Prof. Dr. Verleger: Hilferuf des deutschen Journalisten Martin Lejeune aus GAZA

Mein Verleger, Dr. Giuseppe Zambon, der die Jagd der italienischen Faschisten auf Juden in Venedig von seiner Mutter in einem Karton versteckt überstehen konnte, schrieb mir :

Ich weiß nicht, ob der Vergleich zwischen Gaza und dem Warschauer Ghetto  zulässig ist.  Jedoch sicher ist, dass die Empörung der Nazi-Zionisten und der Journaille gegen Hamas dieselbe ist, die die SS spürte als sie feststellen musste, dass die Juden des Warschauer Ghettos bereit waren zu kämpfen.

Lesen wir die Verse, die der bekannteste Dichter des Holocaust uns über die Revolte des Warschauer Ghettos hinterlassen hat:

Zey hobn gevust, zikh nit gerikht – „die yuden shisn!“ ikh hob gehert dem oysvurf’s ekldike shtim

Eyder nokh di umreyne neshome z’im aroys, s’iz nit geven keyn oysruf, nor a beyz vunder – s’taytsh?!

A shtoynen vist un oysterlish un umgerikht azoy: „die yuden shisn!“ o, nist aleyn fun im,

s’iz a ruf gevezn fun a merder-folk, fun akhtisk milion: zey oykh! Di yidn makhn’s oykh vi mir, vi yeder daytsh.

HaBE nur wenig Kenntnisse in Jiddisch, versuche aber trotzdem eine Übersetzung für alle Gojim:

Sie haben es nicht gewusst, sie haben es nicht erwartet: „Die Juden schießen!“ habe ich von der verhassten Stimme dieses Auswurfs gehört….

bevor sein unreiner Geist seinen Körper verließ. Das war kein Ausruf, sondern ein Ausdruck seiner Überraschung – “Ist so was möglich?”

Ein Staunen, seltsam und unerwartet: „Die Juden schießen!“ Der Ruf kam nicht allein von ihm, es war der Ruf eines Mördervolkes, von achtzig Millionen: „ Sie (können’s) auch ?!  Die Juden können schießen, genau wie wir, wie jeder Deutsche?!“

 

UND JETZT ZUM HILFERUF AUS GAZA:

Von: verleger@onluebeck.de [mailto:verleger@onluebeck.de]
Gesendet: Freitag, 1. August 2014 22:53
An: Rolf Verleger
Betreff: deutscher Journalist in Gasa

(Fortsetzung nach dem ‘Werbeblock’)

&&&&&&&&&&&&&&& engagiert mich (& euch :-)) bitte&&&&&&&&&&&&&&&

Da mich gut abgestimmte Rufmordkampagnen durch prozionistische und NATO-Atlantik-Brückenpfeiler in meinen Gewerkschaften, und andere Kriegshetzer in Teilen der Rosa-Luxemburg-Stiftung, in Teilen der LINKEn , in der Heinrich-Böll-Stiftung so und so, sowie in jüngster Zeit auch öffentlich durch Jutta Ditfurth pro Monat einige Engagements für Konzerte, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen und Kinderprogramme kosten, auf die ich zur Finanzierung meiner schriftstellerischen, publizistischen Arbeit angewiesen bin, bitte ich zwar auch nach wie vor um Spenden (, um die Kosten für „MARK&PEIN“-Abmahnungen abzustottern) auf mein Konto Nr. 1140 086  VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen  BLZ:  506 616 39) aber mir wäre es lieber, ich könnte die Kosten ersingen, erzählen, erspielen: Ich bitte euch/sie um Einladungen zu Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Seminaren usw…

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Sehr geehrte Damen und Herren,
heute sende ich Ihnen einen Hilferuf aus Gaza.
Mit freundlichen Grüßen

Martin Lejeune
Freier Journalist
10178 Berlin
derzeit erreichbar unter: +972 59 230 6392 oder +970 59 230 6392
Facebook: www.facebook.com/lejeune.berlin
Blog: martin-lejeune.tumblr.com
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Gaza Stadt, der 31. Juli 2014

Hilferuf aus dem Gazastreifen.

