Zwei Leben für die Kleinen Leute: Wilhelm Pfannmüller / 2.Teil

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Zwei Leben für die Kleinen Leute:

der Widerstandskämpfer und Bürgermeister Wilhelm Pfannmüller  / 2.Teil

Der erste Teil dieses Artikels über das Leben Wilhelm Pfannmüllers war mit „Ein Leben für die kleinen Leute“ überschrieben. Es waren aber zwei Leben:  sein erstes als Schuhmacherlehring & -geselle, Spartakist, Bauarbeiter, Fußballer, Rotsportler, Gewerkschafter, KPDler, Mittel-Gründauer Gemeindevertreter und erster Beigeordneter , Obmann der Arbeitslosenausschüsse im Kreis Büdingen, KZ-Börgermoor-Häftling, Soldat im Strafbataillon 999 – dieses erste wäre beinahe 1944 mit 40 Jahren zu Ende gewesen: unter dem „friendly fire“ der SS, die nach erfolgreicher Brückenkopfaktion der 999er so häufig Kommunisten „entsorgte“.

Wilhelm Pfannmüllers zweites Leben begann , als er vor den Kugeln der SS zu den jugoslawischen Partisanen desertierte, mithalf, das Rauben, Morden und Kanonenfüttern zu beenden und 1945 mit dem Fahrrad zu seiner Familie zurückkehren konnte und zu „seinen Leuten“, den kleinen Leuten von Mittel-Gründau. Um ein demokratisches, soziales Deutschland aufzubauen und den Anfang dafür im eigenen Dorf zu machen.

Hier folgt jetzt der bebilderte und kommentierte Rechenschaftsbericht Wilhelm Pfannmüllers, der wie der vorherige einen  bis in die Détails gehenden Einblick in die mühsame Aufbau-Arbeit der kleinen Leute von Mittel-Gründau unter Anleitung ihres Bürgermeisters zulässt

(Die Textpassagen aus den Rechenschaftsberichten sind fett gesetzt.

Die Kommentare und Bildunterschriften/Erläuterungen sind mager & kursiv gesetzt


Aus dem Rechenschaftsbericht für die Periode 1956-1960:

Durch die Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe (Zugmaschinen) wurde es notwendig, auch mit dem Straßenbau in der Gemarkung zu beginnen. Es entstanden bis heute 850 lfd. Meter befestigte Feldwege im Almessengrund und Bruchwiese. Die Hohle an der Sandkaute wurde beim Kanalbau durch überflüssige Erde ausgefüllt und ist jetzt wieder gut befahrbar. Gräben wurden ausgeputzt und die Gründau und Hasselbach gereinigt. Hierfür wurden insgesamt 31.000,00 DM aufgebracht.

Gleich nach der der ersten Stufe der Kanalisation folgt der Ausbau der Feldwege zusammen mit der Aufbringung der Straßendecken.

Herrmann Lott bringt mit Berta und Lina eine Fuhre Zuckerrüben ins Tal. (ca. 1957). Der Weg zur Laderampe am Bahnhof ist noch lang. Von dort gehen die Rüben auf die Reise zur Zuckerfabrik in Friedberg. Der Schlamm auf den Feldwegen war knöchel- bis knietief. Auch für erste Lanz-Bulldogs, für Bautz-, Fahr-, Fendt- und Porsche-Traktoren kaum zu schaffen. Besonders, wenn sie vorher von US-Panzern gepflügt wurden. Mit der Flurbereinigung wurden über 30 Kilometer “Feldwege” asphaltiert, betoniert, sodass man auch mit dem Fahrrad zur Feldarbeit fahren konnte  und auch Panzer nicht alles sofort wieder zerstörten. (das Bild gehört Elli Gärtner, Herrmann Lotts Tochter)

Die Fertigstellung der Turnhalle im Innern und Anbringung des Außenputzes an derselben erforderte einen Kostenaufwand von 18.278,00 DM. Es wurden u. a. der Bühnenkeller neu gestaltet und Akustikplatten angebracht, ebenso wurden neue Fenstervorhänge gekauft und angebracht. Von dem Gesangsverein wurde der Bühnenvorhang erworben.

Um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr zu heben, mussten Feuerwehrgerätekästen mitten im Dorfe, Büdingerstraße, Gemeindehaus Rullmann und Scheune Friedrich Weitzel,  sowie bei den beiden Vollbauerstellen, Altwiedermuserweg und Berghöfen angebracht werden. Die Feuerwehr selbst wurde mit Kleidung und Ausrüstungsgegenständen versehen. Insgesamt wurden hierfür aufgewendet: 3.800,00 DM.

Um unserer Gefallenen und Vermissten des 2. Weltkrieges zu gedenken, wurde es notwendig, dass das Ehrenmal auf dem alten Friedhof umgearbeitet wurde. Durch Beschluss der Gemeindevertretung wurden durch Selbstbeteiligung und der Gemeindeverwaltung sowie der Lehrerschaft bei den Dorfbewohnern eine Sammlung durchgeführt, welche die Gesamtsumme von 1.700,00 DM erbrachte. Es wurden Bronzetafeln anfertigen lassen, mit den Namen aller Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Ebenso wurde die Vorderfront des Denkmals mit einer neuen Inschrift versehen. Die Gemeinde beteiligte sich an den Gesamtkosten mit rund 2.000,00 DM.

