörfer.

Die Aufteilung der Äcker der Kleinbauern an die Großbauern, die NS-Ortsbauernführer und an die Dömänen der Fürsten hieß unter den Faschisten bereits “Flurbereinigung”. Unter August Zinn wurde ab 1947 eine als Bodenreform-angekündigte Maßnahme zunehmend zur alten “Flurbereinigung, gekoppelt mit der Schaffung von Aussiedlerhöfen duchgeführt, die aber ab 1952/53 nur errichtet wurden, wenn die landwirtschftliche Fläche “bereinigt”und von der Landwirtschaftskammer durch das Personal des Ex-“Reichsnährstandes” bertiebswirtschaftlich geprüft als “betriebs- und volkswirtschftlich vertretbar” eingestuft wurde.   Unter Zinns BHE-Koalitionspartner und Landwirtschaftsminister Gustav Hacker wurde diese Flurbereinigung spätestens ab 1953 verschärft  (jeder “Bodentreform-Aspekt” von  “die Äcker denen, die sie bebauen!”) gestrichen und so weitergeführt, wie es Gustav Hacker schon als NSDAP-Funktionär propagiert hatte.. Die “Flurbereiniger” von der Hessischen Landwirtschaftskammer und dem Hessischen Landwirtschaftsministerium wurden von den “Hartmann-Plan” und entsprechenden “Flurbereinigungs”-Maßnahmen der Faschisten schon einmal betroffenen Kleinbauern häufig mit Mistgabeln und Sensen im Anschlag aus den Dörfern im Spessart, in der Rhön, im Odenwald und im Vogelsberg und auch in der Wetterau vertrieben. Sie konnten sich oft nur mit Müh und Not in letzter Sekunde in ihre Dienstwagen retten und davonbrausen..

Woher ich das weiß? Ich war als Kind eines Flurbereinigers und als Patenkind zweier weiterer Flurbereiniger ab 1950 in den Dienstwagen im Odenwald, bis an den Rand der Rhön und im Vogelsberg wie in der Wetterau mit dabei, weil wir von den ehemaligen Ortsbauernführern immer gut versorgt wurden…

Die Dörfer wurden “entkernt” gerade so wie die Innenstädte – nur dort hatten die RAF und die USAF schon das vollendet, was die Faschisten nicht zuende führen  konnten. “Licht, Luft. Sonne in die Innenstädte”.d.h. sie “regierbar machen”..

Die aktuelle Dorferneuerung hat damit nichts zu tun. Sie hilft tatsächlich dabei mit, die Reste ländlicher sozialer Strukturen und “Überlebens-Qualitäten” zu retten, die Möglichkeiten für das Nachwachsen neuer sozialer Strukturen, Erhaltung und Neuschaffung von Lebensqualität zu verbessern ….  Aber was vor der Dorferneuerung geschah, was um sie herum so noch geschieht, hat dann doch damit was zu tun. Zumindest etwas.

Die Flucht aus der Schneehalbkugel.

Alles war friedlich, stille Nacht, heilige Nacht. Klirrend Klare Kinderstimmen, eine ganze Reihe von Jungen Sopranen erfüllte die Stadtkirche. Kommet ihr Hirten ihr Männer und Fraun, Herbei oh ihr Gläubigen , Oh Lasset uns anbeten.. Angebetet hatte Charly schon damals eher Loukardis, als den in der Krippe. Da war er innerlich fast zerrissen.  Dieser heimliche Spielkamerad, den er auf dem Weg zum Kindergarten täglich traf – nein, nicht traf, denn Loukardis ging nicht in seinen Kindergarten, sie war bei keinem Kindergartenfest dabei, auch nicht beim Kindergottesdienst, nicht beim Krippenspiel in der Stadtkirche Apropos Krippe. Es kribbelte und das besonders stark am Abend vor Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt .. heimlich einen Wecker stellen ging nicht, diese Folterinstrumente weckten in der 50ern ganze Mietskasernen, wenn man sie nicht rechtzeitig erschlug. , Also die Eltern für den Plan gewinnen. Das war auch nicht sooo einfach. Warum sollten evangelische Kinder an katholischen Feiertagen zu unchristlichen Zeiten aus den Federn, in die Puschen und  per Spitzbubenleiter über die Schlossparkmauer, um Blüten zu ernten und dann aus übervollen Körbchen dem katholischen Pfarrer und seinen sudetendeutsch-schlesischen Schäfchen den rosenbekränzten Weg zu verblümen. Charlys Mutter meinte, „wenn der Dr. Becker, also der Anführer der Gegenreformation-„ hier in unserem evangelischen Michelstadt Mischehen nur zuließ, wenn der unchristliche Teil in die Arme der Mutter Kirche zurückfände … …das war wie eine Schneehalbkugel in der Schneehalbkugel. Charlys Mutter meinte, wenn evangelische Kinder eine katholische Prozession durch einen evangelischen Schlosspark anführten, so sei das durchaus gut. Die gingen dann schon in die richtige Richtung…  Ach loukardis, lass uns wieder Blumen streuen  Loukardis nannten sie -also die ganze Blumen-Bande- wie eine teure Kippe, die man sich nicht leisten konnte, aber als DreiKäsehoch auch nicht bekam, wenn man sie nicht klaute. Viel besser als die EinZweiDreiVier Eckstein, alles muss versteckt sein, besser als Machorka aus der Zone, immer ohne Filter Tabakbrocken auf der Zunge,  so gut wie Gauloise auf Lunge, volle Hosen wie Franzosen. Charlys Mutter sagte immer, wenn sie das alte Lied  von 1871 gegen den Erbfeind im Westen vorgesungen hatte: Warte nur Napoleon, wie wird’s dir ergehen, siehst Du nicht bei Mars-Latour die Kolonnen stehen, rums fidibumms- fidirallerrallala … dass die französischen Soldaten an ihren Uniformenrote Streifeb trugen nur, damit man das Blut nicht sehen kann … un sie fand das sehr lustig. Charly dachte debei weniger an die Schussveletzungen als an seine vollen Hosen, als er Mal französische Zigeuner-Zigaretten probiert hatte. Gitanes. Braune Streifen hätte da besser gepasst.   Beim Schwarzmarkt am Dreieck B45/47 gabs Lucky Strike zum selberdrehn in Dosen, Lucky Strike mit und ohne Filter. Alles, was das GI-Herz begehrte, das hier stand, und die Panzer, die die vermeintli che Nibelungenstraße von Wormskommend zerbröselten, daran zu hindern nach Süden über die Bahnlinie zu queren und anschließend die hisdtorische Altstadt so umzugestalten, wie die von Darmstadt.  Der Schwarzmarkt hatte einen Enkel und der war käuflich: für einmel mit dabei sein beim Blumenstreue im Park ließ der glatt ne Schachtel Lucky Strike springen Einzelklauen ungefähr so wie Einzelhandel, wäre aufgefallen. Also gab ne Schachtel.. und die war  in den roaring fifties locker zwanzig Mark wert 10 Monate Taschengeld, wenn man welches bekam oder ein Jahr „Die Kirche am Markt“ austragen… Loukardis war irgendwie Lucky Strike, wegen ihrer verraucht klingenden Altstimme. mit ihrem Bubi-Haarschnitt sah sie auch aus wie ein Junge..  Lucky Strike, hieß das nicht Glückstreffer ? Oder hieß es .. für Charly hörte es sich so an wie glückliches Streicheln.…Das war schön,  was, Lucky ?, das Streicheln ?  Nein, Charly meinte, dass die Gemeinde lauschte. Es ist ein Ros entsprungen .. aus einer Wurzel zart … im Kndergarten hatte Charly noch an ein Holzpferdchen gedacht aus einer Wurzel geschnitzut. Aber jetzt,  Zarte Wurzel, und eine Rose…   „Es ist ein Ros entsprungen ….  Und prompt reagierte seine zarte Wurzel… Gottseidank waren  von unten nur die gesichter der Jungen zu sehen die im Sopran oder im Alt, von den Großen Bässen und Tenören den Oberkörper. Aber das würde noch Jahre dauern. Manche da unten drehten unten den Kopf nach hinten weg von dem zehn meter hohen Weihnachtsbaum, der zur Sicherheit mit einer hochmodernen elektrisch erleichten Kerzenkette ausgestattet war.  Der alte Kirchendiener Schmall, der so aussah wie er hieß, hatte beim letzten Weihnachtsgottesdienst ,  den Baum beihahe abgefackelt. Nur, dass er taufrisch aufgestellt war, verhinderte einen Großbrand.  Die einen bestaunten den modernen Weihnachtsbaum, die anderen hingen  ihrem Pfarrer an den Lippen, dem Schönling, dem genialen Witwentröster, der auch beim Fastbrand letzte Weihnachten gepredigt hatte:  Dr. Lösch, Nomen est Omen einerseits, er drängte ja auch auf die elektrische Weihnachtsbaumbeleuchtung und die Pensionierung des Kirchendieners, Andrerseits war er alles Andere als ein Löschmittel: er bevorzugte die „aufsuchende Seelsorge“  bei seiner älter werdenden Mädchenschar.  Kanzelschwalben wurden die geannt,  Er war ein Star und seine Gemeinde war wie ein FAN-Club.   Nur Lucky brauchte das nicht, sie saß auf den Stammplätzen der Grafen von Erbach-Fürstenau quer zum Kirchen-Schiff  vor dem Eingang zur Grafengruft und hatte ihn, Charly immer fest im Blick. Das war schön.

Honoré Dornjaque

Ein ins Hintertreffen geratener Erbfeind

Dorferneuerung – Dorfplanieren Lieblos säubern. Gründau heimgesucht von Räubern

Veröffentlicht am 16. März 2015 von Hartmut Barth-Engelbart

Dorferneuerung

sie begann in Gründau im Speckgürtel um EZBankfurt nicht erst mit dem Abriss des klassizistischen Bahn-Güterschuppens in Lieblos, dem Abriss der historischen Zigarrenfabrik und späteren ADLER-Filiale mit Zwangsarbeiterbestückung und KZ-Sklaven, der “Entkernung” der historischen Garnspinnerei Reh, dem Abriss des Gasthauses “Zum Storchen”, dem Abriss der historischen Renaissance-Altherberge mit ihrem Inspirierten Gebetssaal und der “Judenschule”,  dem Kalbfleisch-Urbach’schen Gasthof an der alten Leipziger Straße im Liebloser Ortskern …. – was noch steht ist die Liebloser Synagoge … wie lange noch?  Das Haus der letzten Juden in Lieblos konnte gerade noch vor dem Abrissbagger und dem neuen Besitzer gerettet werden … Gründau ist überall… die Volksbank hat denn auch das älteste und schönste Fachwerkhaus in Mittel-Gründau abreißen lassen:.das Geburtshaus des Landwirts und Kommunistischen Landtagsabgeordneten Heinrich Otto. Die Alte Schule Mittel-Gründaus konnte zwar vor dem Abriss gerettet werden jedoch nach über 10 Jahren Nutzung als Jugendzerntrum, Bücherei, Dörfliche Volkshoschschule mit über 25 Kursen, Krabbel-Stuben, Dorfkino, Fahrradwerkstatt usw. wurde dieser Ortsmittelpunkt privatisiert, an Mitglieer des örtlichen CDU-Vorstandes verkauft. Der CDU-Wahlslogan “Heimat als Aufgabe” stimmt : sie geben unsere Heimat auf. Unsere Geschichte und ihre Dokumente werden refeudalisiert, unsere Wälder, Holz- und Wasserrechte werden feudal kapitalisiert. …..

erstellt von Hartmut Barth-Engelbart — Veröffentlicht am: 20.08.2002 23:33

Wo Schneewittchen mit dem Santa Claus koitiert und die sieben Zwerge nach den McNugetts graben und der Ring der Nibelungen als WagnerPizza in der Tiefkühltruhe der magenersetzenden Wirkung einer LiterPetFlasche CocaCola harrt, da beginnt die

DORFERNEUERUNG

Weil die Bauern

keinen Mist mehr machen

und auch noch

der letzte Dreck

im Dorf

unter Asphalt und Beton

verschwindet

kräht danach

kein Hahn mehr

auf dem Haufen

und die Schwalben müssen

sich zum Nisten

ihre Höhlen

erst im Baumarkt kaufen

ein blindes Huhn

hat kaum noch eine Chance

Mauersegler hauen sich

an fugendichtem Gasbeton

die Schädel ein

Frühlingsgefühle

zwischen Gift und Gülle

Pollenallergie mit Rinderwahn

Hormongedopte Fleischtransporter

um acht uhr abends fährt die letzte Bahn

Wer hier noch bleibt

der ist zurückgeblieben

Keine Sau fühlt sich hier wohl

Bauernlegen gibts nicht mehr

Der letzte Bauer hat sich selbst erhänkt

Das ärmste Schwein im Dorf

hat jetzt

im Schlachthof

um Asyl gebeten

07.2002

wietere Dorferneuerungsgedichte folgen….

