Ein Gedanke zu „Dörte“

  1. Dieses Portrait habe ich 1963 oder 64 in Mannheim-Neckarau auf ein liniertes DinA5-Heftblatt gezeichnet: Dörte, meine angehimmelte spätere Tanzstundenpartnerin… Da ich damals noch weniger Geld hatte als heute konnte ich mir kein Zeichenpapier leisten. Viele Bilder dieser Zeit entstanden auf Plakatrückseiten, Schulheftseiten usw… der spätere Versuch, die Linien wegzuradieren, sie mit Rasierklingen wegzuschaben, haben das Bild nicht sonderlich verbessert.
    Viele Bilder musste ich auch versteckt halten, da mir wegen mangelnder schulischer Leistungen nicht nur das Posaune spielen verboten wurde. Ich musste heimlich neben der Schule die Mannheimer Kunstakademie besuchen, die dort gezeichneten Aktbilder musste ich entweder gelich vernichten oder sie an anderen Orten aufbewahren… ..sie sind alle verschwunden. Ihre Entdeckung hätte zu einem weiteren Schulverweis geführt. Einen hatte ich schon kassiert wegen der Unterstützung des 1964er IGMetaller-Streiks für die Lohnfortzahlung.
    Wer als Internatsschüler Arm in Arm bzw. auch nur Händchen-haltend mit einer Freundin entdeckt wurde, wurde von “christlichen ” Blockwarten gemeldet und am nächsten Morgen beim Frühgottesdienst von oben herab durch den Pfarrer öffentlich abgekanzelt.

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