Krieg um Wasser, Gift-Müll, Gülle ? Auf’m Land in Hüll’ & Fülle

Plakat2_kleinKrieg um’s Wasser gab’s im oberhessischen Dorf Mittel-Gründau bei EZBankfurt schon vor über 300 Jahren. Der um Müll-Deponien, Müll- Verbrennungsanlagen, (Flug-)Asche-Deponien, Erdaushub-Deponien, um Bauschutt-Deponien (auch für kontaminierte Erde), um Gift & Gülle, um giftige “BIO”-Gas-Reaktor-Rückstände als Dünger & wieder Frankfurter  & VEOLIA-Wasserraub & Brunnenvergiftung, neofeudaler Waldraub durch börsennotierten  Hoch-Geld-Adel. …..

Diese Art Kriege sind auf’m Land ziemlich neu: so zwischen 5 und 50 Jahre jung – (der “Krieg” um den Wald ist eine Neuauflage des Waldraubes durch die ehemaligen kaiserlichen Schreiber, die aufgestiegenen Grafen, die sich seit Beginn ds Zerfalls des Kaiserreiches die Filetstücke aus den reichsunmittelbaren, den Dörfen durch die deutschen Kaiser seit Barbarossa vertraglich gesicherten Wälder und Waldnutzungsrechte unter den Nagel gerissen hatten).

Nur der Nitrophoska-Land-Krieg ist jetzt schon fast Hundert Jahre alt. Ein Dauer-Konflikt mir erheblicher Sprengkraft. “Auf die Dauer hilft nur Power! – Guter Rat vom Hessenbauer!”, diesen Spruch der “Ringberater” der deutschen Chemie-Industrie haben nicht nur die hessischen Landwirte leider etwas missverstanden. Nitrophoska powert auf die Dauer den Boden -aus! Nur so wird ein Schuh draus!  Ansonsten kann man damit gut den Rasen sprengen und kriegt dann gleich einen tiefen Teich für ne Koi-Zucht oder ein Schwimm-im-Puhl  für ein Gülle-Bad nach der Arbeit die/mit Leiden-schafft. Siehe hierzu auch:

Ein erfolgreich verhindertes “rot-grünes” GroßMüllprojekt im Gründau- Ronneburger Hügelland & wie ein DDR-Sprinter durch PUMA freigekauft wurde
“Der May ist freigekommen, die Damen rasten aus!”

 

62. Erzählabend des Historisch-Demokratischen Vereins Mittel-Gründau von 1848 i.d. IAS. e.V.    am Do. 13.08.  um 18.30 h in der Gaststätte Stenger/Heiss

Die hier folgenden Bilder & Bildüber- & -unterschriften stammen aus dem Portal

Der Weltkrieg war vor deiner Tür : ………

Wir sammeln, Geschichte, Geschichten, Dokumente, Lieder, Filme und Bilder für das Fest & die Festschrift zum 800. Geburtstag unseres Dorfes im Jahr 2019.

 

Ein Grundbestand ist schon vorhanden. Zusätzlich hat uns der Enkel des Mittel-Gründauer jüdischen Matzebäckers Hecht, Daniel Hecht aus Israel nach seinem Besuch im Haus seiner 1936 geflohenen Großeltern  (heute: Tatoo „Bleeding Roses“) und „bei‘s TObiasse“ **** in der Bachgasse 1 nach einer unserer bewährten Regional-& Dorf-Histouren (per Pedes, Pedale oder im Planwagen) rund 60 Bilder & Dokumente aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Mittel-Gründau geschickt. Der Historisch-Demokratische Ferein Mittel-Gründau von 1848 (HDV) hatte diese Bilder zum (jüdischen) Leben im Gründau-Tal dem Gründauer Geschichtsverein ausgeliehen. So kamen zwei Kopien davon bei der Mittel-Gründauer Grenzwanderung Mitte Juli zum Einsatz. Zahlreiche weitere Dokumente werden Herr Rückriegel, Herr Kreutzer und Herr Engel zur Verfügung stellen. Auch die HistorikerIN Dr. Manfred Köhler & Dr. Christine Wittrock steuern viele ihrer Dokumente bei.

 

Eines der wichtigsten dieser Dokumente hat Dr. Köhler bereits 1998 bei der HDV/IAS -Veranstaltung zum 150. Jahrestag der 1848er Paulskirchenrevolution in der Alten Schule Mittel-Gründau vorgestellt. Es ist das einzige noch erhaltene Dokument der parlamentarischen Anträge aus Mittel-Gründau von 1848 /49 bis Ende der 1860er.