Durch die Erschließung des Neuhausviertels musste zwangsläufig die Wasserleitung verlegt und die Hausanschlüsse angebracht werden. Ebenso machten die Kanalarbeiten die Tieferlegung von Wasserleitungen erforderlich. Ein langersehnter Wunsch der Bewohner des Bahnhofs ging durch die Erstellung der Wasserleitung zu den Verbrauchs-Stellen Berghof in Erfüllung. Die Gemeinde beteiligte sich an der Leitung bis zum Bahnhof mit 4.335,00 DM. Der Gesamtaufwand für die vorgenannten Arbeiten betrug ca. 35.000,00 DM.

Die Verbreiterung der Büdingerstraße machte die Verlegung der Gemeindebrückenwaage an die Grundstückgrenze des Hofgutes erforderlich. Der Kostenaufwand hierfür betrug 2.209,00 DM.

Direkt neben dem Bushaltestellen Blockhaus stand früher das “Woachehäusi neben der alten “neuen” Viehwaage, die älteste befindet sich im Backhaus

An Honorarleistungen für die Aufarbeitung von Plänen und Zeichnungen sowie die gesamten Bauleitungskosten für Kanal- und Straßenbau und Wasserleitungsbau Betrugen 18.238,00 DM.

Für Instandhaltung der Gemeindewohnhäuser und Wohnungen wurden insgesamt 11.000,00 DM aufgewendet.

Die große Sturmkatastrophe im Jahre 1958 am 1. August brachte der Gemeinde einen übergroßen Waldschaden, der nur zum geringsten Teil durch den Verkaufserlös des gefallenen Holzes gedeckt werden konnte.

Der Mittel-Gründauer Gemeindewald bestand hauptsächlich aus Buchen und Eichen und lieferte sein hunderten von Jahren Wagner-, Zimmerer, Bau- und Brennholz

Die Gesamteinnahmen betrugen in diesen 4 Jahren 622.669,00 DM. An Ausgaben für Löhne und soziale Lasten für Holzhauer, Kulturarbeiten, Beförderungskosten und Sonstiges sind in diesem Zeitraum 244.710,00 DM angefallen. Um die Kulturarbeiten restlos zu beendigen, werden noch ca. 50.000,00 DM benötigt.

Als ein wichtiges Programm sieht es die Gemeindeverwaltung an, weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Mittel-Gründau, heute mit 1150 Einwohner, hat verhältnismäßig viel Pendler. Die meisten haben ihre Arbeitsplätze im Rhein-Main-Gebiet und verlieren durch die weite Anfahrt unverhältnismäßig viel Zeit.

Diese Mittel-Gründauerin hat noch Glück, weil sie wie weitere über 20 Mittel-Gründauerinnen täglich “nur” 2 Stunden für den Weg zur Arbeit in der Büdinger Kleiderfabrik und zurück braucht. Sie näht am Fließband Hemden und Kleider für Betty Barclay. Erst Mitte der 1960er kommt die Offenbacher Uhrenfabrik Presser nach Mittel-Gründau, vorher gelingt es Wilhelm Pfannmüller, die Lederkleidungsfabrik Stojanik von Jügesheim nach Mittel-Gründau zu holen und den Papierverarbeitungsbetrieb Giebenhain, der später von RÜGER-Plastik übernommen bis in die 1990er in Mittel-Gründau- Plastik-Verpackung produziert. Zusammen mit denen bei einem zusätzlichen Transportunternehmen entstehen so über hundert Arbeitsplätze im Dorf.

 Heute ist die größte Produktionshalle der Firma Presser (Ecke Altwiedermuser Weg/ Friedenstraße) in ein Reihenhaus umgebaut. Weiter bergauf am Altwiedermuser Weg befand sich die Firma Giebenhain/RÜGER-Plastik, in deren Hallen dann die regionale Tupperware-Zentrale eingerichtet wurde… dann folgte weiter oben das Transport-Unternehmen (?) in deren Hallen sich jetzt der Dachdeckermeisterbetrieb Stefan Pracht befindet. Die Kleider- und Lederwarenwerke Stojanik am Bahnhof wurden wie die Uhrenfabrik Presser in Wohnungen umgebaut.

An die Versorgungskasse A für Gemeindebeamte wurden insgesamt 18.000,00 DM gezahlt.

Bei der Amtsübernahme waren kassenmäßig an Rechnungsablagen (?) 41.000,00 DM vorhanden. An Schulden habe ich 113.000,00 DM übernommen. Dieselben haben sich bis heute auf 69.000.00 DM verringert. Neue Darlehen wurden in dieser Zeit nicht mehr aufgenommen. Die Gesamteinnahmen und Ausgaben in diesen 4 Jahren betrugen; haushaltsmäßig: 1.385.926,00 DM. Die etatmäßig in jedem Jahre wiederkehrenden Einnahmen und Ausgaben sind in diesem Betrage mit einbegriffen.

