An große und kleine Kinder am Fuße des Ché-Denkmals in Santa Clara

No solamente para Ché
Viele GenossINNen und KollegINNen, Freunde und -Innen haben mir nach der Lektüre meiner Texte zu Ché gesagt, dass es schon ein Elend mit dem ReliquienHandel sei. Hauptsächlich das Problem, dass Chés Denken und Handeln so hoch gehängt würden, dass “KEIN NORMALER MENSCH AUF KUBA SO WIE ER HANDELN KÖNNE” , “DAS KANN NUR EIN HEILIGER!” UND WIR SIND EBEN HALT NUR MENSCHEN: DAS SIND ALTE MUSTER, MIT DENEN BESONDERS CHRISTLICHE RELIGIONEN GEARBEITET HABEN!
Devisenbringer
(ach Wölfchen, wie lange ists her?)
Und an jeder Ecke
wird der Commandante
für eine Handvoll Convertibles
musikalisch
tagtäglich
und allnächtlich
voller Ehrfurcht
Gottbewahre
nicht verächtlich
zu Grabe getragen
und niemand denkt dabei was Übles
Dreht er sich
vor Graus in seiner Gruft
entleert sich ihm
im Sarg der Magen ?
Was würde Ché wohl dazu sagen
dass man ihn zur Reliquie macht?
Fragen über Fragen
die man sich stellen müsste
Womöglich gäbe Ché
auch dafür sein OK
Er wär sich dafür nicht zu schade
besonders, wenn er wüsste
von der US-Blockade
und der FastAgonie
der Industrie
und Landwirtschaft ?
Er würde sagen:
verkauft mich
wenns was nützt
und wenn es Kuba schützt
Ich hab ihn besucht
im Museum
am Denkmal
im Mausoleum
und habe gehört
was er ruft.
(Geschrieben am 23.02. in Santa Clara)
Sein Testament
(ein Text zum Reliquienhandel)
Sie hatten schon
an seinem Grab
versteckt gekichert
und dann – die Schaufel
mit noch frischer Erde
in der Hand
zur Sicherheit
mit Colt und Dolch
im Staatstrauergewand
– er könnt vielleicht
ja wieder auferstehn –
im Handumdrehn
das Copyright
an seinen Briefen
sich gesichert
sein Testament
gefälscht, zensiert
und umgeschrieben
es schnell zum Bestseller
frisiert
und sein Vermächtnis
inklusive aller Rechte
an Großbuchhändler
und größere Verbrecher
verraten und verkauft
Der Eine hätte sie
noch lebend selber
mitsamt der Bestenlisten
bei ihren Messen
für die goldnen Kälber
aus ihren geldschein-
heilgen Hallen
längst vertrieben
Der Andre
hat dagegen
nur einen letzten
Brief geschrieben,
der von den Händlerbanden
unentdeckt
und nicht
zum Markt
getragen
sagt,
dass alles
was er hinterlässt
dem Volk zugute
kommen soll
Wer jetzt
von Beiden
der angeblich
aus Nazareth
und welcher
Ché Guevara war
das ist nicht klar
Nach zirka eins
zweitausend Jahren
werden wirs erfahren
(Dass Wolf Biermann Berliner Ehrenbürger wurde, das geschieht der neuen 4. Reichshauptstadt Groß-Berlin ganz recht!)
Fröhliche Auferstände
und dicke Ostereier
HaBE

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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