Tibet: der langandauernde Kampf um das Wasserwerk Asiens (HaBE) & China – die neue ökologische Weltmacht (Wolfram Elsner)

Tibet: der langandauernde Kampf um das Wasserwerk Asiens, die Mission des SS-Oberscharführers Heinrich Harrer: die asiatischen Völker und die konkurrierenden Imperialisten austrocken – in Kooperation mit Japan

Die feindliche Übernahme des Fernen Ostens von den anglo-amerikanischen und französischen imperialistischen Kolonialmächten, die Einkreisung der UdSSR war die Generallinie. (Dass dies ohne die Anglo-Amerikaner gelänge, hat weder die Harzburger Front noch das Führerhauptquartier je geglaubt).  Dazu wurden zur geographisch, topographisch-, geologisch-, hydrologisch- und „völkerkundlich“-ethnologischen Erkundung, zur Erforschung möglicher Bruchstellen und Bündnis-Optionen (gegen den französischen und britischen Kolonialismus und das Vordringen des Sozialismus/Kommunismus) in den fernöstlichen Staaten drei deutsche Topp-Spione unter dem Deckmantel der Zivilen-Forschungs-Expedition „in die (Eis-) Wüste geschickt“, finanziert von der Lufthansa als Tarnung für die Finanzierung durch die Luftwaffe (bereits vor 1933) und in ihrer Folge dann auch deutsche und angloamerikanische Bergsteiger-Expeditionen nach Fernost, nach China und dessen mongolische, tibetische und andere Grenz- Provinzen. Heute wird das unter der Tarnkappe des WWF gemacht und man versucht, von Süden her die Einrichtung einer Schutzzone z.B. für den Himalaya-Tiger entlang der chinesischen Grenz zu installieren – mit einer „Naturschutz-Forscher- und Ranger-Truppe“ ausgerüstet mit High-Tech, Wärmekameras, Drohnen etc. . Die VR China hat sich sofort an diesem Tierschutzprogramm beteiligt und  so den „false-flag“-Versuch erfolgreich vereitelt. Und das nicht nur zum erfolgreichen Schutz des Himalaya-Tigers. Die VR China arbeitet dabei friedlich mit allen  angrenzenden Staaten an der Süd-Ost-West-Grenze Chinas zusammen zur Rettung von Flora und Fauna und der Sicherung des „Wasserwerks Asiens“ , an dem eben auch Indien hängt, wie auch Nepal, Butan, Myanmar, Thailand, Bangladesh, Pakistan, Afghanistan, Kambodscha, Laos, Vietnam ….(wird ergänzt. Harrers Flucht zu den britischen und US-Geheimdiensten zusammen mit dem gegen den Pantschen Lama aufgebauten Dalai Lama. Warum wurden NACH!!!! der japanischen Kapitulation und dem Wechsel der japanischen-Rüstungsforschungs-Elite (vor allem der BIO-Waffen-Forscher!) gegen “Persilscheine” auf die Seite der USA die Atombomben über Nagasaki und Hiroshima abgeworfen? …. (siehe dazu auch:

FAZ+FR: SS-Obersturmscharführer & Dalai Lama-Ziehvater Harrer als harmloser Bergsteiger – barth-engelbart.de

Erste deutsche “Aufklärungsdrohnen”: die Reichswehr-Nazi-Spione Sven Hedin, Contzen, Harrer – barth-engelbart.de

Wo SS-Oberscharführer & Dalai Lama-Ziehvater Harrer zum harmlosen Bergsteiger wird: FAZ & Dumontierte FR bejubeln Papua-Museum “auf Harrers Spuren” zum Gold, Mangan, Erdgas, Öl, Silber, Kupfer …und zu einem strategischen Stützpunkt … – barth-engelbart.de

China – Die neue ökologische Weltmacht

Wolfram Elsner
November 2022

China – Ökologie. Ein kleiner Teil meiner ppt-Vorträge zu China mal als Fließtext runtergeschrieben.




