EIN MORDSKERL, UNSER exBUNDESPRÄSIDENT: Richy v.W. zum 90. Happy Birthday von HaBE und seinen Mitrechercheuren: Wolfgang Neuss, Robert Jungk, Otto Köhler, Rudolf Deichner und einem ehemaligen Betriebsratsmitglied bei Böhringer Ingelheim, Werk Hamburg, Artikel Teil 1.

Metamorphose

Teil zwei dieses Artikels und weitere Texte zu Richasrd von Weizsäcker sind hier zu finden:

http://www.barth-engelbart.de/?p=839

Der hier folgende Artikel (Teil 1) erschien bereits im August 1991  in der “Neuen Hanauer Zeitung” (nhz), und in Teilen in der Leipziger Anderen Zeitung (DAZ). Er basiert zum Teil auf “konkret”-Artikeln Otto Köhlers, die wegen Abschiebung aus dem “stern” bei “konkret” Asyl gesucht und bekommen haben (das waren noch Zeiten!!), auf den Recherchen des Mannheimer Amtsgerichtsrats Deichner, Gesprächen mit Robert Jungk und Ernest Jouhy, auf Gesprächen mit Wolfgang Neuss und dem Betriebsrat der Böhringer-Ingelheim-Werke in Hamburg. Weiteres Material zu diesem Artikel hat die offizielle Richard von Weizsäcker-Biographie beigetragen. Der Artikel erschien unter meinem damaligen Pseudonym “Carl Hanau”. Die Bewaffnung Saddam Husseins für den Krieg gegen den Iran stammte ebenfalls zum Teil aud Westdeutschland. Der Artikel soll etwas gegen den GeschichtsklitterungsJubel zu 90. von Captain Silberlocke beitragen. Deshalb die Neuauflage!! Das etwas respektlose “Richy” habe ich von Wolfgangg Neuss übernommen, der bei einer Talk-Show den damaligen Berliner Oberbürgermeister mit seinen Recherchen zu Wutausbrüchen mit Schaum vorm Mund brachte.  Da verlor der Offiziers-Adelige zum ersten Mal die Contenance. Neuss hatte mit mir über seine Recherchen bereits Anfang der 70er gesprochen und ich habe versucht, ihn mit den Böhringer-Gewerkschaftern Mitte/Ende der 80er zusammenzubringen.
nhz-West-Exklusiv:

Von Weizsäcker zum Golf

Den Frieden sichern – mit frischen Wischern .. von Bosch

oder

EIN MORDSKERL, UNSER BUNDESPRÄSIDENT

Wie Richard von Weizsäcker mit seinen 99 Bosch-Millionen am Golf für Frieden sorgte, ohne es zu wissen
»Für Führer und Vaterland« war Richard von Weizsäcker in »herausragender Position« im Adels-Elite-Regiment »Graf« am Unter­nehmen Barbarossa, dem Überfall auf die Sowjetunion vor fünfzig Jahren, beteiligt. Er war »eigentlicher Führer der Truppe«, die mit der »Säuberung« besetzter Gebiete, Er­schießung von jüdischen Zivilisten und Kriegsgefangenen schwerste Kriegsverbre­chen begangen hat. Unter dem Titel »Für Führer und Vaterland« hat Otto Köhler in »konkret« (8/91) einen wegzensierten »stern«-Artikel über Richards Rußlandfeld­zug neu geschrieben.
»Keine wichtige Unternehmensent­scheidung fiel ohne Weizsäckers Einwilli­gung…«