Ihnen, meine Herren vom Gemeindevorstand, die mich in zahllosen Vorbereitungsbesprechungen durch Rat und Tat unterstützten, gebührt vor allem mein aufrichtiger Dank. Sie, meine Herren Gemeindevertreter, haben in uneigennütziger Weise die Interessen der Gemeinde und der Bevölkerung vertreten. Ihnen sei an dieser Stelle besonders herzlich gedankt. Die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeindekassenverwalter und die einwandfreie Führung der Kassengeschäfte verpflichten mich, Ihnen meinen aufrichtigsten Dank abzustatten.

Um alle Arbeiten erledigen zu können, waren in den 4 Jahren 92 Gemeindevertretersitzungen notwendig. Behandelt wurden 546 Anträge, 196 Mitteilungen des Bürgermeisters.  Von den Anträgen wurden 489 einstimmig beschlossen. An Zeit wurden hierfür 1904 Stunden benötigt.

Der Lehrerschaft, besonders Herrn Hauptlehrer Oswald möchte ich für das gute Einvernehmen zwischen Gemeindeverwaltung und Schulverwaltung an dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank entgegenbringen. Die tatkräftige Unterstützung, die Mitarbeit auf dem Büro und die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gegenüber, veranlassen mich, dem Gemeindediener Herbert herzlichen Dank dafür auszusprechen. Ganz besonderer Dank gebührt ihm für seine Hilfe bei der Ausfüllung der Renten- und Fürsorgeanträge. Dem Rohrmeister, Feldhüter und Totengräber Gustav Hölzinger, der unermüdlich seine Kraft in den Dienst der Gemeinde stellt, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Der Schuldienerin und Hausmeisterin der Turnhalle Frau Käthe Fischer, welche unterstützt von ihrem Ehemann, die Reinhaltung dieser Gebäude obliegt und die zu jeder Stunde, wenn sie gerade benötigt wird, zur Verfügung steht und vor allem die ihr aufgetragenen Arbeiten zur vollsten Zufriedenheit erledigt, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Dem Faseltierwärter Johannes Noss, für seine Tätigkeit in dem Gemeindefaselstall, sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt.

Dem Gemeindearbeiter und Pflanzenschutzwart Heinrich Volz, herzlichen Dank für seine Mitarbeit. Nicht zuletzt herzlichen Dank für die treue Dienstleistung, den beiden ausgeschiedenen Gemeindearbeitern Andreas Ullrich und Heinrich Hartwig III. Auch dem Ortslandwirt Karl Hartwig für seine Tätigkeit und seine Mithilfe bei Fragen der landwirtschaftlichen Bevölkerung sei herzlichst gedankt.

Der Freiwilligen Feuerwehr, für ihren selbstlosen Einsatz bei den beiden Waldbränden und der Sturmkatastrophe am 1. August 1958 an dieser Stelle herzlichen Dank.

Die Einführung der Altenehrung der über 70jährigen Einwohner hat einen sehr guten Widerhall gefunden bei der Gesamtbevölkerung gefunden. Die schönen Stunden, bei Kaffee, Kuchen und Wein, verdanken wir in erster Linie dem freudigen Einsatz des Ortsverbandes der Arbeiterwohnfahrt.

Das Aufstellen eines brennenden Weihnachtsbaumes während der Adventszeit im Schulhof ist begeistert aufgenommen worden und aus dem Dorfgeschehen nicht mehr wegzudenken.

Die alljährliche Bescherung der alleinstehenden alten Leute zum Weihnachtsfest, die durch Gaben der hiesigen Geschäftsleute, des Ortsverbandes der Arbeiterwohlfahrt und der Gemeinde Mittel-Gründau ermöglicht wird, ist eine lobenswerte Aufgabe. Die strahlenden Augen der Beschenkten ist unser schönster Lohn.

Die Beteiligung der Gemeinde Mittel-Gründau an der Dorfverschönerungsaktion seit 1959 hat bei der Bevölkerung zum großen Teil zu bereitwilliger Mitarbeit in dieser schönen Sache geführt. Der erste Erfolg war ein 6. Platz im Kreise und ein Geschenk durch den Herrn Landrat von Höhe von 100,00 DM. Möge dieser Gedanke weiter Raum greifen und der Gemeinde zu einem noch besseren Platz verhelfen

Ich möchte nicht versäumen, dem Gesangverein Eintracht und der Sport- und Kulturgemeinschaft für die Mitwirkung und Unterstützung bei Veranstaltungen und dergleichen meinen herzlichen Dank auszusprechen.

Meine Herren!

Dass all diese Arbeiten und Maßnahmen durchgeführt werden konnten, ist das Verdienst der gesamten Bevölkerung, die freudig und aufgeschlossen den Anordnungen gefolgt ist und zu guter Mitarbeit bereit war. Aus diesem Grund gilt unser Dank der gesamten Bevölkerung. Durch ihre Bereitschaft zur Mitarbeit hat sie uns beweisen, dass unser Weg in den letzten 4 Jahren der richtige war.

                                                                                                                                              Pfannmüller

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Zwischen dem ersten RB 1960 und dem folgenden 1964 liegen vier Jahre.

1961 tritt Wilhelm Pfannmüller in die SPD ein. Über das Warum kann spekuliert werden. Waren seine Beweggründe für diesen Schritt:

. pragmatische Überlegungen, wie er für die Verbesserung der Lage der “kleinen Leute” im Dorf an die dafür notwendigen Mittel des “Großen Hessenplanes” und des hessischen “Grünen Planes” kommt ?,

. negative Entwicklungen in der DDR …?