Besondere ökologische Verletzlichkeit: China ist „Klimaopfer“

Es ist kaum bekannt, dass China eines der ökologisch verletzlichsten Länder ist: 19% der Weltbevölkerung verfügen nur über 8% der agrarisch bebaubaren Fläche der Erde. Damit besitzt China nur 46% des Welt-Pro-Kopf-Durchschnitts an bebaubarem Land (USA: 263%), und darüber hinaus nur 35% des Welt-Pro-Kopf-Durchschnitts an Frischwasser-Quellen (USA: 151%), wie die Weltbank in einem aktuellen Report (Oktober 2022) feststellt. Das erklärt auch die Vielzahl der ökologischen Katastrophen und Hungersnöte in der chinesischen Geschichte.

China ist auch heute ein Klimaopfer, und hat in den letzten Jahren erheblich mit Hitzewellen, Dürren und Wassermangel zu kämpfen. Energie, Ökologie und Klima sind daher in China eng mit der gesamten nationalen Sicherheit verknüpft, eines der Leitthemen auch des 20. Parteitages der KPCh 2022. Immerhin aber ist China heute unter anderem aber auch der drittgrößte Weizenexporteur.

Ökologische Zivilisation tagesaktuell

Aber umso stärker treibt China seine Ökologie-Politik auf allen Ebenen und in weltweit beispielloser Weise voran. Die Ökologische Zivilisation hat nicht nur Verfassungsrang, sie wird von den ChinesInnen tagesaktuell gelebt, in allen gesellschaftlichen Bereichen. Die globalen Gemeinschafsgüter sind Tagesgespräch, und die Formel der „gemeinsamen Zukunft allen Lebens auf
der Erde“ ist in den Köpfen und im Handeln der ChinesInnen längst angekommen. Die Artenschutzliste wurde 2021 verdoppelt, und Zoo- und Freizeitpark-Tiere werden systematisch ausgewildert. Die aktuelle Regierungs-“Roadmap“ „Grüner Lebensstil für alle BürgerInnen“ operationalisiert die Ökologische Zivilisation und treibt sie weiter voran, unter
anderem durch eine umfassende Klima-Erziehung in den Schulen. Wir kommen auf die ökologische Mobilisierung der chinesischen Bevölkerung zurück.

CO2-Ausstoß

Seine Klima-/CO2-Zusagen zum Pariser Abkommen 2015 (CO2 pro BIP-Einheit: -45%) hatte China bereits 2017 erreicht statt 2020. China ist seitdem zum Mekka der UN-Klimaexperten geworden und wird von der UNEP als Vorbild bezeichnet. Außerdem sind Chinas ökologische Taten immer stärker
und schneller als seine Ankündigungen, sagt sogar das (normalerweise China-bashende) Berliner Regierungsinstitut „Merics“.

In den Westmedien wird aber verschwiegen, dass China im CO2-Ausstoß pro Kopf nur auf Rang 28 aller Länder liegt, unterhalb des OECD-Durchschnitts, mit etwa der Hälfte des Ausstoßes der USA, Australiens oder Kanadas (USA ohne US-Militär, das mehr CO2 ausstößt als die meisten Länder der Welt!) und mit weniger als Deutschland!

Bei einer CO2-Zurechnung auf den Endverbrauch wären zudem von Chinas Emissionen 14% abzuziehen, bei den USA 8% hinzuzurechnen („Auslagerung“ von CO2!). Auf die CO2-Bilanz Deutschlands als Hauptimporteur chinesischer Güter wären sicher mehr als 8% aufzuschlagen und mehr als 14% bei China abzuziehen. Der Westen betreibt bis heute einen Export von CO2-Emissionen
nach China und damit eine eigene Bilanzschönung.

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Schließlich, da CO2 nicht zerfällt, ist auch die historisch-kumulative Bilanz seit der Industrialisierung bedeutsam: Danach sind Europa und die USA für 80% aller CO2-Emissionen seit 1750 verantwortlich, China für 13%.

Fossiler Westen

Bei CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern (Kohle, Öl, Gas) pro Einwohner sind die üblichen Spitzenreiter Australien und die USA. Die emissionsträchtigsten Kraftwerke stehen in Polen, Indien, aber auch Deutschland (z.B. Neurath NRW). Der größte Förderer fossiler Energieträger sind bekanntlich die USA: Eine aktuelle Bloomberg-Studie zeigt, dass die größte Finanzierung (Kredite, Steuererleichterungen) von fossilen Trägern 2015-2020 wieder die üblichen Verdächtigen dieser Welt zu verantworten haben: Australien, Kanada, USA, zugleich die größten „Fingerzeiger“ gegen China.
Die Wall Street finanziert fossile Energien weltweit mit insgesamt 22 Bio. $.

