Warum ist es in Deutschland so schwer, Volkslieder wie die Gospels frei zu singen? Ausnahmen im Chor kommen nur ganz selten vor.

In der nicht deutschsprachigen Nachbarschaft ist das etwas anders.

Warum? Und warum gerade Gospels?

Die Gründe für die Schwierigkeiten beim Singen deutscher Volkslieder auszubreiten, würde hier zu lange dauern. Dafür müsste ich einen anderen Artikel schreiben.

Aber warum soll es so schwer sein, in Deutschland Gospels frei zu singen?

Das ist sehr kompliziert zu erklären: man muss die Gospel-Zwischenrufe genau einstudieren, die richtige Tonart und die richtigen Stellen für die Zwischenrufe festlegen und sich peinlichst daran halten. Man darf festgelegte Kontingente nicht überschreiten und sollte möglichst mit Handzeichen den Dirigenten vorher in formieren, dass man jetzt einen Zwischenruf tätigen will, weil sonst der Chor völlig durcheinander gerät und der Liedervortrag abgebrochen werden muss. Das ist ähnlich wie bei Jazz-Konzerten in Deutschland: da darf man nur an den deutlich markierten Stellen klatschen und/oder aufstehen und sich von der Musik bewegt bewegen.  Und nicht einfach nur an den Stellen, die einem gefallen. Solch regelwidriges Verhalten ist Ordnungswidrigkeit, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Ruhestörung. Ich habe das schon in frühester Jungend erfahren dürfen. Aber auch hochpubertär: In der Mannheimer Christuskirche habe ich 1964 Jaques Loussier “Play Bach“ spielen hören und bin aus der Kirchenbank ausgebrochen und habe jubelnd zum verjazzten, verswingten Bach getanzt. Niemals zuvor und danach war mir der Bach näher. Im Mannheim-Neckarauer evangelischen Elite-Bach-Gymnasium und dem angeschlossenen Internat “Ott-Heinrich-Stift” herrschte wie in der Neckarauer Kantorei Bachzwang. Mich haben im Mannheimer “Petersdom” Rudolf Steiners, seiner “Licht-Kirche”, damals Hunderte evangelisch-rechtgläubige Strafblicke getötet. Anschließendes Posaunen-, Gitarren-, Malverbot wegen dieses und anderer solcher Fehltritte und Fehläußerungen folgten bis zum Schulverweis, einem Vorgeschmack auf spätere Auftritts- und Berufsverbote, Maulkörbe und Ausschlüsse. Meine Wiederbelebungsversuche dauerten jeweils Jahre mit dem Erfolg einer Achtel-Lähmung, an der ich glücklicher Weise überlebend heute noch zu leiden habe. Traumatisiert bin ich teilweise immer noch und mein Zugang durch den Katakomben-ähnlich engen Wiedergeburtskanal zu Pete Seeger, Woody Guthrie, Ledbetter, Country Joe, Joe Hill, Thelenius Monk, Miles Davies, Frank Zappa, Bob Marley und Elvis, der frühen Odetta und Aretha, zu Bernstein und Belafonte, Mikis und Miriam, Janis Ritsos und Jennerwein, Steinitz, Jos& Thomas Fritz, Erich Schmeckenbecher, den Zupfgeigenhansels und den Schmetterlingen, Django Reinhardt und Degenhardt, Willi Münzenberg und Ernst Busch, Ekkehard Schall, der May und dem May, Klint, Pannach & Kuhnert & Co, Cäsar , Kuhnert, Gundermann und Sodan usw.   hinterließ immer auch Quetschungen und Ent-Täuschungen. (besonders von Biermann bis zur SKODA-Mannschaft BAP, von Moosmann  bis zu den Toten Hosen. Rio Reiser konnte glücklicher Weise von der Roth nicht mehr gewendet werden …..)

Die Gründung eines Volks- oder Gospelchores in Deutschland ist meist eine klinische Zangengeburt mit Kaiserschnitt unter Vollnarkose. Ohne Klinikpackung Äther & Formalin und eine Kaderformation der Paten in Weiß geht hier gar nichts! Da muss das Volk schon Mal schön stille halten & sein.

Die Pflege sedierter Alter ist enorm kostengünstiger als ihre Freilaufhaltung. KRIEGT die Soldatin was in Tee, ist das OK. Und der Soldat kriegt sein TAVOR kurz vor dem Auslandseinsatz nicht danach, Das senkt davor die Angst , macht stark und kühn. So kann man in den Kriegen  schließlich auch endsiegen. Bei Kindern ist das nicht viel anders. Mit Ritalin kriegt man’s gut hin.