Im hessischen Landtag wurden die Mittel-Gründauer Anträge meist als „zu demokratisch“, „radikal-republikanisch“ & meist auch als „majestätsbeleidigend“ abgelehnt, nicht zugelassen & vernichtet. Lediglich aus der Antwort des Landtagspräsidenten auf eine Anfrage des für Mittel-Gründau zuständigen Abgeordneten Dr. Christian Heldmann, warum die Anträge  aus Mittel-Gründau nicht behandelt würden, ist zu entnehmen, dass die zahlreichen Eingaben aus Mittel-Gründau überhaupt vorgebracht wurden & aus welchen Gründen sie nicht zugelassen wurden …  Mehr dazu & auch zu den Forderungen der Mittel-Gründauer Bauern von 1830

& zur Geschichte der BIRKENSTOCK-Schuhe, die in Mittel-Gründau begonnen hat … das verschweigen jetzt die superreichen Erben, weil ihnen ihr Vorfahre zu demokratisch-revolutionär war. Sie wollen nicht einmal Betriebsräte in ihren Niederlassungen von Steinau bis nach Görlitz und so weiter zulassen …

Aber es gibt in Mittel-Gründau noch Nachkommen der Birkenstocks, die auf die demokratisch-sozial-revolutionäre  Einstellung ihres Urahns sehr stolz sind, der hier als Schuhmacher begonnen hat, bis er nach der Revolution nach Langenbergheim zog  und dann von dort nach Friedberg …….

Die Mittel-Gründauer Resolution an die Paulskirchen-Abgeordneten, die beim nächsten Erzählabend behandelt werden soll, hat der Schuhmacher Birkenstock mit unterzeichnet und die Abgeordneten aufgefordert, für die Erhaltung der demokratischen Verfassung zu kämpfen wie er und seine Freunde im Demokratischen Verein Mittel-Gründau…

Und fast alle Mittel-Gründauer haben sie unterschrieben: vom Achtzehnter bis zum Ziegenfuß, die Weinels, die Meiningers 1 bis 7, die Bollers, die Dauths, die Volz, die Lotts, die Mohns, die Günthers, die Schwinns, die Schwarzhaubts, die Kalbfleischs  usw…. rund 80 Familien-Vorstände (Männer, Frauen hatten noch kein aktives und passives Wahlrecht) haben für zwischen 4 und 12 und mehr Familienmitglieder gleich mitunterschrieben …

 

Mehr erzählen, hören ? Um 18.30 am Do. 13.08. beim 62. IAS-HDV-Erzählabend seit über 20 Jahren -zwar seit 2003 nicht mehr in der Alten Schule – aber seit 5 Jahren wie immer beim Stenger

MfG i.A. des HDV     Hartmut Barth-Engelbart

 

Die folgenden Anmerkungen müssen nicht mitveröffentlicht werden, weil sonst der Text zu lang ist. Sie dürfen aber mitveröffentlicht werden :-O)))

 

Anmerkung ****: die Adresse Bachgasse 1 heißt heute noch bei den Ur-Mittel-GründauerINNEn „Bei’s TObiasse“ nach dem legendären Anführer der Oberhessischen Bauernaufstände mit seinen demokratisch-sozialen Forderungen gegen die Fürsten (hier nur aus der Erinnerung aufgeschrieben, das Dokument dazu folgt nach seiner Wiederentdeckung :-O)))):

1. Abschaffung der indirekten (der heutigen Mehrwert-) Steuern, weil die nur die unteren Schichten und Klassen treffen,

2. Erhöhung der Pensionen/Renten (hier sind nicht die Bezüge der Staatsbeamten/und hohen fürstlichen Angestellten gemeint, sondern die „Holzrenten“ der Waldarbeiter gemeint, denn die Klein-Bauernwirtschaften konnten wegen der Steuerlasten ohne „Nebenjob“ in den fürstlich angeeigneten Reichsforsten der Dörfer die Familien nicht ernähren… Diese Renten wurden in der Regel in Naturalien, in „Brenn- und Bauholz“ bezahlt, Es gab bei „Fäll-Unfällen“ auch solche Invaliden- und Hinterbliebenen-Holz-Renten/-Pensionen. Zum Leben zu wenig und zum Sterben noch etwas zu wenig zu wenig.