Vom Tod des lieblichen Ortes GRÜNDAU-LIEBLOS und einem, der ihn retten wollte

Veröffentlicht am 28. November 2014 von Hartmut Barth-Engelbart

Für einen der Lieblos beinahe unsterblich geliebt hat: für Ecce

Veröffentlicht am 8. August 2010 von Hartmut Barth-Engelbart

Lieblos
Du hast es
schon fast un-
sterblich- geliebt
Hier warst Du daheim
Du hast die Geschichte
vom lieblichen Ort nicht nur
mir ins wunde Herz geschrieben
Zu früh bist Du über den Regenbogen
von deinem Baumhaus zum Himmel geflogen
Du hast mir den Blick durch Dein Fenster gezeigt
wo die Morgensonne im Osten taufrisch dem Paradies entsteigt
und der Nebel uns barmherzig den Boomtown-Autobahn-Lärm verschweigt
wenn der Himmel noch unzerschnitten sich von Osten bis tief nach Westen neigt

Ach Ecce, dann wurde mir sonnen klar,  was hier zuhause sein heißt
was es heißt, wenn der AbrissBagger unsere Wurzeln zerreißt
Lieblos zu retten, den Rest, der noch zu retten ist
fällt schwerer, seit Du nicht mehr bei uns bist
voller Hoffnung hatten wir angefangen
unsre Rettungspläne -kaum fertig
geschrieben- warten & liegen
Um die Bagger zu besiegen
bist Du zu früh gegangen
Doch ist Deine Liebe
uns unsterblich
geblieben
Lieblos

In
Lieblos
ruft jede Ecke
nach Dir mit deinem Namen

Wann ECCE gestorben ist ? Ich weiß es nicht. Ich muss zum Friedhof gehen, nachschauen.

Lieblos, dieses Gründauer Dorf – vielen besser bekannt als Möbel-Walther- A66-Abfahrt Lieblos — heute Möbel Höffner/Bauhaus/MediaMarkt – ist/war ein lieblicher Ort- wie der Name übersetzt auch heißt. Und Ecce, der Landschaftsgärtner hatte seit über 25 Jahren versucht, dieses Dorf -besonders seinen Mittelpunkt zu retten – gegen Kräfte, die (nicht) nur Lieblos ausschlachten. Eine große Partei hatte den Wahlslogan “Heimat als Aufgabe” – sie hat die Heimat nicht nur aufgegeben, sie hat sie verraten und verkauft und abgerissen und das hat Ecce wie vieles andere Ähnliche letztlich tödlich verletzt. Sein Wunsch ist mir Verpflichtung – weil Aufgabe doch sehr zweideutig klingt. Zerschnitten wird der Himmel über Lieblos, weil es in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens liegt. Das Paradies ist ein Restaurant am Liebloser Herzberg, das vom Kinzigtal her durch die Autobahn, die ICE-Trasse und die FreizeitFlieger des Gelnhäuser Flugplatzes immobilienwertmindernd beschallt wird. Ironie der Geschichte: die einst von Reichen bevorzugten Hanggrundstücke melden zunehmenden Leerstand und sind immer schlechter zu verkaufen. Ach ja Lieblos! Der Gründauer Gemeindevorstand hat unter seinem ExBürgermeister Georg Meyer (CDU) und mit Unterstützung der FWG/CDU-Mehrheit im Gemeindevorstand und im Gemeinderat die schönsten, ältesten und historisch wichtigsten Liebloser Häuser und Höfe abreissen und verunstalten lassen: die auf spätgotischen Fundamenten errichtete zweistöckige “Altherberge” an der alten Leipziger Straße – das Kalbfleisch/Urbach’sche Gasthaus – Inspirierten Gotteshaus, Judenherberge, “Geburtshaus” des Liebloser Gesangsvereins “Harmonie”, das historische Gasthaus “Zum Storchen”, die alte gründerzeitliche Zigarrenfabrik, das spätere Zweigwerk der Frankfurter Adler-Werke, die Reh’sche Garnspinnerei, den gründerzeitlichen Frachtspeicher der “Heldmann-Bahn” Gelnhausen-Giessen am Liebloser Bahnhof…… von den Verwüstungen in den anderen Gründauer Ortsteilen (nicht) ganz zu schweigen…
Unser letzter gemeinsamer Rettungsversuch galt der “Altherberge”, die Ecce zusammen mit der alten Liebloser Schule wieder zu einem lebendigen Ortsmittelpunkt machen wollte: mit Vereinsgastronomie, Übungs-, Proberäumen , Veranstaltungsräumen für Kleinkunst und Familienfeiern, mit Generationen-Café und Biergaten im Hof zwischen Schule und Altherberge – unter Einbeziehung der leerstehenden Metzgerei und des verbliebenen letzten Liebloser Bäckers.

Du hast uns eine Menge Arbeit hinterlassen

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No Milk Today

Der letzte

Milchbauer

im Dorf

hat der Moha

ein Schnippchen

geschlagen

Bevor sie

ihn legen

konnte

hat er

sich aufgehängt

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Lieblos säubern

Triptychon für ein Dreckloch

(Lieblos heißt eigentlich lieblicher Ort und das Haus der letzten Juden von Lieblos wurde nach dem Krieg  zur berüchtigten “Patras-Bar”)

Wer das vorletzte

und älteste

noch erhaltene Haus

jüdischer Bürger

als Dreckloch

Rattennest

und Schandfleck

bnrandmarkt

gheht

zumindest lieblos

unwissentlich

gewissenlos

mit der Ortsgeschichte

um

Wo

Saubermänner

Brandreden

halten

fangen

Strohköpfe

Feuer

Der ahnungslos

warmsanierte

Investor

stünde dann

mit dem Ausdruck

des Bedauerns

vor der Asche

Dem City-Center

stünde dann

kein Denkmal

mehr im Wege.

Ein Dreckloch?

Ja,

doch nur

weil Ihr

aus diesem Judenhaus

ein Saufloch und Bordell

gemacht

und dort

mit vollem Wanst

und hohlen Köpfen

gewissenlos

und lieblos

zahllose Nächt

durchgezockt

gesoffen

und gebummst

und dabei

noch liebloser

Politik gemacht

habt

Und keiner

will jetzt dran

erinnert werden

mit wem Ihr

dort so oft schon

unter einer Decke stecktet

während andere

für Euch

die Zeche

zahlen durften.

Ein Schandfleck?

Ja

und er

wird bleiben

und

daran erinnern

dass Ihr und Eure Eltern

geschwiegen

weggesehen

zugesehen habt

oder

(schon damals)

Beifall klatschtet

wenn eure Nachbarn

beraubt und geschlagen

ins Judengetto

fliehen mussten

Wenn braune Terroristen

mit Anspruch auf Pension

die beiden Alten

aus dem Stedl holten

um sie

in Ausschwitz

zu ermorden

Ein liebloser

schwarzbrauner Fleck

getrocknetes Blut

im goldenen Buch

der Ortsgeschichte

auf einem ansonsten

aus schlechtem Gewissen

völlig unbeschriebenen Blatt

Der Schandfleck bleibt.

Kein Tintenkiller

und kein Schreibtischtöter

kein deutscher Schädlingsbekämpfer

und kein Abrissbagger

wird ihn verschwinden lassen.

HaBE geschrieben 1988

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Ein Psalm   

zu singen

an den Ufern

der Milchseen

von Babylon

am Fuße der Butterberge

Gott Aldi-Asko-Metro sprach

Es werde Milch

so billig wie Mein Quark

und andre Billigspeisen

und es ward

zu festen Dumping-Preisen

da geht die

Molkerei fast ein

An Bauernopfern

solls nicht mangeln

Die Milch ab Hof

wird weggeschüttet

Die Tante Emma

ist längst tot

Der Asko-Rewe-Aldi Gott

hat sie zu sich genommen

Er sprach

du sollst

keinen Laden

haben

neben dir

neben Mir

Lasset die Kunden

zu Mir kommen

und lehret ihnen nicht

ihren Quark

woanders

einzukaufen

Denn Letzten Endes

bin Ich überall

dein Nächster

und du sollst

zu Mir fahren

und Mir dein Letztes geben

bis an dein Lebensende

(oder vorher schon dran glauben)

HaBE geschrieben 1987

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Bauer bleibt Bauer

sagte die Lehrerin

Frau Bachmeier

und hatte unrecht

Dem Schorsch

lief seine Frau

davon

ihr war

der Vierundzwanzig-

stundenjob

zu schwer

der Reiterhof

gleich nebenan

versprach ein

angenehmres Leben

Da hat

der Schorsch

sich aufgehängt

Jetzt fehlt

im Männerchor

ein Baß

Sein Sohn

der Fred

singt

im Tenor

der schnitt

ihn morgens

leichenblaß

im Flur

von dem Geländer

das war

im letzten

winter

Schorsch hinterläßt                                                                                                  3

vier Kinder

der Älteste

der Fred

will jetzt

den Hof

nicht übernehmen

Mistbauer

will der Fred

und soll der Fred

nicht werden

Bub, geh zur Polizei

zur Post

zur Bahn

beim Staat

in Lebensstellung

sagt die Tante

Fred geht zur Bahn

lernt Gleisbauer

doch ausgelenrt

will ihn

die Deutsche Bahn AG

nicht übernehmen

Und weil er

weiß wie man

die Schwellen legt

und weil er

in der Schule lernte

Leg dich nicht quer

du Puddelbauer

wie die Frau Bachmeier

ihn nannte

legte er

sich jetzt

mit letzter Kraft

das erste und

das letzte Mal

quer

vor den Zug

HaBE geschrieben 1989

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Bauer bleibt Bauer

sagte die Lehrerin

und korrigierte sich

kürzlich

Na dann

halt Gleisbauer

und hatte

schon wieder unrecht

so ändern sich

die Zeiten

HaBE geschrieben ca. 1988

4

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ausgemärzt

(Greenkeapers Mourning-March)

Die Bauern

räumen

das Feld

einer nach dem anderen

Die Bauern

träumen

vom Geld

und einer nach dem anderen

fällt

aus Träumen von früherer

Hülle und Fülle

auf Rieselfelder

für Gift und Gülle

Einst goldener Boden

wird aus dem Morgen

bis zum Abend

der Acker

zum Schlachtfeld

Schlachtprämien

gibt es für Kühe

und Kälber

und etwas danach

für den Bauern selber

Das Streichorchester

der eegee

spielt ihm das Lied

mit dem hohen Cee

und eine

Dickebackenkappelle

aus Bonn

bläst ihm hinterher

den Trauermarsch

und treibt ihn zum Kreuz

an der Urne

er eignet sich noch

erst Stimmvieh

dann Schlachtvieh

der Ochs unterm Joch

der Bauernarsch

pfeift

auf dem

letzten Loch:

Im Märzen

der Bauer                                                                                                                                         5

sich selber aufhängt

die Milch bringt zu wenig

der Kornpreis gesenkt

er zackert

und rechnet

bis spät in die Nacht

Milch und Korn hat

die Schlächter

so mächtig gemacht.