Chinas Strategie gegen fossile Energien

China dagegen drosselt CO2-Emissionen mit rigorosen Maßnahmen, mit wiederholten CO2-bedingten Produktionsstopps in der Stahlindustrie und struktureller Reduktion der Stahlproduktion, mit Eingriffen in energieintensive Grundstoffindustrien und drastischen Exportzöllen für energieintensive
Produkte.

China hat seit den 2010ern Dutzende Millionen Tonnen Kohlebergbau mit „schlechter“ Kohle stillgelegt und bis 2020 120 Mio. KWh in konventionellen Kohlekraftwerken (KKW). Heute wird nur noch die ergiebigste Kohle mit neuester Technologie verwendet, in sog. ultra-emissionsarmen KKW, die nur noch ca. 50% der konventionellen Kraftwerke emittieren. Die Uni Boston und US-Think-Tanks und NGOs kommen aktuell zu dem Ergebnis, dass chinesische Kohlekraftwerke „signifikant geringere Emissionen als nicht-chinesische Kraftwerke“ haben. China hat praktisch keine konventionellen KKW mehr, während in den USA bisher nur 1% der KKW ultra-emissionsarm sind. Solche Studien bestätigen, dass „Chinas Dekarbonisierung … eine der ambitioniertesten ist.“ Die Weltbank schrieb im Oktober 2022: „China ist an der Front der Niedrig-Kohlenstoff Strategie.“ 2020 war in China der Höhepunkt im absoluten Kohleverbrauch.

Der 14. Fünf-Jahres-Plan (FJP) (2021-2025), der insgesamt „viel stärkere ökologische Formulierungen“ hat als früheren FJP (so das Merics), sieht vor, dass die fossilen Träger insgesamt bis 2025 von 58% auf 50% reduziert werden (Deutschland 2021: 59%, mit deutlich steigender Tendenz).

Energie-Mix-Transformation

Im Energie-Input-Mix ist China dementsprechend mit Abstand Weltmeister in der Produktion erneuerbarer Energieträger (Wasser, Sonne, Wind). Erneuerbare steigen bis 2025 von 37% auf 45% (Deutschland 2021: 41%, -4,7%-Punkte im Vergleich zu 2020!). Die 5%-Punkte Differenz zwischen Fossilen und Erneuerbaren macht Atomkraft aus. Dazu weiter unten.

China investiert mit 100-120 Mrd. $ p.a. in Erneuerbare etwa 45% der globalen Investitionen für Erneuerbare; es ist klarer Weltmarktführer bei Wind, Photovoltaik und Wasser. Zum Beispiel: „Der globale Durchbruch der Solarenergie ist China zu verdanken.“ (W. Müller, Sozialismus 6-2022), und
Bloomberg sagt: „China ist bei Weitem der größte Investor in die Energietransformation“. Während es 2021 298 Mrd. $ dafür ausgab, investierten die EU nur 156, die USA sogar nur120 Mrd.

Chinas Solarkapazitäten wurden seit 2012 um den Faktor 50 erhöht, und Solarenergie wurde allein von 2020 auf 2021 um 14% gesteigert. China generiert 25% der Solarenergie der Welt. Mehr als 50% aller neuen Stromkapazitäten aus Wind sind seit 2017 in China errichtet worden. Damit werden

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heute insgesamt schon 33% der Windenergie der Welt in China gewonnen. Mehr als 50% aller Jobs in den Erneuerbaren in der Welt sind in China entstanden (Weltbank 2022).

Atomkraft-Reduktion

Atomkraft (in China „neue“, aber nicht, wie in der EU, erneuerbare Energie genannt) liegt in China bei 5% und wird bis 2030 auf 4% reduziert. Bei Atomkraft testet China aber auch als erstes Land neuartige, einfache und relativ sichere Kernenergie, die salzbasiert, ohne Druck, ohne Uran und ohne
langlebiges Spaltmaterial funktioniert, die sog. Thorium-Reaktoren, die in China ab 2030 selbst die neuesten und sichersten AKW ersetzen werden (Spektrum 15.9.2021).