3. Wiederherausgabe der bäuerlich-dörflichen  Allmenden, -Weiden, – Gewässer, -Äcker und -Wälder

4. Wiederherstellung der Wasserrechte, der Fischrechte, der Waldweiderechte, der Holzrechte

5. Abschaffung der Hundesteuer (denn nur mit größeren Hunden konnten die Bauern sich davor schützen, dass die fürstlichen Jäger das Rotwild und die Schwarzkittel in ihre Felder trieben, damit sie sich bis zur fürstlichen Jagd dort fettfressen konnten.

6. Abschaffung der Prügelstrafe für Holzarbeiter und Jagdtreiber und sogenannte “Wilddiebe”, die die ungebetenen Mitfresser aus den Feldern vertrieben und sich etwas von den “verarbeiteten” Kartoffeln, Getreiden und Rüben in  fleischlicher Form zurückholten ….

Schon zu Beginn des Aufstandes wurde der Schriftführer, der Überbringer der Forderungen an den Büdinger Fürsten, der damals noch Graf war, in Büdingen trotz zugesagtem Schutz für den “Parlamentär”, der Mittel-Gründauer Lehrer Paul Nagel sofort festgenommen und ins Zuchthaus Marienberg verschleppt.

Nach dem Scheitern des schlecht bewaffneten und nahezu unorganisierten Aufstands hatten von den Anführern viele das Blutbad von Södel nicht überlebt und auch viele die folgenden Zuchthaus- und drastischen Geldstrafen nicht. Mittel-Gründau wurde exemplarisch mit der Schließung seiner neuen Schule in der Alten Schulstraße bestraft. Über zwei Jahre wurde kein Lehrer als Ersatz für den weggesperrten Dorfschullehrer Paul Nagel eingestellt. Dafür gab es Strafpredigten für die Alten wie die Jungen in der Niedergründauer Bergkirche unter den Augen des Kirchen-Patrons, wenn er denn wirklich hinter den Gittern und Vorhängen seiner Fürstenloge in der alten, kleineren Bergkirche saß. Mer waases net, mer mungelts nor.

Georg Büchner hat versucht, mit den Anfühern des Oberhessischen Aufstandes Kontakt aufzunehmen. Über deren Schmuggelwege wurde sein Hessischer Landbote von der Offenbacher Druckerei höchstwahrscheinlich über Seligenstadt und die dortigen Mainfischer durch das bayrisch-hanauisch-erzbischöflich-Mainzer-kurfürstlich-Kasselaner -Isenburg-Meerhölzer Grenzdurcheinander ans Nordufer des Mains und von dort über den Hanauisch-KasselKurfürstlichen Flaschenhals, über die Schleichwege durch die Kinzigsümpfe nach Oberhessen gebracht – am reichen Rothenbergen vorbei, durch die Sümpfe bis in die Gelnhäuser Burg. Von dort auf Valentin Sängers Buxweiler-Schmuggler. und Landjuden-Pfaden nach Eckhardtshausen … 

Oder am patronats-pfäffisch-gedrückten Niedergründau vorbei durch die Gründau-Sümpfe nach Mittel-Gründau gebracht, dort am Hofgut vorbei über den Hasselbach in die oberhessische Freiheit ? Von wegen, auf Schleichwegen über Vonhausen an Büdingen vorbei über Düdelsheim, Selters, Konradsdorf  …. bis nach Gießen. Immer mit der Angst vor den fürstlichen Jägern und den Zöllnern im Nacken.  Ein wichtiger Anlaufpunkt für die Hessischen Landboten war Tobias Meininger und seine widerspenstigen & schleichwegkundigen Mittel-Gründauer. Aus gutem Grund.

Es ist schon so, dass alle guten Gründe nach Mittel-Gründau führen :-O)))), deshalb heißt das Dorf ja auch in der ‘Geburts-Urkunde’ “Grindaha-Media”,  die Mitte der Aue, in die die Gründe münden: der Sauerngrund, der Atzmersgrund, der Allmessen-Grund,  der Judengrund  usw ………  all jene Gründe, die vor 25 Jahren daraufhin “untersucht” wurden, ob man da nicht eine Großmülldeponie errichten kann oder eine Müllverbrennungsanlage mit Flug-Aschendeponie oder große Erdaushubdeponien ….  da wäre beinahe aus Mittel-Gründau Müll-Gründau geworden ….

