
von Wolfram Elsner habe ich es erfahren und ich will es nicht wahr haben. Du lebst für mich, für uns weiter in dem, was Du Unvergessliches geschaffen hast.
Dass Du zur Erhaltung des „Fixstern“ an der Reeperbahn damals mein Gedicht „Mein Lieblings-Junkie vom Bahnsteig 7“ bei einer Benefiz-Veranstaltung im TIVOLI vorgetragen hast, weil ich nicht nach Hamburg kommen konnte, werde ich Dir nie vergessen.
Dass die gesamte Mainstream-Meute, allen voran die FAZ-Billigausgabe für den weit mindererverdienenden Mittelstand mit höherer Vor(Ein-)bildung, die Frankfurter Rundschau Dich noch POST MORTEM schlachtet, habe ich nicht anders erwartet: alle Deine politischen Initiativen für Palästina, Griechenland, Deine Zusammenarbeit mit Esther Bejarano und den anderen Widerstandskämpfern gegen Krieg, Rassismus & Faschismus gestern und heute, Deine Stellungnahmen auch gegen die Faschisten in der Ukraine, gegen das „Masken“-Theater und die Kriegsvorbereitungen …, sogar Dein gewerkschaftliches Engagement haben sie verschwiegen, wegzensiert und Dich „In aller Freundschaft“ zum TV-Märchen-Onkel amputiert, reduziert.
Wir hatten und haben noch so viel zu tun. Es ist an der Zeit, schon lange nicht mehr „6 Uhr 45“ vor Gleiwitz und schon lange nicht mehr 5 vor 12. Es hat bereits 13 geschlagen! Und wir werden uns nicht verabschieden „bis nach dem Krieg um 6!“ und dann SCHWEJKen. Wir müssen mit den Leuten darüber reden, was der 3. Weltkrieg, der gerade ausgebrochen wird, anrichten wird, um ihn noch zu verhindern, weil es sonst zumindest Westeuropa nicht mehr gibt!
Das schicke ich Dir nach, die Kraniche werden es bei mir abholen. Ich bin sicher, es wird Dir jenseits so gut gefallen, wie es Dir diesseits gefallen hat/hätte: Lieder gegen das Völkermorden & Völkerschlachten – barth-engelbart.de

Wer die Lesung von Rolf Becker in Hanau am 30.01.2011 verpasst hat, ist selber schuld. Na ja, der hat wirklich viel verpasst. 76 Leute waren begeistert und es gab standing Ovations. Sollte Rolf Becker mit seinem Programm „Hier wird Geld verdient!“ wieder in der Nähe auftauchen: nix wie hin. Rolf Becker kommt schnell zur Sache. Aristoteles, Cicero, Bibeltexte – besonders die frühzensierten-, Heine, Marx, – die Leute kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Kapitalgesetze mit allen ihren Auswirkungen bis zum Massenverrecken im Schnellgang. Eine Zweistunden-Lesung, bei der man mit Lust lernt, die den Ohnmächtigen Mut macht gegen die Mächtigen… Da ich die Veranstaltung moderieren und als sein VorGruftie und SchreibZunahmie von 18.30 bis 19 Uhr den Saal der Hanauer Turner beschallen durfte, hat Rolf mir versprochen, alle gelesenen Texte zu schicken. Wenn sie eintreffen, werde ich sie unter dieser Adresse veröffentlichen: herauszensierte Bibeltexte, Ciceros Anklage gegen die Spekulanten vor dem römischen Senat, als die kleinasiatisch-römische Immobilienblase platzte und das ganze römische Weltreich in den Bankrott stürzte…
Danke an alle AnkündigerINNEN für diese Lesung: Hanauer Anzeiger, Main-Echo, Hanau Post, Maintal-Anzeiger, mein Journal, Ossietzky, … bleibt die FRage, warum die Frankfurter Rundschau diese Lesung nicht angekündigt hat, und auch die junge Welt hat sie nicht angekündigt. Ich hätte gerne Rückmeldungen über eventuelle weitere AnkündigerINNEN. Hat jemand was im Radio gehört ?
Schön war es auch, fast eine ganze Handvoll Mitglieder der LINKEn bei der Lesung zu treffen.
Für Esther Bejarano von Rolf Becker & Moshe Zuckermann – barth-engelbart.de
Rolf Becker schreibt über seinen Besuch bei Mumia Abu-Jamal – barth-engelbart.de
Ben Becker liest Joseph Roth & HaBE Ben die „Leviten“ – barth-engelbart.de
12.12.2025, 20:00:00 / Feuilleton „junge Welt“ online
Rolf Becker verstorben

Hamburg. Der Schauspieler Rolf Becker ist am Freitag im Alter von 90 Jahren in Hamburg gestorben. Das erfuhr junge Welt aus dem Kreis seiner Familie. Der 1935 in Leipzig geborene Becker wirkte in über 200 Film- und Fernsehproduktionen als Schauspieler und Synchronsprecher mit und war auch als Hörspielsprecher aktiv. Er war unter anderem in dem Kinofilm »Ich bin ein Elefant, Madame« (1969) von Peter Zadek zu sehen sowie als Staatsanwalt Peter Hach in der Böll-Verfilmung »Die verlorene Ehre der Katharina Blum« unter Regie von Volker Schlöndorff (1975). Dazu kommen zahlreiche Auftritte in Fernsehserien wie »Derrick«, »Der Alte« und »Tatort« sowie seit 2006 in der ARD-Arztserie »In aller Freundschaft« als Otto Stein.
Neben seiner Tätigkeit als Schauspieler war Becker gewerkschaftlich und politisch aktiv. Er engagierte sich an der Seite der 2021 verstorbenen Holocaustüberlebenden Esther Bejarano gegen Faschismus und Antisemitismus. Als aktives Mitglied der Gewerkschaft Verdi war Becker in der Griechenland-Solidaritätsgruppe »Gegen Spardiktate und Nationalismus« aktiv. Eine weitere Konstante war sein Einsatz für politische Gefangene. So engagierte er sich im internationalen Komitee zur Verteidigung von Slobodan Milosevic, das am zweiten Jahrestag der NATO-Aggression gegen Jugoslawien am 24. März 2001 in Berlin gegründet wurde. Er besuchte den damals noch zum Tode verurteilten und bis heute inhaftierten afroamerikanischen Journalisten Mumia Abu-Jamal 2009 in der Todeszelle in den USA. Im Jahr 2003 unterstützte Becker ein Gnadengesuch für den bereits seit über 20 Jahren inhaftierten Christian Klar und wirkte als dessen ehrenamtlicher Betreuer.
Als Rezitator des Kommunistischen Manifestes und von Fidel Castros Verteidigungsrede vor Gericht, von Texten des Kabarettisten Dietrich Kittner und des Publizisten Carl von Ossietzky wirkte er für politische Aufklärung. Gemeinsam mit dem Jazzmusiker Hannes Zerbe bearbeitete und interpretierte er das Libretto für das »Floß der Verdammten«.
Rolf Becker war ein enger Wegbegleiter der Tageszeitung junge Welt. Zahlreich sind seine Auftritte etwa auf der alljährlichen Internationalen Rosa-Luxemburg-Konferenz und in der jW-Maigalerie. Am 12. April diesen Jahres wurde er mit dem erstmals von junge Welt und dem Kulturmagazin Melodie & Rhythmus verliehenen Rosa-Luxemburg-Preis neben seinem künstlerischen Werk insbesondere für sein konsequentes politisches Auftreten ausgezeichnet.
Ein ausführlicher Nachruf folgt. (jW)