Morgenapell der Kirchen-Opfer. Die Kinder-Sünder knien im “SündenPranger” und finden es zum Teil noch lustig. Links am Bildrand der Diakon, der sie nachts “tröstete

Im Jahre des Herrn 1961 wurde ich als 14 jähriger Kindergottesdiensthelfer in einem Zeltlager der evangelischen LandesKirche Hessen-Nassau Zeuge mehrer Missbrauchshandlungen eines Diakons. Ich war mir zunächst nicht sicher, ob die Kinder der evangelischen Jungscharen aus dem hessischen Odenwald Nachts nicht doch nur wegen Heimweh weinten und der Diakon sie fürsorglich tröstete. Als die Kinder sich dann aber eines Morgens an mich wandten und mir unter Tränen und vor Scham nur stockend erzählten, was sich da nachts ereignete, fing ich an nicht nur die Landschaft zu fotografieren. Meine Adox-Polo-Klick hatte ich mir von meinem Zeitungsträgerlohn gekauft. Auch die Schwarzweiß-Filme waren für mich sehr teuer. Ich mußte sehr sorgfältig damit umgehen. Im Lager konnte ich keine neuen Filme kaufen… Ich hatte keinen Blitz und verwarf deshalb auch den Gedanken an nächtliches Heranpirschen und Fotografieren. Ich traute mich auch erst vor Angst nicht, die Täter zu fixieren, fotografierte an ihnen vorbei  die Opfer und nach einer wiederholten morgendlichen “Beichte” der Kleinen noch vor dem “Morgenapell” griff ich den Diakon bei einem dieser Morgenapelle öffentlich an…

Ergebnis waren mehrere Arschtritte des Zeltlager-leitenden Pfarrers Hörr aus Steinbach bei Michelstadt /Odw., Beschimpfungen übelster Art und sofortiger Ausschluss aus dem Zeltlager, Kontaktverbot zu den Freunden … Meine Eltern wurden nicht benachrichtigt. Glücklicher Weise nahm das benachbarte Zeltlager einer DLRG-Jugendbruppe aus Berlin mich als Asylsuchenden auf. Es war wie im Himmel

Maria Michaelidou ist mittlerweile Dr. und Professorin für Geschichte und Pädagogik. Ich habe sie in einem Katalog des kleinen Mani-Museums auf der Halbinsel vor Githeon als Autorin & Herausgeberin des dicken Ausstellungskataloges wieder entdeckt, (auf jener Halbinsel wo Paris und Helena ihre erste gemeinsame Nacht verbracht haben sollen) und mit ihr nach 50 Jahren wieder Kontakt aufgenommen… Wie in einem Märchen

Dort schloß ich Freundschaften, verknallte mich in eine junge Griechin, spielte mit schwarzen Berlinern und hellblonden auch,  wurde als offizieller “Lagerzeichner” mit der Gestaltung der “Schwimmwettkampf-Urkunden” beauftragt. usw…

Und ich war nicht nur in Maria Michaelidou aus Thessaloniki verknallt sondern auch un-heimlich und unsterblich ín die Leiterin der DLRG-Jugendgruppe, von der ich mein allerbestes Portrait-Foto machte.

Natürlich konnte ich als 14 Jähriger nicht gegen meinen geliebten Konkurrenten anstinken: der sah aus wie der jugendliche Hans-Jörg Felmy, der mit Johanna von Kocian (oder war es Sonja Ziehmann?) in “Wir Wunderkinder” die Hauptrolle spielte, Wolfgang Neuss

spielte da glaube ich auch mit ? Nö, es war der Robert Graf, aber der is manchmal aber auch so schaaf wie Neuss. Und sieht ihm auch irgendwie ähnlich…

Bei der Ankunft zuhause wurde der Jungreporter von seinem Vater dafür verprügelt, dass er sowas in aller Öffentlichkeit gesagt und den Pfarrer und den Diakon falsch beschuldigt habe… “Der Herr XXXX macht so was nicht. Das ist ein anständiger aufrichtiger Christ und Herr Pfarrer Dörr , mein Bruder in Christo weiß, wen er als Betreuer mit in das Zeltlager nimmt. Da hast du dich gegen Gott versündigt, du hast gelogen…” Klar,  der Herr Vater war im Kirchenvorstand und da kommt eben sowas nicht vor…

  http://www.barth-engelbart.de  /?p=1203 ; http://www.barth-engelbart.de/?p=570

Und nebenan im DLRG-Asyl-Lager, gabs Freunde – schwarze und platinblonde Berliner, Griechinnen und Italiener, kleine wie den da oben oder Große wie den Ersatz-Felmy. Es war wie Himmel und Hölle … nur umgekehrt

Weitere Fotos werden folgen und ich hoffe, dass sich die DLRGler melden. Denn ein Gespräch mit den badischen und hessischen Kirchenleitungen ging aus wie das Hornberger Schießen, nö, noch schlimmer, die fünf Juristinnen im Range von OberkichenRätinnen hörten sich alles mit eiskalter Mine an, fragten nach weiteren Zeugen und registrierten lediglich, dass das alles längst verjährt sei… Welch ein Glück, dass mir einer meiner Patenonkel zur Konfirmation einen Band mit ausgewählten Tucholsky-Texten geschenkt hatte…  das spornte mich an und ich begann zurück zuhause mit einer Fotoreportage über die deutscheste aller deutschen Kleinstädte. Da dauerte es nicht lange, dass ich nicht nur aus einem Zeltlager ausgeschlossen wurde. Ich war der besseren Gesellschaft auf die Schliche gekommen. Und habe ihre Winkelzüge fotografiert. Und es war dann auch kein Wunder, dass mir ein aus Deutsch-Ost-Afrika zurückgekehrter Missionar Namens von Schwerin den Schulverweis einbrachte: ich hatte herausgefunden, dass sich die von Schwerins in dem späteren Ruanda-Burundi an der Niederhaltung der Hutu-Sklaven beteiligt hatten, – als Seelsorger, versteht sich und als Mentoren der Tutsi-Kalfaktoren, die die Dreckarbeit für die weißen, deutschen, französisch-belgischen Sklavenhalter machten und die Hutu an die Arbeit in die Plantagen und Gewächshäuser peitschten. Der Spitzname meines Klassenlehrers von Schwerin war deshalb “Tutsi der Sklaventreiber” …und weil er noch so unförmig gross war, nannten wir ihn auch noch liebevoll “Elefantenbaby”.  Von daher habe ich heute zur Illustration des Odenwald-HistoPolitKrimis “Der Damenschneider” eine Fülle von historischen Bildern aus den Jahren 1961/62. Bis ich dann in die nächste Missbrauchsanstalt in Mannheim aufgenommen wurde. Wozu Missbrauch doch manchmal gut ist.. Leider habe ich bisher vergeblich nach den Bildern gefahndet, die zwei der Missbrauchs-Opfer beim ehrenamtlichen Einsatz bei der Renovierung der Michelstädter Stadtkirche zeigen, bei der beim Ausschachten für die Fußbodenheizung nicht nur viele historische Sargophage  sondern auch die Verbindungsstollen von der Gruft derer zu Erbach-Erbach zum Diebsturm und darin die Skelette der Zwangsarbeiterinnen gefunden wurden.  Volker Mhyrre liegt bei einem dieser Fotos neben einem Grafenskelett im Sarg und küßt den Schädel. Wenn das Durchlaucht erfahren hätten… Zuchthaus! Erziehungsheim! Wetten ? Mein Freund Helmut Klarwasser, der Rohrleger (ein schöner Name übrigens für einen Fachman für Gas-Wasser-Scheiße) hat für eine beim Zigarren Schöll geklaute Zigarre 3 Monate Jugendknast kassiert. Und war grad Mal 18. Ich bekam für fünf Flachen Wisky gerade mal vier Wochenenden  Jugendknast und war schon 20.

Helmut war jetzt vorbestraft. Ich wars nicht, der Richter saß im Kirchenvorstand wie mein Vater und “wir wollen dem jungen Mann ja nicht die Zukunft verbauen!”.Helmut Klarwassers Zukunft war ja schon zuende, da war nix mehr zu verbauen. Das war meine erste Lektion in Klassenjustiz, wenn man vom Bau beim Bund mal absieht…

“Damenschneider“

Und zum “Damenschneider” nur soviel: der heißt nicht so, weil er einige Damen
zerschnitten haben soll, er sollte mal ein echt eleganter Damenschneider werden, das hat er aber nicht geschafft. Er ist Flickschneider geworden , der Maximilian Meyer aus dem Herzen des Odenwaldes, aus der deutschesten aller deutschen Kleinstädte: aus Michelstadt. Michel, was willst Du noch mehr, wobei Michel nicht der kleine aus Löneberga ist. Michel heißt Groß und Statt heißt Siedlung, es muss sich also schon sehr früh um eine große Siedlung gehandelt haben — von wegen Kleinstadt. Eigentlich der Mittelpunkt der Welt, des Alls – wie Dr. Alsberg es immer brustbaritönig auch im Biologieunterricht des städtischen Gymnasiums verkündete! Alsberg war Heimathistoriker, „Heimatkundler“ sagten die Nicht Akademiker ohne Schmiss. Alsberg spielte eine wichtige Rolle in dieser Stadt und hatte nur einen kleinen aber feinen und eben nicht ungefährlichen Gegner: den aus dem Exil in den USA zurückgekehrten Historiker und von den Amerikanern eingesetzten Entnazifizierer Dr. Mömlinger. Mömlinger hatte jüdische Vorfahren, durfte in Frankfurt an der Johan-Wolfgang von Goethe-Universität nicht mehr lehren und forschen und floh noch lange vor 1939 in die USA. Anhand der Geschichte des zum Wahnsinn getriebenen verhinderten Mathematikers und dann ZwangsDamenschneiders Meyer geht es in bergmännischer Vortriebsweise durch die Geschichte dieser bergmännisch geprägten Stadt, durch die halb abgebrannte Südstadt, die Kiliankapelle und die römische Etappensiedlung, durch die demokratische Revolution 1848 und die Vorläufer, die Arbeiter- und Soldatenräte, durch den Odenwald vor allem durch die Nachbardörfer Erbach, Erdbach, Stockkeim, Rehbach, Steinbach und Steinbuch, …. Durch den Reinfall mit dem Tourismusboom um 806 und seinem unrühmlichen Ende mit den blutschwitzenden Reliquien, die der ungeliebte Schwiegersohn Karls des Großen in Rom hatte stehlen lassen, (Wobei nicht klar ist, ob jetzt in Seligenstadt die echten Knochen liegen. Es gab immer eine wundersame Vermehrung der Petrus- und MarcellinusKnochen – zusammengesetzt ergäben sie wohl einen “Menschen” in der Größe des DinoSaurusRex.) Es geht durch die beiden Puffs in Michelstadt: den einen im TraumKuschelHotel der Jessika Schwarz, bevor sie das eingerichtet hat, bevor auch der Rechtsanwalt Riedel dort seine Nachkriegskanzlei aufmachte, und den anderen, den RatsherrenPuff im Diebsturm in der Häfnergasse hinterm Fickschuster, der auch noch Gefängniswärter war, wo er für jeden nächtlichen Abseiler zu den frisch gewaschenen Hexen im Turm kräftig kassierte und auch etwas erpresste, denn guter Ratsherr ist teuer. Der zweite Ratsherrenpuff war im zweiten Stock beim Fabiany, wo die Tuchfärber mit ihren angeblich gegen den Diebstahl dort oben aufgehängten Tüchern nur die Einsichtmöglichkeiten aus dem Kirchturm verhängen wollten. Hier ging auch der Pfarrer zum Segnen ein und aus mit leerem Klingelbeutel. Es geht durch die Tropfsteinhöhlen unterm Kiliansfloß, in die Eis-Felsenkeller des Scharfrichters Nord, denn nur vom Töten kann man nicht Leben, durch Rexroth und Tuchfabrik Arzt, durch den Unteren Hammer und Howard-Rotavator, durch den vom Mühlhäusler zum Mühlhäuser aufgestiegenen Frühproleten mit guten Beziehungen zum Standesbeamten/bzw zum Stadtpfarrer, der einfach ab einem bestimmten Punkt der Expansion der Gießerei das „l” aus dem Häusler strich, durch die Zeller Molkerei, die mal den Bauern gehörte, durch die Badeanstalt, wo Michelstadt mal beinahe Kurstadt geworden wäre, durch die Braunstraße und über den Lindenplatz, um die Bogens wird kein Bogen gemacht, die schwarzen Landtage kommen vor, wie der Kettenmichel mit seiner Rede am Lindenplatz und warum der Bürgerkeller des Frankfurter Autoschiebers „Flüsterwilli“ fast revolutionär wurde, und der Jazzkeller vom Amorbach, (war des auch ein Puff ?) und durchs Amtsgericht und das neue Gefängnis, den Grönersaal, den Altdeutschen Hof und das Deutsche Haus, die Volksversammlung am Schützenhof in Erbach. Und durch den Wiesenmarkt und die Michelstädter Antwort auf diesen feudalen Budenzauber mit viel Roßtäuscherei: durch den Bienenmarkt und die MümlingtalHalle,durchs Drehbuch von “Krähwinkel” vom Atze Brauner, den Frankfurter Wecker mit Peter Rankenfeld und Heinz Schwenk, durch amerikanische Panzerkolonnen und den Kiosk am B45/47 Dreieck am Schlosspark, den die Eltern des Schwarzbierbrauers betrieben, bevor der das Elfenbein entdeckte, durch das Glockenspiel, das Dr. Alsberg erst einschmelzen ließ um es dann 1961 wieder zu eröffnen: er an der Orgel, an der Klaviatur des gespendeten und in Sinn teilweise wieder gefundenen- noch nicht für den Endsieg eingeschmolzenen Glockenspiels: “Üb immer Treu und Redlichkeit, das spielte er zur Einweihung und alle wussten wer da spielt. Und durch den Thurn&Taxischen Goldenen Löwen, der stehn geblieben ist im Gegensatz zum Thurn-& Taxischen Gasthof in Höchst, durch die Drei Hasen und beim Ulmer durch die Schlupfgasse zum Stadtpark: “Siehst Du nicht im Stadtpark die Laternen?” Waren Gitte und Rex zur Einweihung da? Ich glaube Ja!. Der republikanische Club und seine Vorgänger, … Dr. Alsberg, der die Skelette der Zwangsarbeiterinnen in der GrafenGruft bei ihrer Entdeckung gesehen hat – hat sie vielleicht auch bei ihrer “Vergruftung” gesehen? Zugeteilt hatte er sie noch lebendig. Sein Gegenspieler, der aus dem Exil zurückgekehrte Dr.Mömlinger kommt bei einem Sturz vom Baugerüst in der Einhardsbasilika ums leben. Sein Aufschlag klang wie wenn man ein Buch zuschlägt. Wie ein Stapel Papier, aber niemand hat es gehört.. Über die Todesfälle legt sich der abendliche Nebel des Mümlingtales.