Deshalb sind bisher alle meine Initiativen für dererlei Chöre gescheitert: der „MOKKA“, das Mobil-Kommando Kultur (am)Arbeit(-splatz), …

(da bin ich Yavuz Özoguz zu Dank verpflichtet: den habe ich sicherheitshalber vor der Taufe des “Kommandos” gefragt, ob er den Namen “MEKKA” tauglich fände, also die Abkürzung für “Mobiles Einsatz-Kommando Kunst am Arbeitsplatz”. Yavuz hat mir dringend abgeraten, wegen der Verletzung der religiösen Gefühle der islamischen Menschen) 

… die osthessische Wander -Werkstatt, die „Vogelsberger Vielfalt“,  die ZUG-VÖGEL (im Programm „Kultur im/am Zug“), die „Odenwälder Lieder-Orgien“, der Rhein-Main-Reinigungschor: „ZART-BITTER-BÖSE gegen NATO-OLIV-GRÜN“. Alle blieben entweder auf der Strecke, um beim Zug zu bleiben, oder hielten sich zeitweise maximal als Monos, Duos oder Duette. ( „Odenwälder Lieder-Orgien“, ANTIKILIAN, Wander-Werkstatt, ZUG-VÖGEL, MOKKA, „kisuM & kiryL“).

Nur der Kinderchor der Hanauer Gebeschus-Brennpunkt-Grundschule, die „Lamboy-Kids“, mit seinen bis zu 120 Kindern (aus aller Welt, allen Kriegen und Krisen) und seinen Percussion- und Gitarren-Formationen hat die anarchisch-afrikanischen, die latino-karibischen Elemente produktiv aufgegriffen und die Kinder haben immer gegen die NMO, die Neue Musik Ordnung gesiegt: (es wird laut und etwas länger dauern, wer das Hörgerät nicht ausschalten kann, sollte lieber das nächste Video anschauen und das Hörgerät auf etwas leiser schalten)

Lamboy-Kids in Concert – Bing video

gestandene Hochkultur-Größen wie der ensemble-modern-Komponist Wolfgang Stryi und der hessische Film -Preisträger, der Komponist Christoph Korn mussten sich begeistert geschlagen geben. Und jedes Mal, wenn sie diese Elemente  formalisieren wollten, ging das in die Hose. Alle balkanischen und andere rand-europäischen, die kleinasiatisch-asiatischen wie die tatsächlich volksmusikalischen indigenen Elemente verschiedener europäischer Regionen wie auch Ostfriesland, Niederbayern, Sachsen, Duis-, Lüne-, Ham-, Mecklen- und Brandenburg haben die Kinder gemeinsam aufgenommen. Und im Anderen zum Teil sich selbst wiedergefunden:

Lamboy-Kids in Concert beim Kongress “schule kreativ 2000” – Bing video

In Deutschland musst Du für einen Volkschor einen ordentlichen Verein gründen, eine Satzung schreiben und genehmigen lassen, wenn er kulturell- gemeinnützig-anerkannt sein soll. Denn erst dann hast Du das Recht (nach vorheriger Prüfung auf Übereinstimmung mit der herrschenden Werteordnung) auf Nutzung öffentlicher Räume.

Über diese Untertanen-Übungen gehen die letzten Elemente  einer tatsächlichen Volkschor-Intention verloren, die potentiellen Mitglieder ebenfalls.  Und sogar Verdis „Chor der Gefangenen“ wird germanisiert zum artigen Gesang der Sklaven und zum Ohrenschmaus ihrer Damen und Herren. Das frühmorgendliche Vorbei-Defilieren des arbeitenden Volkskörpers in Blaumännern und Blaufrauen war den Herrschaften noch vor dem Frühstück auf Terrassen, Balkonen und Kommandobrücken , wie im Dessauer BAUHAUS mit der Blickachse zum Bahnhof hin, eine tagtäglicher innerer Reichsparteitag. Und wegen der transparenten BauHAUSweise konnte man den in Ober- und Unterkörper aufgeteilten Verwaltungs-, Planungs- und Produktionskörper immer im Auge behalten.

Dem Gospelsong geht es genauso, dass zum guten Ende Aretha Franklin bei der Inthronisierung Obamas ebenso singen kann wie bei der Bidens.

(Kleine Zwischenfrage: wäre Verdi mit dem Umtaufnamen der ÖTV einverstanden? Haben Bsirske & andere Krisen-Co-Manager ihn dazu befragt?)

Die wilden Zurufe, Zwischenrufe, Antworten, Aufforderungen der Gospel-Gottesdienste der Afro-Amerikaner werden dort eventuell mit repressiver Toleranz  wie seiner Zeit bei James Brown als Sedativa gegen die Black Panthers zugelassen und bei den TV-Übertragungen extra hervorgehoben oder sogar eingespielt.   So wie (früher) das Schleifengelächter bei den Comedys oder bei der Tagesshow..

