Wo ist der Bautrupp
der kommenden Welt ?
AntiFa-Archiv „GEORG FRÖBA“ braucht Hilfe

Das mit dem BAUTRUPP ist nicht nur symbolisch gemeint. Ich weiß, dass solche BAUTRUPPs :-)) , GesellINNen auf der Walz bei den LONGO-MAI-Kooperativen immer beim Aufbau mitgeholfen haben. Das ließe sich doch ausweiten auf andere Projekte ? ! Hier bezahlt und dort benefizzt ?!. Spenden alleine machens da auch nicht. Da müssen helfende Hände her. Hallo nach Stubbendorf! In den Ulenkrug! und nach Basel, könnt ihr da was anstoßen ? Es dürfen aber auch Genossenschaften aus anderen Regionen sein. Luis Tratters ASH -ArbeiterSelbstHilfe in der Krebsmühle in FFM wäre so was früher Mal nicht sehr schwer gefallen… Ein Tauschring in und um Darmstadt ?

Die Ähnlichkeit des Titels mit einer Zeile aus dem Lied „Die Arbeiter von Wien“ ist ebenfalls nicht zufällig; „Wir sind das Bauvolk der kommenden Welt, wir sind der Sämann, die Saat und das Feld…“

 

Das ANTIFA-ARCHIV GEORG FRÖBA droht verloren zu gehen, so wie das Archiv des Langenselbolders Willi Schäfer, das seine Erben wg. Platzmangel entsorgt haben, nachdem  die Stadt Langenselbold unter den neuen CDU-Herren  dem kommunistischen Parlamentsältesten, Ex erstem Stadtrat und Rentner die kostenfreie Benutzung des städtischen Kopierers untersagt und so mit zu seinem zu frühen Tod beigetragen hatte. Willi Schäfer hatte das Archiv seit 1946 aufgebaut und auch über die Zeit des KPD-Verbotes gerettet. Dass niemand aus der DKP dieses Archiv gerettet hat, ist mir heute noch unerklärlich. Leider habe ich von der Schredderaktion erst zu spät erfahren.

 

Jetzt aber geht es um das FRÖBA-Archiv, das Gunnar Vogel in über 20 Jahren aufgebaut hat:

 

 

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Ernesto Che Guevara

Wer erinnert sich noch an den Film “Fahrenheit 451” von François Truffaut aus dem Jahre 1966? Die Menschheit lebt nach dem Prinzip des hedonistischen Glücksstrebens. Bücher sind gesetzlich verboten, da sie sich mit Problemen und Konflikten befassen und die Wahrheit sagen. Die Feuerwehr hat die Aufgabe, sie aufzuspüren, zu verbrennen und die „Büchermenschen“ unschädlich zu machen. Glücksgefühle werden durch Unterhaltungselektronik und Tablettenkonsum erzeugt. Protagonist dieser Zukunftsgeschichte ist der Feuerwehrmann Montag, der nach einer Begegnung mit einer Lehrerin, die nach einer Gesinnungsüberprüfung durch eine Art Verfassungsschutz nicht mehr unterrichten darf, umzudenken beginnt. Er liest heimlich Bücher, die er bei Haussuchungen mitgehen läßt. Zum Ende des Films wechselt er zu jenen Buchmenschen, welche jeweils einen Titel auswendig lernen, um die Wahrheit weitergeben zu können. (…)

Flächendeckende Überwachung ist längst Wirklichkeit. In den Kinderzimmern regieren nur noch Game-Boy, X Boy und Playstation 1 bis unendlich. Denken und Gefühle sollen ausgeschaltet werden, damit die menschliche Arbeitskraft umso rücksichtsloser ausgebeutet werden kann. Smartphones ersetzen das Gehirn und verhindern jegliches Aufbegehren, das die Finanzströme der Mächtigen dieser Welt stören würde. Und wenn die Menschen unter all diesen Lasten zerbrechen, gibt es ja immer noch Amphetamine oder Beruhigungsmittel einer riesigen Pharmaindustrie. (…) Und wie eine Schafherde folgen wir den Götzen dieser kalten Glitzerwelt, immer bestrebt, dabei mitzuhalten.

Kommt einem da nicht unwillkürlich Goethes „Faust“ in den Sinn:

Und auf vorgeschriebenen Bahnen zieht die Menge durch die Flur:

Den entrollten Lügenfahnen Folgen alle – Schafsnatur!

aus: ROTFUCHS, Dez. 2013, S. 4, „Das Fazit des Feuerwehrmannes Montag“, Joachim Augustin, Bockhorn

Achtung, an ALLE!

Wichtiger Spendenaufruf: Archiv in Gefahr!