Planmäßige Verbesserung der Energieeffizienz

China fährt ferner die Energieeffizienz planmäßig weiter hoch: Im 14. FJP wird der Energieverbrauch pro BIP-Einheit um 13,5% reduziert und die CO2-Emission pro BIP-Einheit um 18%. Die CO2-Effizienz pro Energieeinheit Input steigt damit in 5 Jahren um ca. ein Drittel. Schon im 13. FJP war ein
durchschnittliches BIP-Wachstum von 5,7% mit nur 2,8% Wachstum an Energieinput erreicht worden.

Aufforstungs-Weltmeister: Größte CO2-Absorption

Chinas entscheidende CO2-Absorptions-Strategie, die massive Aufforstung, wird in den Kriegsmedien komplett verschwiegen. Die NASA schrieb bereits 2019 „China ist aus dem All betrachtet das grünste Land“. Die systematische Aufforstung begann in China 1978, und das ursprüngliche Motiv war die
Zurückdrängung der Wüsten und Verminderung der Sandstürme in Chinas Großstädten. Allein zwischen 2012 und 2022 wurden 70 Mio. ha aufgeforstet, das ist 2x die Fläche Deutschlands. Mehr als 25% aller neuen Wälder weltweit seit 2000 sind in China entstanden, und China ist das einzige Land, das es geschafft hat, die Wüsten zurückzudrängen. Es hat die größte Fläche
menschengemachter Wälder.

Dabei verlangt eine solche Große Grüne Mauer eine langfristige, komplexe multidisziplinäre und Multi-Akteure-Strategie, die nur ein leistungsfähiger Staat und eine kollektiv handlungsfähige Gesellschaft leisten kann. Denn die Inkubationszeit für ein neues Ökosystem „Wald“, bis also ein Regen-Grundwasser-Kreislauf entsteht und sich selbst erhält, dauert mehrere Jahrzehnte. Der Saihanba-Nationalpark an der Nordspitze der Provinz Hebei, der 2017 den UN-Umweltpreis erhielt, brauchte 55 Jahre, bis sich der Wald selbst erhalten konnte, damit es wieder regnet, wo es jahrtausendelang nicht mehr geregnet hat.

In China sind dies übrigens alles internationale Projekte, an denen die UNEP und NGOs, aber auch deutsche forstwirtschaftliche Forschungsinstitute beteiligt sind.

Das Ziel der nächsten größeren Entwicklungsetappe bis 2049 (100 Jahre VR China!) ist es, weitere 90 Mrd. Bäume zu pflanzen. Dies wird aber erkennbar vorzeitig erreicht, denn 70 Mrd. Bäume werden schon bis 2030 gepflanzt sein. Allein der 14. FJP sieht vor, dass der Anteil der Wälder an der Gesamtfläche Chinas bis 2025 von 23% auf gut 24% steigt (USA: 7%), das sind weitere 11 Mio. ha. oder die Fläche Südkoreas.

Jeder Chinese und jede Chinesin ab 11 Jahren soll jedes Jahr 3 Baumsetzlinge pflanzen, und in China werden mehr Bäume aufgezogen als im Rest der Welt zusammengenommen.

Alle Wälder in China sind übrigens in speziellen Naturschutzgebieten und Biodiversitäts-Zonen organisiert, insgesamt sind dies 12.000 geschützte und jeweils speziell entwickelte Gebiete.

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Im Ergebnis absorbieren Chinas Wälder 9,2 Mrd. to CO2 von den emittierten 10,7 Mrd. to p.a., das sind ca. 86% der Emissionen Chinas, die allein von den eigenen Wäldern wieder absorbiert werden.
Leider gibt es keine entsprechenden Daten für andere Länder, aber dies dürfte unter den großen Ländern des Nordens einsame Weltspitze sein. Ein weiteres Informationstabu im Westen.

Ein ha. Buchenwald bindet übrigens ca. 12 to CO2 p.a., Mischwälder mehr, und China pflanzt gezielt regional angepasste Mischwälder.