Die Völker, die Arbeiterklasse(n), das gemeine Volk haben (wie das Gemeine schon sagt) alle humanen Optionen in sich, die Knechts-Verkrüpplungen der Väter und die Magd-Male der Mütter, die sie schon Mal den Einen oder Anderen von Oben zum  „Volksfremden“ oder „Volksfeind“ Erklärten denunzieren ließen. Aus Not, aus Neid, aus Eifersucht, aus Langeweile und Hoffnung auf Belohnung von Oben, denn „Alles Gute kommt von Oben!“

 Und diese humanen Optionen beinhalten keine Humanitäts-Garantie.

Wer denkt, es sei die Lösung, wenn ein 3 K- Kader , voll von Band 1 bis 3 kapitalgeschult das Volk lenkt, ist erstens sehr überheblich und zweitens im besten Zweifelsfalle für den Angeklagten ein illusionsgetriebener Idealist.

Aber mit Solchen ist die Vorburg  der „festen Burg unseres Gottes Kaputt-Baal“ bereits überfüllt. Da wird man schnell zur Spieß-bewehrten Hilfs-Fußtruppe des Herrn Puntila oder zum Fischer der Hesslinge des Kaisers, zum vielbeschriebenen Spießbürger .

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist image-2-768x1024.png

Als vor über 15 Jahren die GEW-Hochschulgruppe der ML-Universität Halle mich mit meinem Programm „Neue Helden braucht das Land“ eingeladen hatte, verweigerte die Rosa-Luxemburg-Stiftung die beantragte Unterstützung dieser Veranstaltung im „Händel-Karée“ siehe auch dazu Als der DoppelKopp von der Frankfurter Rundschau Mal in den Tod stürzte .. – barth-engelbart.de

Ich war über zwei Dinge sehr erstaunt:

Erstens, dass es nach der Annexion der DDR 1989/90 noch eine Marxistisch-Leninistische Universität gibt.

Und zweitens, dass ich nach dem Hallenser Radio CORAX nun auch in der Uni faktisch Auftrittsverbot erhalten sollte und das unter führender Anleitung durch die RLS.

Ich konnte daraus lernen, dass nicht überall, wo RL draufsteht auch RL drin ist, und wie  kurz der Weg vom ML zum ML sein kann. Von den Marxismus-Leninismus-KatechetINNen zu den Martin-Luther-SchülerINNEn.

Köpfchen senken, Händchen falten, Mäulchen halten, das ZK kann besser denken, drum lass Dich willig von ihm lenken, ums ZK die Arbeits-Greise wurden früh schon zu Uralten, die die reine Leere pflegen und auslegen und verwalten.

Ach, was will ich mich empören? Auch die ML-iturgie darf man nicht stören.

Wenn vorne vor dem Altar, zwischen Altar und dem Bauch des Pfaffen für die gemeine Gemeinde versteckt, nur von den Domherren und Mönchen hinter dem Lettner im Chorraum zu beobachten, das Brot in Fleisch und das Wasser in Wein verwandelt wurden, begannen die Priester mit dem „HOC EST CORPUS!“. Die hintersten Reihen der Armen verstanden im Weihrauch-, Myrrhe- und Schweißgestanks-Gemisch etwas angetörnt nur „HOKUS POKUS“. Mit “FIDIBUS“ ergänzt haben sie es zuhause mit dem, was von der Herren Tische an trocknen oder verschimmelten Brotresten fiel, immer wieder ausprobiert. Doch das Brot wollte nicht zu Fleisch und das Wasser nicht zu Wein werden. Und nicht vergessen: Weihwasser ist zum Waschen da und nicht zum Saufen und sparsam umgehen mit dem Wasser beim Waschen, sonst reicht es nicht mehr fürs Taufen!

 MEHR DAZU und Ähnliches GIBT ES HIER:

Entschlüsselung eines Volks-Widerstands-Liedes – barth-engelbart.de /// https://www.barth-engelbart.de/?p=174

Und hier: Gründungs-Vorschlag: “Main-Kinzig-Kindervolkschöre” (MKK), der Namensvorschlag “Main-Kinzig-Kinder-Chorona” wurde zurückgezogen – barth-engelbart.de /// https://www.barth-engelbart.de/?p=236564

Noch besser hier:

Winter adé, Scheiden tut weh, das hat Dein Eis gemacht, hat uns halb umgebracht. – barth-engelbart.de ///  https://www.barth-engelbart.de/?p=233997

Und hier:

Froher Ostermarsch oder Osterspaziergang in der Ukraine – barth-engelbart.de /// https://www.barth-engelbart.de/?p=236547

Weg-gekeulte Musik in Deutschland West & Ost von 1945 bis 2018 – barth-engelbart.de

Und ganz besonders hier:

Wider die Privatisierung von Bildung — Musik macht Kinder intelligenter und sozial kompetent / Theorie & Praxis: “Die Lamboy-Kids” – barth-engelbart.de // https://www.barth-engelbart.de/?p=1353

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Ein Gedanke zu „Warum ist es in Deutschland so schwer, Volkslieder wie die Gospels frei zu singen? Ausnahmen im Chor kommen nur ganz selten vor.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.