corona 152: Uni Konstanz sperrt das Bildungs_Info wegen “privater Meinung”

Nachtrag zu: Uni Konstanz sperrt das Bildungs_Info wegen “privater Meinung”

Unerhört!!

KJB

(Der Protest-Brief des Psychologen und Psychoanalytikers Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder (FU-Berlin) an die Rektorin der Universität Konstanz folgt am Ende)

Von: Uni KN <georg.lind@uni-konstanz.de>
Gesendet: Donnerstag, 17. September 2020 12:29
An: Karin Günther <karin.guenther@uni-konstanz.de>
Cc: rektorin@uni-konstanz.de; Kerstin Krieglstein <kerstin.krieglstein@uni-konstanz.de>
Betreff: Nachtrag zu: Uni Konstanz sperrt das Bildungs_Info wegen “privater Meinung”

Nachtrag:

Ich bin als Habilitierter immer noch Mitglieder der Universität und zu Forschung und Lehre berechtigt. Laut Schreiben des ehemaligen Rektors Rüdiger, das mir vorliegt, bin ich daher auch berechtigt, die Einrichtungen der Universität Konstanz (wie Bibliothek und Rechenzentrum) für diesen Zweck zu benutzen. Mein Bildungs_Info dient der Kommunikation dieser universitären Arbeit nach außen, was nach allgemeiner Meinung nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht jedes Wissenschaftlers ist.

Georg Lind


Liebe Frau Günther,

ich bitte Sie, Ihre Zensurmaßnahme (siehe unten) bis morgen (18.9.2020) zurück zu nehmen.

Als Justitiarin sollten Sie wissen, dass Ihre Entscheidung, meine E-mail “bildungs_info” Adresse zu schließen, einen Verstoß gegen mein Grundrecht auf Meinungsfreiheit (GG Artikel 5) und gegen die Wissenschaftsfreiheit darstellt.

Ich verbreite in meiner Mailing-Liste Bildungs_Info wissenschaftliche Befunde und Nachrichten aus dem Bildungsbereich, die ich gelegentlich als Experte für Pädagogische Psychologie und Bildungsforschung kommentiere. Die Liste besteht seit 1998. Alle Bezieher haben sich um den Bezug beworben. Es sind darunter Redakteure namhafter Zeitungen und Bildungspolitiker. Jeder, der es abbestellen will, kann es abbestellen, worauf ich immer hinweise.

Ich muss Ihnen nicht erklären dass auch und gerade private Meinungen durch unser Grundgesetz geschützt sind. Wenn die Universität Konstanz nur noch Ihre Meinung und die Meinung der Regierung gelten lässt und sonst weder wissenschaftliche noch private Meinungen ihrer Mitglieder, stellt sie sich außerhalb unserer freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung, Ich kann mir nicht denken, das die Rektorin, der Senat und die anderen Mitglieder der UK dies gutheißen.

Falls Sie Ihre Entscheidung nicht bis morgen zurück nehmen, werde eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Wahrung meiner Grundrechte beauftragen.

Ich gebe Ihren Zensurerlass zusammen mit meiner Antwort auch an die Presse und an Kollegen weiter mit Bitte um Unterstützung der Meinungsfreiheit an der Universität Konstanz.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Georg Lind
 

Am 17.09.2020 um 09:36 schrieb Karin Günther:

Lieber  Herr Lind,

auf den Antrag des Justitiariats hin wurde Ihre E-Mailadresse bildungs-info@mailman.uni-konstanz.de geschlossen.

Wir haben Beschwerden darüber erhalten, dass Sie diese E-Mailadresse in grösserem Umfang dazu nutzen, private Äusserungen über die Covid-19-Epidemie zu verbreiten, die nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechen und in dieser oder ähnlicher Form bereits durch Faktenchecks widerlegt wurden. Problematisch ist hierbei, dass der Name bildungs-info@mailman.uni-konstanz.de suggeriert, dass es sich um einen offiziellen Informations- bzw. Bildungskanal der Universität Konstanz handle, was nicht der Fall ist. Ich weiße Sie darauf hin, dass Funktionsemailadressen der Universität Konstanz nur zu dienstlichen und nicht zu privaten Zwecken eingerichtet werden dürfen und dass Dritte durch die Verwendung solcher Funktionsemailadressen nicht in die Irre geführt werden dürfen. Aus rechtlicher Sicht ist es daher geboten, diese E-Mailadresse stillzulegen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Günther

Karin Günther
Universität Konstanz
Justitiariat
Universitätsstr. 10
78464 Konstanz
Tel.: ++49 (0)7531 /88-2249
Fax: ++49 (0)7531 / 88-3519
email: karin.guenther@uni-konstanz.de
Internet: www.uni-konstanz.de


Dr. Georg Lind
apl. Prof. i.R. Universität Konstanz
78462 Konstanz
Email: LindGeorg@posteo.de

Der Psychologe und Psychoanalytiker Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder (FU-Berlin) an die Rektorin der Universität Konstanz:

Betreff: Zensurmassnahmen gegen Dr. Georg Lind

Sehr geehrte Frau Guenther,

Mit Bestürzung habe ich erfahren, dass die Universität Konstanz auf Antrag ihres Justitiariats die E-Mailadresse eines Mitglieds des Lehrkörpers der Universität und zwar von Herrn Prof. Dr. Lind geschlossen hat.

Der zur Begründung dieses Schritts erhobene Vorwurf lautet, das Mitglied des Lehrkörpers habe eine nur zu dienstlichen und nicht zu privaten Zwecken eingerichtete Funktionsemailadresse der Universität Konstanz „in grösserem Umfang dazu benutzt, private Äusserungen über die Covid-19-Epidemie zu verbreiten, die nicht dem Stand der Wissenschaft entsprechen und in dieser oder ähnlicher Form bereits durch Faktenchecks widerlegt wurden.“

Es ist dies ein ungeheuerlicher Vorwurf, geeignet den Ruf des Mitglieds ihres Lehrkörpers zu beschädigen, der nur nach verantwortungsvoller Prüfung und auf der Grundlage nachprüfbarer Belege erhoben werden darf.

Vor allem ist das erfordert, wenn mit dem Vorwurf in die Rechte des Universitätslehrers derart massiv eingegriffen wird. Ich spreche Ihnen entschieden die Kompetenz und die Berechtigung ab, über die Wissenschaftlichkeit der Äußerungen des betroffenen Kollegen Prof. Dr. Lind, die er über die universitäre Mailadresse verbreitet hat, sich zu erlauben zu urteilen.

Es geht in diesem Fall nicht um „private“ Äußerungen, sondern um für die Öffentlichkeit hochbedeutsame Beiträge zu einer aktuellen Debatte, die die Lebensrealität der Bevölkerung in bisher nicht gekannter Weise tangiert.

Dieser massive Eingriff in die Rechte und Pflichten eines Hochschullehrers ist ein unerhörter Skandal, mit dem sich die Universität, deren Aufgabe es ist, die Freiheit der Wissenschaft und der Forschung zu wahren und zu verteidigen zum Erfüllungsgehilfen der Regierungspolitik gemacht hat.

Hochachtungsvoll

Prof. Dr. Klaus-Jürgen Bruder

Freie Universität Berlin

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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