Komm lieber Mai und mache mein Deutschland wieder frei

Komm lieber Mai und mache mein Deutschland wieder frei

Kein Blockwart, wenn ich lache,
verräts der Polizei
Dann sind die Veilchen Blumen
und nie mehr Bluterguss
Und Brot gibt’s, statt nur Krumen
aus Adolfs Hilfswerksschmus
Statt Himmelfahrtskommandos
gibt’s wieder Vatertag,
die Amis gibt zum Essen
und Wodka so viel ich vertrag
Machorka und Bananen
vom Russki, vom GI,
ich freu mich, dass sie kamen,
denn endlich sind wir frei.

(von einem solchen Frühlingslied haben mir noch Mitte der 60er Jahre ältere OdenwälderINNEN berichtet. Ich habe es damals nicht aufgeschrieben, aber heute aus der Erinnerung nachgedichtet, die angesichts des Berliner Bilderbogens wieder aktiv wurde.)

Und der Mai kam wie gerufen, es wurde eine blutig-schmerzliche Geburt. Aber da waren so viele, die bei dieser riskanten Geburt halfen: mit roter, schwarzer, gelber, brauner, weißer Hautfarbe, trotzdem sie alle die verbrannte Erde und die Leichenhafen der Nazi-Opfer gesehen hatten. Nach 12 Jahren Sieg Heil waren über 40 Millionen Menschen ermordet und nicht nur die Länder Europas kaputt. Und jetzt konnte damit begonnen werden ein friedliches, demokratisches Deutschland wieder aufzubauen. Und bei allem Kummer, allem Hunger war der 8. Mai der lang ersehnte Tag der Befreiung von Nazi-Terror und Krieg.

Ein Berliner Bilderbogen aus dem Mai der Befreiung:

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.