. oder die Entwicklung Hessens und seiner SPD unter Georg-August Zinn, die er unter seinem Leitmotiv vorantrieb ? :

„Aus dem Sozialismus in der utopischen Form der reinen Verstaatlichung hat sich ein freier Sozialismus entwickelt, der die freie schöpferische Initiative des Einzelnen, das selbständige Handeln nicht nur nicht hindern, sondern geradezu zur Voraussetzung hat.“ Georg August Zinn 1951 vor dem Hessischen Landtag (nach Gerhardt Beier “Arbeiterbewegung in Hessen”, Frankfurt 1984, Seite 349)

Die “Entwicklung des ländlichen Raumes” war in der hessischen SPD einer der Schwerpunkte schon lange vor dem Großen Hessenplan in den 60er und 70er Jahren: Mittelpunkt- und Gesamtschulen, Schwimmbäder, Sportplätze, Dorfgemeinschaftshäuser, Jugend-& Kulturzentren und Fortbildungseinrichtungen, ländliche Krankenhäuser, Altenzentren, Förderung des Genossenschaftswesens. Die große Schnittmenge zwischen Pfannmüllers Dorfentwicklungs- und dem Großen Hessen Plan könnte der ausschlaggebende Grund für seinen SPD-Eintritt gewesen sein.

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Rechenschaftsbericht für die Periode 1960- 1964


14. Oktober 1964

Rechenschaftsbericht über die Haushaltsführung der Gemeinde Mittel-Gründau in den vergangenen vier Jahren

Als ich Sie, meine Herren Gemeindevertreter und Beigeordnete, zur ersten Sitzung am 10. November 1960 zusammenrief, waren wir uns alle darüber einig, dass auf uns große Aufgaben warteten, die es zu meistern galt.

Galt es doch die festgelegten Ziele in der Gemeinde, die vor der Wahl proklamiert wurden, ihre Verwirklichung im Rahmen der finanziellen Kraft der Gemeinde durchzuführen. An deren Stelle standen Straßenbau, Kanalisation, Wasserleitung, und Schaffung von Baugelände und sonstiges mehr.

Heute am Ende der Legislaturperiode können wir mit Stolz feststellen, dass uns dieses gelungen ist. Was wir nicht verwirklichen konnten, das war der Bau des Schwimmbades, sowie die zweite Flurbereinigung. Letzteres lag nicht an uns, sondern an dem Kulturamt in Gießen.

Für Sie, meine Herren Gemeindevertreter, war dieses kein leichtes Amt, weil Sie für die Beschlüsse die Verantwortung zu tragen hatten.

Der Straßenbau in der Hauptstraße mit sämtlichen Nebenstraßen, Fritze-Berg, Hellerspfade, Sackgasse bei Adrian, am Klößner, Verlängerung der Hauptstraße bis kurz vor dem Stauweiher, Bergstraße, Hügelstraße, Lehenweg, Friedhofsweg, Wiesenweg, Neustraße und im Neubaugebiet Neuen-Garten, hier nur der Unterbau: Kostenaufwand 384.365.—DM zirka 3 km. Für Unterhaltung der Feldwege und Räumung von Gräben wurden 32.000.—DM aufgewendet.

Für Renovierungsarbeiten der Schule und der beiden Gemeindewohnhäuser sowie Anschaffungen mussten 36.500.—DM aufgebracht werden. Den Schulhofausbau möchte ich besonders erwähnen, weil das ein lang ersehnter Wunsch der Lehrerschaft und der Eltern war. Wie haben doch früher immer die Schuhe der Kinder ausgesehen und wie wurden die Schulsäle verschmutzt und wie ist es seit dieser Zeit alles anders geworden. Viele Eltern haben mich deswegen angesprochen und zum Ausdruck gebracht, wie groß ihre Freude darüber war, als der Schulhof dieses neue Gesicht zeigte. Kostenaufwand: 7.500.—DM.

Durch den Straßenbau Gartenstraße wurde es notwendig, den alten Friedhof mit einer Betonmauer und Zaun zu versehen. Dass das geschehen konnte, verdanken wir den freiwilligen Helfern: Abtragung von mehr als 400 km3 Erde sowie Abfahren derselben zur Niedergründauerstraße. Gleichzeitig galt es, den neuen Friedhof in einen würdigen Zustand zu versetzen. Ich glaube, dass wir heute behaupten können, dass uns dieses gelungen ist. Sind doch die beiden Friedhöfe das Aushängeschild der Gemeinde. Diese Gottesstätten werden laufend von Bürgern und ganz besonders von sehr vielen fremden Menschen besucht, die sich immer wieder lobend darüber aussprechen. Die Instandsetzung der beiden Friedhöfe erbrachte einen Kostenaufwand von 9.000.—DM.