Aufforstung als Armutsbeseitigung

In diesen werden heute übrigens von den Bauern in den früher armen wüstennahen Dörfern neue Früchte, Nüsse, Datteln, Trauben usw. geerntet und dann vermarktet. Und ehemals arme Bauern sind heute unter anderem auch Touristenführer in „ihren“ neuen Wäldern, weil ein neuer Inlandstourismus, insbesondere auch der jüngeren Menschen, auch in diese neuen Wälder geht. Und auch so konnten Aufforstung und lokale Wirtschaftsförderungskonzepte als Armutsbeseitigung miteinander verbunden werden.

Drastisch verbesserte Luftqualität

Im Ergebnis der Klimapolitik, der Kombination von Energietransformation und Aufforstungspolitik ist Chinas Luftqualität massiv verbessert worden. 2013 war der „Krieg gegen die Luftverschmutzung“ ausgerufen worden, und bis 2020 hatte sich die Luft um 40% verbessert: In Beijing gab es 2021 330 Tage sehr gute bis gute Luft, 100 Tage mehr als noch 2013. Der CO2-Gehalt der Luft (ppm) in China ist jahresdurchschnittlich um 3% gesunken. Damit gibt es in China gegenüber den 2010ern eine um 2 Jahre erhöhte Lebenserwartung, die ja inzwischen die Lebenserwartung in den USA übertrifft. Westliche Satellitenmessungen von kohlebasierten CO2-Emissionen in China (NOX
als Indikator) bestätigen eine kontinuierliche Reduktion. Die Uni Chicago schreibt in ihrem Air Quality Index 2022, China hätte „mehr erreicht als westliche Industriestaaten“ und spricht von „außerordentlichem Fortschritt“.

Chemiefreier Reisanbau

Im Agrarbereich sind etwa die traditionellen Methoden im Reisanbau, ein Reisanbau kombiniert mit Fischzucht, ohne Chemie, flächendeckend wieder eingeführt worden.

Müll und Recycling

Die Pro-Kopf Müll-Menge Chinas beträgt ca. 1/3 der der USA. Der Müllimport aus Deutschland war in den 2010ern ja nach und nach eingestellt worden, weil Deutschland nicht in der Lage war, hinreichend sauber zu trennen! China hat heute eine sehr differenzierte Mülltrennung schon in den Haushalten und Häusern, die mit QR-Technik arbeitet und somit hohe Recyclingquoten ermöglicht.

Null-Emissions-Städte, -Gebäude, -Technologieparks, -Firmen

Auch chinesische Städte sind zunehmend ökologisch neuartig: Nicht nur sind Chinas-Multimillionen-Städte sauber und an jeder Ecke mit hochwertigem Grün bepflanzt, die Stadtplanung ist neu ökologisch ausgerichtet und wird zum Mekka auch bekannter westlicher Stadtplaner. Dezentrale Stadtstrukturen mit aufgelockerten Hochhausarrangements werden neuerdings mit einer neuen Art
urbaner Wälder gemischt. Man arbeitet massiv an Null-Emissions-Städten (in einem Netzwerk der 300 grünen Städte), an Null-Emissions-Gebäuden oder 3-D-Häusern aus Öko-Materialen (in Technologieparks zusammen mit Deutschland, Holland, Finnland …), und an Null-Emissions-Firmen
(Greenpeace-Preis 2021 für Tencent und Chindata). Es gibt bereits 170 emissionsfreie Technologieparks. Der Shanghai-Index für nachhaltige Städte wird weltweit eingesetzt.

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Nachhaltige Mobilität an vielen Fronten

Im öffentlichen Verkehr ist China seit den 2010ern die Nr. 1 in der E-Mobilität. Mehr als 20% aller neuen Kfz sind E-Vehikel, 45% aller E-Vehikel der Welt fahren in China, sowie 99% aller E-Busse und E-Lkw. In den Städten werden Verbrenner seit Jahren nicht mehr zugelassen, und seit 2016 gibt es keine Verbrenner-Zweiräder mehr. Stattdessen E-Bikes und Leihfahrräder zu Hunderten in extra eingerichteten virtuellen Stellplätzen an jeder Straßenecke. Konventionelle E-Vehikel aber werden in China seit 2021 nicht mehr gefördert, obwohl gerade die chinesische Forschung und Entwicklung in Sachen IT-Steuerung und neuartiger, umweltfreundlicherer und leichterer Batterien riesige Fortschritte macht.

