Tod eines Landtagsabgeordneten ungeklärt

Gelnhausen/Gründau/bei FFM: Der Tod des hessischen Landtagsabgeordneten Heinrich Otto aus Gründau muß erneut untersucht werden. Der hessische Landespolitiker starb unter bisher nicht zweifelsfrei geklärten Umständen im Alter von 52 Jahren in Gelnhausen. Der Tod trat jedoch nicht 2009 sondern bereits vor 65 Jahren ein. Heinrich Otto war neben Wilhelm Pfannmüller einer der führenden Köpfe der Mittel-Gründauer Kommunisten und von 1931 bis 1932 hessischer Landtagsabgeordneter. Dass ein kommunistischer Ex-Landtagsabgeordneter und Parteifunktionär im besten Mannesalter 1944 in einer Nazihochburg, wie es damals Gelnhausen war, einfach so stirbt, darf mit Fug und Recht zunächst erst mal bezweifelt werden.
Erste Recherchen via Internet brachten bisher noch keine Erkenntnisse über die Todesursachen:
so meldete die Historikerin Dr Christiane Wittrock aus Spanien nur:
Über Heinrich Otto gibt es in: Gerd Beier: Arbeiterbewegung in Hessen, 1985, S. 517 eine kurze Anmerkung:
“Heinrich Otto (29.7.1892-7.7.1944) wurde in Mittel-Gründau nahe Gelnhausen geboren. Der Vater war Ackermann. Er selber arbeitete als Landwirt in seinem Geburtsort. Otto wurde Kommunist und ging 1931-1932 in den Landtag des Volksstaates Hessen. Er starb in Gelnhausen.”

Und der Frankfurter Historiker Dr Manfred H.W. Köhler – Mitglied der hessischen Historischen Kommission – schreibt dazu: Hier die Daten von Otto, die ich im ersten Zugriff von ihm habe:
Heinrich Otto, geb. Mittel-Gründau 29.7.1892, gest. Gelnhausen 7.7.1944, Eltern: Heinrich O., Ackermann, und Wilhelmine, geb. Müller; verh. Mit Elise, geb. Reichert, geb. 29.10.1898, gest. 21.8.1981. Mitglied des hessischen Landtages 1931-1932 für die KPD.

Ich kann mich dunkel erinnern, dass ich vor rund 20 Jahren die Familie (Otto) oder (Wilhelm) Pfannmüller mal besucht und auch einige Materialien mitbekommen habe.

Diese Angaben korrigieren bereits die ersten Recherche-Ergebnisse im Fall Heinrich Otto:

In einer ersten “Suchmeldung” über Internet hatte der Gründauer Historiker Hartmut Barth-Engelbart noch geschrieben:

Dies ist eine Suchmeldung!
(mit der Bitte um Weiterverbreitung nicht nur in und um Gründau!)

Gesucht werden die Daten zu
Heinrich Otto, KPD-MdL des Volksstaates Hessen 1920 bis 1933,  geboren 1892, gestorben 1944

wohnhaft bis 1944 (zumindest als Wohnsitz gemeldet) in Mittel-Gründau

Dort im Parré’schen Hof (einer der schönsten in der Region, mit Stuckdecken erbaut im Jahr 1782) hat bis 1944 der KPD-Landtagsabgeordnete
Heinrich Otto gewohnt. Ob der Hof damals der Familie Otto gehörte, weiß ich auch noch nicht. Im 1783 erbauten Hof schräg gegenüber wohnte sein Bruder, der SA-Scharführer war. Aber so etwas
kommt in den besten Familien vor. Beide Gehöfte gehören zum historischen Ortskern des Unterdorfes von Grindaha-Media, das von Neusiedlern nach dem 30-jährigen Krieg wieder aufgebaut wurde. Den 30-jährigen Krieg hatten im Dorf nur 5 Menschen in Ruinen überlebt.

Über Heinrich Otto weiß ich noch nicht allzu viel.  Eintragungen über ihn bei Wikipedia sind verschwunden (?). Er war Landtagsabgeordneter im
Volksstaat Hessen von 1920 bis 1933 (so in etwa stand es noch bis vor Kurzem in Wikipedia – aber auch nicht mehr), von seinem Tod weiß ich nur das Jahr
aber nicht wo und wie er gestorben ist. Zuchthaus ? KZ ?, Oder zuhaus im
Bett ? Letzteres ist sehr unwahrscheinlich, denn die KPD-AktivistINNen dieses Dorfes haben die Nazis in Zuchthäuser und KZs geschleppt, und wenn sie das überlebten, in die 999er Strafbattaillone gezwungen – so den späteren 3. Nachkriegsbügermeister Wilhelm Pfannmüller, der jedoch in Jugoslawien desertieren konnte und sich der Partisanenarmee Titos anschloss.

Wer Daten zu Heinrich Otto hat, soll sie mir bitten schicken:

HaBEbuechnerei@web.de
oder h.barth-engelbart@gmx.de

Artikel zu diesem Themenkreis gibts hier www.gtlokal.de und hier www.barth-engelbart.de

Danke im Voraus

mfG
HaBE

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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