Aber es gibt Menschen, die denken so in der Orangenzeit im Dezember , wenn nach dem Schälen die Hände ölig glänzen und riechen wie beim Stollenbacken immer wieder an die Stunden mit Dr. Mömlinger in der Orangerie – von der die Eltern nur wussten, dass es dort Nachhilfestunden für ihre Kinder gab. Zu kleinen Preisen. Das konnten sich sogar auch die Prolos leisten….

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Im Rahmen des Kultursommers Südhessen kommt der Michelstädter Zwangs-Damenschneider Maximilian Mayer endlich dorthin, wo er nach seiner Bilderstürmerei gegen die Steigbügelhalter der Nazis und seiner beinahe Verbrennung und dann doch glücklicher Rettung in einer Ludwigshafener Spezialklinik eingewiesen werden wollte: von der Titelseite der “Abendpost/Nachtausgabe” als “Bilderstürmer von Michelstadt” nach Goddelau und um Himmelwillen nicht nach Heppenheim. Der Brand -man munkelt “versuchte Warmsanierung” und der anschließende Abriss seines Vaterhauses macht  den Blick frei vom Rathaus bis zum Diebsturm. Das ist der Merkur-geschmückte Hexenkerker, der bis ins 18.Jahrhundert auch als Billig-Bordell genutzt wurde. Manche der Hexen glaubten sich so freikaufen zu können. Verkauft wurden sie vom unzünftigen Flickschuster, der eben nicht nur als Kerkermeister den Diebsturm in der Stadtmauer zuhalten musste … die Mark Michelstadt von Hexen säubern, das war nicht sein Díng. Das machten Andere. Er musste sie nur gefangen und sauber halten für das schwarze Nebengeschäft, mit dem er seinen Spitznamen “Fickschuster” verdient hatte. Und meist ging es ja auch gut, zumindest bis auch das nicht mehr ging, denn dann war der Scharfrichter Nord dran. Nur einmal sind ihm die Hexen entwischt. Beim Brand der Südstadt, den rebellierende Gesellen nach der Hinrichtung eines ihrer Kumpane gelegt haben sollen, nachdem sie “Das war Mord, das war Nord, das war Mord!”- vom Richtpatz, vom Lindenplatz grölend durch die Stadt in die Häfnergasse gezogen waren. Da war der Diebsturm explodiert, zumindest hatte er ein Loch und die Hexen waren verschwunden. Dem Gesindel, den vaterlandslosen Gesellen, den undankbaren Wanderburschen war alles zuzutrauen. Und er, der vom Schiksal geschlagene Fickschuster musste drinnen in den Trümmern suchen und fluchend den Turm reparieren…  Als Meckie, wie er sich lieber nannte als Maximilian (denn ein Schell war er nun wirklich nicht!),  als er in den 50ern versuchte, Charlie Chaplin jr. bei den “Krähwinkel”-Dreharbeiten auf dem Marktplatz etwas über die Zwangsarbeiter bei den Spritzgusswerken des Ex-Wehrwirtschaftsführers, NS-Musterbetriebs-Patriarchen & Messerschmidt-Wunderwaffen-Armaturenherstellers Rowol und die Unterstützung der Erbacher Grafen für die NSDAP zu erzählen, wird er nicht durchgelassen.

Aber Dr. Mömlinger gelingt es. Der zwangspensionierte Historiker, der nach dem Lehrverbot an der Frankfurter Universität 1938 in die USA fliehen musste und als US-Army-Offizier zurückkam und im Odenwald die Entnazifizierung bis 1946/47 leitete, wurde zwar nach seiner Entlassung aus den Army-Diensten noch kurze Zeit als Geschichts-, Religions- und Philosophie-Lehrer am städtischen Gymnasium beschäftigt, bis er endlich nur noch Religion und dann auch das nicht mehr unterrichten durfte. Die Frühpension reichte ihm und die Wohnung im Schloss Erbach-Fürstenau  und das Recht, in der Orangerie im Schlosspark einer Gruppe von Kindern aus mittellosen Familien Nachhilfe-Unterricht zu geben.  Hier setzte er seine Entnazifizierungsarbeit verdeckt fort … und Meckie Mayer war sein bester Schüler. Das kam nicht von ungefähr. Meckie wurde zeitlebens gehänselt wegen seiner schwarzen Haare, seiner bleichen Haut, seiner etwas gebogenen großen Nase. Nun ja, es gab die Meyers und die Maiers und die Mayers und gab’s da nicht auch die Meirs oder die Mairs und eine Golda Meir ? Und nicht zu vergessen, die  Gertrude Meier, die 1903 geborene Gertrude Speyer , die in den Osten umgesiedelt wurde, wie so viele Juden in den neuen Lebensraum.  Na ja, nicht nur Juden, auch die armen Mondschein-Bauern aus Etzengesäß, Weitengesäß, Hüttengesäß, Bösgesäß, Hummetroth und anderen Weilern wurden umgesiedelt. Und ihre schmalen Handtücher wurden dann von den Ortsbauerführern, den Reichsnährstands-Goldfasanen und gräflichen Domänen-Pächtern untern Pflug genommen….

Dein Turm wird- mein Turm wurde schon abgerissen
KinderLiebeKinderTräume: Loukardis Gräfin zu Erbach-Fürstenau zum 60. Geburtstag

Veröffentlicht am 30. Januar 2014 von Hartmut Barth-Engelbart

Loukardis stürzte 2005 im AFE-Turm in den Tod, mich stürzte 1968 ein Polizist mit Staatsgewalt vom Vordach des ZÜRICH-Hochhauses in eine lebenslängliche Schwerbehinderung. Nächste Woche wird nichts mehr an beide Türme erinnern. Schon 2008 war das Zürichhochhaus weg, als ich beim 40. Jahrestag im Februar vom Vordach eine Erinnerungslesung machen wollte. Als Ersatz habe ich sie vom Dach des GallusTheaters gemacht bei dessen 25. Geburtstag, in den Hof, in den die 1600 ZwangsarbeiterINNen im ADLER-WERKseigenen KZ-Katzbach blicken mussten, wenn sie es konnten und durften – bei fauligem Wasser und verschimmeltem Brot.

Liebe Loukardis, liebe LouCandys, liebe Candy-Lou,

(oder Candy-Lou oder nur Candi oder Kardy, die wilde Försterstochter aus dem Barock-Försterhaus vor der Mümlingbrücke und der Rennaisance Schlossmühle nannte uns immer: “Kardy und Hardy”, wenn sie für uns mit einem leichten Anflug von Eifersucht ein Treffen organisierte . Doris Wild ? Schön, schön, schön war die Zeit, dort wo die Blumen blühn… der ganze Schlosspark ein Meer von Annemonen, Windröschen, Schneeglöckchen, Märzenbecher, Hyazinthen, Narzissen, Osterglocken und alles Wild…. Und wir als Kinder – obwohl erz-evangelisch – immer bei den katholischen Prozessionen durch den Erbach-Fürstenauischen Park vorne weg Blumen streuen, die wir zusammen am Tag vorher heimlich gesammelt hatten oder erst in aller „Herrgotts-Frühe“ Und der Schlosspark-Gärtner hat immer so getan, als  ob er uns nicht sähe. Und dann und wann hat er „aus Versehen“ die Hintertür  zur Orangerie offen stehn lassen … Wer hat noch Mal das Lied vom Candy-Man gesungen ? Donovan ? Und wer hatte es wann auf mich umgetextet ?

( Lou, Candy, Kardy… klar waren das Deine Kose- und auch Tarn-Namen in den Mittsechzigern, wenn wir uns Mal treffen wollten, geschrieben haben, was in den Endsechzigern leider viel zu selten klappte *****)

es war immer eine schier unüberwindliche Mauer zwischen uns, doch wir haben es als Zweikäsehochs gepackt, wenn wir drei oder zwei davon aufeinanderstellten, dann konnten wir die Schlossparkmauer überwinden und uns im Unterholz auch finden. Du mit deiner ganz ungräflichen Lausbubenstimme, die in den späten 50ern schon so Alt klang wie meine, oder war das die deines Bruders ? Klar, wir haben uns mit ihm geprügelt oder waren es die Coussengs aus dem Hause Erbach-Erbach-Erbach-Leiningen und den Seinigen ? und erst in den 60ern, als wir schon nicht mehr dicht an der Schlossparkmauer wohnten, habe ich Dich und Deine Altstimme entdeckt. Dein Bruder oder wars Dein Vater ? alle haben sie Dich versteckt gehalten und nur selten haben wir uns gesehen. Hinten im Armenviertel bei der Einhardts-Basilika, und dem alten Kindergarten, kurz vor dem Farrentrapp.. da konnte ich Dich treffen und mit keinem Minenspiel verraten, dass ich Dich und niemand andren sonst treffen wollte. Da wars bereits so um die 66/67/68 und Du noch lange keine 18. Und ich schon soooo weit weg, geflohen, ausgewiesen aus den Weihrauch-Nebelfeldern der Mümling-(manchmal süßen Sünden-)Sümpfe, dem Mief von über 1000 Jahren unter den Talaren der Amtsrichter, Pfaffen & Grafen und Winkeladvokaten, der Kriegsgewinnler, der ZwangsarbeitswirtschaftswunderUnternehmerKinder,  wir Outlaws, heimatvertreiben wie die vaterlandslosen Gesellen, die noch das letzte pflügbare Handtuch im Odenwald bei Bank und Adel eintauschen mussten gegen die Fron-Freiheit und Niedrig-Lohnarbeit im Stücklohn und Akkord-ist-Mord bei Pirelli, Merk, Röhm & Haas, Rowenta, Rexroth, Koziol, Dunlop und Casella.