Über die Schlüsselrolle Richard von Weizsäckers bei der profitablen Boehringer­-Dow-Chemical-Kooperation zur Herstel­lung von »Agent Orange« für den Vietnam-Krieg berichteten wir in der nhz bereits im Oktober 1984, sieben Jahre bevor der »Spie­gel« jetzt die Aktivitäten des ehemaligen geschäftsführenden Boehringer Gesell­schafters enthüllte. Mit seinem Ausscheiden bei Boehringer 1966 endeten die Mordsge­schäfte des Herrn Weizsäcker aber noch lange nicht.
Der blutrote Faden in der Biographie des blaublütigen Bundespräsidenten läßt sich bis zum Ende der 80er Jahre verfolgen: die Robert Bosch GmbH hat über verschieden­ste ihr mehrheitlich gehörende Rüstungsfir­men Saddam Hussein (und nicht nur den) mit hochkarätigen Waffensystemen beliefert. Bosch gehört zu 90% der Robert-Bosch­Stiftungs-GmbH, an der von Weizsäcker seit 1974 mit 13,89% als Gesellschafter beteiligt ist.
Recherchiert hat die Beteiligung des Bundespräsidenten am Rüstungsgeschäft zweier Golfkriege der Mannheimer Amtsge­richtsdirektor a.D. Rudolf Deichner. Veröf­fentlicht wurden seine Recherchen bisher nur in der Leipziger »DAZ« (Die Andere Zeitung), die kurz nach der Publizierung ihr Erscheinen einstellen mußte.

Die nhz doku­mentiert sie in Auszügen (auf Seite 7) und hofft mit Nachdruck auf Nachdruck durch andere Medien. Ob wir unser Erscheinen dann auch einstellen müssen, wird sich zei­gen.
Jochen Lässig von Neuen Forum Leipzig wurde das Wort abgeschnitten, als er bei einem Grußwort anläßlich des Weizsäcker-Besuches in der Nikolaikirche am 8.10.1990 aus dem Deichher-Artikel zu zitieren be­gann. Tags drauf berichtete die Frankfurter Rundschau von »falschen Vorwürfen« unter dem Titel »An den Grenzen der gerade erst entdeckten Meinungsfreiheit«. Vor einem Jahr war der Ersatzkaiser Richard noch unantastbar. Jetzt kommt er ins Gerede. Dabei wollen wir ein Wörtchen mitreden.

Der preußische Feldherr

»Er hatte mich nicht bemerkt, als ich den Raum betrat. Richard von Weizsäcker saß an einem zierlichen Tischchen. Er schien Schach zu spielen. Es gibt ja solche Tische, die man aufklappt, und dann kommt das Schachbrett mit den Figuren zum Vorschein. Er war völlig in das Spiel versunken und hatte mir den Rücken zugewandt – als ich mich näherte und ihm über die Schulter schaute, entpuppte sich das vermeintliche Schachbrett als in die Tischplatte eingelasse­ne Weltkarte, auf die Richard von Weizsäc­ker Fähnchen steckte. Weltkriegs-Strategie­spiel, Feldherrenhügel im Salon. Als er mich bemerkte, wischte er eilig die Fähnchen von der Karte und klappte die Tischplatte zu. Ich hatte ihn ganz arglos im Innersten ertappt.« So berichtete ein friedensbewegter Freund der Familie, der im Hause von Weizsäcker ein- und ausgehen konnte, am Rand einer Frankfurter Anti-Kriegsveranstaltung.
Blutspuren und Leimruten
Es gibt eben Verbindungen zwischen dem Weizsäcker-Clan und der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung. Als typische preußi­sche Offiziers- und Diplomaten-Adelsfami­lie hat man an jeder Front für alle Fälle jemanden in »herausragender Position« mit Rückversicherung. Richard lockt als Über­vater, Kirchentagspräsident und Kollektiv­schuldprediger die protestantisch-lila be­tuchten Friedenstauben auf seine Leimrute.
Der zum Philosophen und Buddhisten avancierte Carl Friedrich von Weizsäcker darf schon mal bei einer Anti-WAA-Kund­gebung und als Ghost-Writer sozialdemo­kratischer Nuklear-Ausstiegsszenarien für die Jahre nach 2010 n.Chr. glänzen. Die jubelnde lila-rosa-grüne Fan-Gemeinde ver­gißt dabei, daß Richards Bruder Carl Fried­rich Leiter der Berliner Projektgruppe war, die dem Führer die erste Atombombe bauen sollte. Daß er sich gar einen Atomschutzbun­ker in den Garten vor seiner Villa bauen ließ, führte auch nicht zum Proteststurm.
Wie nötig ein Bunker als Rückversiche­rung sei, wird ihm unter Brüdern der Rü­stungsindustrie-Führer und staatlicherseits verbunkerte Bundespräsident Richard beim regelmäßigen Familienrat schon erläutert haben.
Mädel ruck-ruck-ruck auf meiner grünen Seite
Wie nachhaltig die Leimruten der grau-melierten nationalen Frontmänner und Vor­denker wirken, beweist der dahinschmelzen­de Kniefall Grüner Promis vor Kaiser Ri­chard. Lange vor der Wahl von Weizsäckers zum Bundespräsidenten war die Fraktions­spitze Antje Vollmer, Otto Schilly und Co. über die Boehringer-Agent-Orange-Ge­schichte (durch die nhz) informiert worden. Und sozusagen aus erster Hand schon einige Zeit vorher: der Betriebsrat der Böhringer­Ingelheim-Werke in Hamburg hatte den Grünen ein umfangreiches Dossier über den werten Herren übergeben, mit der Bitte, es breit zu publizieren. (siehe nhz 1984!!)