 

Tobias Meininger, einer der Urenkel des 1705 eingewanderten Karl Meininger, hat gegen Ende der 1860er große Teile seines Bauerngartens zwischen dem alten Fachwerk-Wohnhaus des Meininger-Hofes und der Kirchgasse (heutige Haingründauerstraße, wo der alte Eingang zum Hof heute noch unterhalb des gepflasterten Schulhofes zu sehen ist) mit dem nach Süden Richtung Hasselbach am Back-& Feuerwehrhaus vorbeifließenden Mühlbach –  für den Neubau der Mittel-Gründauer Schule zur Verfügung gestellt.

 

Der Mühlbach floss von  oberhalb des Weihers hinter der Schafhalle vom Altbett des Hasselbaches rechts der Straße zum Reitzeberg hinter Emils Haus durch das  „Mühlstück“ unter einer kleinen Brücke an der Wagnershohl leicht die Alte Schulstraße bergab hinter Heinrich Ottos und Karl Ottos Hof (dem Ex-Schickling-Hof) durch den Geis’schen Garten, wo man an einer Bodenwelle heute noch den Mühlbachverlauf erkennen kann. Der Mühlbach trennte die Hang- und meist kleinen Beeren-& Weingärten von den Höfen, von denen aus man diese Gärten über Stege und Stein-Stiegen in der Mühlbach-Stützmauer erreichen konnte. Die Gemüsegärten lagen zwischen den Wohnhäusern und dem Mühlbach oder neben den Wohnhäusern unterhalb des Mühlbaches, weil die mehr Wasser brauchten als die Wein- und Beerengärten am Hang.

 

Tobias Meininger hat auch seinen Garten oberhalb des Mühlbaches zur Verfügung gestellt, damit die Schule einen eigenen Schulgarten zur Arbeitserziehung und landwirtschaftlichen Reformausbildung betreiben konnte.

Die heutigen Grundstücksgrenzen verlaufen immer noch entlang des alten Mühlbachbettes, das an einigen Stellen hoch mit Schutt ver- und überfüllt wurde (so besonders nordwestlich der Wagnershohl in Richtung Schafhalle-Reitzeberg). Dieser Mühlbachlauf bildet auch die Grenze innerhalb des Schulhofes: bis zur Mühlbach ist gepflastert, dann kommt der Entwässerungskanal (der alte Mühlbach) und dann der heute leider asphaltierte Schulgarten mit dem bis in die 60er üblichen PlumpsKlo. Erst in Ende der 1960er oder erst Ende der 70er wurden die Toiletten im Schulhaus abgezweigt, nachdem die Hauptschule von 5. bis 9./10. Klasse nicht mehr in Mittel-Gründau bleib.

 

Bis in die 1960er hatte dieser nördliche asphaltierte Teil des Schulhofes noch als Schulgarten gedient. Die gesamte Entwässerung der Grundstücke südlich der Alten Schulstraße verläuft durch den in einen Kanal umgewandelten Teil des alten Mühlbaches. Der Mühlbach, der die Kirchgasse unterquerte, verwandelte zusammen mit den bei Gewittern herabschießenden Wassermassen aus dem Vonhäuser Hohlweg (dem früheren Weg zur Hohen Straße & zur Reffenstraße nach Büdingen) die Kirchgasse in eine Schlammwüste, in der die Fuhrwerke trotz des Knüppelholzweges bis hoch zum Kippel neben dem alten Friedhof stecken blieben. Beim Ausbau der nur geschotterten Kirchgasse zur Autostraße (dann nicht geradeaus links am Friedhof vorbei, sondern mit einer scharfen unübersichtlichen Kurve nach rechts nur kurz bergauf und dann wieder runter in die sumpfigen Gründauwiesen, für Fuhrwerke die Fahrt zur Hölle!!) hat man zwischen dem querverlegten Knüppel-Straßendamm noch einige Hufeisen gefunden, die die Zugtiere dort verloren hatten. 

 

Aus diesem Mühlbach hat die Mittel-Gründauer Feuerwehr die im hinteren Bereich des Backhauses stationierte mechanische von zwei Mann zu bedienende Wasserpumpe  und davor über fast 200 Jahre die historischen Löscheimer gefüllt und über die Löschkette zu den Brandherden befördert  und wenn zu wenig Leute da waren, ging es mit Wassereimer-Staffel-Lauf. Noch in den 60ern war die Feuerwehr neben dem Schulgarten auf dem Schulgrundstück untergebracht, seit 1904  das Backhaus zu klein war für die Feuerwehr und das Treppenhaus der Schule mit dem Feuerwehrturm mit Schlachtrocknungs-Schacht erneuert, erweitert und ergänzt wurde. Der Schluss-Stein dieser Erweíterung ist heute noch unterhalb eines der Treppenhausfenster zu sehen.

