HaBE 1967 mit Emil Carlebach zusammen den NPD-Parteitag gesprengt

und die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gegen mich, Dr. Ellen Weber, Emil Carlebach und Kurt Trautmann, die führend an der Sprengung des NPD-Bundesparteitages in Frankfurt beteiligt waren, lag bereits Mitte 67 vor: LANDFRIEDENSBRUCH, HAUSFRIEDENSBRUCH, WIDERSTAND GEGEGN DIE STAATSGEWALT. Die Anklageschrift dürfte im hessischen Staatsarchiv liegen. Wenn sie dort nicht aufzufinden ist: ich habe sie noch in meinem Archiv. Wer sie im Staatsarchiv findet, soll mir bitte die Fundstelle mailden.

Der Frankfurter Polizeieinsatz am Haus Dornbusch 1967 zum Schutz der NPD – unter dem Kommando des ab 1952 eingesetzten Frankfurt-Säuberers, FDJ-Verbots-Exekutierers Polizeipräsident Littmann – brachte mir meinen ersten staatlichen Schädelbruch ein.

Karl Gerold war kein Pfeifenraucher, der rechts neben dem Altnazi KANZLER Kiesinger (DANKE, liebe Beate für die Ohrfeige!) ist Herbert Wehner, der KPD-Verbotsbegrüßer, der Mitorganisator der Notstandsgesetze, der Wiederbewaffnung, der NATO-Einbindung. Die junge Frau, der er gerade das Bein auskugelt, ist die Tochter des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Littmann und der junge Mann am linken Rand ist Gerhard Kadelbach, der Sohn des sozialdemokratischen Intendanten des hessischen Rundfunks, Prof. Dr. Gerd Kadelbach. Claudia Littmann war wie Gerhard Kadelbach Mitglied im Frankfurter USSB (Unabhängiger sozialistischer Schülerinnen-Bund). Gerhard Kadelbach wurde später Leiter der Volkshochschule im Main-Kinzig-Kreis. Berufsverbot gab es für ihn keines. Wohin es Claudia Littmann verschlagen hat, weiß ich nicht so recht. Man erzählt, sie sei bei ihrer Selbstfindung zwischen Nepal und Gomera in Begleitung von Rudolph Bahro gesichtet worden, der sie dann verließ, als er im reichlich bestückten Jungbrunnen der Mühlschen Mühle eine erheblich jüngere Maid fand oder zwei oder drei. Hier fand sich Rudolf dann in der O-pa-Position. Das Bild ist eine HaBE Fotocollage aus dem Jahr 1968/69 unter Verwendung einer OLYMPIA-(Schreimaschinen-) Anzeige.

Und das “Heile, heile Gänschen” meines späteren Arbeitgebers Karl Gerold, der mit Aufrufen zur Mäßigung hinter den Polzeireihen auf dem Schlachtfeld erschien, als die Schlacht wie mein Schädel bereits geschlagen war. Ich wusste damals noch nicht viel über Emil Carlebach, aber Ausreichendes über die NPD und deren Gründer, den MI6-V-Mann Adolf von Thadden, der im Auftrag des MI6 schon 1949 die Faschisten-Auffangpartei SRP mit gegründet hatte, die “Sozialistische Reichspartei”. Die diente als Versuchsballon für das KPD-Verbot. Die Verbotsbegründung bei der SRP 1952 war quasi die Vorlage zum KPD-Verbotsurteil 1956. Und dabei hatten 1952 noch große teile der KPD und ihrer noch nicht verbotenen Massenorganisationen beim SRP-Verbot noch Beifall geklatscht. Was kann man daraus lernen? Faschistische Ideen müssen durch bessere Argumente und aufgezeigte Perspektiven bekämpft werden. Das Verbot der NPD von denen zu fordern, die sie un-heimlich gefördert haben, ist ungefähr so gut wie die Verfolgung des “NSU” durch den Verfassungsschutz und den BND einzuklagen.

Mit ihm zusammen wegen dieser Widerstandsaktion angeklagt zu werden, das hat meine Biographie grundlegend beeinflusst. Und ich bin froh darüber, dass ich mit ihm noch kurz vor seinem Tod sprechen konnte, als österreichische geschichtsrevisionistische Jungkarrieristen ihn für die Ermordung einer Reihe von Linken durch die SS im KZ-Buchenwald verantwortlich machen wollten.

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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