Nix war. Eine aussichts­lose Alibi-Gegenkandidatin wurde gekürt, die zu allem Überfluß Herrn Weizsäcker noch öffentliche Sympathieerklärungen nachwarf. Die Weizsäcker-Boehringer-Dow-Chemical-­Leichen blieben auch bei den Grünen im Keller. Man/Frau unterwarf sich dem »zweit­besten« als kleineres Übel ohne ein Sterbenswörtchen der Kritik. Im Gegenteil. Nach seiner Rede am 8. Mai 1985, als er sich und seines­gleichen mit der aufgewärm­ten Kollektivschuldthese aus der Verantwortung redete, hat nicht viel gefehlt und er wäre von seiner grünen Ge­folgschaft zum Ehrenmit­glied ernannt worden.
Von der Entlausung
zur Entlaubung
Daß sein Vater, Ernst von Weizsäcker, als Staatssekre­tär des Auswärtigen Amtes alle Judendeportationen aus dem Ausland unterzeichne­te, will heute keiner mehr wissen, auch nicht, daß Ri­chard seinen Vater beim Nürnberger Kriegsverbre
cher-Prozeß mitverteidigte, und auch nicht, daß Boehringer seinerzeit die Verteidigung finanzierte. Ab 1962 war Richard dort Vor­standsmitglied und ließ u.a. »Agent-Oran­ge« produzieren. Wie heißt es doch in der autorisierten Weizsäcker-Biographie: »Wieder einmal war es Helmut Becker, im Nürnberger Prozeß Hauptverteidiger von Richards Vater, der bei Weizsäckers Indu­striekarriere zum zweiten Mal eine wichtige Rolle spielte. Boehringer, der Becker am Bodensee aufgesucht hatte, wollte mit ihm über eine wichtige Personalentscheidung seines Unternehmens sprechen… Boehrin­ger kannte … niemanden, dem er zutraute, nach seinem Tod das Familienunternehmen zu leiten. Er machte… unumwunden klar, daß er an Weizsäcker als seinen möglichen Nachfolger denke. Er bat, ihn offen und umfassend über dessen Fähigkeiten zu infor­mieren. Nach langem Gespräch stand es für den Ingelheimer Unternehmer fest, Weiz­säcker an den Rhein zu holen. Der zweiund­vierzigjährige Bankchef war für Boehringer kein Unbekannter. Beide Familien waren seit Jahren befreundet. Vor allem Robert Boehringer kannte Richards Eltern gut. Er ließ Richards Vater nach Beendigung seiner Haftzeit in Landsberg mit einem Firmenwa­gen nach Hause bringen. Als Weizsäcker am 1. Mai 1962 zu Boehringer kam… (wurde er) Mitglied der Geschäftsführung…. Sein Ar­beitsgebiet lag in der ständigen Kommunika­tion mit Ernst Boehringer. Dabei ging es um
hochkomplizierte und zukunftweisende Un­ternehmensentscheidungen… Dem leiden­schaftlichen, impulsiven Unternehmer Boehringer bot Weizsäcker eine Art Korrek­tiv für unzählige neue Geschäftsideen. Weizsäcker relativierte, durchdachte auch den zweiten und dritten Schritt, war schließ­lich der Mann, der emotionslos, realitätso­rientiert und bedächtig Boehringers Projek­te, Vorhaben und Zukunftsvisionen prüfte. Keine wichtige Unternehmensentscheidung fiel ohne Weizsäckers Einwilligung.«’
Wohin die väterlicherseits abgezeichne­ten und eigenhändig ergänzten Deporta­tionsbefehle in Rahmen der Endlösung der Judenfrage führten, ist mittlerweile bekannt.
Weniger publik sind die Ergebnisse der »realitätsorientierten Geschäftsideen« sei­nes Sohnes Richard. Das 1964 abgeschlos­sene Kooperationsabkommen zwischen Boehringer und Dow Chemical brachte mit der Agent-Orange-Produktion dem Boehrin­ger-Konzern nicht nur einen ungeahnten Aufschwung, sondern auch zigtausende to­ter Vietnamesen, Totgeburten, Kinder ohne Arme, ohne Beine, mit Riesenköpfen ohne Augen, ohne Nasen, ohne Hals. Im gleichen Jahr wurde von Weizsäcker Präsident der evangelischen Kirchentages.
Als die Zeitschrift »metall« Weizsäcker 1984 zum Abkommen zwischen Boehrin­ger, Boehringer-Vertrieb Cela und Dow Chemical befragte, ließ er durch seinen Spre­cher erklären, er wisse »von gar nichts« und
“Er meinte, ob es überhaupt Boehringer Ingelheim gewe­sen sei, es gebe auch noch Boehringer Mannheim. Und diese Firma Cela sagt ihm auch nichts Besonderes, da kommen wir wohl nicht wei­ter. «2