Genosse Augustin beschreibt eindringlich einen Alpdruck, der in dieser Gesellschaft immer deutlicher Gestalt annimmt – nicht nur zur Weihnachtszeit. Wir leben in einer Gesellschaft die immer schneller ihr geschichtliches, historisches, Gedächtnis zu verlieren beginnt. Für jene unter uns, die versuchen diese Gesellschaft humanistisch zu verändern eine Entwicklung, die doppelt und dreifach fatal ist. Politische Positionsbestimmung ohne geschichtliches Bewußtsein ist nicht möglich – und gerade deshalb von den Herrschenden nicht gewollt. Am gravierendsten ist die Konsequenz für die Arbeiterbewegung. Wichtige Erinnerung wird durch den Tod alter GenossInnen ausgelöscht ohne weitergegeben und bewahrt worden zu sein. Archive werden bei Verlust der Wohnung auseinandergerissen, die wohlgeordneten Bestände in alle Winde zerstreut, am Ende gar auf den modernen Scheiterhaufen der kapitalistischen „Spaß“gesellschaft vernichtet – in den Müllverbrennungsanlagen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der der Alptraum des François Truffaut immer mehr Gestalt gewinnt.

Um welches Archiv geht es?

Ich betreibe seit mehr als 20 Jahren ein Geschichtsarchiv in dem Zweifamilienhaus meiner Eltern, wobei das Archiv gleichzeitig als Wohnung dient. (Darüber wohnen – in sich jeweils abgeschlossen – meine Eltern.) Das Archiv dokumentiert die Geschichte der Weimarer Republik, des Nazi-Faschismus, der Adenauer-BRD und der DDR. Es teilt sich in drei Schwerpunkte:

Akten, Sekundärliteratur und eine mittlerweile auf über 3500 VHS-Kassetten angewachsene Videoabteilung. Im Laufe der systematischen Arbeit sind die Bestände derart ausgebaut, systematisiert, entwickelt worden dass keine andere Möglichkeit der Unterbringung besteht, als in diesen Räumen.

Wodurch ist das Archiv in seinem

Bestand bedroht?

Krankheit und Tod

Über mir wohnt inzwischen nur noch meine Mutter, inzwischen 78 Jahre alt und gesundheitlich nicht mehr auf der Höhe. Mein Vater ist im November 2010 an einem Prostatacarcinom gestorben. Davor war er fast 8 Monate bettlägerig. Ich und meine Mutter haben ihn in dieser Zeit gepflegt, da ein Heim für uns nicht in Frage kam. Diese Pflege war extrem aufwändig, da er nicht nur einen Dekubitus am Steiß hatte, der bis auf den Steißknochen reichte – eine Folge des Krankenhausaufenthaltes -, sondern auch noch mit einem künstlichen Darmausgang und 2 Nierenkathedern „gesegnet“ war.

Da ich eine Pflegehilfsdienstausbildung habe – schon mein Studium habe ich mir in Pflegeheimen verdient – konnte ich die abendliche medizinische Pflege übernehmen, morgens kam der Pflegedienst. Meine Mutter übernahm dann die allgemeine Versorgung tagsüber. Natürlich hat uns die Krankenkasse und die Pflegeversicherung vorne und hinten beschissen: bei der Einstufung in die Pflegestufe, bei den Abrechnungen. Um jeden Cent mussten wir kämpfen – und dabei zusehen, wie der Krebs ihn langsam auffrisst. Gerade auch meine Mutter hat darunter sehr gelitten: psychisch und physisch. Mittlerweile hat sie starke depressive Schübe und braucht viel Stabilisierung und Zuwendung. Körperlich konnte es ihr da nicht besser gehen: im Jahr 2012 2 Darmoperationen, im Jahr 2013 die dritte. Und überall dabei: „Selbstbehalte“, „Selbstbehalte“…… . Die vielen Krankheiten haben unsere finanzielle Basis total zerrüttet.

Meine persönliche und finanzielle Situation

Mittlerweile ist das Haus stark mit Schulden belastet und der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, dass es verloren gehen könnte. Ich habe in der ganzen Zeit meine Mutter finanziell unterstützt, eigenes Geld – sofern vorhanden -, zugeschossen. Meine finanzielle Situation sieht also nicht rosiger aus. Auch das hat Gründe: eigentlich habe ich ein Chemieingenieur-Studium, habe aber die Freuden prekärer Beschäftigung intensiv auskosten dürfen, inklusive 2 Jahre Leihsklaverei. Danach versuchte ich den Seiteneinstieg Lehramt, konnte aber – aufgrund eines faktischen Berufsverbots – (wir befinden uns in Hessen, und da gibt es Mittel und Wege politisch nicht genehme Kandidaten in der Prüfung zu „kippen“) nicht erfolgreich abschließen. Seitdem bin ich gezwungen als Vertretungslehrer zu arbeiten, wobei die Verträge natürlich alle befristet sind. Und so bin weder ich, noch meine Mutter aufgrund ihres Alters) kreditwürdig für die Bankster. Da mein Vater schon vor dem Jahr 2010 nicht mehr gesund war und schon da mehrere OP´s hatte, fehlten natürlich auch die Mittel für den Unterhalt des Hauses.