Ein sehr schweres Kapitel war der Faselstall. Sie, meine Herren Gemeindevertreter, wurden laufend damit beschäftigt. Die Ausgaben entsprachen nicht den Einnahmen und dadurch wurde stets von der Dienstaufsichtsbehörde Rechnungsprüfungsamt Beanstandungen gegeben. Ist doch dieser Haushalt ein Gebührenhaushalt, wo sich die Ausgaben mit den Einnahmen decken müssen. Nach langer Überlegung fandet Ihr keinen anderen Ausweg, als den Faselstall aufzulösen und in private Hände zu geben. Ich glaube heute sagen zu können, dass sich seit dieser Zeit die Ausgaben verringert haben. Die Ausgaben betrugen in dieser Zeit 31.188.—DM.

Die Waldkatastrophe im Jahre 1958 brachte der Gemeinde einen ungeheuren Schaden ein, der sich heute noch im Haushaltsplan bedenklich auswirkt. Galt es doch, die Kahlflächen wieder aufzuforsten; dies ist bis zu 95 Prozent durchgeführt. Hinzu kommt noch die Unterhaltung und Säuberung der Pflanzen und in jedem Jahr die Holzhauerei, sodass der Kostenaufwand hierfür 117.604.—DM ausmachte. Volkswirtschaftlich gesehen musste die Gemeinde die Kahlflächen zur Erhaltung des Waldes, diese Anpflanzungen durchführen. Ich bin fest überzeugt, dass Ihnen später das gedankt werden wird.

Durch die Entwicklung und die Zuwanderung von mehr als 200 Personen galt es Baugelände zum Wohnungsbau zu schaffen. Dass das keine leichte Aufgabe war, kennen Sie alle, meine Herren, aus eigener Erfahrung. Der Neu-Garten musste erschlossen werden, dort sind für 17 Wohnungen Bauplätze vorhanden, nur noch ein Bauplatz ist frei, alle anderen sind verkauft, die meisten Häuser stehen jetzt im Rohbau fertig. Also musste wieder Bauland besorgt werden. Heute liegt bereits der Bebauungsplan zur Genehmigung der Aufsichtsbehörde beim Regierungspräsidenten in Darmstadt vor (Ziegelacker und sonstige).

Ein zweiter Bebauungsplan ist in Bearbeitung und wird, sobald der Straßenumlegungsplan (Büdingerstraße) vom Hirsch bis zur Grenze Hain-Gründau fertiggestellt ist, dann Bauplätze für zirka 160 Wohnhäuser zur Verfügung stellen. Warum wurde eigentlich hier so vielgebaut? Nur allein, weil Ihr den Wohnungsbau mit Bauholzdarlehen zinslos auf zwei Jahre unterstützt habt. Hinzu kommt, dass fast 75 Prozent der erstellten Wohnhäuser mit Landesbaudarlehen gebaut werden konnten. Die Darlehen von der Gemeinde sind heute bereits alle zurückgezahlt. Ihr damaliger Beschluss, den Baulustigen Darlehen zu gewähren, hat seine Früchte getragen. Seit 1957 wurden bis jetzt 81 Wohnhäuser neuerstellt.

Die in diesem Absatz angesprochene Verlegung der Büdinger (Nierdergründauer) Straße ist heute noch sichtbar, wenn man von der Bundesstraße Lieblos-Büdingen nach Mittel-Gründau abbiegt. In der Rechtskurve vor dem Ortseingang sollte die Straße geradeaus am Rand der Gründau-Aue entlang, knapp am Ahl (am “Hirsch”) vorbei Richtung Niedergründau-Langenselbold geführt werden. Glücklicher Weise ist daraus nichts geworden,

Der neue Ortsteil hinter dem alten Friedhof entsteht. Rechts im Hintergrund das erste, schon länger stehende Haus wurde auch schon Mal etwas spöttisch “Villa Hügel” genannt, nicht nur weil es auf dem Hügel hinter dem Friedhof höher lag als alle anderen Häuser in Mittel-Gründau

Die über 110jährige Radsport-Tradition Mittel-Gründaus hat ihren Ursprung in der Not der bäuerlich-handwerklichen Familien, der Notwendigkeit der Wanderarbeit, des Pendelns zu den Arbeitsplätzen im Kinzigtal, in Gelnhausen, Wächtersbach, Steinau, im Maintal, in Hanau,Frankfurt, Höchst, Offenbach, Steinheim, Auheim …

Aus dem Radsport wurde auch Kraftradsport: hier Mittel-Gründauer Teilnehmer am Motorradrennen auf dem Schottenring in den 50ern

Auch die Frauen mussten pendeln, mit der Heldmann-Bahn, mit dem Fahrrad und es blieb nicht aus: 1955 zwei Mittel-Gründauerinnen auf einer Horex? oder einer NSU-Fox?

Der Radladen, die Werkstatt, die kleine Tankstelle mit dem Pumpschwengel und dem Glas-Zylinder im Unterdorf, gegenüber der Gaststätte Jean Kuhl/Stenger/Heiss & Konsum & Kegelbahn war Zentrum aller Radlerinnen. Hier stand ihnen der “kleine Schmied” Heinrich Vaupel mit Rad und Tat zur Seite. Bild: Heinrich Vaupel mit seinen Enkelkindern vor dem Schaufenster des Fahrradladens: rechts am Fenster das VICTORIA-Motorrad, Moped & Fahrrad-Firmenzeichen

Die Radsporttradition wurde in Mittel-Gründau mit den regelmäßigen Motocrossrennen am Kolbenstein bis in die 1970er weitergeführt, immer unter der Schirmherrschaft Wilhelm Pfannmüllers.