In den Fußstapfen des Vaters

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Vater Emst von Weizsäcker hat beim Nürnberger Prozeß versucht , sich
mit einer ähnlichen Mischung aus Arroganz und Dreistigkeit herauszureden.

Robert M.W. Kempner, einer der Ankläger, erinnert sich: »Herr von Weizsäcker«, sage ich, »was ist denn das für ein Papier? Da steht an einen gewissen Herrn Eichmann geschrieben, soundsoviel Juden könnten nach dem Osten deportiert
werden.« »Zeigen Sie mir das bitte, was habe ich damit zu tun?« »Herr von Weizsäcker, wenn Sie genau lesen, ich gebe Ihnen meine Lupe, schauen Sie doch mal, was ist denn da oben rechts in der Ecke? (Ich hatte vorher, weil ich meinen eigenen Augen nicht traute, das Papier dem Herrn Gaus gezeigt. Er hatte mir gesagt: »Selbstverständlich ist
das die Paraphe von Weizsäcker.«) Hier, Sie haben zugestimmt.« »Das kann mir so durch die Hände gegangen sein. Ich weiß gar nicht…« »Das ist nicht nur durch Ihre Hände gegangen«, sage ich, »Sie haben doch eigene Änderungsvorschläge gemacht. Sie haben dazu in gewisser Weise Stellung genommen. Sie haben eingefügt ‘näher polizeilich gekennzeichnete Juden’. Die Nazipolizei in Paris sollte erstmal nur an gewisse Gruppen rangehen.« »…Ich war nicht in Paris. Ich weiß das gamicht.« »Aber ich weiß, daß man erst an die staatenlosen und deutschen Juden rangehen wollte und dann an die französischen Juden, um die Leute in Vichy nicht zu sehr aufzuregen.« »Tja, wenn ich so langsam nachdenke…« »Herr von Weizsäcker«, sage ich, »seien Sie ganz ruhig. Erinnern Sie sich jetzt vielleicht, nachdem ich Ihnen das gezeigt habe?«

»Ja, ich erinnere mich. Ich habe mich darüber sehr aufgeregt. Ich habe das abends zu Hause erzählt – diese furchtbare
Sache.« »Ist das nun das einzige, was Sie abgezeichnet haben oder ist das mehrfach vorgekommen?«