Stattdessen ist China größter Standort der mobilitätsorientierten Wasserstoff-Forschung und -Entwicklung. In der Provinz Guangdong fahren bereits zahllose Wasserstoff-Straßenbahnen.

Experimentiert wird auch mit Solarplatten-Autobahnen, auf denen die Fahrzeuge mit Induktionsstrom befördert werden, ferner mit Fusionsenergie usw. Die neue Generation der konventionellen Schnellzüge fährt inzwischen mit bis zu 450km/h, und die neue Magnetschwebebahn 2.0 demnächst mit 600km/h (Beijing-Shanghai). Sie wird Inlandflüge absehbar ersetzen.

Die Sharing-Ökonomie hat auch das Automobil erfasst: Autos werden geteilt und gemeinsam besessen und genutzt, auch nebenher als Taxi zum Geldverdienen genutzt. Der FuE-Leiter von Bosch in China (60.000 Beschäftigte) sagt: „In 10 Jahren kauft kein Chinese mehr ein Auto.“ Er/sie wird
Mobilitätsmodule kaufen oder mieten. Erwachsenen ChinesInnen wird klargemacht, dass sie die letzte Generation des automobilen Individualverkehrs sind.

Arten-Diversität

In Sachen Artenvielfalt und Arten-Diversitätspolitik hat sich China in den letzten Jahren ebenfalls an die Spitze geschoben. Die Boston Uni (Global Development Policy Center, China Global South Project) schreibt: „Chinas Anstrengungen zur Biodiversität und Artenerhaltung sind beeindruckend …“, sie seien auf wissenschaftliche Analysen gestützt und würden mit hoher Geschwindigkeit vorangetrieben, sie „übertreffen alle anderen Programme auf der Welt“ („Building a Shared Future of All Life Along the BRI“, 17.5.22).

China ist in der Tat das Land mit der größten Pflanzen-Diversität der Welt (ChinaHirn 13.5.22). und das neue Ecological Conservation Red Line Program hat 25% der nationalen Gesamtfläche Diversitäts-Erhaltungs-Projekten gewidmet, also alle bestehenden und weitere geplante Wald-/Naturschutz-
Gebiete, s.o.).

Am Ende der COP 15 der Convention on Biological Diversity in Kunming 2021 hat China einen globalen Kunming Biodiversity Fund zur Verfügung gestellt (mit zunächst 230 Mio. $) (BU/GDPC, ebd.).

Soziale Öko-Mobilisierung: „Ant Forest“ App, ökologisches Alltagsverhalten und Öko-Bewusstsein in China

Die Ökologische Zivilisation kann aber natürlich nicht nur fortschrittliche Technologie und gute Organisation sein. Eine soziale Öko-Mobilisierung hat in der Tat den Alltag erreicht. Zum Beispiel hat die Ant-Forest App („Waldameise“ der Ant Group von Alibaba) seit ihrer Einführung 2016 bis heute ca. 500 Mio. Nutzer gewonnen. Mithilfe integrierter ökologischer Datensätze, lokalisiert, interaktiv und in Echtzeit nutzbar (der sog. Blue Map), kann ich ökologisches Alltags-, Konsum- und Mobilitäts-Verhalten erlernen, und dabei Punkte sammeln, die spielerisch irgendwann einen virtuellen

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Baumsetzling hervorbringen, den ich weiter „wässere“, bis ein realer Baum für mich gepflanzt wird in den neuen Wäldern. Durch die App sind ca. 1,2 Mrd. Bäume über ökologisches Alltagsverhalten gepflanzt worden. Die Drohnenbilder von „meinem“ Baum reichen jüngeren ChinesInnen aber auf
Dauer nicht, und der Binnentourismus erfasst die neuen Wälder, wo man „seinen“ Baum „anfassen kann (s.o.). NGOs und UNEP arbeiten and einer weltweiten Einführung des Prinzips, scheitern aber daran, dass in Sachen erforderlicher Informationen und Rechenintelligenz in den meisten Ländern
Wüste herrscht (z.B. a. jW 27.10.20, S.12).

