Wo es Feigenblätter & Persilscheine regnet. Wird die „ADLER-KZ-Katzbach-Performance“ zum VerSchweigemarsch?

Sieh dazu auch: http://www.barth-engelbart.de/?p=220136

75 Jahre Todesmarsch der Häftlinge des KZ Katzbach

oder wie die Nach-Nach-(Rechts-)Nachfolger der Täter die Geschichte wegbewältigen und plötzlich “Wiedergutmachungs”-Gelder locker machen, die aus den Zinses-Zinsen der KZ-& Zwangsarbeitsgewinne stammen und die sie über Jahrzehnte bis zum Tod der Überlebenden verweigert haben. Das gilt genauso für die Opfer aus dem Widerstand gegen die Terrorherrschaft der Faschisten.

Am Beispiel Dresdner Bank und Quelle

HaBE dazu vor 18 Jahren bereits geschrieben (neben Artikeln zum Wiederaufbau des Petersdoms den Nazi-“Christen”, der Liebfrauenkirche unter der Führung der Dresdner Bank):

Wird auch er wieder, auch bei der “kollektiven Performance” in Langenselbold vergessen:

der Zimmerer-Polier Valentin Schmidt

in Langenselbold gibt es für ihn keinen Straßennamen, keinen Platz, keine Hinweistafel

… vom Reichs-Wehrwirtschaftsführer Wilhelm Kaus, Ober-“Arisierer” und bis 1970 Ehrenbürger Langenselbolds, der sich für 100.000,-DM diese Ehrenbürgerschaft und einen bronzenen Persilschein erkaufte, an die GESTAPO und den Volksvernichtshof Roland Freislers ausgeliefert und 1944 in Plötzensee hingerichtet.

Auf dem Weg vom Klosterberg zum Steinweg keine Hinweistafel auf das von den Faschisten 1933 am 2.Mai gestürmte Langenselbolder Gewerkschaftshaus, eines der Zentren des antifaschistischen Widerstandes in der Kinzig-Region! Wird die “kollektive Performance” dort Halt machen und der verschleppten und ermordeten Gewerkschafterinnen, Kommunistinnen und Sozialdemokratinnen gedenken? Wird sie auf dem Weg darauf hinweisen, wie der Widerstand HEUTE in den Orten am HakenKreuzWeg niedergemacht, verschwiegen, gerufmordet und seine Erinnerung getilgt wird?

Wird sie Halt machen an der Dreiturm-Fabrik der jüdischen Sozialisten-Gebrüder Wolf? In Steinau und in Schlüchtern, von wo aus noch bis 1934 Flugblätter gegen Hitler als Seifenverpackung und Gebrauchsanleitungen getarnt durch die am Firmengewinn beteiligten Mit-Arbeiter und Handelsvertreter im gesamten Reich verteilt wurden. Dieser Widerstand wird heute kleingeredet, verschwiegen …. aber zurück nach Langenselbold:

Dem ehemaligen ehrenamtlichen Stadtrat Emil Schäfer (DKP) wurde von Langenselbolds Ex-Bürgermeister Kasseckert (CDU) die kostenfreie Nutzung des städtischen Fotokopierers verboten, die er für seine Erforschung und Dokumentation des Widerstandes als nicht gerade vermögender Rentner dringend brauchte. Emil Schäfers unzählige Aktenordner füllendes Archiv wurde vom Heimat- und Geschichtsverein nicht übernommen. Es wanderte nach seinem Tod in den Altpapier-Kontainer .

Ganz anders verfuhr das Heimatmuseum mit dem Bronze-Persilschein des Oberfaschisten Wilhelm Kaus. Der wurde zwar auf Druck der Langenselbolder Bevölkerung vom Eingang des Schwimmbades entfernt, erhielt aber gleich einen Ehrenplatz im Heimatmuseum. Hätten die Veranstalter etwas mehr Courage, hätten sie die Historikerin Dr. Christine Wittrock nach Langenselbold, Gelnhausen, Steinau und Schlüchtern zu Lesungen eingeladen aus ihren Büchern über die Geschichte das Faschismus und des Widerstandes in der Kinzig-Region. Aber so erhält die “kollektive Performance” einen leichten Touch zur Alibi-Veranstaltung der Profiteure aus “Schweizer Vermächtnissen” und ungeschorenen Rechtnachfolger der Zwangsarbeits-Profiteure. Hier unten kann man das teure Hochglanz-Feigenblatt studieren

Autor: Hartmut Barth-Engelbart

Autor von barth-engelbart.de

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