 

Es gibt übrigens Indizien dafür, dass es einen zweiten Mühlbach gab, der auf der anderen Seite der Grenze zwischen Hessen-Darmstadt und Hessen-Kassel noch weiter hinter der Schafhalle abgezweigt wurde. Dieser Mühlbach verlief hinter den heutigen eng an den Hang gebauten Häusern ab der Abzweigung Orles-Siemen-Straße, weiter bis  durch den alten Kinderspielplatz  hinter den fürstlichen Schäferei-Gebäuden und dem heute noch stehenden alten Schäferhaus unterhalb der beiden Schweizerhäuser. Dann unter dem Altwiedermuser Weg hindurch zwischen dem ehemaligen in den 70er abgerissenen „Polenhaus“ und der Feldscheune. Dort konnte man bei der 775. Geburtstagsfeier Mittel-Gründaus 1994 die Unterquerung des Altwiedermuser Weges noch erkennen und die Fortsetzung des Mühlgrabens bis zu dem Zufluss aus dem hinter der Feldscheune verlaufenden Rinnsal/Entwässerungsgraben. Und noch früher von dort aus weiter hinter dem Hofgutgarten/Park bis an das Süd-Ende der Domäne.

 

Am Süd-Ende der Domäne befand sich die Hofgut-eigene Schnapsbrennerei und die Futterschrot-und Gétreide-Unterflur-Mühle, für die das Wasser aus den alten Holzrohren aus dem Orles-Siemen und den fürstlichen Fischteichen am Oberlauf des Hasselbaches und seiner Nebenbäche nicht ausreichte.

Diese Holzwasserrohre konnten zwar den Teich speisen und die Trinkwasserversorgung des Hofgutes sichern, aber für Viehwirtschaft, Futterschroten und Viehtränken brachten sie zu wenig. Die Tränken fürs Vieh wurden deshalb mit dem Mühlbachwasser gespeist.

 

Das war auch einer der Gründe für den ewigen Kampf um das Hasselbach-Wasser, das in trockenen Sommern für Löscharbeiten nicht ausreichte, wenn der Fürst zu viel Wasser entnahm. Da musste die Feuerwehr bei den fürstlichen Pächtern um Wasser betteln. Und die Bauern konnten ihre kleinen Scheuermühlen nicht laufen lassen. Die Wagner konnten an der Wagnershohl mit ihrer Mühle ohne ausreichend Wasser nichts sägen, die Bauern-Gemüse-Gärten verdorrten …Der Fürst und seine Leute hatten ihnen das Wasser abgegraben, fürs fürstliche Vieh.

 

 Wenn es im Dorf brannte, war das immer noch weit genug vom Hofgut entfernt, der Abwasser-Hasselbach-Sumpf lag dazwischen und der Teich reichte für die Befeuchtung der Gebäude und fürs Löschen bei Funkenflug bei den seltenen Nordost-Winden. Bis 1802 oder 1803 möglicher Weise auch noch bis 1863 hätte es sogar sein können, dass beim „Import von Löschwasser aus dem Ausland“, also über den damaligen Grenzbach Hasselbach für das Wasser Zoll bezahlt werden musste. Und es war eine ewige Streitfrage, ob nun die Hälfte oder das ganze Hasselbachwasser Kurfürstlich-Hessen-Kasselan- & preußisch oder Großherzoglich Oberhessisch und Mittel-Gründauisch war.

 

Tobis Meiningers Freund und Lehrer Paul Nagel und später auch der Lehrer & Vorstandsschriftführer des Demokratischen Vereines Mittel-Gründau,  Bernhard Kaffenberger sorgten in den neuen Schulen dafür, dass die Mittel-Gründauer Bauern und Wander- & Bahn-Arbeiter, Tunnel- & Trassen- & Brücken-Bauer nicht nur zum Zug (und pünktlich zur Arbeit und wieder nachhause) kamen  – sondern auch etwas mehr verstanden als nur Bahnhof.

 

Die Mittel-Gründauer Demokraten wollten mit dem Bau der Schulen dafür sorgen, dass es ihren Kindern und Enkeln einmal besser gehen sollte als ihnen. Und das wollten sie mit IHRER neuen neuen und jetzt AltenSchule erreichen. Die alte neue Schule steht zum Teil noch erhalten in der nach ihr benannten Alten Schulstraße, die älteste Alte Schule steht heute noch am Eck Bachgasse/Alte Schulstraße: eine rostrot-holzverkleidete kleine Scheune, die jetzt als Werkstatt dient. Früher war das der Schafstall, Ziegenstall, Schweinestall des Dorfhirten, der alles, was er nicht rechtzetig in die heimischen Höfe bringen konnte dort mit sich zusammen einsperrte, denn es war auch die Wohnung des Schweinehirten.