Chinesische KonsumentInnen sind inzwischen auch weltweit führend im Ökobewusstsein. Am Beispiel nachhaltiger Verpackung hat McKinsey international vergleichend erhoben, dass chinesische KonsumentInnen ihr die höchste Bedeutung zusprechen und die höchste Zahlungsbereitschaft für
mehr Nachhaltigkeit zeigen (mckinsey.com 1.3.22).

Alltag: Von Plastikverbot bis zum Öko-Sozialprodukt

In immer mehr Provinzen Chinas (beginnend in Hainan und in Shenzhen/Guangdong) ist seit 2020/2021 ein totales Verbot von Einwegplastik in Kraft. Die Olympischen Winterspiele 2022 in Beijing waren klimaneutral organisiert. Zahlreiche (auch westliche) Fabriken werden inzwischen
vollends mit Ökostrom betrieben. In immer mehr Provinzen gibt es neuerdings ein flächendeckendes Böllerverbot aus Gründen der Feinstaubbelastung (ein erheblicher Kulturbruch), und nun werden „grüne Neujahrsfeste“ konzipiert. Die Forschung zu klimaneutralen (5G/6G-) Mobilfunknetzen wird forciert, und ein Gesetz gegen Nahrungsmittel-Verschwendung ist in Kraft (ein weiterer erheblicher Kulturbruch). Tierhaltung und Fleischkonsum werden reduziert. Nachhaltige Alltagsmaterialien aus Stroh, Bambus, Reispflanzen sind allgegenwärtig. Sein Bahnticket oder eine Handy-Aufladung / Prepaid-Card kann man für das Einwerfen leerer Flaschen in Kartenautomaten erstehen.

Pilotversuche mit Öko-Sozialprodukten, dem UN Human Development Index (HDI) oder „inklusivem Wohlstand“ (mit Rückverteilung nach unten) werden in mehreren Pilotregionen vorgenommen (Shenzhen z.B. experimentiert mit dem HDI), um wegzukommen vom „Sozialprodukt“ und seinem Wachstum, auf dem Weg zur weiteren Klärung des chinesischen Traums vom wohlhabenden (statt reichen), glücklichen und „schönen“ Land, zu Lebensqualität statt „des westlichen Modells exzessiven Konsums“ (Xi).

Und ganz besonders in Sachen Ökologie sind in China die „Maßnahmen in der Regel noch klarer als die Texte“ (China.Table) …

Die Grünen Seidenstraßen (BRI)

Entgegen den westlichen Mediensuggestionen zur Finanzierung von internationalen KKW werden international 87% der KKW vom Westen finanziert (von den üblichen verdächtigen Anti-China-Schreiern: USA, CAN, AUS, Japan …), während China bisher 13% finanzierte. Jedoch mit abnehmender
Tendenz: An neu geplanten KKW hatte China 2021 nur noch 11% Finanzierungsanteil (Boston Uni/GDPC 8.7.21).

Nun aber ist die chinesische Finanzierung von KKW jedoch gänzlich storniert: Xi Jinping informierte auf der 76. Generalversammlung der UNO im September 2021, dass China keine KKW im Ausland mehr baut oder finanziert (BU/GDPC 22.9. und 16.11.21). Und die wird bereits umgesetzt: 44 KKW in 20 Ländern mit einem Investitionsvolumen von 65 Mrd. $ wurden gestrichen (BU/GDPC 2/2022).

Stattdessen ist China der global größte Bauer und Finanzierer von Wasserkraftwerken im Ausland (BU/GDPC 20.7.21). Und 57% aller BRI-Investitionen in 2021 flossen insgesamt in Erneuerbare.

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Die BRI (mit inzwischen 149 Partnerländern und fast 40 internationalen Partnerorganisationen) und ihr Öko-Engagement werden unter offizieller Beteiligung US-amerikanischer Unis und Institute begleitet und evaluiert (Boston University/Global Development Policy Center/Global China Initiative,
Johns Hopkins Uni und World Resources Institute), die die umfassendste Datenbasis außerhalb Chinas besitzen und 2-wöchigen Reports berichten. Demnach ist das „internationale Öko-Monitoring und -Management der BRI ist das beste“. Diese Aussage wurde auf Basis von 430 von China gebauten
Kraftwerken getroffen (BU/GDPC/GCI 22.3.22). Der China Council for International Cooperation on the Environment and Development (CCICED) bildet den offiziellen Rahmen, in dem auch diese US-Institute als Partner involviert sind. Das nennt man Transparenz.