»Ich erinnere mich nur an das.«

»Herr von Weizsäcker – aber hier und hier, mit den Holländern und den Belgiern…«

»Ich bin erschüttert!«

(Nicht ein Deut hat sich seitdem an diesem Stil der »Rechtfertigung« bzw. »Verteidigung« ge­ändert.) Sohn Richard half später bei der Verteidigung seines Vaters. (Die übrigens von Boehringer finanziert wurde, just jenem Konzern, dem Sohn Richard später als Vor­standsmitglied beitrat. An die Dioxinunfälle während seiner Amtszeit kann er sich heute nicht mehr erinnern.) Die Anklagebehörde fuhr nach Kressbronn, um kurz Frau von Weizsäcker zu sprechen und die ganze Atmosphäre kennenzulernen. Sie sagte:
»Sehen Sie sich die Hände meines Mannes an. Es ist ausgeschlossen, daß diese Finger so etwas unterzeichnet haben.« Auf einmal tauchte die Version auf: »Ich habe das ge­macht, um Schlimmeres zu verhüten«. (Worauf wir ihn gefragt haben, was denn das Schlimmere war, das noch verhütet werden konnte.) Also zuerst: »Das war ich garnicht, dafür war ich nicht zuständig.« Danach: »Das war mit innerem Widerstand«, an­schließend: »eigentlich wollte ich Schlim­meres verhüten«. Immer dasselbe…’
Richard von Weizsäcker weiß von nichts
Ernst von Weizsäcker hat niemals eigen­händig Juden umgebracht, deshalb wurde er auch nur zu sechs Jahren Zuchthaus verur­teilt. Richard von Weizsäcker hat niemals eigenhändig Vietnamesen vergiftet. Er wur­de Bundespräsident.
Zum fünfzigsten Jahrestag des deutschen Überfalls auf die UdSSR sollte im »Stern« ein Artikel über die Rolle Richard von Weizsäckers beim »Unternehmen Bar­barossa« erscheinen. Die Chefredaktion ließ den Artikel ausfallen und ersetzte ihn kurz­fristig durch eine großbebilderte Elefanten­geschichte. Otto Köhler, der in »konkret« veröffentlichte, was die »Stern«-Chefs zen­siert hatten, stellte am 12. Juli 1991 dem Sprecher des Bundespräsidenten Fragen zu den Verbrechen, die auf dem Vormarsch von Weizsäckers Infantriedivision in der Sowjetunion begangen wurden. Richard von Weiz­säcker ließ durch seinen Sprecher Hans-Hennig Horstmann mitteilen:
»Über die 23. Infantriedivision im Gan­zen hatte der Bundespräsident zu keinem Zeitpunkt des Krieges einen Überblick. Er war vom 22.6.41 bis zu seiner ersten Ver­wundung (ungefähr 20.7.1941), von unge­fähr Mitte September 41 bis Ende Januar 42 und ab Spätherbst 42 beim Infantrieregiment 9 als Zugführer, Ordonanzoffizier und Adju­tant eingesetzt. Von keiner der Untaten, die in den Fragen beschrieben sind, hatte er Kenntnis.«’
Vielleicht hat er immer Stiefel geputzt, als seine Division und sein Elite-Regiment für Führer und Vaterland Dörfer nieder­brannten, Zivilisten erschossen, Kriegsge­fangene ermordeten, Juden zusammentrie­ben und auf dem erzwungenen Rückmarsch sogar die eigenen Verwundeten ermordeten. Oder immer weggeschaut, wenn es zu grau­sam wurde? Ein Anflug von innerem Wider­stand?

Bild: Herrenreiter:
Der Herrenmensch zu Pferde, mit Fußvolk beim Einmarsch in die Sow jetunion Richard von Weizsäcker: zweiter von rechts.

Ein Weizsäcker ohne Überblick
und ohne Kenntnis?

In der von ihm selbst autorisierten Bio‑
graphie »Richard von Weizsäcker« heißt es
zu seinem Rußlandfeldzug: Er» übemahm…
die Schlüsselposition des Regiments. Er lei‑
tete den Regimentsstab, vertrat den Regi‑
mentskommandeur und besetzte den Regi‑
mentsgefechtsstand. Er war Personalchef
von rund zweieinhalbtausend
Mann (drei Bataillone, jedes Ba‑
taillon hatte vier Kompanien, zu‑
sätzlich einen Pionierzug und eine
Panzerabwehrkompanie). Weiz‑
säcker hatte Befehle im Gefechts‑
stand zu formulieren und an die
Bataillone weiterzugeben. Bei
schwachen Kommandeuren war
der Regimentsadjutant eigentli‑
cher Führer der Truppe. Komman‑
deure kamen und gingen… Es war
ungewöhnlich, daß er überhaupt in
die Schlüsselposition des Adjutan‑
ten gekommen war. Normalerwei‑
se wurden nur aktive Offiziere und
keine Reserveoffiziere für eine so
herausragende Position innerhalb
eines Regiments herangezogen.«’