Wir zwischen Zahnradbahn und Petronella auf dem AmiStraßen-Strich am Kiosk-Schwarz beim Opa von der Jessika, wo sich die OstWest und die Nordsüd-Bundesstraßen und eben nicht nur die so furchtbar fruchtbar kreuzten.

Ich habe Dich besungen von vor den Schlossparkmauern, trotzig auch ganz offen, wenn ich sie erklommen und etwas gesoffen hatte oder heimlich im Schlosshof, immer auf der Hut vor deinem Vater, “Es waren zwei Konigs-Kinder…” Das hatte nix mit Tom Königs zu tun und außerdem warst Du Grafen-Kind und ich nicht Mal das. Das konnte ja nix werden. Zumindest nicht auf Erden.

Dein Bild aus Kinder- und aus Jungend-Jahren bleibt mir in Herz und Kopf und Bauch….

und wenn ich heute lesen muss von Deinem Tod. und wie ihn dieses verFAZte Blatt FRmarktet … ich lass Dich nicht in unendliche Escher-Albträume versetzen. Du bleibst mein Kindertraum, meine Kinderliebe, mein Sturm und Drang für den ich desertieren wollte. Und es auch tat, Du warst zumindest auch ein Grund für mich, dem Bund die beiden Mittelfinger heldenhaft zu zeigen, um aus der Todes-Haft für ihre Kriege zu entkommen. Zu Viele haben sich und zu viel anderen in dieser mörderischen Massen-Haft das leben und die Lebenslust genommen. Du warst ein Teil der Kraft, die mich dort rausgeholt hat. Dafür möchte ich Dir heute noch und immer wieder danken.

Halt uns Oben einen Platz frei, wir haben noch so viel zu babbeln..

Ach ja, Du hast schon früh Deine “Gräfin zu” entschieden weit hinter Dir gelassen. Ich fand es schön, dass Du von Innen die Schlossparkmauer abgerissen hast.

Im “Damenschneider” habe ich seit vielen Jahren einen der besten Plätze für Dich reserviert. Dort haben wir uns regelmäßig in der Orangerie getroffen- im alten Spruchkammer-Nachfolge-Entnazifizierungskreis des aus den USA zurückgekehrten säkularisierten Juden Dr. Mömlinger, der sich zum AntiFa-Kreis weiter entwickelt hatte…

Also, Du hast den Platz im Roman, dafür hälst Du uns oben oder unten , auf jeden Fall drüben (eben dort, wo sie uns immer hinschicken wollten) die besten Plätze neben Dir frei!!

Ich werde alle Deine FreundINNeN von Dir grüßen, Deine Männer und Kinder auch ?

In alter Eifersucht und unzerbrechlicher Kinderliebe

Dein Hartmut

(*****Heyhey Hello Mary-Lou, das war das Lied aus dem ein Teil Deines Kosenamens stammte, ich glaube es war von den dänischen Kinderstars Jan und Kjelt und wir haben versucht, sie zu imitieren, bis wir die Little Banjo-Boys zu doof fanden und auf die Songs von Pete Seeger umgeschwenkt sind. Mit den ersten Versuchen einer Skiffel-Group im Odenwald, einer auf Banjo umgefriemelten Gitarre, dem Waschbrett aus der Waschküche der “Bauernschule”, und einem mit Butterbrotpapier überspannten Teekessel, der so als Saxophon diente, näturlich auch der Teekisten-Bass, den wir uns beim Bahnspediteur Nord organisert haben oder die ZigarrenKisten, Tabak-Kisten vom “Zigarren-Schöll” in der Hauptstraße kurz vorm Rathaus, neben der Gaststätte zur Krone und dem “Schwiegermutter-Brunnen”, gegenüber vom “KONSUM”, neben der Drogerie Rexroth, dem “Kaisers Kaffee” und schräg gegenüber vom Eisenwaren “Croissant”, der vor der Auswanderung der Hugenotten wahrscheinlich in Frankreich Bäcker war. Warum der dann Nägel und Schrauben gebacken hat, war uns als Kindern immer ein Rätsel, da half uns auch das Französisch meiner Mutter nicht besonders, oder das der Dorniaques, die die Kammfabrik betrieben hatten. Auch das vom Schuster Bischof aus Paris nicht, der nach 1918 Paris verlassen musste und so nach Steinbach kam )

Aus der Wikipedia-Schatzkiste:
HaBEs Text zum NS-Musterbetrieb Koziol in Michelstadt

Veröffentlicht am 21. November 2013 von Hartmut Barth-Engelbart

Die Texte sind zwischen  2003 und 2005 bei den Recherchen zum Odenwald-Histo-Polit-Krimi „Der Damenschneider“ entstanden. Es sind nur kleine Ausschnitte aus dem umfangreichen Recherche-Material, das sich bis in die Grube Messel, die dortige Verhüttung Michelstädter Eisenerzes und die Verhüttung von Messeler Eisenerz im Unteren Hammer bei Michelstadt, bis hin zur NS-Rollbahn in Mörfelden und dem dortigen Frauen-KZ erstreckt, denn die ersten Rollbahnen für den FRAPORT wurden von ungarischem und polnischen Zwangsarbeiterinnen und von der SS ausgeliehenen KZ-Häftlingen gebaut. Für die Erprobung der „Wunderwaffe ME 262“.

Entdeckt hat das FrauenKZ und die Reste der alten ME-262-Rollbahn  im Wald der junger Mörfelder Kommunist Herbert Oswald. Malte Rauch, Bernhard Türcke und Eva Voosen  haben über diese Rollbahn und die Geschichte ihrer Wiederentdeckung, über die Zwangsrollbahnbauerinnen einen abendfüllenden Dokumentarfilm gedreht: http://www.basisfilm.de/rollbahn/11_pm_rollb.pdf

Die Rollbahnen wurden dabei immer mit gefällten Fichten gegen Luftaufklärer der Allierten getarnt. Hier entstanden nicht weit von der späteren Startbahn West die Startbahnen für die Messerschmidt-Düsenjäger, u.a. für die ME-262. Zulieferer für diese Messerschnmidt-Jäger waren die Ymoswerke in Hausen und die Spritzguss-Firma, der NS-Musterbetrieb Koziol in Michelstadt.  Beide kriegswichtigen Werke erhielten dementsprechend vorzugweise Zwangsarbeiterinnen-Kontingente. Es wurden feinmotorisch fitte Arbeitskräfte gebraucht, Mädchen, die die Kleinteile schnell ohne Ausschuss entgraten konnten.

Armaturen, Schalter, Kabelschächte usw. aus Spritzguss, superleicht, nicht radarortbar …

Der tragische Held des Romans entdeckt in den 60er Jahren beim ehrenamtlichen Einsatz für die Renovierung der spätgotischen Stadtkirche beim unbesorgten Buddeln zwischen frühromanischen Fundamenten der alten Kilianskapelle über dem hier wiederentspringenden Kiliansfloß ein gutes Duzend Frauenskelette mit Hundemarken, wie sie von Zwangsarbeiterinnen getragen wurden.  Der Fundort sind die Seitengänge aus der Gruft der Grafen von Erbach-Erbach … Der Fund wird aber heimlich beobachtet, von einem, der für die Zuteilung von Zwangsarbeitern im Odenwald zuständig war. Der Gymnasial“-Professor“, Herden- und  Zuchtforscher, Lorenz-Schüler und SS-Mann Dr. Alsberg kümmert sich an der heimatfront um die oft kriegsverwaisten Bauernhöfe, die Bäurinnen únd die Versorgung mit Zwangsarbeitern. Auch bei Koziol war er zuständig .. Dem “Damenschneider” werden jetzt Frauenmorde angelastet, die er mit seinem angeblichen NS-Fund kaschieren will …

Die Recherche-Materialien sind bei einem FestplattenCrash 2008 nahezu komplett verloren gegangen.

Mittlerweile gibt es aber den Roman in mit einigen bereits wieder hergestellten Kapiteln:

http://www.barth-engelbart.de/?p=2474

HaBEs Odenwald-HistoPolitKrimi “Der Damenschneider” von Michelstadt

http://www.barth-engelbart.de/?p=7491

Über Theodor Heuss Hilfe bei der Suche nach Gregor Mendel & Dr. Hans Kudlich & dem “Erbsenzähler” HaBE ich mich sehr gefreut

Jetzt aber hinein in  Wikipedias Schatzkiste:

Vorab: mein Versuch, einige Passagen meiner Recherchen auf der wikipediaseite „Koziol“  unterzubringen scheiterte. Sie standen nur ein paar Stunden drin. Dann waren sie wie vom Erdboden verschluckt. …….

“Angefangen hast du damit in Diskussion:Michelstadt Sobald du den Text fertig hast solltest du den auf jeden Fall auf eine eigene Seite packen, denn die Fa. Koziol hat zwar etwas mit Erbach und Michelstadt zu tun, den (guten!) Text jedoch in eine Seite der beiden Städte zu packen erscheint mir ein wenig verloren. Also am besten eine neue Seite und entpsrechend verlinken. Grüße Stefan Breunig 00:14, 14. Aug 2005 (CEST)

Barth-Engelbart 01:21, 14. Aug 2005 (CEST) Lieber Stephan, würde ich gerne, weiß aber nicht wie ich hinkriegen soll. Bin zu doof dafür.

Barth-Engelbart 11:32, 14. Aug 2005 (CEST) Hallo Stefan, das müsste eigentlich in Hessen ((babbel)) heißen und nicht ((babel-4)) -so wie es auf der Bearbeitungsseite heißt.

Wie soll/kann ich den Text zu Koziol bei Wikipedia richtig unterbringen? Das weiß ich nicht, kann ich nicht, würds aber gern.

Hier steht noch Einiges an weiteren Recherchen zu Koziol an: mit welchem Geld wurde wann genau zu welchem Zweck ein “nationalsozialistischer Musterbetrieb” im Notstandsgebiet Odenwald aufgebaut. Zweifelhaft ist doch der Zweck nur “Bambi-Figuren” und Schnee-Paradies(Halb)kugeln zu produzieren. Ymos in Hausen war als Spritzgussfabrik Zulieferer für die Automobil- und Rüstungsindustrie; Spritzguss ist leichter als Aluminium, schneller & billiger zu produzieren,deshalb besonders für die (NS-)Luftfahrtindustrie interessant.

Nachzuforschen wäre auch über den Konkurrenzkampf zwischen der “Kammfabrik” der Familie Dorniaque (von der alten Koziol-Fabrik nur durch eine Bahnlinie getrennt), die aus dem Efenbeinschnitzerhandwerk kommt und eventuell schon in den 30ern bankrott ging.

Ebenfalls muss noch geklärt werden, wie die Verteilung der Zwangsarbeiter im Odenwald und besonders in Michelstadt vorgenommen wurde. Ich kann mir vorstellen, dass eine Spritzgussfabrik als eventuell kriegswichtige Produktionsstätte und zudem ein “NS-Musterbetrieb” auch ein paar ZwangsarbeiterINNEN abgekriegt haben könnte.