Seit dem 22. Juli bin ich im Gazastreifen und ich kann einfach nicht glauben, was hier passiert. Ich erlebe die schlimmsten Tage meines Lebens. Alle Menschen in Gaza erleben die schlimmsten Tage ihres Lebens. Denn so massiv wie in dieser Wochen waren noch keine Angriffe auf Gaza. Hinter diesen Worten verbergen sich menschliche Tragödien. Die humanitäre Katastrophe in Gaza hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Der Krieg in Gaza ist ein Krieg gegen Zivilisten. Das sage nicht nur ich, sondern auch die Menschen in Gaza und die Journalisten, mit denen ich spreche, von denen einige so ziemlich sämtliche Kriege der letzten zehn Jahre abgedeckt haben (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc…). Was hier passiert, hat eine besondere Qualität.

Überall schlagen Raketen ein. In Wohnhäuser, in denen Familien leben, in Moscheen, in denen Menschen beten. Am frühen Abend des 30. Juli bombardierte ein F16-Kampfjet das Wohnhaus, das bis dahin schräg gegenüber unseres Hauses stand. Wir saßen gerade auf dem Balkon als die Rakete 50 Meter entfernt einschlug. Kurz zuvor hörte ich noch einen Esel hysterisch wiehern, als ob er den Angriff schon ahnte und uns warnen wollte.

Trümmer fliegen in schneller Geschwindigkeit gegen unsere Hausmauer und verfehlen uns nur knapp. Wir sitzen plötzlich inmitten einer Staubwolke. Der Staub bedeckt meine Brillengläser und meinen Laptop. Der Staub knirscht zwischen meinen Zähen. Es dauert etwa eine halbe Minute bis sich der Rauch legt. Jetzt sehe ich den Vater, mit dem ich mich vorhin noch auf der Straße unterhalten habe, wie er sich mit seinen Kindern hinter einem Bagger verschanzt, um Deckung zu finden, falls ein zweiter Schlag folgt. Der Bagger steht auf einem Parkplatz gegenüber unseres Hauses und gehört einem Baumunternehmer. Ich laufe sofort zu den Trümmern des bombardierten Wohnhauses und sehe die Verletzten. Ich habe die Familie schon mehrmals in unserer Straße spazierengehen sehen. Ich filme mit meinem Handy wie die Rettungswagen eintreffen und die Verletzten ins Krankenhaus bringen. Auf der Straße liegen Steine, Scherben, umgekippte Strommasten.

Seit dem ich hier bin, wurden jeweils am hellichten Tag bei unbedecktem Himmel und bei freier Sicht zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Zum Beispiel eine Mädchengrundschule der Vereinten Nationen in Beit Hanoun, in der sich Hunderte Flüchtlinge aufhielten, und dies, obwohl die UN zuvor die GPS-Koordinaten der Schule dem Generalkommando der israelischen Streitkräfte durchgegeben hatte. Ich erinnere schon gar nicht mehr die genaue Zahl der Toten und habe auch kein Internet, um es zu recherchieren. Auch wurde auch ein Park im Schatti-Flüchtlingslager, vor dessen Eingang acht Kinder spielten, die alle durch den Angriff getötet wurden, bombardiert. Und am späten Nachmittag des 30. Juli fielen der Bombardierung eines Marktes im Norden des Gazastreifens 17 Menschenleben zum Opfer. 160 Palästinenser wurden verletzt, die dort gerade ihre Einkäufe erledigten. Diese Aufzählung an Massakern an der Zivilbevölkerung ließe sich beliebig lang fortsetzen, da seit dem 8. Juli bereits um die 1000 Zivilisten getötet wurden. Ich kann nicht verstehen, weshalb die israelischen Streitkräfte so etwas tun. Weshalb werden offenbar gezielt zivile Ziele und große Menschenansammlungen bombardiert? Die genaue Kenntnis der zu attackierenden Ziele dürfte durch die allgegenwärtigen Aufklärungsdrohnen, die gestochen scharfe Bilder liefern, vorhanden sein. Weshalb töten die Bomberpiloten immer wieder vorsätzlich Frauen und Kinder? Welchen ethischen Maßstäben folgen diese Herren der Lüfte über Leben und Tod? Sie sitzen in den modernsten Kampfjets, die jemals entwickelt wurden und brüsten sich mit “zielgenauen Schlägen”. Daß in einem Krieg Soldaten Soldaten töten müssen, ist durch das Völkerrecht legitimiert, aber Zivilisten gezielt zu attackieren, so wie die Familie in unserem Nachbarhaus, die Kinder im Park, die Flüchtlinge in der UN-Schule, das ist rechtlich durch keine Kriegsordnung gedeckt. Die Menschen im Gazastreifen fragen sich, weshalb deutsche und westeuropäische Regierungschefs diese Verstöße gegen internationale Konventionen nicht scharf verurteilen. Das sind Kriegsverbrechen, die hier jeden Tag im Gazastreifen durch die israelischen Streitkräfte verübt werden.