Kein Wunder, daß der Führer den Krieg verlor, wenn Leute wie Richard von Weizsäcker in her­ausragenden Schlüsselpositionen saßen, die »keinen Überblick« über die Truppe und »keine Kennt­nis« davon hatten, was die Truppe an der Front so tat.
Wir sind der tiefsten Überzeugung, daß ein solcher Mann auch von 1974 bis 1991 nicht ahnen konnte, was die Robert Bosch GmbH über ihre diversen Beteiligungen auch in seinem Namen so alles an high-tech in die Krisenregionen der Welt und insbe­sondere in die Golfregion lieferte.

Er meinte sicher
nur Scheibenwischer von Bosch

Mag sein, daß jemand, der mit 99 Millio­nen DM an der Robert Bosch GmbH betei­ligt ist, »keinen Überblick« mehr und »keine Kenntnis« davon hat, wo er denn sonst noch überall drinsteckt.
Wir wollen unserem Bundespräsidenten dabei helfen, zu klären, aus welchen Petro­Dollar-Quellen sich seine Nebenverdienste speisen.
Rudolf Deichner, Amtsgerichtsdirektor a.D. aus Mannheim, hat sich seit Jahren mit den Taschengeldproblemen des Bundespräsidenten befasst und auch Anzeige erstattet. Doch die verlief im Sande und der Autor dieses Artikels wartet bis heute auf eine Reaktion aus dem Hause von Weizsäcker. Bislang vergeblich. Es würde die Fakten doch zu sehr in die Öffentlichkeit bringen… Obwohl. beim dertzeitig erreichten Gleichschaltungsgrad der Mainstream-Medien und der Domestizierung der LINKEn könnten es die Sachwalter schon probieren.  In den Nächsten Tagen kommt der zweite Teil mit Deichners Recherche-Ergebnissen zu den Weizsäcker-Geschäften von 1968 bis 1991
dann kommt vielleicht auch die nhz-Titelseiten-Fotocollage von der Mutation eines Feldherrn: Richard von Hussein – eine Anspielung auf den Versuch des westdeutschen Kapitals, sich im Nahen Osten eigene Posten zu schaffen: die Rüstungsgeschäfte von Bosch, ITT, MB mit dem Irak, mit Israel usw….. und immer vorne mit dabei der preussische Offiziers-Adels-Spross ..wie immer hoch zu Ross

FORTSETZUNG FOLGT.

7 Gedanken zu “EIN MORDSKERL, UNSER exBUNDESPRÄSIDENT: Richy v.W. zum 90. Happy Birthday von HaBE und seinen Mitrechercheuren: Wolfgang Neuss, Robert Jungk, Otto Köhler, Rudolf Deichner und einem ehemaligen Betriebsratsmitglied bei Böhringer Ingelheim, Werk Hamburg, Artikel Teil 1.

  1. Allerliebste Cassandra, schön, dass ich Dir beim Abi behilflich sein konnte.
    Nach Auskünften aus dem Böhrimger Betriebsrat und nach gleichlautenden Aussagen von Robert Jungk war Richard als Ziehsohn von Boehringer Senior mit allen entscheidenden Vertragsabschlüssen schon im Vorfeld – also auch bei den Vertragsanbahnungsverhandlungen federführender Jurist. -Jusiziar.. eine Eigenschaft, die Richy sogar noch in seiner offiziösen Biographie betont , wo er schreibt (oder schreiben ließ) zum Regiment Graf – jenes Hochadelsregiment, das mit der Kommissarbefehls -Säuberung der besetzten Gebiete und auch mit der “Judensäuberung” beaugftragt war , dass “die Kommandeure kommen und gehen, aber die Adjudanten bleiben”. Hier ging kein Befehl ohne sein Zutun raus… Von der IGMetallzeitung dazu befragt, was er vom Einssdatz des Regiments mitbekommen habe, antwortete er oder ließ antworten, er habe da nichts von mitbekommen , er wäre nur Adjudant gewesen …. Na ,was denn nun?