Zu diesen Rennen -teilweise Deutsche Meisterschafts-Läufe gelegentlich auch mit internationalen Fahrern am Start – kamen bis zu 4000 Besucher (Bild: Motocrossrennen 1958)

Dass bis heute noch nicht mit der Uhrenfabrik begonnen werden konnte, liegt ganz allein an der Genehmigungsbehörde in Darmstadt. Es war unsere Aufgabe, für viele Pendler Arbeitsplätze zu schaffen und das muss auch in Zukunft so bleiben

Wilhelm Pfannmüller ging es bei seinen teilweise erfolgreichen Versuchen von Industrieansiedlung auch darum, das fürstliche Arbeitgeber-Monopol und damit auch das örtliche Lohndiktat zu brechen. Ab den 60ern ging es mit dem Hofgut ständig bergab. Begleitet wurde dieser Sinkflug vom Einsatz großer landwirtschaftlicher Maschinen, von dem zwar auch der örtliche Landmaschinen-Händler &-Techniker etwas profitieren konnte, doch brachte dieser Absturz Vernichtung von Arbeitsplätzen, Lohnsenkungen und eine Verschärfung der schon schlimmen Arbeitsbedingungen mit sich: so wurden bis auf eine kleine angestellte Kernbelegschaft alle Arbeitskräfte des fürstlichen Hofgutes für den Winter bei der Renten-, Arbeitslosen und der Krankenversicherung abgemeldet.

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Durch die Vergrößerung unseres Dorfes ist es notwendig geworden, auch an die Feuerwehr zu denken. Unser altes Gerätehaus wurde von der Behörde als baufällig erklärt, war somit nicht mehr geeignet für die Feuerwehr. Bei der Größe unseres Dorfes ist es notwendig, dass eine schlagkräftige und gut ausgebildete Feuerwehr vorhanden ist und dazu gehört auch eine ausgerüstete Wehr, die jederzeit in der Lage ist, Herr der Lage zu sein. Haben uns doch alle die Brände in der letzten Zeit davon überzeugt, dass unsere Wehr jeder Situation gewachsen ist.


Ortsbrandmeister Erwin Goll 2. von links

Ich glaube, sagen zu können, dass wir unsere Feuerwehr nicht vernachlässigt haben. Rechtzeitig haben wir damit begonnen, die Wehr gut auszurüsten mit Schläuchen und sonstigem sowie Anschaffung einer neuen Spritze. Seien Sie stolz darauf, dass Sie die Notwendigkeit rechtzeitig erkannt zu haben, zu den Anschaffungen ja gesagt zu haben. Der Einsatz bei den letzten Bränden hat die Schlagkräftigkeit unsrer Wehr unter Beweis gestellt. Heute sind wir soweit, dass unser neues Feuerwehr-Gerätehaus im Rohbau fertig ist.

Hier haben viele Bürger sonntags ihre Freizeit geopfert und dadurch der Gemeinde fast 25.000. – DM gespart. All den freiwilligen Helfern sei hier an dieser Stelle nochmals gedankt. Für die Feuerwehr wurden in den vergangenen Jahren insgesamt 54,000. – DM aufgebracht.

Die SKG im Einsatz mit ihrem 1. Vorsitzenden bei der Anlage des Fußballplatzes 1954

An der Sportzentrale Niedergründauerstraße musste die Auflage vom Ministerium, die Haselbach in Rohre zu verlegen, durchgeführt werden. Heute sind wir mit der Verlegung fertig. 500 Meter und 1000 Rohre wurden verlegt, mehrere Schächte eingebaut, die Rohre zugeschüttet, sodass fast 150 Parkplätze vorhanden sind. Der Kostenaufwand 60.000. – DM.

Die Unterhaltung und Verbesserungen in der Turnhalle wurden notwendig, um die kulturelle Arbeit in der Gemeinde zu fördern. Kostenaufwand 19.500. – DM.

Auf dem Bild oben links steht bereits die neue Milchsammelstelle der Mittel-Gründauer Milchbauern-Genossenschaft, der die Gemeinde das über 1000 m² große Grundstück zum Vorzugspreis von 2,-DM/ m² verkaufte. Die im Keller eingebaute Gemeinschafts-Tiefkühlanlage wurde mitsamt des Gefriergutes Opfer eines Hochwassers, weil die Jungbauern nicht auf die Alten gehört haben, die in diesem überschwemmungsgefährdeten Bereich seit über 200 Jahren aus gutem Grund keine Tiefkeller gebaut hatten.

Für Ihre Unterstützung bei der Dorfverschönerung darf ich Ihnen recht herzlich danken. Sind wir doch in all den Jahren mit 2 Ersten Preisen und mit weiteren Preisen im Kreis Büdingen bedacht worden. Die Umgestaltung unsres Dorfes ist der Zeit entsprechend mitgegangen. Jeder, der unser Dorf heute besucht, ist stark beeindruckt von der Sauberkeit. Hierbei hat die Bevölkerung großen Anteil. Dafür sei Ihnen recht herzlich gedankt.

An Kreisumlagen mussten wir in den Jahren 1961 bis 1964 genau 109.601. – DM an den Kreis Büdingen zahlen, eine Summe, die an den Schlüsselzuweisungen sofort einbehalten wurde.