China hatte bereits nach 2015 im Rahmen der UNO einen Klimafonds für die Süd-Süd-Kooperation mit zunächst 20 Mrd. RMB (3 Mrd. $) eingerichtet und eine chinesisch finanzierte Global Energy Interconnection Development and Cooperation Organization ist in die UNO eingebunden, und zwar auf höchster politischer Ebene, im UNO „High-Level Political Forum“.

Nach dem neuen „Shanghai-Modell“ können Länder des globalen Südens mithilfe solcher Finanzierungshilfe eigene Schulden gegen eigene Öko-Investitionen eintauschen (swaps): China folgte damit den Vorschlägen der internationalen (auch US-) Experten und erlässt bzw. reduziert Schulden der ärmeren Länder (BU/GDPC/China Global South Project: „Building a Shared Future for All Life Along the BRI“, 17.5.22).

Ein Tausendstel solcher Transparenz wünschte man sich vom Westen … Auf der COP 26 in Glasgow im November 2020 hat Xi seine Rede dementsprechend auf Aktion statt endloser Debatten und abstrakter Ankündigungen fokussiert. Das US-World Resources Institute formuliert: „China to lead as a sustainable finance champion“ (22.3.22). China als Hoffnung US-amerikanischer Institute, das sagt Einiges …

Green Finance und grüne Einhörner

Unter Bankern und Chinakennern ist klar, und es ist eine logische Konsequenz des oben Gesagten:
„China ist führend bei grünen Investments“ (ChinaHirn, 4.5.21). Chinesische „green Techs“ und „grüne Einhörner“ haben Höchstbewertungen im Finanzsektor (bestätigt durch Weltbank, Brookings u.a., z.B. expertise-asia, Singapur, 23.7.21, McKinsey Asia 2020, Bloomberg, „Living Green in China“,
2.7.22), und China ist führend bei grünen Anleihen (Schuldverschreibungen, Bonds).

Mit Ökologie zum Sozialismus?

Die Bilanz der Öko-Initiativen Chinas auf allen erdenklichen Feldern ist in sich ohne Beispiel in der Welt, selbst wenn man relativieren wollte, dass das alles ja von einem “niedrigen Niveau“ aus gestartet wäre. Wenn das deutsche Industriekapital inzwischen auch nach China geht, weil dort in immer mehr Bereichen die Zentren von Forschung und Entwicklung liegen und es davon profitieren will und dabei sein muss, um nicht den Anschluss zu verlieren, kann man mit dem „niedrigen Ausgangsniveau“ nicht mehr sonderlich beeindrucken.

Was oben quer über alle Fakten und Bereiche deutlich geworden sein sollte, ist die konsequente experimentelle Dynamik des chinesischen „Systems“, die Integration des kollektiven Experimentierens und Lernens in alle Prozesse, das parallele Entwickeln von Technologien, die agile Industriepolitik (zwischen Regulieren, Lernen, Standardisieren und „Letting Go“) und die staatliche
und gesellschaftliche kollektive Handlungs- und Organisationsfähigkeit. Sie schließt eine größere individuelle Handlungsfähigkeit für die vielen Millionen Startups und GründerInnen (die Mehrzahl inzwischen Frauen!) ein, die übrigens die Banken absichern müssen gegen Übernahme-„Angebote“ von Konzernen.

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Es ist diese Kombination von Technologie, Lernen, Organisation und Handlungskompetenz mit der ökologischen Massenmobilisierung, eine einmalige Konstellation, die die Konturen eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts erkennen lässt.

Von: welsner@uni-bremen.de <welsner@uni-bremen.de>
Gesendet: Donnerstag, 17. November 2022 10:13
An: welsner@uni-bremen.de
Betreff: China – Ökologie. Ein kleiner Teil meiner ppt-Vorträge zu China mal als Fließtext runtergeschrieben. z.K.

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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