Die ns-Monumentalarchitektur des alten Koziolgebäudes mit der großen Freitreppe bis unter die Veranda vor dem Reräsentationsraum und Büro des Gefolgschaftsführers Bernhard Koziol im Steinbock-fahnenüberwehten FabrikKommandoBurgturm hat ihr Gegenüber/ ihre Entsprechung(?) im “Heinrich-Ritzel-Waldstadion” aus den End-20er Jahren, das von ebenfalls (aber da noch sozialdemokratisch)zwangsverpflichteten Vorgängern der Reicharbeitsdienstler gebaut wurde – im Zuge einer für Michelstädter Verhältnisse gigantischen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Auch hier die in den späten 20ern, Anfang 30ern typische (im Hanauer mainhafen gut besichtigbare, von den NS-Nachfolgern kaum unterscheidbare und im Stalin-Zuckerbäcker-Barock wiederkehrende) Monumentalarchitektur.

Spannend ist dabei(für den Odenwald): wann entstand das “innige” Verhältnis zwischen dem Sozialdemokraten und Nachkriegs-Bundestagsabgeordneten Heinrich Ritzel (dem Retter der Odenwald-Bahn, die er in den 60/70ern retten konnte, weil sie für die USAREUR strategisch wichtig war) und dem Nachkriegs-CDU-Kandidaten Bernhard Koziol ? In der “politischen” Auseinandersetzung mit Koziol hat Ritzel herausgefunden, dass Koziol das tschechische Wort für Ziegenbock ist und hat sich öffentlich darüber lustig gemacht. Die Reaktion Koziols war, er nahm den Ziegenbock in sein Familienwappen und zierte den Eingang seines Betriebes mit lebensgroßen Ziegenböcken in Kunstgranit gegossen mit zum Angriff geneigten gehörnten Köpfen. Damit sie nicht so lächerlich wirkten, nahm er Steinböcke als Vorlage. Obendrein umwehte ein Fahnenmeer mit Steinböcken die gesamte Fabrik.

Wie war das Verhältnis zwischen Hasenzahl, dem aus einer alten sozialdemokratischen Familie stammenden EndlosBürgermeister der Stadt, und Koziol ? Hasenzahl wurde auf Drängen seiner Mutter eher zwangsnationalsozialisiert, weil schon der Vater als SPD-Reichtagsabgeordneter von den Nazis verfolgt wurde und die Mutter meinte in der Flucht nach vorne in die NS-Organisationen den besten Überlebensweg für ihre Kinder zu finden. “Dort holen sie euch nicht”. Groß waren sie eh und blond fast genug und außerdem konnte die Mamme mit Wasserstoffsuperoxyd umgehen, ein Mittel, das so manche(n) Odenwälder(in) erblonden ließ.

Der nicht ganz freiwillige SA-Mann Hasenzahl wußte einiges über Koziol – auch noch als er schon demokratisch gewählter (ÜWG-)Bürgermeister der Stadt war, die wenn nicht eine SPD-Mehrheit so doch immer eine SPD-Fraktion als Stärkste im Stadtparlament sitzen hatte, und Koziol wußte wohl sehr viel über Hasenzahl. Der “Überlebenspragmatiker” Hasenzahl, ging -von der Spruchkammer verschont- an die Gründung der “Überparteilichen WählerGemeinschaft” (ÜWG) und aus der ersten demokratischen Wahl als Bürgermeister hervor, was er bis Mitte/Ende der 70er blieb.
Warum es bisher zu diesem Feld kaum Veröffentlichungen gibt? Vielleicht hat sich Koziol in den letzten 20 Jahren als Kultursponsor hervorgetan und so eventuell auch die kritischsten Geister im Odenwald erst Mal schweigen oder wegsehen lassen?

Barth-Engelbart 11:32, 14. Aug 2005 (CEST)

Von “http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Stefan_Breunig

Oh, ich habe garnicht gesehen, dass du geantwortet hast. Erstmal der Reihe nach: Hast du Probleme einen neuen Artikel für die Firma Koziol anzulegen, oder wie sehe ich das? Wenn ja, schau mal auf Wikipedia:Neue_Seite_anlegen – dort ist erklärt wie man am besten einen neuen Artikel anlegt. Ansonsten schreib nochmal auf meine Benutzerseite, ich beobachte diese Seite zwar, aber da Wikipedia mich nicht darauf aufmerksam macht, dass es “neue Beobachtungen” gibt, vergesse ich das immer.

Zur Unterbringung: Also ich würde – wie bereits gesagt – einen neuen Artikel für die Fa. Koziol anlegen (Einfach “Koziol”, wie man Artikel anlegt steht ja im Link oben).

Zur Geschichte der Fa. Koziol kann ich nichts beitragen, das lag wesentlich vor meiner Zeit – außer der Geschichte wüsste ich aber nichts sonst Interessantes – dass Koziol solche komischen Plastiksachen herstellt (pardon) weiß fast jeder ansonsten reicht einkurzerHinweis darauf.

Zu babel-4: Also ich verstehe ich ganz worauf das abzielt, babel ist ja wohl mehr ein internationaler Textbaustein als ein hessisch speziefischer – es wäre also schwer babbel als Bezeichnung durchzusetzen. Oder was wolltest du mir damit sagen?

Ich habe gerade festgestellt, dass du den gleichen Text nochmal auf meine Benutzerseite gemacht hast. In der Diskussion ist das OK, aber bitte nicht auf die Bentuzerseite, weil ich glaube die ist, naja, eben für den Benutzer (also mich). Wie auch immer: Wenn du Hilfe mit einer neuen Seite bzw. einem neuen Artikel brauchst, kann ich dir helfen. Zu den historischen Ereignissen und was dazugehört leider nicht.

Grüße –Stefan Breunig 00:25, 18. Aug 2005 (CEST)

Deutsches Notstandsgesetz[Bearbeiten]

Wo genau war das Problem beim einfügen deines Textes? Du solltest eventuell auch einmal andere Artikel ansehen, ob dein Text dort besser passen würde, je nachdem wo der Schwerpunkt liegt. (z.B. Artikel zu SPD, Außerparlamentarische Opposition, Bundesrepublik Deutschland,…)–G 19:27, 14. Aug 2005 (CEST)

Benutzer:Barth-Engelbart/Koziol[Bearbeiten]

Hallo Hartmut, du hast eine neue Unterseite (s. Link im Titel hier) in deinem Benutzerraum, um den Artikel zu Koziol in aller Ruhe in enzyklopädische Form bringen zu können. Gruß –Rax dis 11:18, 2. Sep 2005 (CEST)

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Mehr zum Damenschneider steht hier:

http://www.barth-engelbart.de/?p=2474

 HaBEs Odenwald-HistoPolitKrimi “Der Damenschneider” von Michelstadt

 http://www.barth-engelbart.de/?p=7130

Wo Georg Büchner drauf steht, sollte auch Büchner drin sein!

Veröffentlicht am 22. Juli 2010 von Hartmut Barth-Engelbart

Wer eine Kampagne unter dem Namen Georg Büchners initiiert, sollte die Dörfer nicht links liegenlassen, auf dass sie nicht von den Rechten aufgesammelt werden. Hans Fallada läßt grüßen.
In nur wenigen Regionen ist es in Fortführung der 1830er, 1832er und 1848er, der 1860er/71er und 1918er Traditionen und Forderungen gelungen, die Opfer der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals (was volkstümlich “Bauernlegen” heißt) gegen ihre Peiniger zu organisieren und sich mit ihnen im Kampf um eine soziale, demokratische Republik zu verbünden: gelegentlich leuchtet aufm Dorf so was auf wie die Bundschuh-Genossenschaften, die ABL, die FAN-Gemeinde von Onno Poppinga & Co… aber es ist immer wieder so, wer die Dörfer nicht gewinnt, verliert auch die Städte.


Der Zwang zur Subsistenzwirtschaft verschärft sich aufm Land, die Ökologie wie die “Soziologie” schreien nach einer ganz anderen Bodenreform gegen die Agrarindustrie, das Leben/Schlafen zwischen Gift und Gülle wird zur Vor-Hölle, der man morgens in den Staus nicht mal mehr schell zur Arbeit hin entfliehen kann in die Haupt-Hölle. (Dabei ist Hölle leider eine christliche Sprachvergewaltigung, denn einst boten die Höhlen Schutz und das Feuer war Hell (!!) und lebenswichtig, wie die Hausgöttin Frau Holle unterm Hollerbusch, dem schneeregnenden Hollunder – da kamen Frau und Mann und Kind immer sicher unter! und der Bonifaz hat dann daraus das Höllenfeuer gemacht, die Hexe und die schwarze Katze und den Ünglücksraben und den vogelfreien Kuckuck zum Teufel, zum  Kuckuck….. aber das wäre jetzt eine andere geschichte..)

Und zwecks Überleben hat der Opa den letzten Acker verkauft: als Bauland, als Acker für den Großagrarier – (wie früher an den Fürsten, um sich von der Leibeigenschaft bis hinein ins 20. Jahrhundert, wo die Weimarerrepublik erst einen schlussstrich gezogen hat unter dem Tausch von Fron mit Schuld- und Lohnknechtschft) freizukaufen…und Geld ist entweder verbraucht (Auto, Moped, Flachbildschüssel, KinderEnkeleinliegerwohnung)oder nix mehr wert. Was soll ich euch vom Land erzählen ? Schulen dicht, Schwimmbad zu,. Lebensmittelladen ebenso, Krankenhaus zentralisiert, Jugenzentrum abgerissen, letzte Kneipe geschlossen, Kindergarten weg und der Weg zur ARGE ist doch morgens arg lang. Die meisten von den raren Jobs sind Flopps. Und ab 10. Klasse zahlst Du Fahrgeld für die Kids auf weiterführenden Schulen. Keine Lehrstellen, viele Leerstellen. Nachilfe und Gymnasium, das geht zu weit.

Büchner hat sich mit seinem “Hessischen Landboten” an die Landbevölkerung gewandt.
Der 32er Wachensturm im groß-reichsstädtischen Frankfurt mit seinem bereits mit Thromn und ASdel anbandelnden Großbürgertum war von Bürgersöhn(ch)en in den Sand gesetzt worden – das Bürgertum verweigerte die Gefolgschaft und oerganisierte Festungshaft : doch sie sind entschwunden ….

Büchner hat dem Volk aufs Maul geschaut und hingehört, dort wo er eigentlich seiner Herkunft nach nicht hingehörte.
Er hatte früh Kontakt zu den südhessischen “Schwarzen”, den Mitgliedern der “schwarzen Landtage” (so zu den Michelstädtern Heinrich und Ludwig Bogen), die nicht nur wegen der althessischen schwarzen Tracht so genannt wurden sondern hauptsächlich, weil die nächtlichen illegalen Teilnehmer dieser vorrevolutionären Volksdelegierten-Versammlungen im Odenwald zum Schutz vor Spitzeln und Verrätern mit rußgeschwärzten Gesichtern abgehalten wurden (am Lärmfeuer, auf der Tromm, in der HainsterMühle bei Würzberg, am Rodenstein usw.. gegen das herrschenden Vermummungsverbot!.), Zu den Gießener “Schwarzen” hatte er ebenfalls früh verbindung aufgenommen, und er musste nach seiner “Landboten”-Intension unbedingt Kontakt herstellen zu den Überlebenden der Oberhessischen Bauernaufstände, unter der Anführung der Mittel-Gründauer Bauern und ihrers Schriftführers Paul Nagel. Der hatte nämlich die zukunftsweisenden Forderungen der Mittel-Gründauer Bauern 1830 als Dokument verfasst und dem Fürsten von Isenburg-Büdingen überbracht (wofür er dann 1831 in einem fürstlichen Zuchthaus “verscholl” neben ungezählten weiteren Opfern der Fürstenwillkür). Ein der Forderungen – die Abschaffung der indirekten Steuern, istbis heute noch nicht erfüllt, erkämpft.