Schäden am Gebäude

Ein Schaden an der Aussenverrohrung des Hauses hat inzwischen zu einem Nässeschaden in der Waschküche geführt, der wertmäßig in den Bereich von 15.000 Teuro geht, wobei sich die Versicherung damit herausgeredet hat, Schäden an der Aussenverrohrung seien nicht versichert. Inzwischen hat die Nässe auf die Wände übergegriffen, da uns jegliche Mittel zur Sanierung fehlen. Damit war unser „Pech“ allerdings noch nicht zu Ende. Anfang Oktober hatten wir hier einen Überspannungsschaden. Der entstand allerdings nicht durch Blitzeinwirkung, der entstand durch einen sog. „Nullleiterabriß“. Der liegt dann vor, wenn im Hausanschluß die Erdung unterbrochen ist. Das hat zur Folge, daß auf der Hauselektrik und natürlich auf allen eingeschalteten Endverbrauchern keine Spannung von 220 V liegt – das sind jetzt über 400 V. Die Folge: gut „durchgekochte“ Endgeräte – die natürlich massenweise kaputt gehen, da sie für eine derartige Überspannung nicht ausgelegt sind. Schaden an Geräten, allein nach Zeitwert: über 800,00 Teuro. Zu allem Überdruss gingen dabei auch alle Geräte der Video-Abteilung kaputt, die zum Aufnehmen, Überspielen und Brennen gebraucht wurden. Die Krönung des Unheils: Ein Elektriker, der zur Behebung der wesentlichen Schäden eine Rechnung produziert von über 3000,00 Teuro – die er jetzt mit Gewalt eintreiben will. Und die Versicherung? Sowohl Hausrats- als auch Gebäudeversicherung treten nur ein, wenn der Überspannungsschaden durch Blitzschlag verursacht ist. In unserem Falle – also wieder mal nicht. So bleiben wir – trotz Versicherung – auf unserem Schaden voll sitzen. Und damit komme ich wieder zum Ausgangspunkt: die inzwischen reale Gefahr, daß wir hier raus müssen. Wobei ein Zwangsverkauf schon aufgrund der Schäden und der Nässe im Haus nicht mehr allzu viel erbringen würde.

Das darf nicht geschehen!!!

Am Haus hängt aber auch das Archiv. Ich könnte die über 20 Jahre sorgsam aufgebauten Bestände nirgendwo anders unterbringen. Das Archiv wäre also am Ende. Was das heißt, habe ich nur allzu oft miterleben müssen, wenn ältere GenossInnen ins Heim mußten. Die Bestände wurden verramscht, in alle Winde zerstreut. Ein Archiv soll das „Gedächtnis“ einer Zeit sein – denn nur, wenn wir wissen, wo wir herkommen, wissen wir auch, wo es hin geht.

Und so bitte ich um Eure Hilfe, damit der Betrieb des Archivs, in dem nun über 20 Jahre Arbeit stecken, weitergehen kann. Und jeder gespendete Betrag hilft zunächst mal die horrende Rechnung des Elektrikerzerberus zu schultern.

In Berlin gibt es ein von mir sehr geschätztes Blatt, den „ROTFUCHS“ – die Tribüne für Sozialisten und Kommunisten in Deutschland, mit und ohne Parteibuch. Ein, wie ich finde, sehr guter Ansatz Kräfte zur Veränderung der bestehenden, immer unsäglicher werdenden Zustände, zusammen zu führen und – letztlich – zur Aktion zu bringen. Und so hofft auch dieser Rotfuchs aus Ober-Ramstadt auf eine solidarische Gabe, damit wenigstens sein Kessel, trotz aller Nässe und Schimmel, erhalten bleibt und nicht verloren geht.

Jede Gänsekeule, und sei sie auch noch so klein, ist herzlich willkommen!

Herzlichen Dank im Voraus

Gunnar Vogel

Bitte benutzt die folgende Adresse zum Zweck der Kontaktaufnahme:

Please, use the following address for contacting purposes:

ANTIFA-ARCHIV GEORG FRÖBA

c/o Gunnar R. Vogel

Am Mühlberg 42

BRD (FRG) – 64372 Ober-Ramstadt

phone: +49 06154 51862

fax: +49 06154 51862 [private + archive], +49 01212 514 983

524 [archive], +49 01212 530 274 185 [private]

mobile: +49 0160 99 31 89 23

e-mail (1): gunnar.r.vogel@gmx.net

e-mail (2): grvogel@web.de

e-mail (3): gunnar_vogel@freenet.de

e-mail (4): gunnarr_vogel@web.de

Bitte bestätigen Sie den Empfang der E-Mail und benutzen Sie die dritte E-Mailadresse für Ihre Antwort.

Please, acknowledge the receipt of the e-mail and use the third address for your reply.

Vielen Dank und beste Grüße aus Ober-Ramstadt!

Thank you and best regards from Ober-Ramstadt!

 

Statt eines Nachwortes: Nach der Rückwende zu Kapitalismus und Ausbeutung in der DDR wurden nach kompetenten Schätzungen ca. 300 – 400 Mill. Bücher vernichtet.

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