Meine sehr verehrten Gemeindevertreter, wenn ich Ihnen nun die größeren Ausgaben in verschiedenen Ressorts aufgezeigt habe, darf ich Ihnen die sonstigen Ausgaben, die laufend wiederkehren, nicht vorenthalten. Die gesamten Ausgaben in den vier Jahren betrugen 1.545.651. – DM, eine enorme Zahl, die kaum glaubhaft erscheint. Daraus ergibt sich die ungeheure Kleinarbeit, die zu bewältigen ist, damit nicht die Gemeinde unnötigerweise in Schulden gerät. Wenn ich Ihnen, meine Herren Gemeindevertreter, heute mitteilen kann, dass wir den Schuldenstand vom Jahre 1961 von 111.120. – DM auf 61.503. – DM abtragen konnten, ist das ein Beweis, wie gewirtschaftet wurde. Bedenken Sie dabei, was alles gemacht wurde und wie sich unser Dorf gewandelt hat. Sie können heute auf Ihr Dorf stolz sein und mit Recht behaupten, wir haben dazu beigetragen, dass wird im Kreis mit an führender Stelle liegen. ………..(….)

…… Nun noch ein Wort zum Wochenendhausgebiet am Reitzeberg. Der Bebauungsplan sieht vor, dass dort 82 Wochenendhäuser erstellt werden können. Sehr viele Grundstücke sind bis jetzt verkauft und haben so manchen Bürger einen schönen Betrag Geld eingebracht. Gleichzeitig verdienen unsere Geschäfte anständig dabei. Wir jedenfalls gehen nicht leer aus dabei.

(Ein weiterer Neben-Nutzeffekt dieser Wochenendsiedlung, die sich schnell zum Hauptwohnsitzplatz “stadtflüchtiger” Offenbacher und Frankfurter entwickelte, war die Ansiedlung von Gewerbebetrieben auf durch die Flurbereinigung gewonnenen Ortsrandarealen mit Wohn- und Gewerbe-Mischnutzung)

Heute mehr denn je ist die Betreuung der alten Menschen eine der wichtigsten Maßnahmen. Sie, meine Herren Gemeindevertreter, haben das erkannt und mich dabei unterstützt. Die Altenehrungen zu Weihnachten der über 70jährigen ist ein stolzer Erfolg. Durchschnittlich nehmen 85 bis 90 Prozent daran teil, 60 bis 65 Personen. Seien Sie überzeugt, Ihren alten Mitbürgern stets zu Weihnachten darüber eine große Freude bereitet zu haben. Eure Geldspende hat dazu beigetragen. Unsere alten Mitbürger haben sich immer lobend darüber ausgesprochen. Gleichzeitig habt Ihr mitgeholfen, den alleinstehenden und kranken Menschen zu Weihnachten durch ein kleines Päckchen eine Freude bereitet zu haben. Die kleine Kaffeefahrt zum Gedener See und zum Hohenrodskopf der über 65jährigen ist mit Ihrer Hilfe zustande gekommen. All diese Errungenschaften sind nicht mehr weg zu denken.

Bürgermeister Pfannmüller (vorne links) mit den Alten des Dorfes beim Ausflug zum Hoherodskopf

Um all das Vorgetragene zu bewerkstelligen, mussten in den vergangenen vier Jahren 65 Gemeindevertreter-Sitzungen durchgeführt werden. 632 Tagesordnungspunkte wurden erledigt, davon konnten 578 Punkte einstimmig, 54 mit Enthaltungen und Gegenstimmen erledigt werden; so sagen das mehr als alle Berichte. Der Zeitaufwand herfür betrug an 2158 Stunden. Hieraus ersehen Sie, meine Herren, welche Zeit Sie zum Wohle der Allgemeinheit aufgewendet haben. Und trotzdem sollten Sie stolz sein, hier dabei gewesen zu sein. Ich glaube aber doch sagen zu können, die Arbeit hat sich gelohnt und trägt seine Früchte. Gewiss ist nicht alles so gelaufen, wie sich der eine oder andere sich das gedacht hat. Wir können aber heute mit Genugtuung feststellen, dass sich im Allgemeinen eine ruhige Atmosphäre innerhalb unseres Dorfes wiederspiegelt. Ich kann nur sagen, die gute Zusammenarbeit hat sich gelohnt und war von großem Nutzen für unsere Bürger.

Nur wenige Bürger machen sich eine Vorstellung von der Kleinarbeit, die heute in der Verwaltung anfällt. Um all das zu bewerkstelligen, was den Aufstieg der Gemeinde nicht hindert, heißt es nicht schlafen, sondern nur arbeiten. Vieles wäre noch zu sagen, aber ich glaube, dass ein jeder sich jetzt ein Bild machen kann, was heute verlangt wird, um den Aufstieg der Gemeinde voran zu treiben.

Mir bleibt jetzt nur noch eine Aufgabe, deren ich mich gerne heute in aller Öffentlichkeit entledigen möchte: Ihnen, meine sehr verehrten Herren Gemeindevertreter, für Ihre Mitarbeit und für Ihre gute Zusammenarbeit und für Ihren Einsatz aufrichtig Dank zu sagen. Ganz besonders möchte ich den Gemeindevertretern, die nicht mehr am 25. Oktober 1964 ins Gemeindeparlament einziehen, für Ihre langjährige Tätigkeit meine Hand reichen, die Ihnen mehr besagen soll, als alles andere.