 

Die meisten Ziegelsteine haben sie selbst gebrannt, die Mittel-Gründauer  mit ihrer “Russefabrik” und ihren „RusseSchtoa“. Russe-Fabriken hatten sie zwei: eine im Nordosten am alten B257 Bahnübergang, der heute überbrückt ist.  Das war inländisch und so zollfrei. Der Ton war zwar besser als die Reste im Ahl im alten Ortskern aber trotzdem schlecht. Die zweite “Russe-(Ziegelstein-)Fabrik” lag im “Ausland” Richtung Niedergründau, also schon in Preussen-Hessen-Kassel, & hatte den besseren Ton (,was die Bandkeramiker schon schätzten). Es kostete aber entweder der Ton Zoll, wenn man ihn rausholte und mitnahm zur ersten “Russe-Fabrik” und auch wenn man Ton mitbrachte war Zoll fällig. Die dort mit der archaischen Feldbrand-Methode gebrannten Ziegelsteine mussten beim Rückweg nach Mittel-Gründau  entweder ab ca. 1863 am Grenzgraben oder vorher an der Hasselbachbrücke (am heutigen namenlosen Ortseingangskreisel) verzollt werden.

 

Russe-Fabrik kommt nicht von russischen Saison- oder Zwangsarbeitern, auch nicht von Kriegsgefangenen sondern von den Ruß-Einlagerungen, die bei Feldbrand unvermeidlich sind und mit ihrem stahlharten schwarzgebrannten glasigen Kern sogar für eine Hilti und den dranhängenden Handwerker fast sprich- oder wörtlich tödlich sein können.

 

Für die Vorderfront  der Alten Schule und die steinmetzbearbeiteten Sandsteine  wurde gesammelt, bis die bettelarmen Dorfler das Geld für den Schulbau, für die Schulglocke, die Tauf-, Hochzeits-, Sterbe- & Feuerglocke, die Schuluhr und das Schulhofpflaster zusammengespart hatten.

 

Die gelben EdelZiegelsteine der Vorderfront, wie die bei der gegenüberliegenden ehemaligen Luftkur-Gaststätte „Alte Post“ für Frankfurter SommerfrischlerINNEN wie später auch den Frankfurter Künstler Ferry Arlé,  dort wo heute der Energie-Mike-Lorenz wohnt oder die gelben Edelklinker beim Haus des Land-& Viehhändlers Karl Hecht (wo später Mal die Post reinkam, die Rente ausbezahlt und öffentlich telefoniert wurde – bei Pfannmüllers Lebensmittelladen und  der alten Bäckerei gegnüber, wo heute die Bleedung-Roses-Tatoos wie gestochen “gebacken” werden),…

Diese gelben Klinker- “Edelsteine”  haben die endlich an die Bahn angebundenen Geil‘schen Ziegelwerke aus Gießen über die Heldmann-Bahn nach Mittel-Gründau geliefert. Dort wurden sie auf dem 2. Holz- und späteren Rübenlade-Gleis entladen und auf Fuhrwerken über die Weisswiesenwegsbrücken, den Mühlrain hoch und dann links den Vonhäuser Hohlweg runter bis zur Kirchgasse gefahren. Bei Bremsversagen – Kreuze schlagen !!!!  Möglicherweise haben dabei die Zugtiere die Hufeisen verloren, von denen der Dorfschmied und erste stolze Tankstellenbesitzer Heinz Vaupel heute noch eines besitzt ?!?!

Leute, die das alles oder auch nur Teile davon nicht glauben und/oder es besser wissen oder es anders erlebt haben, sollen es am Donnerstag richtig stellen und erzählen.

 Mit freundlichen Grüßen …   bis zum 13.8.  beim Erzählabend

HaBE 

Wir sollten uns weiter auf das konzentrieren, was wir am besten können: die Dorfgeschichte erforschen und aufschreiben, Bilder sammeln und kommentieren und die Menschen durch die Dorfgeschichte führen… und Interessierten fürs Mitmachen die Dorf- und Regional-Geschichte und -Geschichten und die Dokumente und Bilder und die bewährten Histouren weiter anbieten.  Das sollte unser Beitrag zur Vorbereitung der 800-Jahrfeierlichkeiten sein.

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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