Gerade darauf hat sich Georg Büchner in seinen Aufrufen bezogen, als er unter Hinweis auf das 1830er Blutbad von Södel (wo tausende von kaum & schlecht bewaffneter Bauern durch die stehenden Heere der fürstlichen Jäger zusammengeschossen wurden) schrieb:
Für jene 900.000 Gulden müssen eure Söhne den Tyrannen schwören und Wache halten an ihren Palästen. Mit ihren Trommeln übertäuben sie eure Seufzer, mit ihren Kolben zerschmettern sie euch den Schädel, wenn ihr zu denken wagt, dass ihr freie Menschen seid. Sie sind die gesetzlichen Mörder, welche die gesetzlichen Räuber schützen, denkt an Södel! Eure Brüder, eure Kinder waren dort Brüder- und Vatermörder.
So entstand der Kontakt zwischen “Gesellschaft für Menschenrechte” aus dem Kreis der Gießener “Schwarzen” und den überlebenden Anführern der Oberhessischen Bauernaufstände in Mittel-Gründau. Das rote Dorf -nicht nur so genannt wegen seiner Feldbrand-Ziegeleien- lag strategisch günstig am “Flaschenhals” zwischen Hessen-Darmstadt und dem nach den Hanauer Zollunruhen 1831 mit einer etwas liberalisierten Verfassung ausgestatteten Hessen-Kassel an einer Kreuzung mittelalterlicher Hoher Straßen und d noch älterer Handels- und für Büchner und seinen Illegalen “Landboten” noch entscheidender an einem hochfrequentierten Schmuggler-Pfad über den illegalen Grenzübergang vor den Toren der fürstlichen Domäne auf der einen und dem Hofeingang des Bauernführers Tobias Meininger auf der anderen Seite. Durch die noch heute bei Eingeborenen  “Bei’s Tobiase” genannte Hofreite wurde der in Offenbach illegal gedruckte “Hessische Landbote” nach Oberhessen geschmuggelt –
und beim Druck in Marburg oder Gießen
umgekehrt –
über Wege, die Valentin Sänger in seinem Roman “Die Buxweilers” so eindringlich beschreibt -(wer diesen Roman liest, wird endlich verstehen, warum eines der Lieblingslieder Georg Büchners “Das Straßenräuberlied” ist).

Hier, in dieser Hofreite befindet sich heute die “Büchnerei”, die WortWerkStatt von HaBE
und da steht Büchner drauf und es ist auch Büchner drin.
Manche sagen es wäre Majakowsyki, manche sagen es wäre Peter-Paul-Zahl, andere wiederum Ehrenstein der “Asphaltdichter“, den die NAZIS als ersten verbrannten, Gerhard Zwerenz hat den Erich Fried zum Vergleich bemüht,ein anderer den Erich Mühsam, und last not least – das ist mir recht- erinnerte ich an Bertold Brecht. Nicht schlecht.

Mich freut es auch, dass viele meiner Non-Sense-GeblödelDichte nicht nur der Robert Gernhat.

Der DAMENSCHNEIDER, ein politisch-kriminalistischer „Entwicklungs“-Roman, der zwischen 806 und 1970 im Odenwaldkreis und dort schwerpunktmäßig in Michelstadt spielt:

anhand der Geschichte eines zum Wahnsinn getriebenen verhinderten Mathematikers und dann ZwangsDamenschneiders geht es in bergmännischer Vortriebsweise durch die Geschichte dieser bergmännisch geprägten Stadt, durch die halb abgebrannte Südstadt, die Kiliankapelle und die römische Etappensiedlung, durch die demokratische Revolution 1848 und die Vorläufer, die Arbeiter- und Soldatenräte, durch den Odenwald  vor allem durch die Nachbardörfer Erbach, Erdbach, Stockkeim, Rehbach, Steinbach und Steinbuch, Mommart, Eidengesäß, Vielbrunn, Würzberg, Hainstermühle, Hainhaus, Eulbach, Heigscht, (Höchst mit der Nudelfabrik Teig-Spirelli)) Sandbach, Zell, Kenisch(Bad König), Mümling-Grumbach, Dumstadt und Armstadt … Durch den Reinfall mit dem Tourismusboom um 806 und seinem unrühmlichen Ende mit den blutschwitzenden Reliquien, die der ungeliebte Schwiegersohn Karls des Großen in Rom hatte stehlen lassen, (Wobei nicht klar ist, ob jetzt in Seligenstadt die echten Knochen liegen. Es gab immer eine wundersame Vermehrung der Petrus- und MarcellinusKnochen – zusammengesetzt ergäben sie wohl einen „Menschen“ in der Größe des DinoSaurusRex)

es geht durch die beiden Puffs in Michelstadt: den

einen im TraumKuschelHotel der Jessika Schwarz, bevor sie das eingerichtet hat, bevor auch der Rechtsanwalt Riedel dort seine Nachkriegskanzlei aufmachte, und den anderen, den RatsherrenPuff im Diebsturm in der Häfnergasse hinterm Fickschuster, der auch noch Gefängniswärter war, wo er für jeden nächtlichen Absailer zu den frisch gewaschenen Hexen im Turm kräftig kassierte und auch etwas erpresste, den guter Ratsherr ist teuer. Der zweite Ratsherrenpuff war im zweiten Stock beim  Fabiany, wo die Tuchfärber mit hren angeblich gegen den Diebstahl dort oben aufgehängten Tüchern nur die Einsichtmöglichkeiten aus dem Kirchturm verhängen wollten. Hier ging auch der Pfarrer zum Segnen ein und aus mit leerem Klingelbeutel. Es geht durch die Tropsteinhöhlen unterm Kiliansfloß, in die Eis-Felsenkeller des Scharfrichters Nord, denn nur vom Töten kann man nicht Leben, durch Rexroth und Tuchfabrik Arzt, durch den Unteren Hammer und Howard-Rotavator,  durch den vom Mühlhäusler zum Mühlhäuser aufgestiegenen Frühproleten mit guten beziehungen zum Standesbeamten/bzw zum Stadtpfarrer, der einfach ab einenm bestimmten Punkt der Expansion der Gießerei das „l“ aus dem Häusler strich, durch die Zeller Molkerei, die mal den Bauern gehört hat, durch die badeanstalt, wo Michelstadt mal beinahe Kurstadt geworden wäre, durch die Braunstraße und über den Lindenplatz, um die Bogens wird kein Bogen gemacht, die schwarzen Landtage kommen vor, wie der Kettenmichel mit seiner Rede am Lindenplatz und warum der Bürgerkeller vom Flüsterwilli fast revolutionär wurde, und der Jazzkeller vom Amorbach, (war des auch ein Puff) und durchs Amtsgericht und das neue Gefängnis, den Grönersaal, den Altdeutschen Hof und das Deutsche Haus, die Volksversammlung am Schützenhof in Erbach. Und durch den Wiesenmarkt und die Michelstädter Antwort auf diesen feudalen Budenzauber mit viel Roßtäuscherei: durch den Bienenmarkt und die MümlingtalHalle,duechs Drehboch von „Krähwinkel“, den Frankfurter Wecker mit Peter Rankenfeld und heinz schenk, durch amerikanische Panzerkolonnen und den Kiosk am B45/47 Dreieck am Schlosspark, den die Eltren des Schwarzbierbrauers betrieben, bevor der das Elfenbein entdeckte, durch Glockenspiel, das Dr. Als berg erst einschmelzen ließ um es dann 1961 wiedere zu eröffen: er an der Orgel, an der klaviatur des gespendeten und in Sinn teilweise wieder gefundenen- noch nict für den Endsieg eingeschmolzenen Glockenspiels: „Üb immer treu und redlichkeit,das spielete er zur Einweihung  und alle wussten wer das spielt. und durch den Thurn & Taxis‘schen Goldenen Löwen, der stehen geblieben ist im Gegensatz zum Thurn-& Taxis‘schen Gasthof in Höchst, durch die Drei Hasen und beim Ulmer durch die Schlupfgasse zum Stadtpark: „Siehst Du nicht im Stadtpark die Laternen?“ Waren Gitte und Rex zur Einweihung da? Ich glaube Ja!. Der republikanische Club und seine Vorgänger, … Dr. Alsberg, der die Skelette der Zwangsarbeiterinnen in der GrafenGruft bei ihrer Entdeckung gesehen hat – hat sie vielleicht auch bei ihrer „Vergruftung“ gesehen? Zugeteilt hatte er sie noch lebendig.

Sein Gegenspieler, der aus dem Exil zurückgekehrte Dr.Mömlinger kommt bei einem Sturz vom Baugerüst in der Einhardsbasilika ums leben. Er schlägt auf mit einem Geräusch wie wenn man ein Buch zuschlägt.

Über die Todesfälle legt sich der abendliche Nebel des Mümlingtales.

Aber es gibt Menschen, die denken so in der Orangenzeit im Dezember , wenn nach dem Schälen die Hände ölig glänzen und riechen wie beim Stollenbacken immer wieder an die Stunden mit Dr. Mömlinger in der Orangerie – von der die Eltern nur wussten, dass es dort Nachhilfestunden für ihre Kinder gab. Zu kleinen Preisen. Das konnten sich sogar auch die Prolos leisten….

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Lieber Reinhold, bis hierhin geht der „kurze“ Text, der eventuell doch nicht so viele Stationen aufführen muss. Zumindest könnte ich die ganzen Nachbardörfer streichen.

Auslösender Moment für den „Ausbruch“ des Diakons sind die 4AugenBerichte eines von ihm betreuten Jungen über die Vorkommnisse in einem Zeltlager am Edersee 1961, wo ein anderer Diakon sich an den Jungs im zarten Alter von 10, 11, 12 und darunter vergreift und ein 13Jähriger es wagt ihn morgens vor allen öffentlich deshalb zur Rede zu stellen. Dass der Junge deshalb aus dem evangelischen Zeltlager ausgeschlossen wird, löst bei Meck eine sogenannte Kopfspaltung aus: SPALT: schaltet den schmerz ab. Schnell!   Doch das wirkt nicht. Meck wird zur Furie. Er ist tief gläubig evangelisch mit pietistischen Anwandlungen aber trotzdem echter Bodenhaftung, Er ist Handwerker und verhinderter Naturwissenschaftler. Da ist die Kopfspaltung bereits tendenziell und strukturell unvermeidbar angelegt. Und dieses Erlebnis ist jetzt der Kick!!!

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 in der Einhardsbasilika, im Schoss Erbach-Fürstenau und seinem Park, in der Kammfabrik und der Spritzguss -Fabrik Rohvol, dessen Besitzer dem frühen rechten Flügel der Henleinbewegung im Sudetenland entstammte, früh heim ins reich kam und in Michelstadt einen NS-Musterbetrieb aufbaute – mit bester belieferung mit großen Kontingenten von Zwangsarbeitern. Zuteiler war der Heimatforscher und Lorenz-Schüler, der promovierte Biologe Dr. Alsberg, der Nicoklaus Matz zukm Arier erklärte, während sein Gegenspieler, der aus Michelstadt stammende Frankfurter Historiker Dr. Mömlinger die These vertrat, dass matz ein Kind aus eienr früh konvertierten jüdischen Familie war. Den Michelstaädter Wunderrabbi konnte man nicht mehr befragen, die Brauns nicht und den Lappe-Luy zumindest nicht zwischen 33 und 45. Juden waren ansich gut angesehen in Michelstadt. Aber sie musstejn trotzdem möglichst auch durch die Namenswahl nach 1813 darauf achten, dass man die Jüdischkeit nicht so merkte: Mömlinger, Hamburger, Nürnberger, Deutscher, und wer pech hatte bekam nicht sonderlich schöne Namen ab: Kerbel, Schwanz, Pulloch, Knoblauch, Schweiß res gab auch Treppengeländer, je nachdem, wie die beamten so bestechlich waren oder gutwillig …

Hauptfigur des Romans ist der ehrenamtliche Diakon Maximilian Meyer (bei den auch nicht sooo klar ist, ob der Meyer nicht irgendwann mal Synagogengänger als Vorfahren ahtte. Aber das hatte bereits Dr. Alsberg überprüfenlassen…

Max oder wie er sich zu Beginn seines Leidensweges durch das städtische Gymnasium nannte : Mackie – mit auf dem schulweg rasch nachgekämmter Elvistolle, mit leichtem Anklang an James Dean ..