    Ansonsten gehörten zu dem ITT-Bosch-Stiftungs-Konglomerat meines wissens Bosch selbst, die im Sicherheitstechnischen Bereich auch in Luft- und Raumfahrt mit aktiv sind, MB (als Merzedes Benz), MBB, aber da muss ich noch Mal bei dem Mannheimer Amtsgerichtsrat a.D. nachschAUEN; DAS HABE ICH NICHT MEHR ALLES SO DETAILIERT IM kOPF: Lieferungen an Dow Chemical gab es schon länger vor seinem Ausscheiden, aber die langfristige vertragliche Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Produktion von Agent Orange kam durch seine Vorarbeit zustande. Das hat sich nun PRmäßig etwas gebissen mit seinen weiteren politschen Ambitionen die sich auch auf die Präsidentschaft des Deutschen Evangelischen Kirchentages erstreckten bzw schon parallel zu seiner BöhringerAktivität liefen….. Aber das ist ja schon alles verjährt und Captain Silberlocke ruht sich auf seinem gut gepolsteten Altenteil aus.. Mit Helmut Schmidt soll er jetzt ja die BalkonRolle in der Neuauflage der Muppetshow übernehmen. Miss Piggy macht dann die Merkel nach ihrem Abgang …

  2. ERstmal Danke für den Bericht, war ne große Hilfe für meine Abi-Präsi_Prüfung…
    …leider konnte ich innerhalb meiner Prüfung nicht all das ansprechen was mir auf dem Herzen lag, nicht zuletzt weil ich nicht für alle hier angesprochenen Punkte entsprechende weitere Nachweise gefunden habe. Da ich aber jetzt einen Kleinen Film über Richy machen mag, hätte ich mal ein paar Fragen:
    Welche Rüstungsfriemn sind das denn genau, die zur Robert Bosch GmbH gehören?
    Habe wirklich nso gar nix im Netz gefunden.
    Was ich auch nicht 100% verstanden hab ist, wie genau Weizsäcker für den Dow Chemical Deal zu verantworten ist, wenn dieser erst ein Jahr nach seinem Austritt aus der Firma zustande gekommen ist? Welche Positon nahm er denn da nun eigentlich ein? Eine der Weizsäcker Bios sagte: Personalchef??? Wäre ja shcon interassant zu wissen, gerade in Bezug auf die erkrankten Mitarbeiter von Böhringer- Ingelheim.
    Hoffe jemand hat Antworten!

  3. Sehr interessanter Bericht, sehr weitreichende Einlassungen.

    Blaues Blut, Profiteur wider Willen. So ist es, das wahre Leben in D. Wohl auch aus diesem Grunde sind die meisten unserer Volksvertreter heutzutage Juristen. Die sind – egal welchen Mandanten sie zuvor vertraten – für politische Parteien interessant, weil mit weniger Fettnäpfchen gesegnet.

    Den alten Mann niederzuringen oder sein Ansehen zu beschädigen, mag für den einen oder anderen lustvoll sein. Ich persönlich erwarte kein “Einsehen” oder “Bedauern” – dafür ist das angeborene Ross viel zu hoch. Wird man etwas aus “Aufdeckung” lernen und politisch mißtrauisch sein – das wäre meine Neugier.

    Natürlich kann auch ich nur von Hören/Sagen berichten und erinnere mich an eine Dokumentation zu den “Unfällen” im Hamburger Werk. So soll ein Mix aus Chemieabfällen auf dem werkseigenen Deponiegelände “zufällig” zum Abfallprodukt “RedOrange” geführt haben. Kann sein, daß das ein anderer Beitrag war, den “Schnuffel” hier nennt? Fazit: Irgendwer muß getratscht haben!

    Betriebsrat war er wohl nicht…sondern v.W. war meiner Erinnerung nach verantwortlicher Personalreferent und Bestrebungen des Betriebsrates nach Entschädigung für Opfer juristisch mit niedergetrampelt hat.