Ihnen, Herr Jeckel, der mehr als 17 Jahre im Parlament gewesen ist, gebührt besonderer Dank. Ihnen, mein sehr verehrter Herr Erster Beigeordneter Messerschmidt, danke ich aufrichtig für Ihre Fingerzeige, für Ihren Rat bei all jenen Planungen, die zum Wohle für alle Bürger und zum Nutzen der Gemeinde durchgeführt werden konnten. Sie waren uns mehr, Sie waren uns Vater im Parlament. Ich darf Ihnen recht herzlich dafür danken und ich wünsche und hoffe, dass Sie uns noch recht lange mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mögen Sie noch recht lange der Gesundheit erfreuen, damit Sie noch lange an der Gestaltung unseres Dorfes mitarbeiten können. Herzlichen Glückwunsch.

Ihnen, Herrn Kassenverwalter, darf ich ebenfalls für Ihre geleistete Arbeit in der Gemeinde aufrichtigen Dank sagen. Meinen ständigen Mitarbeitern Rohrmeister, Friedhofswärter Gustav Hölzinger, Gemeindearbeiter Karl Hartwig, Schulmeisterin Käthe Fischer, Faseltierwärter Erhard Euler für korrekte und saubere Arbeit herzlichen Dank.

Dem Herrn Ortsbrandmeister Erwin Goll und seinen freiwilligen Feuerwehrmännern sei hier an dieser Stelle für Ihre gute Zusammenarbeit und steten Einsatz für die Allgemeinheit, zum Wohle der Gemeinde aufrichtig gedankt. Für die Mitarbeit der Schulleitung sei Herrn Hauptlehrer Oswald herzlich gedankt.

Dem Gesangverein Eintracht, für seine Mitarbeit in kultureller Hinsicht, bei den Alten-Ehrungen, bei Veranstaltungen und auf dem Friedhof herzlichen Dank. Dem wegen Krankheit ausgeschiedenen Zweiten Beigeordneten, Herrn Heinrich Knickel, für seine langjährige Mitarbeit im Gemeindeparlament sage ich hiermit ebenfalls aufrichtigen Dank. Dank an Herbert.

Möge dieser Rechenschaftsbericht, Ihnen meine Herren Gemeindevertreter und all den Anwesenden, einen kleinen Überblick in die Arbeit eines Gemeindeparlaments gegeben haben, die Sie in all den vielen Jahren geschafft haben, dieses wird Ihnen bestimmt in Erinnerung bleiben.

Der neuen Gemeindevertretung rufe ich heute schon zu, sich für die kommenden Arbeiten zu rüsten, dieselben zum Wohle der Gemeinde in den nächsten vier Jahren zu lösen sind: Straßen in der Obergasse, Karlsbaderstraße und Neubaugebiet Neuer-Garten. Verlegung der Kanalisation zum Neubaugebiet Ziegelacker mit Wasserleitung und Fertigstellung des Feuerwehr-Gerätehauses. Das sind aber nur die wichtigsten Arbeiten, allerdings können nur alle Arbeiten im Rahmen der finanziellen Kraft der Gemeinde durchgeführt werden.

Bei der Spendenaktion “5 Mark für einen Hohlblock” konnten sich alle im Dorf beteiligen. Bis zu 20 Freiwillige aus allen Vereinen arbeiteten an Wochenenden und noch nach Feierabend am Bau des Feuerwehrhauses, der Bürgermeisterei, des Standesamtes, der Sozialwohnungen … auch, damit es mehr Platz für die Schulkinder gibt.

An dieser Stelle sei besonders der Bevölkerung herzlich dafür gedankt, dass sie unsere Maßnahmen durch ihre Mithilfe unterstützt hat.

                                                                                                                                              Pfannmüller

Bild-Quellen:

Die Bilder in diesem Artikel stammen aus Wilhelm Pfannmüllers Presse-Archiv (Gemeinde-Archiv- Gründau), aus den Fotoalben der Familien Heinz Pfannmüller und Heinz Vaupel, aus Elli Gärtners und Louise Wehners Fotoalben, von der Freiwilligen Feuerwehr Mittel-Gründau, von Elfriede Stenger-Heiss, von Friedel Lott

und
aus dem hessischen Staatsarchiv Darmstadt, sowie aus den Archiven der Städte Nidda und Gelnhausen. Aus dem HaBE-Büchnerei-Archiv kommen alle Farbfotos und die Federzeichnungen vom Hofgut und der Alten Schule.

Zeitungsmeldung (Bild) Mittel-Gründau bekommt einen hauptamtlichen Bürgermeister

Der nicht sonderlich erfreut blickende CDU-Landrat überreicht 1978 das von Bundespräsident Walter Scheel verliehene Bundesverdienstkreuz (Quelle: Gelnhäuser Tageblatt / Stadtarchiv Gelnhausen)

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

2 Gedanken zu „Zwei Leben für die Kleinen Leute: Wilhelm Pfannmüller / 2.Teil“

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