Erfindet bei der renovierung der Stadtkirche einen Tunnel von der GrafenGruft nach Süden RichtungDiebsturm.. und darin 19 oder zwanzig Sklelette, Frauenskelette, wie er an dem breiten beckenknochen unschwer feststellen konnte. Noch besser war es an den Hundemarken zu erkennen.

Max ist durch die schule Mömlimngers gegangen, der als US-Soldat aus dem Exil in den Staaten nach Michelstadt zurückgekehrt ist, zunächst für die Militärregierung arbeietet und für die Spruchkammer, aber 1947/48 bereits aus seinem gymnasialen Lehrbereichen : Geschichte, Religionswissenschaft, romanische Sprachen von der Miliotärregietrung abgezogen wird und dann ab 1949 nur noch religion unterrichten darf. Seine Entnazifizierungsarbeit setzt er fürsderhin privat fort. Er erhält für seinen Jugendklub vom Erbach-Fürstenauer Grafen die Orangerie, weil Mömlinger zu viel weiß über die Forstbetriebe des Grafen im 1000jährigen und dem Programm“Vernichtung durch Arbeit“.

Bürgermeister Hessenthal ist auch nicht ganz sicher, ob der name Hessenthal schon eine ergebnis Steinscher reformen war. mama Hessethal erblondet sicherheitshalber ihre Jungs und steckt sie sofort nach der Machtübernahme in die HJ. Wasserstoff-Superoxyd war damals die Rettung für viele.

Hessenthal wird als athletischblonder Hüne in die SS rekrutiert. Überlebt den Krieg und wird Michelstädter Bürgermeister auf ewig. Und er kennt seine Pappenheimer: und er läßt sie zahlen für SEINE Stadt und seine

Leute, wie er die Einwohner der Stadt nennt. N ur der Spritzguss-Unternehmer macht sich aus dem Staub, um der Erpressung zu entfliehen. Im feudalen Erbach ist er dann ein gern gesehener Asylbewrber, der sofort im Sumpf vor Stockheim ein großes

Werksgelände zum Vorzugspreis erhält.

Da die Zwangsarbeiter nach 1945 ausblieben wurden die Lager mit Flüchtlingen und vertriebenen wieder aufgefüllt. Die Ansiedlung von vermeintlich gewerkschaftsfeindlichen Vertriebenen rechnet sich zunächst, weil der katholische Pfarrer Dr. Müller statt der Gewerkschaft die Löhne für die flinken sudetendeutsche Frauen- und Kinderhände aushandelt und dafür die Garagen des Werkes als Kirche zur Verfügung gestellt bekommt. Auch der Graf Erbach-Fürstenau erweist sich trotz seiner protestantischen Konfession als christlicher Mensch und erhält Wald- und Landarbeiter zum Dumpinglohn für die Überlassung des Schlossparkes für die Prozessionen. Es fließen auch Lohnbestandteile in die Finanzierung der neuen katholischen Kirche …..

Meck kommt bei einem Brand seiner Schneiderei 1966 fast in den Flammen um, sein pyromanischer Suizidversuch, wird als Geständnis interpretiert. Die gefundenen und dann wieder verschwundenen Frauenskelette sollen aus rituellen Morden des Diakons stammen, der ja seine psychische Krankheit durch den Bildersturm von Michelstadt (BILD-Zeitung) unter Beweis gestellt hat. Die Polizei entdeckt im Dachgeschoss des hauses vor dem Diebsturm ein verstecktes Zimmer und unter den verkohlten Zeitungstapeten findet sie Ausschnitte von Frauenbildern aus diversen Illustrierten, Quelle-Katalogen usw. die zu Mosaikartigen Bildern zusammengeklebt waren. Meck dreht in einer Ludwigshafener Spezialklinik für „Brandopfer“ völlig durch und wünscht sich nur noch seine Einlieferung nicht nach Heppenheim, sondern in das vermeintlich liberalere Goddelau, wo er meint, den geist Büchners durch die Anstalt schweben zu sehen.

Ein letzter großer Irrtum Meckies: denn im evangelischen Goddelau ist die Zusammenarbeit des personals mit den Euthanasie-Nazis völlig unproblematisch: alle wurden ausgeliefert und das sehr zügig. Im Gegensatz zum  von Bensheim klerikal beeinflussten Heppenheim. Dort ist die Mehrheit zwar auch evangelisch, aber man orientiert sich

 mehrheitlich

an der Haltung der katholiken

„Der Damenschneider“ war schon fast druckreif und dann kam der FestplattenGAU.

Jetzt muss ich die geschichte anhand von Manuskript-Fragmenten und Werkstatt-Lesungen rekonstruieren: nächstes Etappenziel sind Lesungen in und um Michelstadt, um die Strukturen der Mittvierziger, 50er-60er bis in die 70er möglichst authentisch einzufangen. Die (Nachkriegs-)Geschichte eines tatsächlich verhinderten Genies, der zuletzt, weil er zu viel wusste nach seinem letzten Wusnsch nicht in Heppenheim (da sperren sie die Deppen ein) sondern im liberaleren Goddelau landet – es ist eigentlich die Geschichte zweier konkurrierender Histotriker oder heimatkundler, die zwischen Dr. Mömlinger, dem aus dem US-Exil zurückgekehrten „jüdischen“- tatsächlich aber völlig säkularisierten Historiker und Religionswissenschaftler und dem erst unter den Nazis aufgestiegenen Hobby-Historiker und Biologen & Verhaltensforscher aus der Lorenz’schen Schule Dr. Alsberg, der als Herdenforscher 1938/39 zum Zuchtberater des Reichsnährstandes und in dioeser Funktion auch zum Zuteiler von ZwangsarbeiterINNEn an die entmannten Reichsnährstandsbetriebe wird. Bei der Renovierung der Stadtkirche, dem Einbau einen Fußbodenheizung entdeckt der als enhrenamtlicher Diakon tätige Damenschneider skelette mit Hundemarken in einem Gang der von der Erbach-Erbach’schen Gruft in Richtung Diebsturm führt.

Drei Tage später sind die meisten Skelettteile verschwunden.
Dr. Mömlinger, der von 1945 bis 1948 als von der US-Militärregierung eingesetzter Entnazifizierer arbeitet und dafür von den US-Behörden beim Erbach-Fürstenauer Grafen zwangseinquartiert wird, wird Mitte 1948 von den Behörden aus seiner Funktion auch als Mitarbeiter der Spruchkammer entfernt und darf nur noch als Religionslehrer arbeiten. (da kann er nicht schaden). Er setzt aber den Grafen unter Druck, weil er auch weiß, was der mit seinen Zwangsarbeitern gemacht und welche guten Geschäfte er mit seinem Bau-und Grubenholz mit den Nazis gemacht hat U.a. beim Bau der Startbahn für die ME 262 in Mörfelden Walldorf, bei der Belieferung von Züblin und Co für die Produktionsstätten der Hermann-Göring werke usw…

Er kann seine Entnazifizierungsarbeit in einem Jugendkreis unter der Hand weiterbetreiben, den er als Heimatkundeverein laufen lässt. Dafür bekommt er die gräfliche Orangerie. Hier lernen von ihm ausgewählten Jugendliche deutsche Geschichte etwas anders als im städtischen Gymnasium.


Dr. Mömlinger stürzt eines Abends vom Baugerüst in der Einhardsbasilika, als er die Fortschritte bei der Restaurierung der 1000jährigen Fresken kontrollieren will. Das Baugerüst war gestiftet/gesponsort von den wichtigsten Michelstädter Großbetrieben und Repräsentanzen: Tuchfabrik Arzt, Maschinenfabrik Rexroth, Eisengießerei Mühlhäuser, die sich aus den Mühlhäuslern am unteren Hammer entwickelt haben, und von der Spritzgussfirma Rovol, die einst als NS-Musterbetrieb zu einem entscheidenden Zulieferer für die Luftwaffen-Industrie wurde – Spritzguss war noch leichter als Aluminium und auch billiger. Dass Rovolske auch noch die Plastikabzeichen für WHW, KdF, Arbeitsfront und andere NS-Massenorganisationen exklusiv herstellte, ergänzte das Fundament des kometenhaften Aufstiegs in den Endvierzigern:

die großzügigste Bestückung des Betriebes mit ZwangsarbeiterINNEn. Dr. Mömlinger wußte darüber detailliert Bescheid. Fast genauso detailliert wenn nicht noch besser wußte der vom Sozialdemokraten zum NS-ler notkonvertierte spätere nachkriegsbürgermeister Hessenthal, der seine Kenntnisse pragmatisch zum Wohle seiner Stadt einsetzte.
zwar munkelten die kleingehaltenen Altkommunisten und Altsozis unter der Hand, dass der Sturz Dr. Mömlingers von einem solchen Gerüst nicht von ungefähr kam, aber nix Genaues waas mer ned! Maximilian Mayer, der hilfspredigende Damenschneider weiß viel von Mömlinger, und verzweifelt in seinem Spagat zwischen diesem Wissen, seinem Gewissen und den Verpflichtungen in dieser deutschesten aller Kleinstädte: Michel, was willst du noch mehr? Hier hatte man nicht umsonst in den 50er den Film „Krähwinkel“ gedreht. Heinrich Manns „Untertan“ hätte hier bestens gepasst, nur war Berlin zu weit vom Schuss. Oder ? Schließlich saß Hessenthals Vater als Reichstagsabgeordneter für die SPD in Berlin- bis er ausgeschlossen wurde, schließlich hatte der gute Mann die Einführung der Diäten durchgesetzt, damit auch der letzte Sozi aus dem tiefen Odenwald die Möglichkeit für parlamentarische Arbeit bekam.

Unter Reichhut, dem dicken Direktor des städtischen Gymnasiums und seinem Adjudanten Hirschberg herrschte ein gut deutschnationales Regiment. Verirrte und verwirrte Sozis unter den Lehrern bekamen das noch viel deutlichen zu spüren als Mömlinger, der man wusste ja, was der wusste und eventiuell auch konnte, aber solche leute wie der Alkoholiker Schneider, Neffe des christliche Widerständlers Pfarrer paul schneider, den die Nazis umgebracht hatten, Karl schneider wurde zum Alkoholiker nicht nur wegen seines Onkels, nein entscheidend war, dass er seine Eltern als verkohlte Klumpen aus dem Keller ihres hause in darmstadt holen musste – nach der Bombardierung. Oder der sozialdemokratische sudetenlandvertriebene kleinwüchsige Lehrer Steiger, dem Schüler unter wohlwollender Duldung des restes des humanistisch gebildetetn Kollegiums schon Mal eine nächtlichen beerdigungszeremonie bereite durften unter Absingen des alten Bergmannsliedes: „Hinab ins Grab der Steiger kommt, er hat sein Gruben licht, er hat sein Grubenlicht….., hätte nicht der Altkommunist Heist und seine Söhne eingegriffen, den Steiger hätte schon in dieser Nacht ein Herzschlag dahingerafft, sein letzter !

Karl Schneider wurde von Söhnen aus besserem Hause in einer Kneipe ertränkt. Naja, nicht gleich aber eben Schluck für Schluck. Hessenthals Söhnchen tat sich dabei besonders hervor: aus einer eigenartigen Mischung von Motiven: Rache an den niemals zu erreichenden Bildungsbürgern, aber nur an solchen, die schon angeschlagen waren, harry hessenthal roch für die HauteVolee im Tennisclub immer noch wie ein Sozi unterm Arm. Es war der Geruch und der Akzent, das um ein Haar danebengreifen bei der Wortwahl, man merkte , wie er sich anstrengte mitzuhalten und wie er merkte, dass er es auf diesem Gebiet nicht schaffen würde. Aber er wollte es ihnen allen zeigen: später, später… Und mit Karl Schneider fing er an… jetzt !

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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