    Es haben auch ehemalige Arbeiter mit Nervenschäden vor der Kamera gesprochen, die vom frühen Versterben anderer Kollegen berichteten. Schlimme Bilder, sehr erschütternd, wohl auch aus diesem Grunde kann ich mich an diese Dokumentation noch lebhaft erinnern. Die Ausstrahlung, die ich sah, ist sicherlich länger als 8 Jahre her.

    Schlußendlich muß man mal fragen, warum unsere amerikanischen Freunde “Wind” von diesem, für den Vietnamkrieg “sinnvollen Entlaubungsmittel” bekamen? Die in dem Filmbericht publizierte Meinung kristallisierte eine Kernaussage der Amis,: -Ihr produziert das Zeugs für uns und verkauft uns das. Anderenfalls nehmen wir euch die Rechte und produzieren selbst…- mag dabei nur eine schmale Ausrede sein. Entweder profitiere ich – oder ich profitiere nicht!

    Und die Moral von der G´schicht: In diesem, unserem Lande sollte man sich ab und zu mal fragen, wohin uns die “von” und “zu´s” regelmäßig alle paar Jahre führen. Wann immer ich Titelträger in der Nähe der Regierung sehe, überkommt mich eine Gänsehaut.

    Eine Selbstreinigung ist nicht erwünscht, wohl auch auf Grund der Gesetze nicht möglich, ein Gewissen ist was für die Blöden.

    Grundsatz: Wir unterhalten keine Betriebe mit humanen Grundsätzen zum Volkswohl. Wir führen Profitcenter, die von Ratingagenturen auf ihre finanzielle Existenzberechtigung abgeprüft werden.

  4. Zu den Vorgängen um den Dioxin-“Unfall” in Seveso gibt es einen guten Dokumtenarfilm (wurde u.a. spät Abends vor Jahren mal in der ARD gezeigt). Darin kommt vor allem der ehemalige Betriebsleiter dieses (Sandoz-?)Werkes zu Wort, der letztlich die ganze Schuld auf sich nahm.
    Allerdings war er gar nicht in der Fabrik als es passierte. Die produzierte nämlich immer nur unter der Woche und der Unfall geschah an einem Samstag. Es wurden anscheinend Stoffe produziert von denen dieser Betriebsleiter nichts wußte.

    Der ehemalige Chef von Dow Chemical Bhopal ist ein Schweizer.

  5. Lieber Ali, das habe ich 1991 deshalb nicht geschrieben, um die aktiven Gewerkschfter im Betrieb nicht zu gefährden, die die Schließung des Betriebes von innen heraus betrieben. Sie haben die Hamburger Initiativen zur Schließung der BöhringerAgentOrange- und anderer extrem gesundheitsschädigender Produnktionsanlagen mizt ihtren internen Infos unterstützt. Ich weiß, dass an der Chlosakne nicht nur eine reighe von Kollegen elend krepeirt sind, sondern dass daran auch Ehen zwerbrochen sind, weil die Partnerinnen den Gestank nicht mehr ertragen konnten. Böhringer-Ingelheim in Hamburg war ein “Klein-Seveso”, für alle mit der Gnade der späten Geburt, das ist das Norditalienische Bhopal und das liegt wiederum in Indien… Es geht um Dioxin-Vergiftungen und andere schöne sachen, die sich auch im Krieg verwenden lassen…
    In Seveso sind erst Schafe krepiert, die in der Umgebung der Fabrik gegrast hatten . erst dann ist man außerhalb der fabrik auf die Zustände innerhalb aufmerksam geworden..

  6. Hi HaBE,
    prima Artikel das alles sollte nicht in Vergessenheit geraten. Was mir etwas fehlt, sind Hinweise auf die Agent-Orange-Produktion in Hamburg, bei der ja etliche Kesselreiniger an Chlorakne erkrankten und Hinweise darauf wie das angeblich harmlose Entlaubungsmittel nicht nur für die Vergiftung von Vietnamesen und deren ungeborener Kinder sorgte! Sondern auch die bei der US-Armee mit dem Auffüllen der Sprüflugzeugtanks beschäftigten vergiftete und bei deren Nachwuchs zu Mißbildungen führte.

    Na ev. kommt es ja im 2.Teil?

    sinnige Grüsse
    ali

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