Auch Krankenhäuser, ein Wasserwerk und das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wurden bombardiert. In unserem Viertel im Zentrum von Gaza Stadt, das “Beverly Hills” genannt wird und bis vor drei Wochen noch über eine ziemlich intakte Infrastruktur verfügte, hat niemand mehr fließendes Wasser. Wir waschen uns mit Wasser aus Plastikflaschen, die wir im Tante-Emma-Laden um die Ecke kaufen. Wir haben seit der Nacht auf den 29. Juli, in der das Kraftwerk bombardiert wurde, keinen Strom und kein Internet mehr. Das Festnetztelefon ist tot. Das Handy ist das einzige Kommunikationsmittel, das noch funktioniert, was natürlich auf Dauer sehr kostspielig ist. Diesen Text schreibe und versende ich im Al Deira Hotel, das über einen eigenen Generator verfügt und in dem die französische Nachrichtenagentur AFP ihr eigenes WLAN-Netz hat.

Es gibt kein Brot mehr im Gazastreifen. Es gibt nirgendwo mehr Brot zu kaufen. Wir essen das Brot, das die Ehefrau meines Gastgebers Maher zu Hause bäckt im Innenhof unseres Hauses in einem selbstgebauten Ofen, den sie mit Holzkohle befeuert. Wir tunken das Brot in Olivenöl und Za’tar, eine Paste aus Thymian, Sesam und Salz. Das essen wir jeden Tag. Selbst wenn es noch Brot zu kaufen gäbe, hätten wir kein Geld, um es bezahlen zu können. Seit Beginn des Krieges gibt es kein Bargeld mehr an den Geldautomaten, sind die Banken geschlossen, wurde das Finanzministerium komplett zerstört, funktionieren EC- und Kreditkarten nicht mehr. Wenn wir Mehl und Öl kaufen gehen im Laden um die Ecke, lassen wir anschreiben, so wie das alle derzeit tun müssen.

Es gibt kein öffentliches Leben mehr im Gazastreifen. Alle Behörden und Büros, fast alle Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Die Menschen gehen nur aus dem Haus, falls unbedingt nötig. Die Strände und Parks sind menschenleer. Die letzten vier Kinder, die am Strand Fußball spielten, sind von einer israelischen Rakete getötet worden. Es war kein Hamas-Kämpfer oder Raketenabschußrampen in der Nähe, berichteten Augenzeugen übereinstimmend.

Ich wohne in einem zweistöckigen Haus um die Ecke der am 29. Juli zerbombten Al Amin Moschee. Zehn Menschen lebten in dem Haus, bevor der Krieg begann. Jetzt sind es 70, die sich die zwei Wohnungen im Haus teilen. Meine Gastgeber haben 60 Flüchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens, der dem Erdboden platt gemacht wurde, bei sich aufgenommen. Die Männer müssen im Hauseingang und im Hausflur schlafen, die Wohnungen sind den Kindern und Frauen vorbehalten. Auf so engem Raum mit fremden Menschen zusammen zu leben und nebeneinander zu schlafen ist für alle nicht leicht und Privatsphäre gibt es gar keine. Auch liegen die Nerven blank nach dreieinhalb Wochen Dauerbombardement, von dem ich ja nur anderthalb Wochen mitbekommen habe. Trotzdem verhalten sich alle 70 Bewohner der zwei Wohnungen immer ruhig und rücksichtsvoll, sind solidarisch und teilen das wenige miteinander, was sie noch haben: das selbstgebackene Brot, den Handy-Akku, die letzte Zigarette, ein Stück Seife zum Waschen. Ich war gestern in einem Kindergarten in unserem Viertel, in dem nachts 80 Menschen pro Gruppenraum schlafen.

Palästinenser sind so schlau wie die Libanesen, intelligent wie die Iraker, starke Kämpfer wie die Algerier und gastfreundlich wie die Syrer. Vielleicht ist es diese Vielzahl an guten Eigenschaften, die es den Menschen in Gaza ermöglicht, mit dieser schweren Situation umzugehen ohne zu resignieren. Trotz seit dreieinhalb Wochen anhaltender Bombardierung aus der Luft, zu See und zu Land spielen die Kinder noch tagsüber auf der Straße, singen die Frauen beim Brotbacken noch ihre Lieder, leisten die Männer noch immer Widerstand. Maher, mein Gastgeber, erklärt: “Unseren Willen zu leben und zu kämpfen, können keine Raketen und Granaten brechen.”

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Sigmar Gabriel, nach 1914, 1939, 2014 nicht noch Mal! Ein Verdun-Stalingrad war schon zu viel

HaBE eine Petition mit diesem Titel ins internet gestellt und bitte um Unterzeichnung und Weiterverbreitung:

https://www.openpetition.de/petition/online/sigmar-gabriel-nach-1914-1939-2014-nicht-noch-mal-ein-verdun-stalingrad-war-schon-zu-viel

Dringend empfehle ich auch das KenFM-Interview mit dem ehemaligen Staatssekretär im „Verteidigungsministerium“ Willy Wimmer (CDU):

http://seniora.org/index.php?option=com_content&view=article&id=507&catid=20&Itemid=173

 MH17-Abschuss kalkulierter Massenmord ukrainischer Militärs? 16 noch unvertuschte Fakten, die dafür sprechen

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Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

Ein Gedanke zu „Prof. Dr. Verleger: Hilferuf des deutschen Journalisten Martin Lejeune aus GAZA“

  1. Der Leser F. hat mir zu diesem Artikel -wohl auch zu meinem “Offenen Brief an Jutta Ditfurth” eine mail geschrieben:

    Mein Gott !
    beschäftigt Euch doch bitte nicht weiter mit dieser Jutta Ditfurth. Sie ist, angesichts der Verbrechen Israels irrelevant.
    Wer interessiert sich schon für ihre Meinung ? Ist sie nicht “Frau von gestern”?
    Jede Beschäftigung mit ihr verbraucht unnützerweise Eure Kräfte. Lasst sie einfach links (oder auch rechts) liegen.

    Solidarisch
    F.

    Darauf habe ich F. geantwortet:
    Lieber F,

    Jutta Ditfurth besetzt nicht so ganz unwichtige Positionen in der jungen Welt, ihre Stimme gilt in großen Telen der Linken aber auch in der „linksliberalen“ Bildungsbürgerwelt, in den Gewerkschaften (und hier besonders in den Mulitiplikatoren-Gewerkschaften GEW und ver.di). Deshalb ist die Widerlegung, die Entkräftung ihrer Kampagnen m.E. wichtig. Sie galt und gilt leider immer noch als DIE unbestechliche, fundiert argumentierende, sorgfältig recherchierende (möchtegern:-) Johanna der Schlachthöfe. Die Desillusionierung hat bei mir auch lange gedauert und war teilweise sogar etwas schmerzlich.

    Gruß
    Hartmut

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